×

Wir hoffen, ADxS.org gefällt Dir und Du findest hilfreiche Informationen zu AD(H)S. Um die Erstellung und den Betrieb von ADxS.org finanzieren zu können, sind wir auf (derzeit noch steuerlich nicht absetzbare) Spenden angewiesen. Unsere Kosten betragen rund 10.000€ im Jahr – zusätzlich zu aller investierter Arbeit in die Erstellung von AdxS.org. Unsere Spenden betragen im Schnitt 25,83€. Wenn alle unserer derzeit monatlich rund 6.500 unterschiedlichen Leser lediglich den Gegenwert eines Mineralwassers spenden würden, hätten wir diesen Betrag innerhalb weniger Wochen erreicht. Leider spenden 99,99% aller Leser nicht.

Wir wollen weiterhin unabhängig von Werbung bleiben und ein kostenloses und freies Informationsportal zum Thema AD(H)S anbieten. Wenn Du ADxS hilfreich findest, wären wir Dir sehr dankbar, wenn auch Du uns unterstützen könntest.

Ich möchte via PayPal spenden
Mehr Infos über Spenden

Intrinsisches / extrinsisches Interesse erklärt Regulationsprobleme

1. Aufmerksamkeit bei AD(H)S: nicht gestört, sondern anders

Die Aufmerksamkeit bei AD(H)S unterliegt einem abweichenden Regulationsmodus. Sie ist stärker auf intrinsisch interessante Dinge gelenkt und wird schwächer von extrinsischen Motiven geleitet als bei Nichtbetroffenen.
Sie ist damit nicht “defekt”. Nichtbetroffene unterliegen dem selben abweichenden Aufmerksamkeitssteuerungsprofil, wenn sie sich in schwerem akuten oder chronischen Stress befinden. Für derartige Notfälle (z.B. in lebensgefährlichen Situationen) ist ein solches Aufmerksamkeitsmuster hilfreich und war die letzten Jahrhunderttausende nützlich beim Überleben.
Das Problem bei AD(H)S besteht darin, dass dieses Aufmerksamkeitssteuerungsprofil dauerhaft aktiviert ist, obwohl keine entsprechend lebensbedrohliche Situation besteht.

Die stärker intrinsisch motivierte Aufmerksamkeitssteuerung bei AD(H)S bewirkt, dass die gerichtete Aufmerksamkeit und ihre Steuerbarkeit bei entsprechend hohem (intrinsischen) Interesse genau so hoch und funktional ist wie bei Nichtbetroffenen.
Bei niedrigerem intrinsischen Interesse weicht die Aufmerksamkeit dagegen von Nichtbetroffenen ab: sie wird weniger fokussiert und ist breiter auf weniger relevante Reize ausgerichtet.
Dies wird unter anderem durch das DMN gesteuert.
Stimulanzien sind in der Lage, die Aufmerksamkeitssteuerung von AD(H)S-Betroffenen bei fehlendem (intrinsischen) Interesse derjenigen von Nichtbetroffenen anzugleichen.(1)

Die durch intrinsisches Interesse fokussierbare Aufmerksam von AD(H)S-Betroffenen zeigt sich auch darin, dass sie,bei AD(H)S-Tests, wenn sie ein hohes intrinsisches Interesse am Test haben, die gleiche Leistung wie Nichtbetroffene erreichen können. Dies führt häufig zu falsch negativen Testergebnissen. Belohnungen, die hoch genug sind, um intrinsisches Interesse zu wecken, bewirken das selbe Ergebnis.
Mehr hierzu unter AD(H)S-Betroffene bei entsprechendem Interesse in Tests so gut wie Nichtbetroffene

Nur wenige Stellen der Fachliteratur gehen auf die Veränderung der Aufmerksamkeit bei AD(H)S in Richtung einer intrinsischen Wahrnehmungsverzerrung ein. Brown benennt dies für AD(H)S(2). Angst und Depression unterliegen einer ähnlichen Wahrnehmungsverzerrung in Richtung der beunruhigenden / beängstigenden Themen.(3)(4)

2. Motivation bei AD(H)S: intrinsisch, nicht extrinsisch

Wie die Aufmerksamkeit ist auch die Motivation bei AD(H)S nicht an sich gestört, sondern unterliegt einem anderen Regulationsmodus / Steuerungsprofil. Die Motivation wird ebenso stärker durch intrinsisch wichtige Interessen aktiviert als durch extrinsisch an den Betroffenen herangetragene Wünsche.

In der Folge ist die Motivation hoch für Dinge, die intrinsisch interessant sind und niedrig, wenn nichts intrinsisch interessant ist.

3. Regulationspaare intrinsischer / extrinsischer Motivation bei AD(H)S

2.1. Taskwechselprobleme und Ablenkbarkeit bei AD(H)S

Wird etwas intrinsisch interessantes getan, entstehen Taskwechselprobleme. Die Aufmerksamkeit wird vollständig absorbiert und ein Wechsel der Aufmerksamkeit auf andere Dinge ist erschwert. Dies ist der so genannte Hyperfokus.
Ist die aktuelle Tätigkeit nicht intrinsisch interessant, ist dagegen die Ablenkbarkeit erhöht. Die Aufmerksamkeit ist dann wenige fokussiert und richtet sich leicht auf neue Reize aus.

2.2. Ungeduld und Prokrastination bei AD(H)S

Intrinsisch interessantes muss jetzt sofort passieren – Ungeduld, nicht warten können sind typische Folgen davon.
Extrinsisch angefordertes, das nicht intrinsisch interessant ist, wird dagegen prokrastiniert: das Öffnen von unerfreulicher Post (anders als der ersehnte Berief des geliebten Menschen), die Steuererklärung oder das Müll heruntertragen.

Dieses Muster besteht bei den meisten Menschen in einem gewissen Maße. Bei AD(H)S ist es indes drastisch erhöht und führt zu dysfunktionalen Ergebnisse.