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Ergebnisse für "adhs diagnose"
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Geeignete Medikamente bei ADHS
Imipramin bei ADHS
Handelsnamen von Imipramin: Tofranil, auch als Generikum erhältlich
Imipramin ist das älteste trizyklische Antidepressivum und wird seit den 1940er-Jahren eingesetzt.
Unter den Trizyklischen Antidepressiva wird Desipramin eine bessere Wirkung bei ADHS zugeschrieben als Imipramin, Nortriptylin und Amitriptylin
Wirkstoff: Imipramin, wird im Körper zu Desipramin umgewandelt
Dosierung bei ADHS:
5 bis 10 mg/Tag
10 bis 50 mg / Tag, aufgeteilt auf 2 Dosen / Tag
4 x 10 mg/Tag bis insgesamt max. 150 mg / Tag
(Dosierungsanweisungen des behandelnden Arztes sind allein maßgeblich!)
Imipramin wirkt
serotonerg
als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, wobei diese Wirkung überwiegt
noradrenerg
als Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (recht stark)
Diesen Effekt…
Neurologische Aspekte / Neurophysiologische Korrelate von ADHS-Symptomen
Antriebsprobleme bei ADHS - Neurophysiologische Korrelate
Antrieb ist die Fähigkeit und den Willen zur zielgerichteten Aktivität. Antriebsstörungen können sich als Hemmung (z.B. Depression) oder unruhiger Getriebenheit (z.B. ADHS) zeigen.
Motivation ist demgegenüber ein aktueller Prozess, der durch die Anregung eines Motivs ausgelöst wird. Ein Motiv ist eine überdauernde Eigenschaft einer Person. Motivation ist somit ein Zustand einer Person zu einem bestimmten Zeitpunkt, d.h. in einer bestimmten Situation.
Antriebsprobleme sind neurologisch vornehmlich mit dem Striatum, dem Verstärkungszentrum des Gehirns, verbunden.
Diagnostik
Komorbidität bei ADHS
…Ursachen von ADHS.
Psychische Störungen sind sehr häufig. Fachleute gehen von einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 66 % für psychische Störungen aus. Das bedeutet, dass 2/3 aller Menschen einmal im Leben an einer psychischen Störung leiden, wobei viele lediglich deshalb nicht entdeckt werden, weil die Betroffenen sich nicht behandeln lassen.
Viele der für Kinder und für Erwachsene als Komorbiditäten aufgeführten Störungen entstehen genauso wie ADHS
rein genetisch (häufig)
durch Umweltbelastungen allein (recht selten)
durch ein Zusammenwirken von Genen + Umwelt (häufig)
ADHS geht häufig mit komorbiden Störungen einher. Komorbiditäten sind bei ADHS eher die Regel als die Ausnahme.
Bei ADHS sind…
Behandlung: Leitfaden und Effektstärke
Effektstärke verschiedener ADHS-Behandlungsformen
4. Wirksamkeitsdauer der Behandlungsformen
…Lern- und Aufnahmefähigkeit durch ADHS selbst massiv herabgesetzt ist. Da ADHS-Medikamente die beeinträchtigte Neuroplastizität bei ADHS verbessern und damit oft genug überhaupt erst eine Lernfähigkeit herstellen, ist unseres Erachtens eine vorausgehende medikamentöse Einstellung für eine erfolgreiche Psychotherapie klar zu empfehlen.
Abgesehen davon macht eine Psychotherapie unseres Erachtens wenig Sinn, wenn der Patient gar nicht weiß, wie sich der Zustand anfühlt, den er durch die Therapie erreichen soll. Dieses Gefühl kann dem Betroffenen erst eine längere Zeit (ab 1 Jahr) einer sauber eingestellten Medikation vermitteln.
Dies gilt bei ADHS-Betroffenen ganz besonders, da bei ADHS die Motivation in Richtung einer…
…Tramadol, Kokain und Nikotin werden mittels derselben Transporterfamilie (Organischer Kationentransporter, OCT) durch die Blut-Hirn-Schranke transportiert. Da OCT einer Sättigungsgrenze unterliegen, könnte dieser gemeinsame Transportmechanismus den Memantin-Spiegel im Gehirn und damit dessen Wirkung beeinflussen.
Eine Betroffene berichtete uns, dass ihr die Gabe von Memantin gut gegen ihre ADHS-Symptome half.
Bei der SHR, dem meistuntersuchten ADHS-Modelltier, ist die Expression des Laktattransporters Monocarboxylat-Transporter 1 (MCT1) an der Blut-Hirn-Schranke im Hippocampus erhöht. Die Autoren hypothetisieren, dass Hyperaktivität aufgrund der durch Bewegung erhöhte Laktatproduktion in Skelettmuskeln eine Reaktion sein könnte, um eine verringerte Versorgung durch Astrozyten auszugleichen.
Neurologische Aspekte / Neurophysiologische Korrelate von ADHS-Symptomen
Aufmerksamkeitsprobleme bei ADHS - Neurophysiologische Korrelate
1. Automatische und gesteuerte Aufmerksamkeit
…insbesondere durch neuartige Reize (unbekannte oder unerwartete in einer bestimmten Umgebung) und Signalreize (in der Regel emotionale: bekannte und sogar erwartbare, aber für das Individuum kritische Reize, wie Nahrung, Paarungspartner oder Gefahr) ausgelöst. Die automatischen Aufmerksamkeitsmechanismen laufen unbewusst und reizgesteuert ab (Bottom-up) und scheinen in der Gehirnregion des ACC beheimatet zu sein.
Gelenkte Aufmerksamkeit (directed attention) wird Top-down gesteuert und ist mit Konzentration und Anstrengung bei schwierigen oder wenig interessanten Aufgaben verbunden (z.B. Steuererklärung, Badezimmer putzen, langweilige Hausaufgaben). Gesteuerte Aufmerksamkeit wird durch Exekutivfunktionen vermittelt, die nicht automatisch abgerufen, sondern kognitiv koordiniert werden. Exekutivfunktionen sind bei ADHS gestört.
Neurologische Aspekte / Neurophysiologische Korrelate von ADHS-Symptomen
Aufmerksamkeitsprobleme bei ADHS - Neurophysiologische Korrelate
3. Ablenkbarkeit aus PFC, Unaufmerksamkeit aus Langeweile aus Striatum?
…der ADHS-I-typischen Unteraktivierung des PFC, sind daher eher motivational charakterisiert, von Langeweile gekennzeichnet und sind neurophysiologisch stärker im Striatum verortet.
Wir vermuten, dass ADHS-HI und ADHS-C von einer dauerhaften leichten (im Sinne von: unterhalb der Spiegel, die eine Abschaltung des PFC verursachen würden) Stimulierung des PFC durch Dopamin und Noradrenalin geprägt sind, während ADHS-I und SCT von einer bei Stress sehr starken Stimulation durch Noradrenalin und Dopamin gekennzeichnet sind, die über die Alpha-1-Adrenozeptoren eine häufige Abschaltung des PFC bewirkt.
⇒ Abschnitt Neurophysiologische und endokrine Unterschiede zwischen ADHS-HI/ADHS-C und ADHS-I…
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Experimentelle Medikamente bei ADHS
Solriamfetol bei ADHS
…Daneben wirkt es in vernachlässigbarem Maße als Serotoninwiederaufnahmehemmer:
Dopamin IC50: 2.9 μM
Noradrenalin IC50: 4.4 μM
Serotonin IC50: > 100
Markenname: Sunosi®
Solriamfetol ist von der FDA als Medikament gegen Narkolepsie zugelassen.
Erste Studien haben die mögliche Wirkung von Solriamfetol auf ADHS untersucht.
Wirkung:
45 % erreichten starke oder sehr starke Verbesserung im CGI und mindestens 25 % Verbesserung im AISRS, gegenüber 6,9 % in der Placebogruppe
größere Verbesserung der AISRS-Gesamtwerte von Woche 3 bis Woche 6
signifikant häufigere Verbesserung des T-Scores im BRIEF-A Global Executive Composite um 0,5 Standardabweichungen
größere mittlere Veränderung des…
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Geeignete Medikamente bei ADHS
Buspiron bei ADHS
2. Anwendung von Buspiron
Generalisierte Angststörung (zugelassen).
Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigte, dass Buspiron zwar die Symptome von ADHS verringert, jedoch war Buspiron in der Wirkung Methylphenidat deutlich unterlegen. Eine andere randomisierte Doppelblindstudie (die allerdings fixe Medikamentendosen vorgab) fand ebenfalls bei Methylphenidat eine bessere Verringerung von Unaufmerksamkeit bei im übrigen gleichen Symptomverbesserungen und geringeren Nebenwirkungen bei Buspiron.
Verschiedene weitere Studien fanden ebenfalls Verbesserungen durch Buspiron bei ADHS oder ADHS mit koomorbidem oppositionellem Defizitverhalten.
Atomoxetin und Buspiron verringerten ADHS Symptome mit einer Effektstärke von 0,51 etwas besser als Atomoxetin mit 0,40 allein.
Buspiron könnte möglicherweise Gewöhnungseffekte bei einer langfristigen Methylphenidateinnahme begrenzen helfen.
Anmerkung: Die…
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Geeignete Medikamente bei ADHS
Protriptylin bei ADHS
…das weniger sedieren soll als andere TZAD. Es ist in den USA zur Behandlung von ADHS, sowie gegen Depression, Narkolepsie und Kopfschmerzen zugelassen. Es wirkt zudem angstlösend und unterstützend bei chronischen Schmerzen.
Unter den Trizyklischen Antidepressiva wird Desipramin eine bessere Wirkung bei ADHS zugeschrieben als Imipramin, Nortriptylin und Amitriptylin. Protriptylin soll dagegen keine Wirksamkeit gegen ADHS haben.
Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
bewirkt auch Dopaminerhöhung im PFC, da NET im PFC etwas mehr Dopamin wiederaufnehmen als Noradrenalin
erhöht Serotonin-Neurotransmission bei hoher Dosierung
kann kalziumabhängigen Zelltod verursachen
wirkt als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase).
Protriptylin zeigt erste klinische Wirkungen bereits innerhalb der…
Diagnostik / Komorbidität bei ADHS
Somatische Komorbiditäten bei ADHS
27. Psychogene und funktionelle Atemstörungen (PFBD)
Eine Untersuchung fand unter von PBFD betroffenen Kindern bei 17,3 % ADHS, bei 15,4 % Tic-Störungen, bei 15,4 % spezifische Phobien, bei 11,5 % eine somatische Symptomstörung und 51,9 % zeigten klinische Merkmale von Tic-Störungen.
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Medikamente zu ADHS in Entwicklung
Edivoxetin bei ADHS
Edivoxetin (LY2216684) ist ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer.
Eine 8-wöchigen Doppelblindstudie mit fester Dosierung an n = 340 Kindern von 6 bis 17 Jahren zeigte bei 0,2 mg/kg/Tag (Effektstärke: 0,51) und 0,3 mg/kg/Tag (Effektstärke: 0,54) eine statistisch signifikante Verbesserung des mittleren ADHS-RS-Gesamtscores im Vergleich zu Placebo. OROS-MPH erreichte 0,69.
Edivoxetin 0,3 mg/kg/Tag verbesserte zudem den Conners-CBRS-Score für oppositionelles Trotzverhalten und generalisierte Angstsymptome.
Als Nebenwirkungen fanden sich:
Übelkeit
verminderter Appetit
Sedierung, Schläfrigkeit
Reizbarkeit
Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks
Anstieg der Herzfrequenz
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Geeignete Medikamente bei ADHS
Deanol bei ADHS
Vor einigen Jahrzehnten wurde Deanol als ADHS-Medikament verwendet. Empfohlen war eine tägliche Gabe von 300 mg morgens in den ersten drei Wochen (= bis zum Wirkungsbeginn) und danach eine Erhaltungsgabe von 100 bis 300 mg täglich.
Wir bewerten die nachfolgend zusammengetragenen Ergebnisse als nicht sonderlich beeindruckend, jedoch gerade in Bezug auf Hyperaktivität auch nicht als völlig von der Hand zu weisen.
Unserer Auffassung nach könnte Deanol trotz der relativ geringen Effektstärke (im Vergleich zu AMP und MPH), aufgrund seines geringen Nebenwirkungsrisikos (was sich bei höheren und damit wirksameren Dosen allerdings relativieren dürfte) zumindest
bei Wirkungslosigkeit von MPH, AMP, ATX…
Behandlung: Medikamente bei ADHS / Behandlung: Medikamente bei ADHS - Übersicht / Geeignete Medikamente bei ADHS
Deanol bei ADHS
1. Präparate
…Als maximale Tagesdosis für Erwachsene werden 240 mg empfohlen.
Daneben sind Kombinationspräparate mit Deanol erhältlich (Schweiz: Pharmaton Vital Geriavit; Deutschland: Vita Gerin; dessen Beipackzettel gibt dies jedoch nicht wieder, sondern spricht von Cholintartrat). Diese enthalten jedoch mit 40 mg deutlich weniger als die früher für ADHS getesteten Tagesdosen Deanol. Aufgrund der anderen Bestandteile ist von einer Einnahme von mehreren Dosen der Kombinationspräparate dringend abzuraten.
Centrophenoxin (Meclofenoxat)
Centrophenoxin (Meclofenoxat; der p-Colorphenoxyessigsäureester des Deanols; f-Dimethylaminoethyl-#-Chlorphenoxyacetat-Hydrochlorid) ist ein Stimulanz und verbotenes Dopingmittel, das zu Deanol und Deanol-N-Oxid abgebaut wird. Es ist ein nicht mehr zugelassenes Medikament zur…
Diagnostik / Komorbidität bei ADHS
Psychiatrische Komorbiditäten bei ADHS
4. Aggressives Verhalten - über 50 %
Etwas mehr als 50 %
Aggressives Verhalten ist kein originäres Symptom von ADHS-HI. Aggressivität kann ein Ausdruck von Stress sein, doch nicht jeder Mensch reagiert auf Stress mit Aggressivität, auch nicht jeder, der Stress eher externalisiert.
Für eine reine Komorbidität spricht unter anderem, dass ADHS-unspezifische Medikamente wie Risperidon lediglich Aggressivität, nicht aber ADHS-Symptome verringern, während MPH (Methylphenidat) die Symptome von ADHS und ODD gleichermaßen lindern kann.
Siehe auch ⇒ Neurophysiologische Korrelate von Aggression