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1. Gene als genetische Kandidaten bei AD(H)S

1. Gene als genetische Kandidaten bei AD(H)S

Dieser Beitrag befindet sich im Umbau: Wir versuchen, die Genkandidaten nach Wirkungsbereich zu gliedern. Nach Fertigstellung entfernen wir diesen Hinweis wieder.

Eine Untersuchung fand 560 Gene und 6 miRNA, die bei AD(H)S eine von Nichtbetroffenen abweichende Expression aufwiesen.1 Veränderungen der Genexpression bewirken eine abweichende Aktivität des Gens und damit der von diesem vermittelten Wirkungen (z.B. Aktivität eines Rezeptors, Transporters, Proteins). Andere Untersuchungen fanden viele weitere in Betracht kommende Gene, sodass derzeit von einer vierstelligen Anzahl an Kandidatengenen auszugehen ist.
Eine interessante Studie an 1033 AD(H)S-Betroffenen gegen 950 Nichtbetroffene kam zu einem Ergebnis, das diagnostisch relevante Werte von Genauigkeit (0,9018), AUC (0,9570), Sensitivität (0,8980) und Spezifität (0,9055) erreichte, indem der kombinierte Effekt von mehreren Varianten mit unbedeutenden P-Werten berücksichtigt und mittels DeepLearning (“KI”) analysiert wurde. Die Studie fand 96 Kandidatengene, von denen bislang lediglich 14 Gene in früheren Studien im Zusammenhang mit AD(H)S berichtet worden waren.2

Die chinesische ADHDgene Datenbank listet für AD(H)S relevante Gene auf.3 Sie scheint jedoch seit 2014 nicht mehr aktualisiert worden zu sein.

Manche der nachfolgend aufgeführten Gene bewirken bei einem Gendefekt seltene (orphane) Krankheiten. Das SYNE1-Gen beispielsweise (eines der 560 Gene aus der Studie von Nuzziello et al) löst bei 20 von 100.000 Menschen die SYNE1-Ataxie aus, hat also eine Prävalenz von 0,02 %.4 Folgendes Gedankenspiel soll einen Eindruck vom Beitrag einzelner Gene zu AD(H)S vermitteln: Würden alle der 560 Gene, die als Kandidatengene für AD(H)S genannt wurden, eine derart seltene orphane Störung auslösen (die jeweils mit AD(H)S-Symptomen verbunden wäre), und träte jede Genveränderung nur allein auf, ergäbe sich in der Summe dieser 560 Gene eine Prävalenz von 11,2 %, was der Prävalenz von AD(H)S entspräche oder sie überträfe.

Nachfolgend benennen wir etliche die Kandidatengene, die zur Entstehung von AD(H)S beitragen können. Die Links der mit AD(H)S assoziierten Gene verweisen auf die OMIM-Gendatenbank.

Gendatenbanken:

1. Gene, die in die Entstehung von AD(H)S involviert sein könnten (Kandidatengene)

Dopamin

Dopaminsynthese

1.8. Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase, AADC, DOPA-Dercaboxylase-Gen, DDC (Chromosom 9q34.2)

OMIM: DOPA-Dercaboxylase-Gen, DDC

DDC ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Das DDC-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,039 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Bei Kindern mit Hyperaktivität (nicht aber bei Erwachsenen) fand eine Studie eine verringerte striatale und präfrontale Dopa-Decarboxylaseaktivität.7

1.9. Tyrosinhydroxylase-Gen (Chromosom 11p15.5)

Tyrosinhydroxylase ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Dopaminspeicherung und -freisetzung

1.28. 25-kD-synaptosomal assoziiertes Protein-Gen / SYNAPTOSOMAL-ASSOCIATED PROTEIN, 25-KD; SNAP25 (Chromosom 20p12.3; T1065G)

Das SNARE-Protein SNAP-25 vermittelt - zusammen mit Syntaxin-1 und Synaptobrevin - in Neuronen die Freisetzung von Neurotransmittern aus synaptischen Vesikeln.

OMIM: 25-kD-synaptosomal assoziiertes Protein-Gen / SYNAPTOSOMAL-ASSOCIATED PROTEIN, 25-KD; SNAP25

SNAP25 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.58

Das SNAP25-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,035 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Dopaminwirkung

1.1. Dopaminrezeptor D1-Gen, DRD1 (Chromosom 5q35.2)

OMIM: Dopaminrezeptor D1-Gen, DRD1

DRD1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Der DRD1-Rezeptor ist eng verwandt zum DRD5-Rezeptor, findet sich jedoch in anderen Hirnregionen, nämlich im Striatum, Nucleus accumbens, Tuberculum olfactorium und im frontalen Cortex – mithin in den Gehirnregionen, in denen sich kaum DRD1-Rezeptoren finden.9

Aktivierende Wirkung von D1- und D5-Rezeptoren

Die Dopamin D1- und D5-Rezeptoren haben eine aktivierende Wirkung, die D2- bis D4-Rezeptoren vermitteln inhibierende Wirkungen. Bei D1- und D5-Rezeptoren wird das intrazelluläre Signal über ein stimulatorisches G-Protein vermittelt, das die Adenylatzyklase aktiviert. Dies verstärkt die Umwandung ATP in cAMP. cAMP aktiviert weitere Proteine.
Die Kaskade aktivierter Proteine verstärkt das am Rezeptor eingegangene Signal.

1.2. Dopaminrezeptor D2-Gen, DRD2 (Chromosom 11q23.1; TAQ1A, rs1800497)

OMIM: Dopaminrezeptor D2-Gen, DRD2
DRD2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Das A-Allel wurde in mehreren Studien mit einer niedrigeren Rezeptordichte im Striatum assoziiert. Dies bedeutet, dass vorhandenes Dopamin in geringerem Masse aufgenommen werden kann, was dieselbe Wirkung hat wie ein verringerter Dopaminspiegel.10
Das DRD2-A1-Allel soll mit Impulsivität, Zwanghaftigkeit und Sucht korrelieren.11

Eine Studie fand eine signifikant erhöhte AD(H)S- und ASS-Risiko-Überlappung in Korrelation mit dem DRD2-12 (rs7131465) Genpolymorphismus.12

1.3. Dopaminrezeptor D3-Gen, DRD3 (Chromosom 3q13.31)

OMIM: Dopaminrezeptor D3-Gen, DRD3
DRD3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Bei Mäusen wurde eine Wirkung des D3-Rezeptors auf erhöhte motorische Aktivität (Hyperaktivität) und Aufzuchtverhalten (“rearing behaviour”) festgestellt. Eine Bindung des D3-Rezeptors vermeidet Suchtverhalten (Craving).

1.4. Dopaminrezeptor D4-Gen, DRD4 (Chromosom 11p15.5 Exon III, VTNR) (x)

OMIM: Dopaminrezeptor D4-Gen, DRD4

DRD4 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.138514
DRD4 wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,055 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6
Die DRD4-7R – Variante erhöht das Risiko für AD(H)S um 50 % (Odds-Rate 1,5).15
Das 7-repeat-Allel kodiert den Dopaminrezeptor D4 so, dass dieser die 3-fache Dopaminmenge benötigt, um zu reagieren. 1617 Dies wirkt wie ein scheinbar verringerter Dopaminspiegel im Striatum, was mit Motivationsproblemen und Impulsivität korreliert18
Mit anderen Worten: DRD4-7R bewirkt eine verringerte postsynaptische Inhibition.1920
Ein neuerer Bericht deutet an, dass DRD4-7R nicht einfach unempfindlicher gegen Dopamin sei, sondern eher mit anderen Dopaminrezeptoren interagiert. Zudem soll DRD4, wie alle D2-Typ Rezeptoren (D2, D3 und D4) auch auf Noradrenalin als Agonist reagieren.21

Hemmende Wirkung von D2- bis D4-Rezeptoren

Die Dopamin D2- bis D4-Rezeptoren vermitteln inhibierende Wirkungen, die D1- und D5-Rezeptoren aktivierende Wirkung. Bei D2- bis D4-Rezeptoren wird das intrazelluläre Signal über ein hemmendes G-Protein vermittelt, das die Adenylatcyclase hemmt. Dies verringert die cAMP-Synthese und hemmt dadurch den nachfolgenden Signalweg gehemmt. Daneben werden durch D2- bis D4-Rezeptoren Kalium-Kanäle aktiviert, was das Ruhepotential von Nervenzellen stabilisiert und dadurch eine Erregung einer Nervenzelle weniger wahrscheinlich macht.

DRD4-7R erhöht im Ergebnis die Reaktivität des ventralen Striatums.
DRD4-7R bewirkt also nicht per se einen niedrigeren Dopaminspiegel im Striatum, sondern verringert die Hemmung des Striatums, indem es erst auf höhere Dopaminspiegel hemmend reagiert.
Erstaunlicherweise hat DRD4-7R allerdings zusätzlich eine hemmende Wirkung auf einen durch Methamphetamin ausgelösten Anstieg von Dopamin und Glutamat im Striatum. Ein durch Methamphetamin ausgelöster Dopamin- und Glutamat-Anstieg war in Mäusen mit dem DRD4-7R-Gen verringert.22 Bei Kokain zeigte sich dagegen kein verringerter Dopamin- oder Glutamat-Anstieg bei DRD4-7R. Der Dopaminanstieg auf Kokain war bei allen DRD4-Varianten deutlich, der Glutamat-Anstieg eher gering.
Striatales Glutamat regt den Dopaminanstieg im Striatum an.22
Adenosin moduliert die striatale DA-Freisetzung, indem es an Adenosinrezeptoren im Striatum die Glutamatfreisetzung anregt, was den Dopaminspiegel erhöht.23
DRD4-7R bewirkt eine verminderte Funktion und Konnektivität von Hirnregionen, die an der hemmenden Kontrolle während der Ausführung von Impulskontrollaufgaben beteiligt sind, insbesondere der rechten unteren frontalen Gyrusrinde.222425
Eine abgeflachte kortikostriatale Neurotransmission beeinträchtigt die GABAerge Aktivität des Striatum bei “Go” und “NoGo”-Aufgaben und verringert die Fähigkeit, die Reaktivität auf belohnungsbezogene Reize zu erhöhen und auf nichtbelohnungsbezogene oder aversive Reize zu unterdrücken.26
Dies erhöht das “Interesse” an irrelevanten Reizen und verringert die Hemmung irrelevanter Reaktionen, wie es sich in der Ablenkbarkeit und Handlungs- und Entscheidungsimpulsivität bei AD(H)S zeigt.22 Dies widerspricht den Darstellungen, wonach DRD4-7R mit dem ADHS-I-Subtyp assoziiert sein soll.

DRD4-7R und ADHS-I-Subtyp?

Es wurde vorgetragen, dass DRD4-7R dem ADHS-I-Subtyp assoziiert sei.27 Nach unserem Verständnis widerspricht dem die empirische Darstellung von Eisenberg28 am Volk der Ariaal dem deutlich.
Nach mehreren Berichten29 soll DRD4-7R nur bei AD(H)S mit Störung des Sozialverhaltens (Conduct disorder, CD), nicht aber bei AD(H)S ohne Störung des Sozialverhaltens involviert sein.
Dies widerspricht der Darstellung einer Assoziation mit ADHS-I, da ADHS-I stark internalisierend charakterisiert ist, während CD stark externalisierend reagiert.
Wir halten indes auch diese Assoziation für fragwürdig. Friedmann berichtet weiter von Untersuchungen von Eisenberg an dem kenyanischen Volk der Ariaal. Die Ariaal haben getrennte Stämme von Sesshaften und Jägern. Untersuchungen zeigten, dass Jäger, die einen geringer ansprechbaren Dopamin D4-Rezeptor (Genvariante DRD4-7R) hatten, im Vergleich zu den anderen Jägern überdurchschnittlich gut ernährt waren, während innerhalb der Sesshaften diejenigen mit DRD4-7R unterdurchschnittlich ernährt waren.28 Weiter hatten mehr Jäger die DRD4-7R – Genveränderung als Sammler.30
Dies stärkt die Hunter/Farmer-These,31 wenn man sie so liest, dass ein Individuum sich dann optimal entwickelt, wenn es eine Umgebung und Aufgaben hat, die für die eigene genetische Ausstattung optimal sind. Nach dieser Darstellung müsste DRD4-7R mit ADHS-HI korrelieren. Diamond27 sieht dagegen DRD4-7R als Hinweis auf ADHS-I (ADD).

Wenn DRD4-7R mit dem ADHS-I-Subtyp assoziiert wäre, wären die Ergebnisse von Eisenberg unschlüssig, weil dann auch die Farmer (Sammler) eine gleich hohe Anzahl von DRD4-7R-Mutationen haben müssten.
Eisenberg untersuchte 87 Ariaal eines Stammes, die sich kürzlich niedergelassen hatten, und 65 Ariaal eines Stammes, der noch als Nomaden lebte. Die Tatsache, dass ein Stamm, der schon immer als Nomaden lebte, verglichen wird mit einem Stamm, der sich kürzlich niedergelassen hat, verzerrt das Testsetting enorm. Ein Stamm, der erst vor kurzem seine Lebensweise grundlegend geändert hat, kann innerhalb dieser Lebensweise nicht so erfolgreich sein, wie ein Stamm, der seine Lebensweise seit jeher beibehalten hat. Dass Mitglieder desjenigen Stammes, der kürzlich seine Lebensweise grundlegend verändert hat, schlechter ernährt sein werden, als Mitglieder des Stammes, der seine Lebensweise seit jeher so beibehalten hat, ist zu erwarten oder hängt zumindest von sehr vielen Faktoren ab, die nichts mit der Genausstattung zu tun haben. Daher ist die Aussage, dass diejenigen Mitglieder (mit der DRD4-7R-Genvariante) des Stammes, die sich kürzlich niedergelassen haben, schlechter ernährt waren als Mitglieder (mit der DRD4-7R-Genvariante) des Stammes, der seit jeher als Nomaden lebt, keine belastbare Aussage darüber, dass dies aufgrund der Genvariante erfolgt.
Zudem unterschied sich die Häufigkeit der DRD4-7R-Mutation nicht zwischen den beiden Stämmen – sie betrug jeweils knapp 20 %, was der ganz normalen Verteilung bei Menschen entspricht.

Wir gehen davon aus, dass DRD4-7R mit einer erhöhten Impulsivität verknüpft ist, was für den ADHS-HI-Subtyp typischer ist.
DRD4-7R ist assoziiert mit Novelty Seeking.32 Novelty Seeking korreliert mit hoher Impulsivität.

Eine Kohortenstudie fand, dass DRD4-7R ganz allgemein mit hohen Werten von Hyperaktivität/Impulsivität korrelierte.33

DRD4-7R bewirkt eine geringere Ausbildung von Gyri und Sulci (Gyrifizierung) im PFC von AD(H)S-Betroffenen.34

DRD4-7R ist erst rund 40.000 bis 50.000 Jahre alt und hat sich seither weit schneller verbreitet, als eine zufällige Genweitergabe erwarten ließe. Dies deutet darauf hin, dass DRD4-7R ein extrem erfolgreiches Gen ist.2035

DRD4-4R und DRD4-7R scheinen die Funktionalität der D2-short-Rezeptorvariante stark und unterschiedlich zu beeinflussen.36

Eine Übersichtsarbeit zur epigenetischen Verursachung von AD(H)S weist auf die Relevanz von DRD4 hin.37

1.5. Dopaminrezeptor D5-Gen, DRD5 (Chromosom 4p16.1-p15.3; CARepeat,­ 148 bp)

OMIM: Dopaminrezeptor D5-Gen, DRD5

DRD5 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.85

Der DRD5-Rezeptor ist eng verwandt zum DRD1-Rezeptor, findet sich jedoch in anderen (vornehmlich limbischen) Hirnregionen, nämlich im Hippocampus, mamillary nuclei, anterior pretectal nuclei, und allen Gehirnregionen, in denen sich kaum DRD1-Rezeptoren finden.9
Das DRD5 ist im Gehirn weit verbreitet und ist signifikant affiner für Dopamin als der D1-Rezeptor. Mit AD(H)S wird die DRD5-148-bp-Allel in 18,5 kb am Ende der 5′-Flanke assoziiert.38
DRD5 scheint den Hypothalamus und Teile der motorischen Kontrolle zu moderieren.39

Dopaminabbau

Dopaminwiederaufnahme

1.6. SLC6A3 (DAT1) SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, DOPAMINE), MEMBER 3; (Dopamintransporter-Gen) (Chromosom 5p15.3; 10-R-Allel, VNTR)

OMIM: SLC6A3 (DAT1) SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, DOPAMINE), MEMBER 3;

Der Dopamintransporter (DAT), der die Hauptrolle bei der Dopaminwiederaufnahme spielt, ist vor allem im Striatum anzutreffen40 und dort wesentlich häufiger als im PFC.

Das DAT-Gen wird häufig als AD(H)S-Kandidatengen genannt.138514 Das DAT1-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,005 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6
Eine bestimmte DAT1-Variante soll vornehmlich mit dem ADHS-HI-Subtyp assoziiert sein.27 Die Bindung des DAT, der vom DAT1-Gen massgeblich bestimmt wird, sei mit motorischer Hyperaktivität verknüpft, nicht aber mit Unaufmerksamkeit.13 Beim Subtyp ADHS-HI (mit Hyperaktivität) sei vorrangig das Striatum betroffen. Der Nucleus caudatus sei auffällig verkleinert.41
Eine bestimmte DAT1-Genvariante bewirkt eine übergroße Anzahl an Dopamintransportern. Eine zu hohe Zahl an Dopamintransportern bewirkt, dass das präsynaptisch (vom sendenden Neuron) ausgeschüttete Dopamin von den überzähligen DAT wie ein Staubsauger bereits wieder von der Präsynapse (dem sendenden Neuron) aufgenommen wird, bevor es postsynaptisch (vom empfangenden Neuron) aufgenommen werden konnte. Die korrekt ausgeschüttete Menge an Dopamin kommt deshalb nicht an den postsynaptischen Dopaminrezeptoren an, weshalb diese nicht die erforderliche Menge an Entscheidungsinformationen erhalten (die erst ausgelöst würde, wenn eine ausreichende Anzahl der Rezeptoren Dopamin empfangen hätten).2842
Die betreffenden Polymorphismen des DAT-Gens treten in Familien von AD(H)S-Betroffenen (n = 329) signifikant häufiger auf. Dabei sei eine Kombination von 3 bestimmten Polymorphismen mit einer 2,5-fachen Häufigkeit von AD(H)S verknüpft.43
Bestimmte DAT1-Varianten bewirken eine Disposition für geringeres Geburtsgewicht und AD(H)S-Anfälligkeit.44
Die DAT Val559 soll – anders als die DAT Ala559 Variante – mit einer erhöhten Dopamintransportleistung verbunden sein, was bei AD(H)S, Autismus und Bipolarer Störung relevant sein könne.45
Der DAT1 rs27048 (C)rs429699 (T) Haplotyp wurde in einer Studie mit einer veränderten funktionellen Konnektivität des linken dorsalen Nucleus caudatus bei visueller Gedächtnisleistung von Jugendlichen mit AD(H)S in Verbindung gebracht.46

1.18. Noradrenalin-Transportergen, SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, NORADRENALINE), MEMBER 2; SLC6A2, NET (Chromosom 16q12.2)

OMIM: Noradrenalin-Transportergen, SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, NORADRENALINE), MEMBER 2; SLC6A2, NET

SLC6A2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.547

Das NET-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,012 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Kinder mit AD(H)S mit dem Haplotyp SLC6A2 rs36011 (T) / rs1566652 (G) zeigten Auffälligkeiten der intrinsischen Gehirnaktivität des sensomotorischen und des dorsalen Aufmerksamkeitsnetzwerks, die mit Beeinträchtigungen des visuellen Gedächtnisses und der visuellen Aufmerksamkeit korrelierten.48

NET1-rs3785143 soll bei AD(H)S mit einer erhöhten emptionalen Labilität verbunden sein.49

Dopaminmetabolisierung

1.10. Monoaminoxydase-A-Gen, MAOA (Chromosom Xp11.3) (x)

OMIM: Monoaminoxydase-A-Gen, MAOA

MAO-A ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Das MAO-A-Gen steuert die Bildung des Enzyms Monoaminooxydase-A. Das MAO-A-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,02 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6
Eine bestimmte Variante des MAO-A-Gens verdoppelt das Risiko für Aggression und antisoziales Verhalten, wenn die Betroffenen in ihrer Kindheit selbst Gewalt (oder sagen wir allgemeiner: intensivem Stress) ausgesetzt waren. Es tritt häufiger bei Jungen auf, da Männer – anders als Frauen – keine zweite Kopie diesen Gens besitzen, das den Defekt abmildern könnte.
Diese MAO-A-Genvariante wird auch mit AD(H)S in Verbindung gebracht. Wir halten dies jedoch für eine Komorbidität, die zwar häufig zusammen mit ADHS-HI (nicht mit ADHS-I) auftritt, und nicht für einen Teil von AD(H)S. So auch Steinhausen hinsichtlich Störungen des Sozialverhaltens,50 was die häufigste Komorbidität sei. Allerdings beschreibt Steinhausen die Komorbidität der Störungen des Sozialverhaltens als Subtyp von AD(H)S, was wir aufgrund der Abgrenzbarkeit der übrigen genetischen Grundlage nicht teilen. Für eine reine Komorbidität und gegen einen ADHS-HI-Subtyp spricht weiter, dass Medikamente gegen Aggressionsstörungen und antisoziales Verhalten typischerweise Dopamin D2-Rezeptor-Antagonisten sind (antipsychotische Medikamente), die die Wirkung der Dopaminaufnahme am postsynaptischen Neuron am (inhibierenden*) D2-Rezeptor verringern, während bei AD(H)S eher eine zu geringe Rezeptoraffinität angenommen wird (siehe oben).

1.11. Monoaminoxydase-B-Gen (Chromosom Xp11.4-p11.3)

MAO-B ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

Im Gegensatz zu MAO-A-Hemmern erwiesen sich MAO-B-Hemmer bei AD(H)S als unwirksam.51

1.12. Catechol-O-Methyltransferase; COMT (Chromosom 22q11.21)

OMIM: Catechol-O-Methyltransferase; COMT

COMT ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

1.12.1. COMT Val158Val

Die COMT Genvariante Val158Val bewirkt einen verstärkten Abbau von Dopamin und Noradrenalin und führt damit zu einem Dopaminmangel im PFC, der jedoch wiederum eine erhöhte dopaminerge Aktivität im mesolimbischen System bewirken kann.52535455.56

1.12.2. COMT Met158Met

Der COMT Met158 Met-Variante korreliert mit antisozialem Verhalten bei AD(H)S.57

Dies könnte erklären, warum diese Genvariante bei AD(H)S nur bei komorbid auftretendem antisozialen Verhalten, unserer Kenntnis nach jedoch bislang nicht aber bei AD(H)S im allgemeinen beobachtet wird. Daneben ist diese Genvariante mit Borderline und (über die erhöhte dopaminerge Aktivität des mesolimbischen Systems) den Positivsymptomen von Schizophrenie assoziiert.
Diese Genvariante beeinträchtigt unmittelbar das Arbeitsgedächtnis, das wiederum mittelbar die Verzögerungsaversion und unmittelbar die Exekutivfunktionen und die Aufmerksamkeitssteuerung, sowie mit letzterer gemeinsam die Verarbeitung akustischer Reize, die Voraussetzung für Sprachverarbeitung sind, steuert. Zur Frage, ob diese COMT-Genvariante mit AD(H)S korreliert, gibt es mehr widersprechende als bestätigende Studien, die allerdings nicht das Arbeitsgedächtnis mit berücksichtigten.58
Diese Genvariante ist weiter bei antisozialer Verhaltensstörung im Zusammenhang mit AD(H)S relevant, nicht jedoch bei AD(H)S ohne antisoziale Verhaltensstörung.53 Nach unserem Verständnis ist eine antisoziale Verhaltensstörung jedoch eine komorbide Störung und kein Teil von AD(H)S.

1.12.3. COMT Val108/158 Met

Der COMT Val108/158 Met Polymorphismus verringert die Aktivität des Enzyms beim Abbau von Dopamin auf ein Viertel. Diese Variante korreliert mit einer fokussierteren und effizienteren cerebrovaskularen Antwort bei Arbeitsgedächtnisaufgaben. 59
Diese Variante ist nicht mit AD(H)S assoziiert, bei dem der Dopaminspiegel zu niedrig ist, sondern mit Schizophrenie, bei der der Dopaminspiegel im synaptischen Spalt erhöht ist.

1.279. STS, STEROID SULFATASE

Steroid Sulfatase bewirkt den Abbau von Dopamin durch Sulfatierung. Mehr hierzu unter Sulfatierung durch Sulfotransferasen im Beitrag Dopaminabbau.

Das STS-Gen ist ein AD(H)S-Genkandidat.6061

Dopaminregulierung

1.31. Calcyon (CALY)-Gen / DOPAMINE RECEPTOR D1-INTERACTING PROTEIN; DRD1IP-Gen (Chromosom 10q26) (x)

Calcylon ist an der Regulation des D1-Rezeptors beteiligt.62

OMIM: Calcyon (CALY)-Gen / DOPAMINE RECEPTOR D1-INTERACTING PROTEIN; DRD1IP-Gen

CALY / DRD1IP ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

1.64. POTASSIUM CHANNEL, VOLTAGE-GATED, SHAW-RELATED SUBFAMILY, MEMBER 1; KCNC1 (Chromosom 11p15.1)

Das KCNC1-Protein ist Mitglied einer Familie von integralen Membranproteinen, die die spannungsabhängige Permeabilität von Kaliumionen in erregbaren Membranen vermitteln. KCNC1 beeinflusst die Dopamin-DARPP32-Rückkopplung auf den cAMP-Weg.63
Alternatives Spleißen scheint zu zwei Isoformen mit unterschiedlichen C-Termini zu führen.
Mit KCNC1 assoziierte Krankheiten sind Epilepsie, Progressive Myoklonische 7 und Spinozerebelläre Ataxie 13.

OMIM: POTASSIUM CHANNEL, VOLTAGE-GATED, SHAW-RELATED SUBFAMILY, MEMBER 1

  • SNP: rs3893215 Position: 7721406; In intron of KCNC164
    p: 2.56E−05

1.78. MTHFR (5,10-METHYLENETETRAHYDROFOLAT REDUKTASE)

Das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) reduziert 5,10-Methylen-FH4 mithilfe von NAD(P)H zu 5-Methyl-FH4. Da so das Methylierungsmittel 5-Methyl-FH4 entsteht, ist MTHFR bei vielen Stoffwechselwegen unentbehrlich, unter anderem beim Abbau des schädlichen Homocystein zu Methionin, und bei der bakteriellen Methanbildung.
Der Mensch exprimiert MTHFR in vielen Gewebetypen, von wo aus das Protein ins Blut abgegeben wird. Varianten und Mutationen des MTHFR-Gens können zu verringerter, seltener auch zu erhöhter MTHFR-Synthese und -Wirksamkeit führen. MTHFR-Mangel kann

  • bei Schwangeren Ursache für Neuralrohrfehlbildungen wie Spina bifida beim Neugeborenen sein
  • Homocystinurie auslösen
  • Schlaganfallrisiko erhöhen
  • Darmkrebsrisiko erhöhen.

Homocystein verringert den Dopaminspiegel im Striatum.65

OMIM: MTHFR (5,10-METHYLENETETRAHYDROFOLATE REDUCTASE)

Der 1298A > C Polymorphismus des MTHFR-Gens wurde mit einem erhöhten Risiko von AD(H)S in Verbindung gebracht, nicht aber der MTHFR 677 C > T Polymorphismus.66

Der MTHFR 1298A > C Polymorphismus wird mit einem erhöhten Homocysteinwert in Verbindung gebracht, wohl aufgrund eines verringerten Abbaus von Homocystein durch diesen Polymorphismus.67

AD(H)S korreliert mit erhöhten Homocysteinwerten (und verringerten Vitamin B12-Werten).6869
B12-Mangel kann die Homopcysteinwerte erhöhen.70

1.81. ARTN, Artemin; 1p34.1

ARTN (Artemin, Enovin, Neublastin) ist ein neurotropher Faktor aus der Familie der Liganden des glial cell line-derived neurotrophic factor, einer Gruppe von Liganden innerhalb der TGF-beta-Superfamilie von Signalmolekülen. ARTN fördert das Überleben einer Reihe von peripheren Neuronenpopulationen und mindestens einer Population dopaminerger ZNS-Neuronen. ARTN exprimiert häufig in der Nähe dieser Neuronen. ARTN ist ein Ligand für den RET-Rezeptor und nutzt GFR-alpha 3 als Korezeptor. ARTN spielt eine Rolle bei der axonalen Entwicklung.
ARTN ist an der strukturellen Entwicklung und Plastizität verschiedener Arten von Neuronen beteiligt, darunter auch an den dopaminergen Neuronen des ventralen Mesencephalons. ARTN spielt eine wichtige Rolle bei der Migration, Proliferation und Differenzierung von sympathischen Neuronen während der Entwicklung.

OMIM: ARTN, Artemin; 1p34.1

Erhöhte Expression und verringerte Methylierung bei AD(H)S.71

1.85. KCNJ6, POTASSIUM CHANNEL, INWARDLY RECTIFYING, SUBFAMILY J, MEMBER 6

OMIM: KCNJ6, POTASSIUM CHANNEL, INWARDLY RECTIFYING, SUBFAMILY J, MEMBER 6

KCNJ6 reguliert die Erregbarkeit von dopaminergen Neuronen und wird in Gehirnregionen exprimiert, die bei AD(H)S involviert sind.
KCNJ6 rs7275707 ist mit AD(H)S bei Kindern assoziiert und korreliert mit erhöhter Belohnungsabhängigkeit.
Sowohl KCNJ6 rs7275707 als auch KCNJ6 rs6517442 beeinflussten das EEG im N-back-Task bei AD(H)S.
KCNJ6 rs6517442 beeinflusste die Aktivierung des ventralen Striatum während der Belohnungsantizipation.72

1.127. GPR139, Probable G-protein coupled receptor 139

Weitere Namen: G(q)-coupled orphan receptor GPRg1, G-protein-coupled receptor PGR3

GPR139 ist aktiv in der Plasmamembran. GPR139 ist beteiligt am G-Protein-gekoppelten Rezeptor-Signalweg (insbeondere Gq/11 sowie etwas schwächer G12/13), am Phospholipase C-aktivierenden G-Protein-gekoppelten Rezeptor-Signalweg und an der Signaltransduktion. GPR139 könnte bei Motorischer Aktivität, Nahrungsaufnahme, Alkoholabhängigkeit und Hyperalgesie und Phenylketonurie (PKU) eine Rolle spielen
Endogene Agonisten sind wohl die aromatischen Aminosäuren L-Trp und L-Phe sowie ACTH/α-MSH-verwandte Peptide. GPR139 scheint die cAMP zu erhöhen und eine ERK-Phosphorylierungsreaktion zu bewirken.
GPR139 scheint mit dem Dopamin-D2-Rezeptor Rezeptorheterodimere zu bilden und die D2-Aktivierung zu moderieren.73

Der GPR139-Rezeptor wird fast ausschließlich im Gehirn exprimiert, insbesondere in der ventrolateralen Region des Putamen caudatus, dem Nucleus habenularis, der Zona incerta und dem Nucleus mammillaris medialis,74 nach anderer Quelle im Striatum, Thalamus, Hypothalamus, der Hypophyse und der Habenula des ZNS.73

GPR139 scheint assoziiert zu sein mit:73

  • Schizophrenie
  • AD(H)S und Unaufmerksamkeitssymptomen
  • Depressionen
  • fötale Entwicklung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Noradrenalin

Noradrenalinsynthese

1.7. Dopamin-beta-Hydroxylase-Gen, DBH (Chromosom 9q34.2; Taql A)

Das Enzym Dopamin-β-Hydroxylase katalysiert die Oxidation von Dopamin zu Noradrenalin.

DBH ist ein Kandidatengen für AD(H)S.8645

Noradrenalinwirkung

1.46. ALPHA-1A-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRA1A (Chromosom 8p21.2)

OMIM: ALPHA-1A-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRA1A

Das HES1-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,017 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

1.17. ALPHA-2A-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRA2A (Chromosom 10q25.2)

OMIM: ALPHA-2A-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRA2A

ADRA2A ist ein Kandidatengen für AD(H)S.56447

1.69. ALPHA-2C-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRA2C (Chromosom 4p16.3)

OMIM: ALPHA-2C-ADRENERGIC RECEPTOR

Quelle64

1.44. BETA-2-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRB2 (Chromosom 5q32)

OMIM: BETA-2-ADRENERGIC RECEPTOR; ADRB2

Das ADRB2-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,013 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Noradrenalinabbau

Noradrenalinwiederaufnahme

1.18. Noradrenalin-Transporter-Gen, SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, NORADRENALINE), MEMBER 2; SLC6A2, NET (Chromosom 16q12.2)

Der Noradenalintransporter nimmt im PFC mehr Dopamin als Noradrenalin wieder auf. Siehe daher oben unter Dopaminwiederaufnahme.

Serotonin

Serotoninsynthese

1.16. Tryptophanhydroxylase-Gen (Chromosom 11p15.1)

Tryptophanhydroxylase ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

1.77. Tryptophanhydroxylase-1-Gen; TPH1 (Chromosom 11p15.1)

OMIM: Tryptophanhydroxylase-1-Gen; TPH1

Eine Studie fand, dass der seltene 218A-6526G Haplotyp von TPH1 signifikant häufiger bei Probanden mit ADHD nicht übertragen wurde.76

Eine andere Studie konnte keine Beteiligung der häufiger auftretenden Haplotypen von TPH1 oder TPH2 bei ADHS-C feststellen.77

1.21. Tryptophanhydroxylase-2-Gen, TPH2 (Chromosom 12q21.1)

OMIM: Tryptophanhydroxylase-2-Gen, TPH2

TPH2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.64

Das TPH2-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,003 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6 Eine andere Studie konnte dies weder für TPH1 noch für TPH2 bestätigen.77

Stressnaive TPH2-/- Mäuse (TPH2-KO-Mäuse) zeigten verringerte Dopaminwerte in Hippocampus und PFC.78
Bei TPH2+/- Mäusen führte Stress zu verminderten Dopaminspiegeln:79

  • im Hippocampus und im Striatum im Vergleich zu stressnaiven TPH2+/- Mäusen.
  • in Amygdala und PFC im Vergleich zu gestressten TPH2+/+ Mäusen

Die Veränderungen im dopaminergen System gestresster TPH2+/- Mäuse unterschieden sich deutlich von denen bei TPH2+/+ Tieren und ähneln stark denjenigen von TPH2-/- Mäusen.

Gestresste TPH2-/- Mäuse zeigten keine besonderen Veränderungen der Noradrenalinwerte in Amygdala, PFC, Hippocampus, Dorsale Raphekerne oder Striatum. Sie zeigten lediglich (ebenso wie TPH2+/+ Mäuse) die üblichen erhöhten Noradrenalinwerte im PFC, Hippocampus und Striatum im Vergleich zu nicht gestressten Mäusen des jeweiligen Genotyps.79

Serotoninwirkung

1.13. 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 1B; Serotoninrezeptor 1B, HTR1B (Chromosom 6q14.1)

OMIM: 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 1B

HTR-1B ist ein Kandidatengen für AD(H)S.645

1.51. 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 1E; HTR1E (Chromosom 6q14.3)

OMIM: 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 1E; HTR1E

Das HTRE1E-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,051 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

1.14. 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 2A; Serotoninrezeptor 2A, HTR2A (Chromosom 13q14.2)

OMIM: 5-HYDROXYTRYPTAMINE RECEPTOR 2A

HTR-2A ist ein Kandidatengen für AD(H)S.645

Serotoninabbau

Serotoninwiederaufnahme

1.15. SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, SEROTONIN), MEMBER 4; SLC6A4; Serotonintransporter-Gen (5-HTT-Gen) (Chromosom 17q11.2; 5-HTTLPR long)(x)

OMIM: SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, SEROTONIN), MEMBER 4; SLC6A4;

SLC6A4 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.6458

Serotoninmetablisierung

1.20. Tryptophan-2,3-Dioxynase-Gen (Chromosom 4q32.1)

Das Enzym Tryptophan-2,3-Dioxygenase (TDO) oxidiert L - Tryptophan durch Bindung an zwei Sauerstoffatome. Dies ist der erste und gleichzeitig geschwindigkeitsbestimmende Reaktionsschritt im Abbau von Tryptophan.

Das Tryptophan-2,3-Dioxynase-Gen ist ein Kandidatengen für AD(H)S.80

Steroide

1.19. Androgenrezeptor-Gen (Chromosom Xq11-q12)

Das Androgenrezeptor-Gen ist ein Kandidatengen für AD(H)S.80

GABA

1.22. GABA-Rezeptor-alpha3-Gen (Chromosom Xq28)

OMIM: GABA-Rezeptor-alpha3-Gen

GABA-Rezeptor-A3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

OMIM weist auf eine Funktion in Bezug auf physische und psychische Schmerzsensorik sowie auf motorische Beeinträchtigung und Tolerenz hin.

1.23. GABA-Rezeptor-beta-3-Gen (Chromosom 15q11.2-q.12)

OMIM: GABA-Rezeptor-beta-3-Gen

GABA-Rezeptor-B3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

OMIM weist darauf hin, das GABA-Rezeptoren Zink-gesteuert sind und ein besonders Zink-unempfindlicher Polymorphismus bekannt ist. Hinweise auf AD(H)S nennt OMIM nicht, jedoch auf Autismus, zu dem bei AD(H)S eine hohe Komorbidität besteht.
Es gibt Überlegungen, dass AD(H)S und Autismus gemeinsame neurologische Wurzeln haben könnten.81
Zinkmangel kann AD(H)S-(ähnliche)-Symptome verursachen.

1.35. Cadherin13 (CDH13)-Gen (Chromosom 16q23.3)

Cadherin-13 beeinflusst die GABAerge Funktion im Hippocampus und die Kognition.82

OMIM: Cadherin13 (CDH13)-Gen

CDH 13 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.83

  • SNP rs7187223, Position 81015234; Intergenic, within 203 kb upstream from CDH1364
    P: 5.21E−05.
  • SNP s11646411, Position 81304438; In Intron of CDH13 64
    P: 7.40E−06
  • SNP rs6565113, Position 81665146; Intron of CDH13 64
  • Eine Studie fand CDH13 (Variante rs8055161) als eines der 20 wahrscheinlichsten unter von 96 Kandidatengenen. 2

1.116. KIF21B, Kinesin Family Member 21B

Weitere Namen: KIAA0449, Kinesin-Like Protein KIF21B, DKFZP434J212

Das Protein KIF21B ist Mitglied der Kinesin-Superfamilie. Kinesine sind ATP-abhängige, auf Mikrotubuli basierende Motorproteine, die am intrazellulären Transport von membranösen Organellen beteiligt sind.

KIF21B ist assoziiert mit

  • entzündlichen Darmerkrankungen (Einzelnukleotid-Polymorphismen)
  • Multiple Sklerose (Einzelnukleotid-Polymorphismen)

KIF21B ist ein Plus-End-gerichtetes Mikrotubuli-abhängiges Motorprotein mit prozessiver Aktivität. KIF21B ist an der Regulierung der Mikrotubuli-Dynamik, der Synapsenfunktion und der neuronalen Morphologie beteiligt, einschließlich der Verzweigung des dendritischen Baums und der Stachelbildung. KIF21B spielt eine Rolle beim Lernen und beim Gedächtnis. KIF21B ist an der Übertragung des Gamma-Aminobuttersäure (GABA(A)-Rezeptors auf die Zelloberfläche beteiligt.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Acetylcholin

Acetylcholinwirkung

1.32. Alpha-7-Neuronales nikotinisches Acetylcholinrezeptor (CHRNA7)-Gen

Das Protein Neuronale Acetylcholinrezeptor-Untereinheit Alpha-7 (nAChRα7) ist eine Untereinheit bestimmter nikotinischer Acetylcholinrezeptoren (nAchR).

OMIM: Alpha-7-Neuronales nikotinisches Acetylcholinrezeptor (CHRNA7)-Gen

CHRNA 7 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.84

1.50. CHOLINERGIC RECEPTOR, NEURONAL NICOTINIC, ALPHA POLYPEPTIDE 4; CHRNA4 (Chromosom 20q13.33)

OMIM: CHOLINERGIC RECEPTOR, NEURONAL NICOTINIC, ALPHA POLYPEPTIDE 4; CHRNA4

Das SHRNA4-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,05 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.664

Acetylcholinabbau

1.40. CHT, SOLUTE CARRIER FAMILY 5 (CHOLINE TRANSPORTER), MEMBER 7; SLC5A7 – coding variant Ile89Val (rs1013940)

OMIM: CHT, SOLUTE CARRIER FAMILY 5 (CHOLINE TRANSPORTER), MEMBER 7; SLC5A7

Dieser Polymorphismus habe eine zwei bis dreifache Häufigkeit bei AD(H)S-Betroffenen (n = 100; P = 0.02) und soll mit dem ADHS-C von AD(H)S korrelieren (OR = 3.16; P = 0.01), während coding variant SNP 3’ (rs333229) bei AD(H)S-Betroffenen erheblich seltener vorhanden sei als bei Nichtbetroffenen (n = 60; P = 0.004).85

Glutamat

1.39. Glutamate receptor metabotropic 1 (GRM1)-Gen (Chromosom 6p24-3)

OMIM:Glutamate receptor metabotropic 1 (GRM1)-Gen

GRM1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.86

1.34. Glutamate receptor metabotropic 5 (GRM5)-Gen (Chromosom 11q14..2 – 14.3) (33, S. 55)

OMIM: Glutamate receptor metabotropic 5 (GRM5)-Gen

GRM5 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.865 Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.38. Glutamate receptor metabotropic 7 (GRM7)-Gen (Chromosom 3p26.1)

OMIM: Glutamate receptor metabotropic 7 (GRM7)-Gen

GRM7 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.86

Der GMR7 rs3792452 Polymorphismus beeinflusst die Response von Methylphenidat bei Kindern mit AD(H)S.87

Cannabinoide

1.37. Cannaboid-Rezeptor 1 (CNR1)-Gen (Chromosom 6q14-q15)

OMIM: Cannaboid-Rezeptor 1 (CNR1)-Gen

CNR1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.83

Spurenamine

1.42. Phenylethanolamine, N-Methyltransferase-Gen, PNMT (Chromosom 17q12)

OMIM: Phenylethanolamine, N-Methyltransferase-Gen, PNMT

Das PNMT-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,008 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Glycin

1.89. SLC6A9, SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, GLYCINE), MEMBER 9

OMIM: SLC6A9, SOLUTE CARRIER FAMILY 6 (NEUROTRANSMITTER TRANSPORTER, GLYCINE), MEMBER 9

Bei SLC6A9 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1

Stickstoffmonoxid

1.36. Nitric Oxide synthase 1 (NOS1)-Gen (Chromosom 12q24.22) (87)

Das Protein Nitric Oxide synthase 1 gehört zur Familie der Stickstoffmonoxid-Synthasen, die Stickstoffmonoxid aus L-Arginin synthetisieren. Stickstoffmonoxid ist ein biologischer Vermittler u.a. von Neurotransmission, antimikrobiellen und antitumoralen Aktivitäten. Stickstoffmonoxid zeigt im Gehirn und im peripheren Nervensystem viele Eigenschaften eines Neurotransmitters. Es ist beteiligt an

  • Neurotoxizität in Bezug auf Schlaganfälle
  • neurodegenerativen Erkrankungen
  • neuronale Regulierung der glatten Muskulatur, einschließlich Peristaltik, und Peniserektion.

OMIM: Nitric Oxide synthase 1 (NOS1)-Gen

Stickstoffmonoxid (NO) ist bei Schizophrenie, AD(H)S und möglicherweise Stimmungsstörungen involviert:88

Eine genetisch bedingte verminderte NO-Signalisierung im PFC wird mit Schizophrenie und Kognitionsproblemen in Verbindung gebracht. Hierbei spielen NOS1 wie auch sein Interaktionspartner NOS1AP eine Rolle.
Eine reduzierte NOS1-Expression im Striatum aufgrund eines Längenpolymorphismus im NOS1-Promotor (NOS1 ex1f-VNTR) korreliert mit Impulsivität.
Assoziationen von NOS1 mit Stimmungsstörungen ist möglich. NO-Metaboliten im Blut können als Biomarker für Major Depression und bipolare Störungen dienen. .

NOS 1 (short allele) ist ein Kandidatengen für erhöhte Impulsivität und damit für AD(H)S.8389

Neurotransmitterspeicherung und -freisetzung

1.114. CPLX2, Complexin 2

Weitere Namen: CPX-2, DKFZp547D155, Complexin II, Complexin-2

CPLX2 ist ein zytosolisches Protein und spielt bei der Exozytose synaptischer Vesikel eine Rolle. Es bindet an Syntaxin, einen Teil des SNAP-Rezeptors und unterbricht ihn, was die Freisetzung von Transmittern ermöglicht. CPLX2 hemmt die Bildung von synaptischen Vesikelclustern an der aktiven Zone zur präsynaptischen Membran in postmitotischen Neuronen. CPLX2 fördert einen späten Schritt in der Exozytose verschiedener zytoplasmatischer Vesikel, wie z.B. synaptische Vesikel und andere sekretorische Vesikel. CPLX2 ist an der Exozytose von Mastzellen beteiligt.90

CPLX2 ist assoziiert mit

  • Schizophrenie
  • Epilepsie, familiärer Temporallappen, 7.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Gehirnentwicklung

1.33. Nuclear distribution gene E homologue 1 (NDE1)-Gen

NDE1 ist für die Zentrosomenduplikation und die Bildung und Funktion der mitotischen Spindel erforderlich. NDE1ist wesentlich für die Entwicklung des cerebralen Cortex und kann die Produktion von Neuronen regulieren.

OMIM: Nuclear distribution gene E homologue 1 (NDE1)-Gen

NDE1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.84

1.106. MAP1B, Microtubule Associated Protein 1B

Weitere Namen: PPP1R102, MAP5, Protein Phosphatase 1, Regulatory Subunit 102

Das Protein MAP1B gehört zur Familie der Mikrotubuli assoziierten Proteine, die vermutlich an der Mikrotubuli-Assemblierung beteiligt sind, was ein wesentlicher Schritt in der Neurogenese ist. MAP1B ist ein Vorläuferpolypeptid, das vermutlich nach proteolytischen Verarbeitung die endgültige schwere Kette von MAP1B und die leichte Kette von LC1 bildet. MAP1B-Knockout-Maus-Studien deuten auf eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Funktion des Nervensystems hin. MAP1B erleichtert die Tyrosinierung von alpha-Tubulin in neuronalen Mikrotubuli. Phosphoryliertes MAP1B scheint eine Rolle bei den Veränderungen des Zytoskeletts zu spielen, die mit der Neuritenausdehnung einhergeht. MMAP1B wirkt als positiver Kofaktor bei der DAPK1-vermittelten autophagischen Vesikelbildung und dem Membran-Blebbing.91
MAP1B ist assoziiert mit

  • Periventrikuläre Noduläre Heterotopie 9
  • Taubheit, Autosomal Dominant 83

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.107. MOBP, Myelin-Associated Oligodendrocyte Basic Protein

Das Protein MOBP soll Aktin- und Myosin-Bindungsaktivität ermöglichen. MOBP scheint ein Strukturbestandteil der Myelinscheide (möglicherweise durch Bindung der negativ geladenen sauren Phospholipide der zytoplasmatischen Membran) und an der Entwicklung des Nervensystems beteiligt zu sein. Es findet sich wohl im Mitochondrium und ist im kortikalen Aktin-Zytoskelett aktiv.

MOBP ist assoziiert mit frontotemporalen Demenz und Kokainmissbrauch

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.92

1.56. ASTROTACTIN 2; ASTN2 (Chromosom 9q33.1)

Die Proteine Astrotactin-1 und 2 (ASTN-1 und ASTN-2) sind integrale membranständige Perforin-ähnliche Proteine. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Neuroentwicklung. Genetische Variationen dieser Proteine werden mit einer Reihe von neurologischen Entwicklungsstörungen und anderen neurologischen Pathologien in Verbindung gebracht, darunter auch ein fortgeschrittenes Auftreten von Alzheimer. ASTN-2 bindet (anders als ASTN-1) Inositoltriphosphate , was auf einen Mechanismus zur Membranerkennung oder zur Regulierung seiner Aktivität durch sekundäre Botenstoffe hindeutet.

OMIM: ASTROTACTIN 2; ASTN2

  • SMP: rs10983238 Position: 118373504; In intron of ASTN264
    p: 1.37E−07
    Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.110. TCF4, Transcription Factor 4

Weitere Namen: BHLHb19, ITF2, Class B Basic Helix-Loop-Helix Protein 19, Immunoglobulin Transcription Factor 2, SL3-3 Enhancer Factor 2, SEF2-1B, E2-2, ITF-2

Das Protein TCF4 ist ein Basic Helix-Loop-Helix-Transkriptionsfaktor. Es erkennt eine Ephrussi-Box (“E-Box”) Bindungsstelle (“CANNTG”). TCFG4 ist weit verbreitet und spielt möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Nervensystems. TCF4 ist an der Initiierung der neuronalen Differenzierung beteiligt. TCF4 bindet an den Immunglobulin-Enhancer Mu-E5/KE5-Motiv. TCF4 bindet an die E-Box im Somatostatinrezeptor-2-Initiatorelement (SSTR2-INR) und die E-Box (5’-CANNTG-3’) um die Transkription zu aktivieren.

TCF4 ist assoziiert mit

  • Pitt-Hopkins-Syndrom
  • endotheliale Hornhautdystrophie von Fuchs

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.111. TLL2, Tolloid Like 2

Weitere Namen: Tolloid-Like Protein 2, EC 3.4.24.19, EC 3.4.24, EC 3.4.24, KIAA0932

Das Protein TLL2 ist Astacin-ähnliche zinkabhängige Metalloprotease und Mitglied der Unterfamilie der Metzincin-Familie. TLL2 ist eine prädominante Protease und verarbeitet spezifisch Pro-Lysyl-Oxidase. TLL2 ist für die Embryonalentwicklung erforderlich und beeinflusst die Entwicklung der dorsal-ventralen Musterung und dre Skelettbildung.

TLL2 ist assoziiert mit

  • Powassan-Enzephalitis
  • Louping Ill.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.117. TENM4, Teneurin Transmembrane Protein 4

Weitere Namen: Ten-M4, KIAA1302, TEN4, ODZ4, Protein Odd Oz/Ten-M Homolog 4, Tenascin-M4

Das Protein TENM4 spielt eine Rolle bei der Herstellung der richtigen neuronalen Konnektivität während der Entwicklung. TENM4 ist in die Ausbildung der anterior-posterioren Achse während der Gastrulation involviert. TENM4 reguliert die Differenzierung und zelluläre Prozessbildung von Oligodendrozyten und die Myelinisierung von Axonen mit kleinem Durchmesser im zentralen Nervensystem (ZNS). TENM4 fördert die Aktivierung der fokalen Adhäsionskinase. TENM4 kann als zellulärer Signalüberträger fungieren.

TENM4 ist assoziiert mit Tremor.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.120. ANKS1B, Ankyrin Repeat And Sterile Alpha Motif Domain Containing 1B

Weitere Namen: AIDA-1, EB-1, Cajalin-2, ANKS2, Ankyrin Repeat And Sterile Alpha Motif Domain-Containing Protein 1B

ANKS1B ist ein Multidomänen-Protein, das vor allem im Gehirn und in den Hoden vorkommt. ANKS1B interagiert mit dem Amyloid-Beta-Protein-Vorläufer (AbetaPP) und spielt möglicherweise eine Rolle bei der normalen Gehirnentwicklung und bei der Entstehung von Alzheimer. Isoform 2 ist möglicherweise an der Regulierung der nukleoplasmatischen Coilin-Protein-Interaktionen in neuronalen und transformierten Zellen beteiligt. Isoform 3 kann die globale Proteinsynthese regulieren, indem sie die Anzahl der Nukleolen verändert. Isoform 4 spielt möglicherweise eine Rolle als Modulator der APP-Verarbeitung. Eine Überexpression kann die APP-Verarbeitung herunterregulieren.93

ANKS1B ist assoziiert mit

  • Alzheimer
  • akute lymphatischer Prä-B-Zell-Leukämie

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Wachstumsfaktoren, Neurogenese

1.25. Neurotrophin-3 (NTF3)-Gen (Chromosom 12p13.31)

OMIM: Neurotrophin-3 (NTF3)-Gen

NTF3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.594

1.71. NEUROTROPHIN 4; NTF4 (Chromosom 19q13.33)

OMIM: NEUROTROPHIN 4; NTF4

Quelle64

1.71.1. NEUROTROPHIN 5; NTF5 (Chromosom 19q13.33)

OMIM: NEUROTROPHIN 5; NTF5

Quelle64

1.26. Brain-derived-neurothropic-Factor (BDNF)-Gen (Chromosom11p14.1) (X)

OMIM: Brain-derived-neurothropic-Factor (BDNF)-Gen

BDNF ist ein Kandidatengen für AD(H)S.594

Das BDNF-Gen ist an der Ausbildung des Dopamin D3 Rezeptors (siehe OMIM zu DRD3) im Nucleus accumbens in der Entwicklung und Adoleszenz beteiligt.
Bei Kindern mit AD(H)S korrelierte eine schlechtere Performance im Stroop-Test der Exekutivfunktion BDNF GG-Genotyp rs2030324.95 Eine Studie fand eine positive Korrelation zwischen dem BDNF-Genpolymorphismus rs10835210 und ADHS-HI und eine negative Korrelation von BDNF-rs12291186 mit einem oder beiden mutierten Allelen mit AD(H)S.96

1.27. Brain-specific angiogenesis inhibitor 1-associated protein (BAIAP2)-Gen

OMIM: Brain-specific angiogenesis inhibitor 1-associated protein (BAIAP2)-Gen

BAIAP2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.597

1.70. NERVE GROWTH FACTOR; NGF (Chromosom 1p13.2)

OMIM: NERVE GROWTH FACTOR

Quelle64

1.72. GLIAL CELL LINE-DERIVED NEUROTROPHIC FACTOR; GDNF (Chromosom 5p13.2)

OMIM: GLIAL CELL LINE-DERIVED NEUROTROPHIC FACTOR; GDNF

Quelle64

1.54. UNC5, C. ELEGANS, HOMOLOG OF, B; UNC5B (Chromosom 10q22.1)

UNC-5 ist ein Rezeptor für Netrine. Netrine sind eine Klasse von Proteinen, die an der Axonführung beteiligt sind. UNC-5 nutzt Abstoßung, um Axone zu lenken, während der andere Netrin-Rezeptor, UNC-40, Axone zur Quelle der Netrin-Produktion lockt.

OMIM: UNC5, C. ELEGANS, HOMOLOG OF, B; UNC5B

  • SNP: rs16928529 Position: 72652991; In intron of UNC5B64
    p: 3.90E−06

1.61. GLYPICAN 6; GPC6 (Chromosom 13q31.3-q32.1)

Glypicane sind eine Familie von Glycosylphosphatidylinositol-verankerten Heparansulfat-Proteoglykanen. Glypikane sind an der Kontrolle von Zellwachstum und Zellteilung beteiligt. Glypican 6 ist ein mutmaßlicher Zelloberflächen-Corezeptor für Wachstumsfaktoren, extrazelluläre Matrixproteine, Proteasen und Anti-Proteasen.
Mutationen von Glypican 6 werden mit Omodysplasie 1 in Verbindung gebracht.

OMIM: GLYPICAN 6; GPC6

  • SNP: rs7995215 Position: 93206507; In intron of GPC664
    P: 1.35E−08
    Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Circadianer Rhythmus

1.29. Circadian Locomotor Output Cycles Protein Kaput (CLOCK)-Gen (Chromosom 4q12) (x)

OMIM: Circadian Locomotor Output Cycles Protein Kaput (CLOCK)-Gen

CLOCK ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

1.47. PERIOD, DROSOPHILA, HOMOLOG OF, 2; PER2 (Chromosom 2q37.3)

OMIM: PERIOD, DROSOPHILA, HOMOLOG OF, 2; PER2

Das PER2-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,017 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

1.73. VASOACTIVE INTESTINAL PEPTIDE RECEPTOR 2; VIPR2 (Chromosom 7q36.3)

VIPR2 und VIPR1 (192321) kodieren Rezeptoren für das Neuropeptid vasoaktives intestinales Peptid (VIP; 192320) und binden außerdem hypophysäres Adenylatzyklase aktivierendes Polypeptid (PACAP; 102980) mit der gleichen Affinität wie VIP.

Der menschlichen VIP2-Rezeptor bindet an PACAP38, PACAP27, VIP und Heldermin, was jeweils die Adenylatcyclase aktiviert. GTP hemmt die Bindung des Peptids.

Nahrungsaufnahme löst ein neuronales Signal des Darms mit antimikrobiellen und metabolischen Reaktionen aus. Dieses Signal wird von angeborenen lymphoiden Zellen des Typs 3 (ILC3) kontrolliert. Die Nahrungsaufnahme aktiviert rasch eine Population von Darmneuronen, die VIP produzieren. Projektionen von VIP-produzierenden Neuronen in der Lamina propria befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Clustern von ILC3, die selektiv VIPR2 exprimieren. VIPR2 hammt die IL22-Synthese. Dies hat zur Folge, dass der Gehalt an antimikrobiellen Peptiden, die von Epithelzellen stammen, reduziert wird, während die Expression von lipidbindenden Proteinen und Transportern erhöht wird. Während des Verzehrs von Nahrungsmitteln fördert die Aktivierung der VIP-produzierenden Neuronen somit das Wachstum segmentierter fadenförmiger Bakterien, die mit dem Epithel assoziiert sind, und erhöht die Lipidabsorption. Dies stellt einen ernährungs- und zirkadian-regulierten dynamischen Neuroimmun-Kreislauf im Darm auf, derz zwsichen dem durch IL22 vermittelten angeborenen Immunschutz und der Effizienz der Nährstoffaufnahme moderiert.

Seltene Kopienzahlvarianten (CNVs) von VIPR2 sind mit Schizophrenie asoziiert-
Mikroduplikationen von 7q36.3 korrelierten mit erhöhter VIPR2-Transkription und erhöhter zyklischer AMP-Signalisierung.

Vipr2 -/- Mäuse (VPR2-KO-Mäuse) sind nicht in der Lage, normale zirkadiane Rhythmen des Ruhe-/Aktivitätsverhaltens aufrechtzuerhalten und zeigen keine zirkadiane Expression der zentralen Uhrengene Per1 (602260), Per2 (603426) und Cry1 (601933) sowie des uhrgesteuerten Gens, das Arginin-Vasopressin (AVP; 192340) in den suprachiasmatischen Kernen kodiert. Außerdem zeigten VPR2-KO-Mäuse keine akute Induktion von Per1 und Per2 durch nächtliche Beleuchtung.

OMIM: VASOACTIVE INTESTINAL PEPTIDE RECEPTOR 2; VIPR2

Quelle37

1.79. KAT2B, LYSINE ACETYLTRANSFERASE 2B

Das Protein KAT2B (Lysin Acetyltransferase 2B) ist involviert in:98

  • Signalweg der Apoptotischen Wege in synovialen Fibroblasten
  • Signalweg der Regulation von aktiviertem PAK-2p34 durch Proteasom-vermittelten Abbau
  • Proteinkinase-Bindung
  • KAT2B ist eine Histon-Acetyltransferase (HAT) und erhöht so die Transkriptions-Coaktivator-Aktivität
  • Hat eine signifikante Histon-Acetyltransferase-Aktivität mit Kern-Histonen (H3 und H4) und auch mit Nukleosomen-Kernpartikeln
  • Acetyliert auch Nicht-Histon-Proteine, wie ACLY, MAPRE1/EB1, PLK4, RRP9/U3-55K und TBX5
  • Hemmt die Zellzyklusprogression und wirkt der mitogenen Aktivität des adenoviralen Onkoproteins E1A entgegen
  • Wirkt als zirkadianer transkriptioneller Koaktivator, der die Aktivität der zirkadianen transkriptionellen Aktivatoren verstärkt: NPAS2-ARNTL/BMAL1 und CLOCK-ARNTL/BMAL1-Heterodimere
  • Acetylierung von TBX5, dadurch Beteiligung an Entwicklung von Herz und der Gliedmaßen
    • Acetylierung reguliert das nukleozytoplasmatische Shuttling von TBX5
  • hemmt die Zentrosomen-Amplifikation durch Vermittlung der Acetylierung von PLK4
  • Acetyliert RRP9/U3-55K, eine zentrale Untereinheit des U3 snoRNP-Komplexes, und beeinträchtigt so die Verarbeitung von prä-rRNA
  • Acetyliert MAPRE1/EB1 und fördert damit dynamische Kinetochor-Mikrotubuli-Interaktionen in der frühen Mitose
  • Acetyliert Spermidin
  • wird bei HIV-1-Infektion durch das virale Protein Tat rekrutiert. Reguliert die transaktivierende Aktivität von Tat und kann dazu beitragen, den Chromatin-Umbau von proviralen Genen zu induzieren.

KAT2B ist mit Krankheiten assoziiert:

  • Holt-Oram-Syndrom
  • spinozerebelläre Ataxie 7

OMIM: KAT2B, LYSINE ACETYLTRANSFERASE 2B

KAT2B ist ein Kandidatengen für AD(H)S.99

Immunsystem

1.57. CUB AND SUSHI MULTIPLE DOMAINS 2; CSMD2 (Chromosom 1p35.1)

Das Protein CSMD2 scheint an der Kontrolle der Komplementkaskade des Immunsystems beteiligt zu sein. Es könnte als Tumorsuppressor für kolorektalen Krebs dienen. Gendefekte stehen in Verbindung mit Schizophrenie.

OMIM: CUB AND SUSHI MULTIPLE DOMAINS 2

  • SNP: rs2281597 Position: 34132445; In intron of CSMD264
    p: 5.41E−07
    Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.112. TRIM26, Tripartite Motif Containing 26

Weitere Namen: RNF95, ZNF173, Tripartite Motif-Containing Protein 26, Zinc Finger Protein 173

Das Protein TRIM26 ist Mitglied der TRIM-Familie (tripartite motif). Das TRIM-Motiv umfasst drei zinkbindende Domänen, einen RING, eine B-Box Typ 1 und eine B-Box Typ 2 sowie eine Coiled-Coil-Region. TRIM26 findet sich in zytoplasmatischen Körpern. Die RING-Domäne deutet darauf hin, dass TRIM26 eine DNA-bindende Aktivität haben könnte. TRIM26 ist eine E3-Ubiquitin-Protein-Ligase, die die IFN-beta-Produktion und die antivirale Reaktion stromabwärts von verschiedenen DNA-kodierten Mustererkennungsrezeptoren (PRRs) reguliert. TRIM26 fördert die Ubiquitinierung des IRF3-Kerns und den proteasomalen Abbau. TRIM26 verbindet TBK1 und NEMO während der angeborenen Reaktion auf eine Virusinfektion, was zur Aktivierung von TBK1 führt.

TRIM26 ist assoziiert mit Neuralrohrdefekten.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Stresssysteme

HPA-Achse

1.74. NUCLEAR RECEPTOR SUBFAMILY 3, GROUP C, MEMBER 1; NR3C1 (GLUCOCORTICOID RECEPTOR; GCCR; GR GCR; GRL) Chromosom: 5q31.3

OMIM: NUCLEAR RECEPTOR SUBFAMILY 3, GROUP C, MEMBER 1; NR3C1 (GLUCOCORTICOID RECEPTOR; GCCR; GR GCR; GRL)

Der GR-9β-Haplotyp des Glucocorticoid-Rezeptor-Gens NR3C1 bewirkt eine erhöhte GRβ-Expression100 und wurde mit AD(H)S in Verbindung gebracht.101 Die GRβ-Variante bindet jedoch kein Cortisol, ist transkriptionell inaktiv und gilt als dominant-negativer Inhibitor der funktionellen GRα-Variante.102
Der GR-9β-stabilisierende Polymorphismus wurde mit einer erhöhten ACTH- und Cortisolstressantwort in Verbindung gebracht.103

Die kombinierte hemmende Wirkung des GR-9β-Haplotyps und der Stressbelastung kann die GR-Aktivität auf ein pathologisch niedriges Niveau reduzieren und so zu AD(H)S-bedingtem Verhalten beitragen. Der GR-9β-Haplotyp des Glucocorticoidrezeptor-Gens NR3C1 ist mit einem erhöhten AD(H)S-Risiko assoziiert. Bei Trägern dieses Haplotyps korreliert Stressbelastung und AD(H)S-Schweregrad stärker als bei Nicht-Trägern. Diese Gen-Umwelt-Interaktion war nochmals verstärkt, wenn die Betroffenen zugleich Träger des homozygoten 5-HTTLPR L-Allels anstatt des S-Allels waren.104

Der Bcll GG-Haplotyp des GR dagegen zeigte bei Männern eine abgeflachte Cortisolstressantwort und bei Frauen eine stark erhöhte Cortisolstressantwort (wobei die Probandinen alle hormonell verhüteten).103

1.75. FK506-BINDING PROTEIN 5; FKBP5 (Chromosom 6p21.31)

OMIM: FK506-BINDING PROTEIN 5; FKBP5

Das FKBP5-Gen moduliert die Empfindlichkeit des Glucocorticoidrezeptors.
In Bezug auf den Schaden durch eine langfristige Stresseinwirkung besteht ein erheblicher Unterschied, ob Stress in der Entwicklungsphase des Gehirns oder im Erwachsenenalter erfolgt. Downregulation im Erwachsenenalter hat weniger langfristige Folgen. Die epigenetische Demethylierung des FKBP5-Gens, das die Empfindlichkeit der Glucocorticoidrezeptoren moduliert,105 wird durch Stress nur während der Differenzierungs- und Proliferationsphase der Neuronen (also in Kindheit und Jugend) vermittelt, nicht mehr dagegen bei ausgereiften Neuronen (also bei Erwachsenen).106

Die FKBP5-Gen-Polymorphismen rs1360780, rs4713916 und rs3800737 bewirken erhöhte FKBP51-Konzentrationen im Blut und damit eine verstärkte Cortisolreaktion auf psychosozialen Stress. Die Zurückregulierung der HPA-Achse ist verlangsamt und bleibt für längere Zeit unvollständig, auch bei wiederholter Stressexposition. Der FKBP5-Gen-Polymorphismus Bcl1 zeigt dagegen eine vorauseilende Cortisolantwort auf psychosozialen Stress.107

1.60. CADHERIN 23; CDH23 (Chromosom 10q22.1)

Das CDH23-Gen kodiert ein Mitglied der Cadherin-Superfamilie, die kalziumabhängige Zell-Zell-Adhäsions-Glykoproteine umfasst.
CDH23 steht im Zusammenhang mit Adenomen der Hypohyse (zweite Stufe der HPA-Achse). Hypophysenadenome haben eine Prävalenz von 14 bis 22 %.108

OMIM: CADHERIN 23

  • SNP: rs11594082 Position: 72969259; In intron of CDH2364
    p: 1.00E−05

Breit wirksame Mechanismen

Transkription

1.95. RERE

Das RERE-Protein ist für die normale Entwicklung vor der Geburt entscheidend. Ein RERE-Funktionsmangel verändert wahrscheinlich die Aktivität vieler Gene, die an der Entwicklung vor der Geburt beteiligt sind. Diese Veränderungen verhindern die normale Entwicklung von Gewebe im Gehirn, in den Augen, im Herzen und in anderen Organen. Das RERE-Protein interagiert mit anderen Proteinen, den sogenannten Transkriptionsfaktoren, die die Aktivität (Transkription) bestimmter Gene steuern. Das RERE-Protein trägt dazu bei, dass diese Transkriptionsfaktoren eine Reihe von Genen, die für die frühe Entwicklung wichtig sind, einschalten (aktivieren) und ausschalten (unterdrücken) und so sicherstellen, dass die Gene zur richtigen Zeit und am richtigen Ort für die richtige Gewebebildung aktiviert (exprimiert) werden. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das RERE-Protein eine Rolle bei der Entwicklung von Gehirn, Augen, Innenohr, Herz und Nieren spielt.109

Eine Untersuchung fand dieses Gen als eines der 51 wahrscheinlichsten Kandidatengene für AD(H)S.75

1.45. HAIRY/ENHANCER OF SPLIT, DROSOPHILA, HOMOLOG OF, 1; HES1 (Chromosom 3q29)

Das HES1-Protein gehört zur bHLH-Familie (basic helix-loop-helix) der Transkriptionsfaktoren. Es ist ein transkriptioneller Repressor von Genen, die für ihre Transkription ein bHLH-Protein benötigen. Als Mitglied der bHLH-Familie ist es ein Transkriptionsrepressor, der die Zellproliferation und -differenzierung in der Embryogenese beeinflusst. HES1 reguliert seine eigene Expression über eine negative Rückkopplungsschleife und oszilliert mit einer Periodizität von etwa 2 Stunden.

OMIM: HAIRY/ENHANCER OF SPLIT, DROSOPHILA, HOMOLOG OF, 1; HES1

Das HES1-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,016 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

1.86. FEZF1, FEZ FAMILY ZINC FINGER PROTEIN 1

Das Protein FEZF1 ist ein Transkriptionsrepressor. Bei der Maus wird FEZF1 in der frühen Entwicklung des Embryos im Vorderhirn exprimiert.
FEZF1 unterdrückt den Transkriptionsfaktor HES5, was zur Steuerung der Differenzierung der neuralen Stammzellen beiträgt. FEZF1 trägt dazu bei, das kaudale Vorderhirn während der Entwicklung in die drei verschiedenen Teile Präthalamus, Thalamus und Prätektum zu unterteilen: FEZF1-KO-Mäuse haben keinen Präthalamus und einen kleineren Thalamus.
Eine Funktionsverlust-Mutation in FEZF1 verursacht das Kallmann-Syndrom.
Während sich die Axone im frühen Embryo entwickeln und wandern, ermöglicht FEZF1 den Axonen der Geruchsneuronen, sich im Mäusemodell mit dem zentralen Nervensystem zu verbinden. Während der neuronalen Entwicklung wandern GnRH-Neuronen durch eine dieser olfaktorischen Axonbahnen, und der Funktionsverlust von FEZF1 führt daher zum Verlust von GnRH-Neuronen im Gehirn, dem Kennzeichen des Kallmann-Syndroms.110

OMIM: FEZF1, FEZ FAMILY ZINC FINGER PROTEIN 1

FEZF1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.111

1.93. TAF1, TAF1 RNA POLYMERASE II, TATA BOX-BINDING PROTEIN-ASSOCIATED FACTOR, 250-KD

Weitere Namen: TAFII250, DYT3/TAF1, NSCL2, TAF2A, KAT4, BA2R, CCG1, CCGS, TAF1 RNA Polymerase II, TATA Box Binding Protein (TBP)-Associated Factor, 250kDa, Transcription Initiation Factor TFIID Subunit 1, TBP-Associated Factor 250 KDa, Cell Cycle Gene 1 Protein, EC 2.7.11.1, TAF(II)250

Das TAF1-Protein:

  • ist die größte Untereinheit und das Kerngerüst des basalen Transkriptionsfaktorkomplexes TFIID.
  • enthält neue N- und C-terminale Ser/Thr-Kinase-Domänen, die andere Transkriptionsfaktoren autophosphorylieren oder transphosphorylieren können
  • phosphoryliert TP53 an ‘Thr-55’, was zum MDM2-vermittelten Abbau von TP53 führt
  • phosphoryliert GTF2A1 und GTF2F1 an Ser-Resten
  • besitzt eine DNA-bindende Aktivität
  • wesentlich für die Progression der G1-Phase des Zellzyklus
  • zeigt Histon-Acetyltransferase-Aktivität gegenüber den Histonen H3 und H4
  • bindet an Kernpromotorsequenzen, die die Transkriptionsstartstelle umfassen
  • bindet an Aktivatoren und andere Transkriptionsregulatoren, was die Geschwindigkeit der Transkriptionsinitiation beeinflusst
  • enthält zwei unabhängige Proteinkinase-Domänen am N- und C-Terminus
  • besitzt Acetyltransferase-Aktivität
  • kann als Ubiquitin-aktivierendes/konjugierendes Enzym wirken.
  • steuert apoptotische Wege in synovialen Fibroblasten

Mutationen von TAF1 führen zu

  • Dystonie 3, Torsion, X-chromosomal, eine Dystonie-Parkinsonismus-Erkrankung
  • Intellektuelle Entwicklungsstörung, X-chromosomal, Syndrom 33

OMIM: TAF1, TAF1 RNA POLYMERASE II, TATA BOX-BINDING PROTEIN-ASSOCIATED FACTOR, 250-KD

Bei TAF1 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1

1.143. ZNF763, Zinc Finger Protein 763

Weitere NAmen: ZNF440L, Zinc Finger Protein 440 Like, DNA-Binding Protein, ZNF

Das Protein ZNF763 dürfte durch RNA-Polymerase II an der Transkriptionsregulation beteiligt sein. ZNF763 scheint eine DNA-bindende Transkriptionsfaktoraktivität und eine sequenzspezifische DNA-Bindungsaktivität in der cis-regulierenden Region der RNA-Polymerase II zu besitzen. ZNF763 ist vermutlich im Nukleus lokalisiert.112

ZNF763 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.134. ZNF615, Zinc Finger Protein 615

Weiterer Name: FLJ33710

Das Protein ZNF615 ermöglicht DNA-bindende Transkriptionsaktivator-Aktivität, RNA-Polymerase-II-spezifische und RNA-Polymerase-II-cis-regulatorische Region sequenzspezifische DNA-Bindungsaktivität. ZNF615 ist vermutlich an der Regulierung der Transkription durch RNA-Polymerase II beteiligt. ZNF615 ist wohl im Zellkern aktiv.114

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.139. POLR1H, RNA Polymerase I Subunit H

Weitere Namen: Tctex-6, HTEX-6, HZR14, RPA12, A12, ZNRD1, DNA-Directed RNA Polymerase I Subunit RPA12, DNA-Directed RNA Polymerase I Subunit H, Zinc Ribbon Domain Containing 1, RNA Polymerase I Small Specific Subunit Rpa12, Transcription-Associated Zinc Ribbon Protein, Zinc Ribbon Domain-Containing Protein 1, TCTEX6, HTEX6, Rpa12, TEX6, ZR14, ZNRD1, ZINC RIBBON DOMAIN-CONTAINING PROTEIN 1, MOUSE, HOMOLOG OF; A12.2

Das Protein POLR1H ist eine DNA-gesteuerte RNA-Polymerase I-Untereinheit. Das spielt möglicherweise eine Rolle bei der Regulierung der Zellproliferation. POLR1H katalysiert die Transkription von DNA in RNA unter Verwendung der vier Ribonukleosidtriphosphate als Substrate. POLR1H ist ein Bestandteil der RNA-Polymerase I.115 RNA-Polymerase (Pol) I produziert ribosomale (r)RNA, eine wesentliche Komponente der zellulären Proteinsynthesemaschinerie, die das Zellwachstum antreibt und vielen grundlegenden zellulären Prozessen zugrunde liegt. Die Transkription durch Pol I unterliegt einer Reihe komplizierter Kontrollmechanismen, die die rRNA-Produktion beeinflussen. Pol I-spezifische Transkriptionsfaktoren leiten Pol I zum rDNA-Promotor und tragen zu mehreren Runden der Transkriptionsinitiierung, Promotor-Escape, Elongation und Terminierung bei.116
POLR1H ist assoziiert mit

  • Progression von Krebs
  • HIV
  • Asthma
  • Nasenpolypen
  • Aspirinintoleranz
  • Dornwarzen

OMIM: ZNRD1, ZINC RIBBON DOMAIN-CONTAINING PROTEIN 1

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Rezeptor-Aktivität

1.41. Arrestin-Beta-2-Gen, ARRB2 (Chromosom 17p13.2)

Das Protein β-Arrestin (auch β-Arrestin 1, Arrestin 2) reguliert die Aktivität von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR). Es bewirkt

  • verringerte GPCR-Aktivierung
  • Endozytose des GPCR
  • Verbindung GPCR-Signalweg mit Src-Signalweg
  • Verbindung ERK-Signalweg und dem Akt-Signalweg.

OMIM: Arrestin-Beta-2-Gen, ARRB2

Das ARRB2-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,004 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Neurotransmitter-Speicherung

1.49. SYNAPTOPHYSIN; SYP (Chromosom Xp11.23)

Synaptophysin findet sich in synaptischen Vesikeln der Neuronen in Gehirn, Rückenmark und Netzhaut sowie in ähnlichen Vesikeln in Nebennierenmark und in der motorischen Endplatte.
Die Funktion von Synaptophysin ist wenig bekannt. Es scheint einen Kanal in der Membran von Nervenzellen zu bilden, was die Aufnahme von Neurotransmittern aus dem Zytosol in die synaptischen Vesikel ermöglicht.

OMIM: SYNAPTOPHYSIN; SYP

Das SYP-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,045 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

Purinstoffwechsel

1.115. NT5C2, 5’-Nucleotidase, Cytosolic II

Weitere Namen: CN-II, PNT5, SPG65, NT5B, GMP, Spastic Paraplegia 45 (Autosomal Recessive), Cytosolic Nucleoside Phosphotransferase 5’N, 5’-Nucleotidase (Purine), Cytosolic Type B, Cytosolic IMP/GMP-Specific 5’-Nucleotidase, Cytosolic Purine 5’-Nucleotidase

Das Protein NT5C2 ist eine Hydrolase und eine Zytosolische 5’-Nukleotidase mit breiter Spezifität. NT5C2 spielt eine wichtige Rolle im zellulären Purinstoffwechsel. NT5C2 wirkt hauptsächlich auf Inosin-5’-monophosphat und andere Purinnukleotide ein. NT5C2 katalysiert die Dephosphorylierung von 6-Hydroxypurin-Nukleosid-5’-monophosphaten. NT5C2 besitzt eine Phosphotransferase-Aktivität, durch die es ein Phosphat von einem Donor-Nukleosidmonophosphat auf ein Akzeptor-Nukleosid, vorzugsweise Inosin, Desoxyinosin und Guanosin, übertragen kann.117

NT5C2 ist assoziiert mit

  • Chemotherapieresistenz bei rezidivierender akuter lymphoblastischer T-Zell-Leukämie.
  • Spastische Paraplegie 45, autosomal rezessiv
  • Querschnittslähmung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

Adhäsion

1.30. Latrophilin-3 (LPHN3)-Gen / ADHESION G PROTEIN-COUPLED RECEPTOR L3; ADGRL3-Gen (Chromosom 4q13.1)

Latrophilin-3 (LPHN3), ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, gehört zur Unterfamilie der Adhäsionsrezeptoren. LPHN3 reguliert die synaptischen Funktion und dient der Aufrechterhaltung in Gehirnregionen, die die Bewegungsaktivität, die Aufmerksamkeit und das Orts- und Weggedächtnis vermitteln

OMIM: Latrophilin-3 (LPHN3)-Gen / ADHESION G PROTEIN-COUPLED RECEPTOR L3; ADGRL3-Gen

ADGRL3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5118119
Lphn3 bindet an Gαi1, Gαi2, Gαs, Gαq und Gα13 Insbesondere Genvarianten, die eine gestörte Gα13-Bindung bewirken, scheinen bei AD(H)S relevant zu sein.120

Sonstiges

1.24. Gen des Ciliaren-neurotrophen-Faktor-Rezeptors CNFTR (Chromosom 9p13.3)

Der Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR) ist ein auf der Oberfläche von Zellen festsitzendes Protein, ein sogenannter Chloridkanal. Mutationen im CFTR-Gen beim Menschen führen u.a. zum Fehlen oder zur eingeschränkten Funktion des Kanals, was Mukoviszidose (zystischen Fibrose) und kongenitale Aplasie des Vas deferens (CAVD) verursachen kann.

OMIM: Gen des Ciliaren-neurotrophen-Faktor-Rezeptors CNFTR

CNFTR ist ein Kandidatengen für AD(H)S.5

1.48. FATTY ACID DESATURASE 2; FADS2 (Chromosom 11q12.2)

Das Enzym Fettsäure-Desaturase entfernt zwei Wasserstoffatome aus einer Fettsäure, wodurch eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung entsteht

OMIM: FATTY ACID DESATURASE 2; FADS2

Das FADS2-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,039 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6

1.52. METASTASIS-ASSOCIATED GENE 3; MTA3 (Chromosom 2)

MTA3 scheint mit dem Zellkreislauf in Verbindung zu stehen.

OMIM: METASTASIS-ASSOCIATED GENE 3; MTA3

  • SNP: rs930421 Position: 42834743; Exon of MTA3 64
    p: 5.64E−06
    Assoziiert mit allen AD(H)S-Symptomen
  • SNP: rs6719977 Position: 42839307; Within 2 kb downstream of MTA3 64
    p: 1.67E−06
    Assoziiert mit Hyperaktivität und Impulsivität

1.53. SPERMATOGENESIS-ASSOCIATED PROTEIN 13; SPATA13 (ARHGEF29, FLJ31208) (Chromosom 13q12.12)

Weitere Namen: Spermatogenesis Associated 13, ARHGEF29, ASEF2, APC-Stimulated Guanine Nucleotide Exchange Factor

Das Protein SPATA13 ermöglicht Guanyl-Nukleotid-Austauschfaktor-Aktivität für die GTPasen RHOA, RAC1 und CDC42 und identische Proteinbindungsaktivität. SPATA13 ist beteiligt an der Zellmigration, der Bildung von an die Plasmamembran gebundenen Zellfortsätzen, an der Regulierung der Zellmigration, sowie am Adhäsionsaufbau und -abbau durch einen von RAC1, PI3K, RHOA und AKT1 abhängigen Mechanismus. SPATA13 erhöht sowohl die RAC1- als auch die CDC42-Aktivität, vermindert jedoch die Menge an aktivem RHOA. SPATA13 ist erforderlich für die Hochregulierung von MMP9 über den JNK-Signalweg in kolorektalen Tumorzellen. SPATA13 ist an der Tumorangiogenese beteiligt und spielt möglicherweise eine Rolle bei der Bildung von Darmadenomen und der Tumorprogression. SPATA13 findet sich in mehreren zellulären Komponenten, einschließlich Filopodium, Lamellipodium und Kräuselmembran.121
SPATA13 ist assoziiert mit

  • Optische Atrophie 3, autosomal-dominant
  • Dravet-Syndrom

OMIM: SPERMATOGENESIS-ASSOCIATED PROTEIN 13; SPATA13

  • SNP: rs17079773 Position: 23496384; In intron of SPATA13 64
    Assoziiert mit Unaufmerksamkeit
    p: 4.71E-06

1.43. SOLUTE CARRIER FAMILY 9 (SODIUM/HYDROGEN EXCHANGER, FLJ35613, NHE9, isoform 9, member 9); SLC9A9 (Chromosom 3q24)

Das SLC9A9-Gen kodiert einen Natrium/Protonen-Austauscher aus der zur Familie der Solute-Carrier-9-Proteine. Das kodierte Protein ist in den späten Recycling-Endosomen lokalisiert und scheint für die Aufrechterhaltung der Kationenhomöostase relevant zu sein. Mutationen werden mit Autismus und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in Verbindung gebracht.

OMIM: SOLUTE CARRIER FAMILY 9 (SODIUM/HYDROGEN EXCHANGER), MEMBER 9; SLC9A9

Das SLC9A9-Gen wurde in einer Studie von 2006 mit p = 0,01 als ein Kandidatengen für AD(H)S identifiziert.6 Eine andere Studie fand SLC9A9 (Variante rs7621206) als eines der 20 wahrscheinlichsten unter von 96 Kandidatengenen. 2

1.58. INTEGRIN, ALPHA-E; ITGAE, CD103 (Chromosom 17p3.2)

Integrine sind Membranproteine. Sie durchqueren als Transmembranproteine die Zellmembran, in der sie fest verankert sind. Sie bilden eine wichtige Funktion in der Zellsignaltransduktion. Sie verbinden einzelne Zellen untereinander sowie Zellen mit der Extrazellulärmatrix (Adhäsion). Integrine werden daher auch Adhäsionsmoleküle genannt.

Das Integrinprotein alpha E (ITGAE) bindet Integrin beta 7 (β7- ITGB7), um das vollständige heterodimere Integrinmolekül αEβ7 zu bilden. Die β7-Untereinheit kann mit anderen Integrin-α-Ketten, wie z. B. α4 (CD49d).

OMIM: INTEGRIN, ALPHA-E

  • SNP: rs220470 Position: 3611724; In intron of ITGAE64
    P: 1.34E−07
    Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.59. INTEGRIN, ALPHA-11; ITGA11 (Chromosom 15q23)

Integrine sind Membranproteine. Sie durchqueren als Transmembranproteine die Zellmembran, in der sie fest verankert sind. Sie bilden eine wichtige Funktion in der Zellsignaltransduktion. Sie verbinden einzelne Zellen untereinander sowie Zellen mit der Extrazellulärmatrix (Adhäsion). Integrine werden daher auch Adhäsionsmoleküle genannt.

Das Protein ITGA11 enthält eine I-Domäne. Es wird im Muskelgewebe exprimiert und dimerisiert in vitro mit Beta-1-Integrin, wodurch es Kollagen zu binden scheint. Daher könnte ITGA11 an der Bindung von Muskelgewebe an die extrazelluläre Matrix beteiligt sein. Es wurden alternative transkriptionelle Spleißvarianten gefunden.

OMIM: INTEGRIN, ALPHA-11

  • rs7164335 66502086 In intron of ITGA1164
    p: 1.30E−07
    Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.62. CATENIN ALPHA-2; CTNNA2 (Chromosom 2p12)

Das Protein CTNNA2 ermöglicht Aktinfilament-Bindungsaktivität. Es ist beteiligt an folgenden Funktionen:

  • Hemmung der durch den Arp2/3-Komplex vermittelten Aktinnukleation und der Arp2/3-vermittelten Aktinpolymerisation Dadurch unterdrückt es übermäßige Aktinverzweigungen, die das Wachstum und die Stabilität von Neuriten beeinträchtigen würden.122
  • Regulierung der Neuronenmigration / Entwicklung des Nervensystems
  • Regulierung der Entwicklung von Neuronenprojektionen
  • Bindeglied zwischen Cadherin-Adhäsionsrezeptoren und dem Zytoskelett, um die Zell-Zell-Adhäsion und Differenzierung im Nervensystem zu regulieren.
  • Regulation der kortikalen neuronalen Migration und des Neuritenwachstums.
  • Regulation der morphologische Plastizität von Synapsen und die Laminierung von Kleinhirn und Hippocampus während der Entwicklung.
  • Kontrolle der Schreckmodulation.

Es ist beteiligt an folgenden Störungsbildern:

  • komplexe kortikale Dysplasie mit anderen Hirnfehlbildungen 9 (CDCBM9)
  • Hereditary Breast Ovarian Cancer Syndrome

OMIM: CATENIN, ALPHA-2

  • SNP: rs13395022 Position: 79735768; In intron of CTNNA264
    p: 9.68E−06

1.63. NEURON NAVIGATOR 2; NAV2 (APC down-regulated 1, FLJ10633, FLJ11030, FLJ23707, HELAD1, KIAA1419, POMFIL2, RAINB1, helicase, pore membrane and/or filament interacting like protein 2, retinoic acid inducible gene in neuroblastoma 1; Chromosom 11p15.1)

Das Protein Neuron Navigator 2 (NAV2) ist ein Mitglied der Neuron-Navigator-Proteinfamilie-NAV2 ist im Zentralnervensystem (ZNS) weit verbreitet, insbesondere im sich entwickelnden Kleinhirn (Verebellum) häufig. NAV2 ist entscheidend für die Dynamik des Zytoskeletts und das Wachstum von Neuriten. Nav2-Mangel bewirkt bei Mäusen eine Kleinhirnhypoplasie mit abnormaler Faltung aufgrund eines gestörten axonalen Auswachsens, Corpus-Callosum-Hypo-Dysgenesie und Agenesie der Riechkolben. NAV2-Mangel ist mit zellulären Migrationsdefiziten verbunden. NAV2-Anomalien sind meist letal.123

OMIM: NEURON NAVIGATOR 2

  • SNP: rs874426 Position: 19526139; In intron of NAV264
    p: 3.75E−06

1.65. POTASSIUM CHANNEL-INTERACTING PROTEIN 4, KCNIP4, (Chromosom 4p15.3-p15.2)

Das Protein KCNIP4 ist ein Mitglied der Familie der spannungsabhängigen Kalium (Kv)-Kanal-interagierenden Proteine (KCNIPs), die zum Recoverin-Zweig der EF-Hand-Superfamilie gehören. Die Mitglieder der KCNIP-Familie sind kleine kalziumbindende Proteine mit EF-Hand-ähnliche Domänen, die sich voneinander durch den N-Terminus unterscheiden. Sie sind integrale Untereinheitskomponenten von nativen Kv4-Kanalkomplexen. Sie können die A-Typ-Ströme und damit die neuronale Erregbarkeit als Reaktion auf Veränderungen des intrazellulären Kalziums regulieren. Dieses Proteinmitglied interagiert auch mit Presenilin. Für dieses Gen wurden mehrere alternativ gespleißte Transkriptvarianten identifiziert, die verschiedene Isoformen kodieren. Es ist involviert in die kardiale Erregungsleitung, in die Regulation der nuklearen Beta-Catenin-Signalübertragung und in die Transkription von Zielgenen. .
124

KCNIP4 ist assoziiert mit

  • Synovialangiom
  • angeborene Kapillarmissbildungen

OMIM: POTASSIUM CHANNEL-INTERACTING PROTEIN 4, KCNIP4

  • SNP rs876477 Position: 20766026; Intron of KCNIP464
    p: 2.69E−05

1.66. POTASSIUM CHANNEL-INTERACTING PROTEIN 1; KCNIP1

Das Protein KCNIP1 (Potassium Voltage-Gated Channel Interacting Protein 1) ist mit der kardialen Erregungsleitung verknüpft. Assoziierte Krankheiten sind Epilepsie, idiopathische generalisierte und diastolische Hypertonie.

OMIM: POTASSIUM CHANNEL-INTERACTING PROTEIN 1; KCNIP1

  • SNP: rs1541665 Position: 170075495; Intron of KCNIP164
    p: 5.60E−05

1.67. DIPEPTIDYL PEPTIDASE X; DPP10 (Chromosom 2q14.1)

Das DPP10-Protein ist ein Single-Pass-Typ-II-Membranprotein aus der S9B-Familie im Clan SC der Serinproteasen. Es scheint keine nachweisbare Proteaseaktivität zu haben, was höchstwahrscheinlich auf das Fehlen des konservierten Serinrestes zurückzuführen ist, der normalerweise in der katalytischen Domäne von Serinproteasen vorhanden ist. Es bindet jedoch spezifische spannungsabhängige Kaliumkanäle und verändert deren Expression und biophysikalische Eigenschaften. DPP10-Mutationen sind mit Asthma und Autismus-Spektrum-Störungen korreliert.

OMIM: DIPEPTIDYL PEPTIDASE X; DPP10

  • SNP: rs272000 116372265; Within 50 kb downstream of DPP1064
    p: 9.10E−06

1.68. FRAGILE HISTIDINE TRIAD GENE; FHIT (Chromosom 3p14.2)

Das Gen Fragiles Histidin-Triad-Protein (FHIT, Bis(5’-Adenosyl)-Triphosphatase)gehört zur Familie der Histidin-Triade-Gene. FHIT kodiert eine Diadenosin-P1,P3-bis(5’-Adenosyl)-Triphosphat-Adenylohydrolase, die am Purinstoffwechsel beteiligt ist. Aberrante Transkripte dieses Gens fanden sich bei rud der Hälfte aller Ösophagus-, Magen- und Kolonkarzinome. FHIT wirkt als Tumorsuppressor, auch synergistisch mit dem Tumorsuppressor VHL, und schützt vor chemisch induziertem Lungenkrebs sowie bei HER2/neu-induziertem Brustkrebs.

OMIM: FRAGILE HISTIDINE TRIAD GENE; FHIT

  • SNP: rs6791644 60746148; In intron of FHIT64
    p: 8.32E−06

1.76. DIRAS FAMILY, GTP-BINDING RAS-LIKE PROTEIN 2; DIRAS2 (Chromosom 9q22.2)

Das Protein DIRAS2 gehört zu einem Zweig der funktionell vielfältigen Ras-Superfamilie von monomeren GTPasen. Es zeigt geringe GTPase-Aktivität und liegt überwiegend in der GTP-gebundenen Form vor.

OMIM: DIRAS FAMILY, GTP-BINDING RAS-LIKE PROTEIN 2; DIRAS2

DIRAS2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.125

1.80. TRANSMEMBRANE PROTEIN 161B; TMEM161B

Das Protein TMEM161B scheint

  • Nukleinsäure-Bindungsaktivität zu ermöglichen
  • an der DNA-Integration beteiligt zu sein
  • integraler Bestandteil der Zellmembran zu sein

GeneCards Zusammenfassung für TMEM161B Gen
TMEM161B (Transmembranprotein 161B) ist ein Protein kodierendes Gen. Zu den Krankheiten, die mit TMEM161B assoziiert sind, gehören Brachialplexusneuritis und Bruxismus. Gene Ontology (GO)-Anmerkungen zu diesem Gen umfassen Nukleinsäurebindung. Ein wichtiger Paralog dieses Gens ist TMEM161A.

UniProtKB/Swiss-Prot Zusammenfassung für TMEM161B Gen
Wesentlich für die Aufrechterhaltung eines normalen Herzrhythmus im sich entwickelnden Herzen und für das Überleben von Neugeborenen (By similarity). Hemmt Kalium- und Kalziumströme in den Kardiomyozyten, was zu einer rechtzeitigen Repolarisierung des Aktionspotenzials beiträgt und dadurch einen normalen Herzrhythmus aufrechterhält (By similarity). T161B_HUMAN,Q8NDZ6

TMEM161B wird aks Kandidatengen für Depression und für Persönlichkeitsausprägungen betrachtet.126

TMEM161B ist ein Kandidatengen für AD(H)S.99

1.82. PPD1, p53-induced death domain protein, LRDD, LEUCINE-RICH REPEATS- AND DEATH DOMAIN-CONTAINING PROTEIN; 11p15.5

Das von diesem Gen kodierte Protein enthält eine leucinreiche Wiederholung und eine Todesdomäne. Dieses Protein interagiert nachweislich mit anderen Todesdomänen-Proteinen, wie Fas (TNFRSF6)-assoziiert über die Todesdomäne (FADD) und MAP-Kinase-aktivierendes Todesdomänen-enthaltendes Protein (MADD), und könnte somit als Adaptorprotein in zelltodbezogenen Signalprozessen fungieren. Es wurde festgestellt, dass die Expression des Maus-Gegenstücks dieses Gens durch den Tumorsuppressor p53 positiv reguliert wird und als Reaktion auf DNA-Schäden die Zellapoptose auslöst, was auf eine Rolle dieses Gens als Effektor der p53-abhängigen Apoptose schließen lässt. Es wurde über drei alternativ gespleißte Transkriptvarianten berichtet, die für unterschiedliche Isoformen kodieren. Neben seiner pro-apoptotischen Funktion ist es möglicherweise auch an der DNA-Reparatur als Teil eines Proteinkomplexes beteiligt, der zusammen mit der katalytischen Untereinheit der DNA-PK (DNA-PKcs) und Caspase 2 gebildet wird.127

OMIM: LRDD / PIDD1, LEUCINE-RICH REPEATS- AND DEATH DOMAIN-CONTAINING PROTEIN; 11p15.5

Erhöhte Expression und verringerte Methylierung bei AD(H)S.71

1.83. C2orf82 (ASCL830, UNQ830, SNORC secondary ossification center associated regulator of chondrocyte maturation)

Vormutlich

  • beteiligt an Knorpelentwicklung
  • im extrazellulären Bereich zu finden
  • integraler Bestandteil der Membran
  • in der Zellperipherie aktiv.

Findet sich

  • in der kollagenhaltigen extrazellulären Matrix
  • im Zytoplasma

Verringerte Expression und erhöhte Methylierung bei AD(H)S.71

1.84. CADM1, CELL ADHESION MOLECULE 1 (TSLC1, IGSF4)

Das Protein CADM1 ermöglicht Signalrezeptor-Bindungsaktivität. CADM1 ist beteiligt an

  • Zellerkennung
  • positive Regulierung der Zytokinproduktion
  • fördert die Zytotoxizität natürlicher Killerzellen (NK)
  • fördert die Sekretion von Interferon-gamma (IFN-gamma)
  • Organisation von Zelladhäsion (Zellverbindungen).
  • relevant für das Überleben von Mastzellen
  • vermittelt in Mastzellen Bindung an und Kommunikation mit Nerven
  • wirkt als synaptisches Zelladhäsionsmolekül
  • spielt eine Rolle bei der Bildung von dendritischen Stacheln und beim Synapsenaufbau
  • Kann an der neuronalen Migration, dem Axonwachstum, der Wegfindung und der Faszikulation auf den Axonen von sich differenzierenden Neuronen beteiligt sein

Befindet sich in der Plasmamembran.
Wird bei Brustkrebs und Prostatakrebs eingesetzt.

Assoziierte Krankheiten:

  • Cervix Uteri Carcinoma In Situ
  • Retroperitoneal Fibrosis

OMIM: CADM1, CELL ADHESION MOLECULE 1

Der CADM1 rs10891819 Genotyp (T-Allele) korrelierte in einer Untersuchung negativ mit Fehlern im Stroop-Test, demnach positiv mit Inhibitionsfähigkeit und daher AD(H)S-protektiv.128

1.87. FEZF1-AS1, FEZF1 antisense RNA 1 (Chromosom 7q31.32)

FEZF1-AS1 ist kein Protein-, sondern ein RNA-Gen aus der Klasse der lncRNA. FEZF1-AS1 ist mit folgenden Krankheiten assoziiert:

  • duktales Adenokarzinom des Pankreas
  • Magenkrebs.

OMIM: FEZF1-AS1

rs3958046 des FEZF1-AS1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.111129

rs11767283 korreliert mit dem Alter beim ersten Geschlechtsverkehr
rs11767283 korreliert mit Ernährung
rs145467198 korreliert mit der Knochenmineraldichte der Ferse
rs7779018 korreliert mit Schizophrenie

1.88. B4GALT2, UDP-GAL:BETA-GlcNAc BETA-1,4-GALACTOSYLTRANSFERASE, POLYPEPTIDE 2

Das B4GALT2-Protein ist eine von sieben beta-1,4-Galaktosyltransferasen (beta4GalT). Dies sind membrangebundene Glykoproteine vom Typ II, die offenbar ausschließlich für das Donorsubstrat UDP-Galaktose spezifisch sind. Alle übertragen Galaktose in einer beta1,4-Bindung auf ähnliche Akzeptorzucker: GlcNAc, Glc, und Xyl.
B4GalT2 dient

  • Metabolism and Transport zum Golgi und der anschließende Modifikation.
  • Galaktosyltransferase-Aktivität
  • Synthese komplexer N-verknüpfter Oligosaccharide in vielen Glykoproteinen sowie der Kohlenhydratbestandteile von Glykolipiden
  • N-Acetyllactosamin-Synthase-Aktivität
    Seine Substratspezifität wird durch alpha-Lactalbumin beeinflusst, aber es wird im laktierenden Brustgewebe nicht exprimiert.

Für dieses Gen wurden drei Transkriptvarianten gefunden, die für zwei verschiedene Isoformen kodieren.
Bit B4GALT2 ist das Ehlers-Danlos-Syndrom assoziiert,

OMIM: B4GALT2, UDP-GAL:BETA-GlcNAc BETA-1,4-GALACTOSYLTRANSFERASE, POLYPEPTIDE 2

Bei B4GALT2 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1

1.90. TLE1, TRANSDUCIN-LIKE ENHANCER OF SPLIT 1

Das Protein TLE1 ist Teil des beta-Catenin-TCF-Komplexes. Es findet sich im Zytosol und Nukleoplasma.
TLE1

  • ermöglicht identische Proteinbindungsaktivität und Transkriptions-Corepressor-Aktivität.
  • bindet an eine Reihe von Transkriptionsfaktoren
  • Hemmung der durch FOXA2 und durch Mitglieder der CTNNB1- und TCF-Familie bei der Wnt-Signalgebung vermittelten Transkriptionsaktivierung
  • Verstärkund der FOXG1/BF-1- und HES1-vermittelte Transkriptionsrepression
  • Hemmung der Signalübertragung und Expression von NF-kappa-B / kappa-B-Kinase
  • Hemmung der Anoikis
  • beeinflusst Entwicklungs-Notch-Signalweg
  • beeinflusst RNA-Polymerase-I-Promoteröffnung
  • Koaktivator für ESRRG

TLE1 ist assoziiert mit den Krankheiten

  • Kernbindungsfaktor Akute myeloische Leukämie
  • Glomerulärer Tumor

OMIM: TLE1, TRANSDUCIN-LIKE ENHANCER OF SPLIT 1

Bei TLE1 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1 TLE1 war bereits in einer anderen Untersuchung als Kandidatengen für AD(H)S aufgefallen.130

1.91. ANK3, ANKYRIN 3, Node Of Ranvier, Ankyrin-G, MRT37

Das Protein Ankyrin-3 unterscheidet sich immunologisch von den Ankyrinen ANK1 und ANK2. Es findet sich am axonalen Anfangsabschnitt und an den Ranvier-Knoten von Neuronen im zentralen und peripheren Nervensystem.
Im Nervensystem findet sich Ankyrin-G spezifisch an der neuromuskulären Verbindung, dem Anfangsabschnitt des Axons und den Ranvier-Knoten. Innerhalb der Ranvier-Knoten, wo Aktionspotenziale aktiv weitergeleitet werden, ist ANK3 ein intermediärer Bindungspartner für Neurofascin und spannungsgesteuerte Natriumkanäle. ANK3 ist für die normale Anhäufung von spannungsabhängigen Natriumkanälen am Axonhügel und für die Auslösung von Aktionspotenzialen erforderlich.131

ANK3 ist assoziiert mit

  • Brugada-Syndrom, einer Form von Herzrhythmusstörungen.
  • bipolare Störung
  • geistige Behinderung.

OMIM: ANK3, ANKYRIN 3

Bei ANK3 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1 Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.92. TRIO, TRIPLE FUNCTIONAL DOMAIN

Einige Isoformen von Kalirin und Trio sind in neuroendokrinen Zellen von Mäusen und Ratten mit unreifen sekretorischen Granula kolokalisiert und modulieren deren Ladungssekretion.
Die Überexpression ihrer N-terminalen GEF-Domänen verstärkte die Sekretion aus den unreifen Granula, sodass die Zellen in Abwesenheit des Sekretagogums (dem Mittels, das ihre Sekretion bewirkte) ihre sekretorische Ladung verloren. Diese Reaktion erforderte GEF-Aktivität und wurde durch die Kalirin/Trio-Substrate Rac1 und RhoG nachgeahmt. Eine selektive pharmakologische Hemmung der endogenen GEF-Aktivität verringerte die Sekretagog-unabhängige Freisetzung von Hormonvorläufern und führte zu einer Anhäufung des Produktpeptids in reifen sekretorischen Granula. Die Modulation der Cargo-Sekretion aus unreifen Granula durch Kalirin/TRIO ermöglicht den sekretorischen Zellen eine zusätzliche Kontrolle über die freigesetzten Peptidmengen und erweitert die Bandbreite der auslösbaren physiologischen Reaktionen. .

TRIO (Aminosäuren 1227-1407) katalysiert den Nukleotidaustausch für Rac1. Das all-alpha-helicale Protein hat eine zu anderen Austauschfaktoren sehr abweichende Struktur. Auf der Grundlage von ortsgerichteter Mutagenese identifizierten die Autoren funktionell wichtige Reste der DH-Domäne. Sie sind alle hoch konserviert und befinden sich in unmittelbarer Nähe auf 2 Alpha-Helices. Darüber hinaus entdeckten Liu et al. (1998) eine einzigartige Fähigkeit der Pleckstrin-Homologie (PH)-Domäne, den Nukleotidaustausch in DH-Domäne-haltigen Proteinen zu verbessern.

OMIM: TRIO, TRIPLE FUNCTIONAL DOMAIN

Bei TRIO fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1

1.94. SYNE1, SPECTRIN REPEAT-CONTAINING NUCLEAR ENVELOPE PROTEIN 1

SYNE1 ist eines der größten Gene des menschlichen Genoms und deshalb für Mutationen oder Gendefekte besonders anfällig. Seine längste Isoform umfast 146 Exons, die für das synaptische Kernhüllenprotein 1 mit 8797 Aminosäuren kodieren. Das das synaptische Kernhüllenprotein 1 (Nesprin 1, Kernhüllenspektrin 1) gehört zur Spektrin-Familie von Strukturproteinen, deren gemeinsame Funktion darin besteht, die Plasmamembran mit dem Aktin-Zytoskelett zu verbinden. SYNE1 kodiert für ein Protein, das für den Erhalt des Kleinhirns wichtig ist - des Teils des Gehirns, der komplexe Körperbewegungen koordiniert. Abgeschnittene rezessive Mutationen in SYNE1 führen zu einer langsam fortschreitenden, relativ reinen Kleinhirnataxie mit nur wenigen außerzerebellären Symptomen (spinozerebelläre Ataxie, autosomal-rezessiv 8; SCAR8/autosomal-rezessive Kleinhirnataxie Typ 1, ARCA1)132((

OMIM: SYNE1, SPECTRIN REPEAT-CONTAINING NUCLEAR ENVELOPE PROTEIN 1

Bei SYNE1 fand eine Untersuchung eine Veränderung der Expression bei AD(H)S.1 Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.96. BMPR1B (Bone morphogenetic protein receptor type-1B, CDw293, Cluster of differentiation w293)

BMPR1B ist ein Mitglied der Familie der transmembranen Serin/Threonin-Kinasen, die zu den Rezeptoren für morphogenetische Knochenproteine (BMP) gehören. Die Liganden dieses Rezeptors sind BMPs der TGF-beta-Superfamilie. BMPs sind an der endochondralen Knochenbildung und der Embryogenese beteiligt. Diese Proteine leiten ihre Signale durch die Bildung heteromerer Komplexe aus zwei verschiedenen Typen von Serin-(Threonin-)Kinase-Rezeptoren weiter: Typ-I-Rezeptoren mit etwa 50-55 kD und Typ-II-Rezeptoren mit etwa 70-80 kD. Typ-II-Rezeptoren binden Liganden in Abwesenheit von Typ-I-Rezeptoren, benötigen aber ihre jeweiligen Typ-I-Rezeptoren für die Signalübertragung, während Typ-I-Rezeptoren ihre jeweiligen Typ-II-Rezeptoren für die Ligandenbindung benötigen,.
Der BMPR1B-Rezeptor spielt eine Rolle bei der Bildung der mittleren und proximalen Phalangen.133

BMPR1B-Gen-Mutationen wurden mit primärer pulmonaler Hypertonie in Verbindung gebracht.

BMPR1B findet sich in präpartilaginären Verdichtungen (beim Kükenembryo). BMPR1B ist der wichtigste Signalübermittler in diesen Verdichtungen. BMPR1B übermittelt GDF5 effektiver als BMPR1A. Während BMPR1A-KO-Mäuse in einem frühen Embryonalstadium sterben, sind BMPR1B-KO-Mäuse lebensfähig.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.97. CACNA1C, Calcium Voltage-Gated Channel Subunit Alpha1 C

Weitere Namern: CACH2, CACN2, CACNL1A1, CCHL1A1, LQT8, TS, Calcium Channel, Voltage-Dependent, L Type, Alpha 1C Subunit

Porenbildende Alpha-1C-Untereinheit des spannungsgesteuerten Kalziumkanals, der L-Typ-Kalziumströme hervorruft. Vermittelt den Einstrom von Kalziumionen in das Zytoplasma und löst dadurch die Kalziumfreisetzung aus dem Sarkoplasma aus. Wichtig für die Erregungs-Kontraktions-Kopplung im Herzen. Erforderlich für normale Herzentwicklung und normale Herzrhythmus-Regulierung. Erforderlich für die normale Kontraktion glatter Muskelzellen in Blutgefäßen und im Darm. Wesentlich für die normale Blutdruckregulierung durch seine Rolle bei der Kontraktion der glatten Muskelzellen der Arterien.134
Wirkt als Rezeptor für Influenzaviren.Könnte relevant sein für Ermöglichung des Viruseintritts, wenn es sialyliert und auf Lungengewebe exprimiert wird

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.98. CACNB2, Calcium Voltage-Gated Channel Auxiliary Subunit Beta 2

Weitere Namen: CACNLB2, MYSB, Voltage-Dependent L-Type Calcium Channel Subunit Beta-2, Calcium Channel, Voltage-Dependent, Beta 2 Subunit

Das Protein CACNB2 ist verwandt mit den Signalwegen

  • der sensorischen Verarbeitung von Schall
  • der CREB Pathway

CACNB2 trägt zur Funktion des Kalziumkanals bei, indem sie den Spitzen-Kalziumstrom erhöht, die Spannungsabhängigkeit der Aktivierung und Inaktivierung verschiebt, die G-Protein-Hemmung moduliert und das Membran-Targeting der Alpha-1-Untereinheit kontrolliert.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75
Mutationen im CACNB2-Gen wurden neben AD(H)S weiter in Verbindung gebracht mit:135

  • Brugada-Syndrom 4
  • Autismus
  • bipolare Störung
  • schwere depressive Störung
  • Schizophrenie
  • Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndrom136

1.99. DNM1, Dynamin 1

Weitere Namen: DNM, EC 3.6.5.5, Dynamin-1, EIEE31, DEE31

Das DNM1-Protein ist Mitglied der Dynamin-Unterfamilie der GTP-bindenden Proteine. DNM1 besitzt einzigartige mechanochemische Eigenschaften, die zur Tubulierung und Durchtrennung von Membranen verwendet werden, und ist an der Clathrin-vermittelten Endozytose und anderen vesikulären Trafficking-Prozessen beteiligt. Aktin und andere Proteine des Zytoskeletts fungieren als Bindungspartner für das kodierte Protein, das sich auch selbst assemblieren kann, was zu einer Stimulation der GTPase-Aktivität führt.137
DNM1 ist verbunden mit den Signalwegen des Integrin-Wegs und der Entwicklung des Nervensystems.

Mutationen in DNM1 sind assoziiert mit

  • einer schweren Form von Epilepsie im Kindesalter (Entwicklungs- und epileptischen Enzephalopathie)
  • Lennox-Gastaut Syndrome

Bei den meisten pathogenen Varianten handelt es sich um Missense-Varianten, die nachweislich die Endozytose synaptischer Vesikel auf dominant-negative Weise beeinträchtigen.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.100. DPP6, Dipeptidyl-Aminopeptidase-ähnliches Protein 6

Weitere Namen: Dipeptidyl Peptidase Like 6, DPPX, DPL1, Dipeptidyl Aminopeptidase-Like Protein 6, Dipeptidyl Peptidase VI, Dipeptidyl-Peptidase 6, Dipeptidyl Peptidase 6, DPP VI

DPP6 ist ein Single-Pass-Typ-II-Membranprotein aus der S9B-Familie im Clan SC der Serinproteasen. DPP6 hat keine nachweisbare Proteaseaktivität, was höchstwahrscheinlich auf das Fehlen des konservierten Serinrestes zurückzuführen ist, der normalerweise in der katalytischen Domäne von Serinproteasen vorhanden ist. Es bindet jedoch spezifische spannungsabhängige Kaliumkanäle und verändert deren Expression und biophysikalische Eigenschaften.138
DPP6

  • fördert die Zelloberflächenexpression des Kaliumkanals KCND2
  • moduliert die Aktivität und die Gating-Eigenschaften des Kaliumkanals KCND2
  • hat keine Dipeptidylaminopeptidase-Aktivität

Mit DPP6 assoziierte Krankheiten sind:

  • Intellektuelle Entwicklungsstörung, Autosomal Dominant 33
  • Kammerflimmern, Paroxysmal Familial, 2.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.101. EMP2, Epithelial Membrane Protein 2

Weitere Namen: XMP, Protein XMP, EMP-2

EMP2 ist ein Tetraspan-Protein der PMP22/EMP-Familie. EMP2 reguliert die Zusammensetzung der Zellmembran. Es beeinflusst

  • Endozytose
  • Zellsignalisierung
  • Zellproliferation
  • Zellmigration
  • Zelladhäsion
  • Zelltod
  • Cholesterinhomöostase
  • Albuminausscheidung im Urin
  • Embryoimplantation
  • fördert Angiogenese und Vaskulogenese durch Induktion von VEGFA über einen HIF1A-abhängigen Weg
  • hemmt Caveolin-1 durch Erhöhung des lysosomalen Abbaus
  • aktiviert PTK2 und reguliert dadurch die Dichte der fokalen Adhäsion, die F-Actin-Konformation und die Zelladhäsionsfähigkeit
  • moduliert die Funktion bestimmter Integrin-Isomere in der Plasmamembran
  • reguliert die Oberflächenexpression von MHC1 und ICAM1.

EMP2 ist assoziert mit den Krankheiten

  • nephrotisches Syndrom Typ 10 (NPHS10)
  • genetisches Steroid-resistentes Nephrotische Syndrom. Zu den verwandten Pathways gehören das nephrotische Syndrom. Gene Ontology (GO)-Anmerkungen zu diesem Gen umfassen Proteinkinase-Bindung und Kinase-Bindung. Ein wichtiger Paralog dieses Gens ist PMP22.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.102. HAS3, Hyaluronan-Synthase 3

Das Enzym HAS3 ist an der Synthese des unverzweigten Glykosaminoglykans Hyaluronan oder Hyaluronsäure beteiligt, das ein Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix ist. HAS3 scheint ein Regulator der Hyaluronansynthese zu sein.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.103. ITIH3, Inter-Alpha-Trypsin Inhibitor Heavy Chain 3

Weitere Namen: Inter-Alpha-Trypsin Inhibitor Heavy Chain H3, H3P, Inter-Alpha (Globulin) Inhibitor, H3 Polypeptide, Pre-Alpha (Globulin) Inhibitor, H3 Polypeptid

Das Protein ITIH3 ist eine Untereinheit der schweren Kette des Prä-Alpha-Trypsin-Inhibitor-Komplexes. Durch Bindung von Hyaluronsäure kann dieser Komplex die extrazelluläre Matrix stabilisieren. Es scheint Reaktion auf erhöhtes zytosolisches Ca2+ der Blutplättchen und Zelladhäsion_Zell-Matrix-Glykokonjugate zu bilden. Es steht in Verbindung mit Endopeptidase-Inhibitor-Aktivität vom Serin-Typ und Endopeptidase-Inhibitor-Aktivität.139

ITIH3 ist assoziiert mit

  • Schizophrenie
  • schwere depressive Störungen

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.104. STT3A, STT3 Oligosaccharyltransferase Complex Catalytic Subunit A

Witere Namen: STT3-A, TMC, Integral Membrane Protein 1, ITM1, Dolichyl-Diphosphooligosaccharide–Protein Glycosyltransferase Subunit STT3A, STT3A, Catalytic Subunit Of The Oligosaccharyltransferase Complex, Dolichyl-Diphosphooligosaccharide Protein Glycotransferase, Oligosaccharyl Transferase Subunit STT3A, Transmembrane Protein TMC

Das Protein STT3A ist eine katalytische Untereinheit des N-Oligosaccharyltransferase (OST)-Komplexes, der im endoplasmatischen Retikulum Glykanketten auf Asparaginreste von Zielproteinen überträgt. Es steht in Verbindung mit der CFTR-Aktivierung durch S-Nitrosoglutathion (normal und CF) und der Translation von Strukturproteinen.
STT3A ist assoziiert mit

  • angeborene Störung der Glykosylierung, Typ Iw, autosomal rezessiv
  • angeborene Störung der Glykosylierung, Typ Iw, autosomal dominant.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.105. MAN2A2, Mannosidase Alpha Class 2A Member 2

Weitere Namen: MANA2X, Mannosyl-Oligosaccharide 1,3-1,6-Alpha-Mannosidase, Alpha-Mannosidase IIx, Alpha-Mannosidase 2x, EC 3.2.1.114

Das Protein MAN2A2 soll Alpha-Mannosidase-Aktivität ermöglichen. Es scheint an der N-Glykanverarbeitung beteiligt, indem es den ersten Schritt in der Biosynthese von komplexen N-Glykanen katalysiert. MANA2A2 ist an der Proteindeglykosylierung beteiligt. Es ist vermutlich ein integrativer Bestandtteil der Membran und in der Golgi-Membran aktiv.
Glycosylasen sind eine Gruppe von Enzymen, die Glucosidasen, Mannosidasen und Heparanasen umfasst. Es gibt zwei Glucosidase-Subtypen, die beide im Darm vorkommen. Sie hydrolysieren endständige (1,4)-Alpha-Glucosidbindungen und (1,6)-Beta-Glucosidbindungen und setzen dabei Alpha-Glucose und Beta-Glucose frei.
MAN2A2 ist assoziiert mit abdominaler Adipositas - Metabolisches Syndrom Quantitative Trait Locus 2.140

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.108. NCL, Nucleolin

Weitere Namen: Nsr1, C23, Protein C23

NCL ist das wichtigste eukaryotische nukleolare Phosphoprotein und an der Synthese und Reifung von Ribosomen beteiligt. Es befindet sich hauptsächlich in dichten fibrillären Regionen des Nukleolus. NCL induziert die Chromatindekondensation durch Bindung an Histon H1. NCL scheint eine Rolle bei der prä-rRNA-Transkription und dem Ribosomenaufbau zu spiele und am Prozess der Transkriptionsverlängerung beteiligt zu sein.
NCL ist assoziiert mit

  • Ependymom im Kindesalter
  • Spinale Muskelatrophie.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75
Eine andere Untersuchung fand NCL (Variante rs16828074) als wahrscheinlichstes von 96 Kandidatengen.2

1.109. PPP2R2B, Protein Phosphatase 2 Regulatory Subunit Bbeta

Weitere Namen: PR55-BETA, PR52B, Serine/Threonine-Protein Phosphatase 2A 55 KDa Regulatory Subunit B Beta Isoform, PP2A Subunit B Isoform Beta, B55beta, SCA12, Protein Phosphatase 2 (Formerly 2A), Regulatory Subunit B (PR 52), Beta Isoform, Protein Phosphatase 2, Regulatory Subunit B, Beta, PP2A Subunit B Isoform PR55-Beta, PP2A Subunit B Isoform B55-Beta

Das Protein PPP2R2B gehört zur Familie der Protein-Ser/Thr-Phosphatasen sind eine Gruppe von Enzymen, die die Entfernung von Phosphatgruppen von Serin- und/oder Threoninresten durch Hydrolyse von Phosphorsäuremonoestern katalysieren. Sie wirken der Wirkung von Kinasen und Phosphorylasen entgegen, sind an der Signaltransduktion und an der Hemmung von Zellwachstum und -teilung beteiligt.
PPP2R2B moduliert die Substratselektivität und die katalytische Aktivität sowie die Lokalisierung des katalytischen Enzyms in einem bestimmten subzellulären Kompartiment. Isoform 2 ist für die Förderung der proapoptotischen Aktivität erforderlich und reguliert das neuronale Überleben durch das Gleichgewicht zwischen mitochondrialer Spaltung und Fusion

PPP2R2B ist assoziiert mit

  • autosomal-dominante spinozerebelläre Ataxie 12 (SCA12; Degeneration des Kleinhirns und zuweilen von Hirnstamm und Rückenmark; schlechte Koordination von Sprache und Körperbewegungen)
  • autosomal dominante zerebelläre Ataxie

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.113. ATP2C2, ATPase Secretory Pathway Ca2+ Transporting 2

Weitere Namen: SPCA2, KIAA0703, Secretory Pathway Ca(2+)-Transporting ATPase Type 2, ATPase, Ca++ Transporting, Type 2C, Member 2, Calcium-Transporting ATPase Type 2C Member 2

Das Protein ATP2C2 ermöglicht die Aktivität des Kalziumtransporters vom P-Typ und des Mangantransporters vom P-Typ. ATP2C2 scheint am Transmembrantransport von Kalzium-Ionen, an der zellulären Kalzium-Ionen-Homöostase und am Mangan-Ionen-Transport beteiligt zu sein. ATP2C2 ist eine ATP-getriebene Pumpe, die den Golgi-Apparat mit Ca(2+)- und Mn(2+)-Ionen versorgt, die beide wesentliche Kofaktoren für die Verarbeitung und den Transport neu synthetisierter Proteine im sekretorischen Weg sind. Innerhalb eines katalytischen Zyklus nimmt es Ca(2+)- oder Mn(2+)-Ionen auf der zytoplasmatischen Seite der Membran auf und gibt sie an die lumenale Seite ab. Der Transfer von Ionen durch die Membran ist an die ATP-Hydrolyse gekoppelt und geht mit einer vorübergehenden Phosphorylierung einher, die die Konformation der Pumpe von einem nach innen gerichteten Zustand in einen nach außen gerichteten Zustand verschiebt ATP2C2 induziert den Ca(2+)-Einstrom unabhängig von seiner ATP-getriebenen Pumpfunktion. ATP2C2 interagiert an der basolateralen Membran von Mammaepithelzellen mit dem Ca(2+)-Kanal ORAI1 und vermittelt den Ca(2+)-Einstrom unabhängig vom Ca(2+)-Gehalt des endoplasmatischen Retikulums oder der Golgi-Speicher. ATP2C2 kann den transepithelialen Transport großer Mengen Ca(2+) für die Milchsekretion durch Aktivierung von Ca(2+)-Einstromkanälen an der Plasmamembran und aktiven Ca(2+)-Transport am Golgi-Apparat erleichtern.141

ATP2C2 ist assoziiert mit

  • spezifischen Sprachstörungen
  • Legasthenie.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75 Eine andere Unterscuhung fand es unter 96 Kandidatengenen.

1.118. MPP6, MAGUK p55 subfamily member 6

Das Protein MPP6 ist Mitglied der Familie der peripheren membranassoziierten Guanylatkinasen (MAGUK, membrane-associated guanylate kinase homologues). Diese sind an der Tumorsuppression und der Rezeptorclusterbildung beteiligt, indem sie Multiproteinkomplexe bilden, die verschiedene Gruppen von Transmembran-, Zytoskelett- und zytoplasmatischen Signalproteinen enthalten.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.119. CNNM2, Cyclin And CBS Domain Divalent Metal Cation Transport Mediator 2

Weitere Namen: ACDP2, Ancient Conserved Domain-Containing Protein 2, Metal Transporter CNNM2, Cyclin M2, Cyclin-M2, HOMGSMR, HOMG6

Das Protein CNNM2 ist ein Transporter für zweiwertige Metallkationen. CNNM2 vermittelt den Transport von zweiwertigen Metallkationen in der Reihenfolge Mg(2+) > Co(2+) > Mn(2+) > Sr(2+) > Ba(2+) > Cu(2+) > Fe(2+). CNNM2 ist ein Mitglied der Familie der Proteine, die alte konservierte Domänen enthalten. Mitglieder dieser Proteinfamilie enthalten ein Cyclin-Box-Motiv und haben strukturelle Ähnlichkeit mit den Cyclinen. CNNM2 spielt möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Magnesiumhomöostase, indem es den epithelialen Transport und die renale Rückresorption von Mg2+ vermittelt.

CNNM2 ist assoziiert mit

  • Hypomagnesiämie
  • Nieren- und Hypomagnesiämie
  • Krampfanfälle
  • mentale Retardierung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.121. AS3MT, Arsenite Methyltransferase

Weitere Namen: CYT19, S-Adenosyl-L-Methionine:Arsenic(III) Methyltransferase, Arsenic (+3 Oxidation State) Methyltransferase, Methylarsonite Methyltransferase, S-Adenosylmethionine:Arsenic (III) Methyltransferase, Methyltransferase Cyt19, EC 2.1.1.137

Das Protein AS3MT spielt eine Rolle im Arsenstoffwechsel. AS3MT katalysiert die Übertragung einer Methylgruppe von S-Adenosyl-L-Methionin (AdoMet) auf dreiwertiges Arsen, wodurch methylierte und dimethylierte Arsenverbindungen entstehen. AS3MT methyliert Arsenit zu Methylarsonat, Me-AsO(3)H(2), das durch Methylarsonatreduktase zu Methylarsonit, Me-As(OH)2, reduziert wird. Methylarsonit ist ebenfalls ein Substrat und wird in die wesentlich weniger toxische Verbindung Dimethylarsinat (Cacodylat), Me(2)As(O)-OH, umgewandelt.

AS3MT ist assoziiert mit

  • Borst-Jadassohn Intraepidermales Karzinom
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.122. CSMD1, CUB And Sushi Multiple Domains 1

Weitere Namen: KIAA1890, PPP1R24, Protein Phosphatase 1, Regulatory Subunit 24, CUB And Sushi Domain-Containing Protein 1, CUB And Sushi Multiple Domains Protein 1

Das Protein CSMD1 ist vermutlich involviert in Lernen und Gedächtnis, Verzweigung der Brustdrüsen bei der Schwangerschaft und Entwicklung der Fortpflanzungsorgane. CSMD1 ist wahrscheinlich ein integraler Bestandteil der Membran. CSMD1 ist ein potentieller Suppressor von Plattenepithelkarzinomen.142

CSMD1 ist assoziiert mit

  • Autismus
  • Schizophrenie

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75 Eine Studie fand CSMD1 (Variante rs6559123) als eines der 20 wahrscheinlichsten unter von 96 AD(H)S-Kandidatengenen. 2

1.123. PALB2, Partner and localizer of BRCA2

Weitere Namen: PALB2, FANCN

Das Protein PALB2-Gen ist für die Erhaltung des Genoms (Reparatur von Doppelstrangbrüchen) zuständig. PALB2 bindet und kolokalisiert mit dem Breast Cancer 2 Early Onset Protein (BRCA2) in Kernfoci und ermöglicht wahrscheinlich die stabile intranukleare Lokalisierung und Akkumulation von BRCA2.

PALB2-Gen ist assoziiert mit

  • erhöhten Brustkrebsrisiko
  • familiären Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Eierstockkrebs
  • Fanconi-Anämie
  • verminderte Fruchtbarkeit (nachgeweisen bei Mäusen)

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.124. ZNF385D, Zinc Finger Protein 385D

Weiter Namen: Zinc Finger Protein 659, ZNF659, FLJ22419

Das Protein ZNF385D ermöglicht sequenzspezifische doppelsträngige DNA-Bindungsaktivität. ZNF385D ist vermutlich im Zellkern aktiv.
ZNF385D ist assoziiert mit

  • Leseschwäche
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.125. FERMT3, FERM Domain Containing Kindlin 3

Weiter Namen: KIND3, MIG2B, URP2, UNC112C, UNC-112 Related Protein 2, Fermitin Family Homolog 3, Unc-112-Related Protein 2

Das Protein FERMT3 ist Mitglied der Kindlins Proteinfamilie, die Protein-Protein-Wechselwirkungen bei der Integrin-Aktivierung vermitteln und dadurch eine Rolle bei Zelladhäsion, Migration, Differenzierung und Proliferation spielen. FERMT3 spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Hämostase und Thrombose. FERMT3 kann auch zur Aufrechterhaltung des Membranskeletts der Erythrozyten beitragen. FERMT3 spielt eine zentrale Rolle bei der Zelladhäsion in hämatopoetischen Zellen. FERMT3 wirkt durch Aktivierung des Integrins beta-1-3 (ITGB1, ITGB2 und ITGB3). FERMT3 ist für Integrin-vermittelte Plättchenadhäsion und Leukozytenadhäsion an Endothelzellen sowie für die Aktivierung von Integrin beta-2 (ITGB2) in polymorphkernigen Granulozyten (PMNs) erforderlich. Isoform 2 kann als Repressor von NF-kappa-B und Apoptose wirken.143
FERMT3 ist assoziiert mit

  • Leukozytenadhäsionsmangel, Typ Iii
  • Kindler-Syndrom

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.126. CHMP7, Charged Multivesicular Body Protein 7

Weitere Namen: Chromatin-Modifying Protein 7, CHMP Family, Member 7, MGC29816

Das Protein CHMP7 ist beteiligt am späten Transport von Endosomen zu Vakuolen, an der Abszission des Mittelkörpers und an der mitotischen Kernteilung. CHMP7 findet sich im Zytosol, in der Kernhülle und im Nukleoplasma. CHMP7 ist Teil des ESCRT III-Komplexes. CHMP7 kolokalisiert mit Chromatin. CHMP7 wird benlötigt zur Rekrutierung des ESCRT-III-Komplexes an die Kernhülle während der späten Anaphase. Zusammen mit SPAST fördert der ESCRT-III-Komplex die Kernhüllen-Versiegelung und den Abbau der mitotischen Spindel während der späten Anaphase. CHMP7 wird während der Anaphase durch LEMD2 an die sich neu formierende Kernhülle rekrutiert. CHMP7 spielt eine Rolle im endosomalen Sortierweg.144

GeneCards Zusammenfassung für CHMP7 Gen
CHMP7 ist assoziiert mit

  • zerebelläre Ataxie Typ 48
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.128. MUCL3, DPCR1, Human diffuse panbronchiolitis critical region 1, Real Time PCR Primer Set

Weitere Namen: Mucin Like 3, C6orf37, PBLT, DPCR1, Diffuse Panbronchiolitis Critical Region Protein 1, Diffuse Panbronchiolitis Critical Region 1, Mucin-Like Protein 3, BCX105N19.6

Das Protein MUCL3 ist vermutlich im Zytoplasma und in der Plasmamembran lokalisiert. Es scheint integraler Bestandteil der Membran zu sein. MUCL3 moduliert möglicherweise die NF-kappaB-Signalübertragung und spielt eine Rolle beim Zellwachstum.145
MUCL3 ist assoziiert mit

  • Panbronchiolitis, diffus
  • spinozerebelläre Ataxie, autosomal rezessiv 8

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.129. PIWIL4, Piwi Like RNA-Mediated Gene Silencing 4

Weitere Namen: HIWI2, Piwi-Like Protein 4, FLJ36156, Miwi2

Das Protein PIWIL4 gehört zur Argonaute-Protein-Familie, die bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Keimbahnstammzellen eine Rolle spielen. PIWIL4 spielt eine zentrale Rolle während der Spermatogenese, indem es transponierbare Elemente unterdrückt und ihre Mobilisierung verhindert, was für die Integrität der Keimbahn wesentlich ist. PIWIL4 wirkt über den piRNA-Stoffwechselprozess, der die Unterdrückung transposabler Elemente während der Meiose durch die Bildung von Komplexen aus piRNAs und Piwi-Proteinen vermittelt und die Methylierung und anschließende Unterdrückung von Transposons steuert. PIWIL4 bindet direkt piRNAs, eine Klasse von RNAs mit 24 bis 30 Nukleotiden, die durch einen Dicer-unabhängigen Mechanismus erzeugt werden und in erster Linie von Transposons und anderen Sequenzwiederholungselementen stammen. PIWIL4 ist assoziiert mit sekundären piRNAs antisense. PIWIL2/MILI ist für diese Assoziation erforderlich. Der piRNA-Prozess wirkt stromaufwärts von bekannten Mediatoren der DNA-Methylierung. PIWIL4 spielt eine Schlüsselrolle in der piRNA-Amplifikationsschleife, auch Ping-Pong-Amplifikationszyklus genannt, indem es als “Slicer-inkompetente” Komponente fungiert, die gespaltene piRNAs von der “Slicer-kompetenten” Komponente PIWIL2 lädt und sie auf genomische Transposon-Loci im Zellkern richtet. PIWIL4 ist möglicherweise am chromatinmodifizierenden Weg beteiligt, indem es die ‘Lys-9’-Methylierung von Histon H3 an einigen Loci induziert. PIWIL4 spielt weiter eine Rolle bei der Regulierung der Aktivitäten somatischer Zellen sowie bei der Funktion der Betazellen der Bauchspeicheldrüse und der Insulinsekretion. PIWIL4 ist an der Aufrechterhaltung der Zellmorphologie und der funktionellen Integrität des Netzhautepithels durch den Akt/GSK3alpha/beta-Signalweg beteiligt. PIWIL4 wirkt bei Überexpression als Onkogen durch Hemmung der Apoptose und Förderung der Zellproliferation in Tumoren mit.146
PIWIL4 ist assoziiert mit

  • Spermatogenic Failure (männliche Unfruchtbarkeit)
  • Gebärmutterhalskrebs.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.130. AK8, Adenylate Kinase 8

Weitere Namen: C9orf98, ATP-AMP Transphosphorylase 8, FLJ32704, AK 8

Das Protein AK8 ermöglicht AMP-Bindungsaktivität und Kinaseaktivität für nukleobasehaltige Verbindungen. AK8 ist an der Nukleosiddiphosphat-Phosphorylierung und am Nukleosidtriphosphat-Biosyntheseprozess beteiligt.
AK8 findet sich im 9+2 motilen Zilium. AK8 ist eine Nukleosidmonophosphat (NMP)-Kinase, die den reversiblen Transfer der terminalen Phosphatgruppe zwischen Nukleosidtriphosphaten und -monophosphaten katalysiert. AK8 hat die höchste Aktivität gegenüber AMP und eine schwächere Aktivität gegenüber dAMP, CMP und dCMP. AK8 zeigt weiter eine breite Nukleosiddiphosphat-Kinase-Aktivität.147

AK8 ist assoziiert mit retikulärer Dysgenese.
Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.131. CFAP221, Cilia And Flagella Associated Protein 221

Weitere Namen: PCDP1, FAP221, Cilia- And Flagella-Associated Protein 221

Das Protein CFAP221 aktiviert vermutlich die Calmodulin-Bindungsaktivität und scheint an der Zilienbildung beteiligt. Es ist wohl stromaufwärts von oder innerhalb der Liquorzirkulation, des Zusammenbaus des beweglichen Ciliums und der mukoziliären Clearance tätig.CFAP221 findet sich wohl im Axonem, in der extrazellulären Region und in der Geißel der Spermien zu finden.148
CFAP221 ist assoziiert mit

  • ziliare Dyskinesie
  • zerebrale Degeneration

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.132. CEP112, Centrosomal Protein 112

Weitere Namen: CCDC46, Coiled-Coil Domain-Containing Protein 46, Centrosomal Protein Of 112 KDa, Centrosomal Protein 112kDa

CEP112 ist ein Coiled-Coil-Domäne enthaltendes Protein und gehört zur Familie der Effektorproteine der Zellteilungssteuerung 42. In Neuronen ist es im Zytoplasma von Dendriten lokalisiert und auch im Zellkern angereichert, wo es mit dem RNA-Polymerase-III-Transkriptionsrepressor Maf1 interagiert, um die Oberflächenexpression des Gamma-Aminobuttersäure-A-Rezeptors zu regulieren. Darüber hinaus wurde das Protein als Bestandteil des menschlichen Zentrosoms identifiziert.149
CEP112 ist assoziiert mit

  • Spermatogenic Failure 44 (männliche Unfruchtbarkeit)
  • Spermatogenic Failure 16.(männliche Unfruchtbarkeit)

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.133. KIF6, Kinesin Family Member 6

Weitere Namen: DJ1043E3.1, DJ137F1.4, DJ188D3.1

Das Protein KIF6 ist Mitglied einer Familie von molekularen Motoren, die am intrazellulären Transport von Proteinkomplexen, Membranorganellen und Ribonukleinsäure-Botenstoffen entlang von Mikrotubuli beteiligt sind. Kinesine funktionieren als homodimere Moleküle mit zwei N-terminalen Kopfdomänen, die sich entlang der Mikrotubuli bewegen, und zwei C-terminalen Schwanzdomänen, die entweder direkt oder indirekt über Adaptermoleküle mit der transportierten Ladung interagieren. Dieses Gen wird ubiquitär in Koronararterien und anderen Gefäßgeweben exprimiert.
KIF6 ist assoziiert mit konoranen Herzkrankheiten.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.135. NCKAP5, NCK Associated Protein 5

Weitere Namen: NAP5, ERIH1, ERIH2

Das Protein NCKAP5 ist vermutlich an der Bildung von Mikrotubuli-Bündeln und der Depolymerisation von Mikrotubuli beteiligt sowie am Mikrotubuli-Plus-Ende aktiv.150
NCKAP5 ist assoziiert mit

  • AD(H)S
  • medikamenteninduzierter Lupus erythematosus

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.136. SPATA33, Spermatogenesis Associated 33

Weitere Namen: C16orf55, Spermatogenesis-Associated Protein 33, FLJ31606, Chromosome 16 Open Reading Frame 55

Das Protein SPATA33 ist vermutlich stromaufwärts von oder innerhalb der zellulären Proteinlokalisierung, der Befruchtung und der Geißelspermienmotilität tätig. SPATA33 scheint in der mitochondrialen Hülle der Spermien lokalisiert und im Zytoplasma und im Zellkern aktiv zu sein.151152
SPATA33 ist assoziiert mit Fanconi-Anämie, Komplementationsgruppe A.

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.137. CDK10, Cyclin Dependent Kinase 10

Weitere Namen: PISSLRE, Cyclin-Dependent Kinase (CDC2-Like) 10, Cell Division Protein Kinase 10, Cyclin-Dependent Kinase 10, EC 2.7.11.22

Das Protein CDK10 gehört zur CDK-Unterfamilie der Ser/Thr-Proteinkinasefamilie. Die Mitglieder der CDK-Unterfamilie sind den Genprodukten von S. cerevisiae cdc28 und S. pombe cdc2 sehr ähnlich und für die Zellzyklusprogression wesentlich. Diese Kinase spielt nachweislich eine Rolle bei der Zellproliferation und ihre Funktion ist auf die G2-M-Phase des Zellzyklus beschränkt. CDK10 ist eine Cyclin-abhängige Kinase, die den Transkriptionsfaktor ETS2 (in vitro) phosphoryliert und seinen proteasomalen Abbau (in Zellen) fördert. CDK10 ist an der Regulierung der Organisation des Aktinzytoskeletts durch die Phosphorylierung von Regulatoren der Aktindynamik wie PKN2 beteiligt. CDK10 ist ein negativer Regulator der Ziliogenese durch Phosphorylierung von PKN2 und Förderung der RhoA-Signalisierung.153
CDK10 ist assoziiert mit

  • Al-Kaissi-Syndrom
  • Zehensyndaktylie
  • Telecanthus
  • anogenitale und renale Fehlbildungen

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.138. PPP1R11, PROTEIN PHOSPHATASE 1, REGULATORY SUBUNIT 11

Weitere Namen: HCGV, CFAP255, HCG-V, TCTE5, Protein Phosphatase 1 Regulatory Subunit 11, Hemochromatosis Candidate Gene V Protei, E3 Ubiquitin-Protein Ligase PPP1R11, TCTEX5

Das Protein PPP1R11 ist ein spezifischer Inhibitor der Proteinphosphatase-1 (PP1) mit einer unterschiedlichen Empfindlichkeit gegenüber den metallunabhängigen und metallabhängigen Formen von PP1. PPP1R11 ist eine atypische E3-Ubiquitin-Protein-Ligase, die TLR2 an ‘Lys-754’ ubiquitiniert, was zu dessen Abbau durch das Proteasom führt. PPP1R11 spielt eine Rolle bei der Regulierung der Freisetzung von Entzündungszytokinen und der Beseitigung grampositiver Bakterien, indem sie zum Teil durch die Ubiquitinierung und den Abbau von TLR2 wirkt.154

OMIM: PPP1R11, PROTEIN PHOSPHATASE 1, REGULATORY SUBUNIT 11

Eine Untersuchung fand dieses Gen als einen der 51 wahrscheinlichsten Genkandidaten für AD(H)S.75

1.140. NME5, NME/NM23 FAMILY, MEMBER 5

Weitere Namen: Nm23-H5, RSPH23, Non-Metastatic Cells 5, Protein Expressed In (Nucleoside-Diphosphate Kinase), Nucleoside Diphosphate Kinase Homolog 5, Inhibitor Of P53-Induced Apoptosis-Beta, Testis-Specific Nm23 Homolog, NDP Kinase Homolog 5, IPIA-Beta, NDK-H 5, Non-Metastatic Cells 5 Protein Expressed In, Radial Spoke 23 Homolog (Chlamydomonas), Radial Spoke 23 Homolog, NM23-H5, NM23H5

Das Protein NME5 soll Nukleosid-Diphosphat-Kinase-Aktivität ermöglichen. NME5 ist vermutlich an der negativen Regulierung des durch oxidativen Stress induzierten intrinsischen apoptotischen Signalwegs und der Spermatidenentwicklung beteiligt. NME5 dürfte stromaufwärts von oder innerhalb des Zilienaufbaus, der epithelialen Zilienbewegung, die an der Bewegung der extrazellulären Flüssigkeit beteiligt ist, und der Entwicklung des Ventrikelsystems tätig sein. NME5 ist vermutlich im Zilium zu finden. NME5 scheint keine NDK-Kinase-Aktivität zu haben. NME5 schützt vor dem Zelltod durch Bax und verändert die zellulären Spiegel verschiedener antioxidativer Enzyme einschließlich Gpx5. NME5 spielt möglicherweise eine Rolle bei der Spermiogenese, indem es die Fähigkeit von Spermatiden im Spätstadium erhöht, reaktive Sauerstoffspezies zu eliminieren.155
NME5 ist assoziiert mit

  • Nemalin-Myopathie 5
  • primäre ziliare Dyskinesie

OMIM: NME5, NME/NM23 FAMILY, MEMBER 5

NME5 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.141. ABHD5, ABHYDROLASE DOMAIN-CONTAINING 5

Weitere Namen: CGI-58, CGI58, 1-Acylglycerol-3-Phosphat O-Acyltransferase, Lysophosphatidic Acid Acyltransferase, NCIE2, 1-Acylglycerol-3-Phosphate O-Acyltransferase ABHD5, Abhydrolase Domain-Containing Protein 5, Lipid Droplet-Binding Protein CGI-58, EC 2.3.1.51, Truncated Abhydrolase Domain-Containing Protein 5, Abhydrolase Domain Containing 5, IECN2, External Ids for ABHD5 Gene

Das Protein ABHD5 ist u.a. durch eine alpha/beta-Hydrolase-Faltung definiert. ABHD5 enthält drei Sequenzmotive, die einer katalytischen Triade entsprechen, die in der Unterfamilie der Esterase/Lipase/Thioesterase zu finden ist. ABHD5 funktioniert bei der Phosphatidsäure-Biosynthese, ABHD5 reguliert möglicherweise die zelluläre Speicherung von Triacylglycerin durch Aktivierung der Phospholipase PNPLA2 und ist an der Differenzierung von Keratinozyten beteiligt. ABHD5 reguliert die Lipidtröpfchenfusion.
ABHD5 ist eine Coenzym A-abhängige Lysophosphatidsäure-Acyltransferase, die den Transfer einer Acylgruppe auf eine Lysophosphatidsäure katalysiert. ABHD5 funktioniert bevorzugt mit:156

  • als Lipidakzeptor
    • 1-Oleyl-Lysophosphatidsäure, gefolgt von
    • 1-Palmitoyl-Lysophosphatidsäure
    • 1-Stearoyl-Lysophosphatidsäure
    • 1-Arachidonoyl-Lysophosphatidsäure
  • als Acylgruppendonatoren
    • Arachidonoyl-CoA, gefolgt von
    • Oleoyl-CoA

Das Enzym ABHD5 hat eine regulatorische Funktion im Fettstoffwechsel. Es stimuliert u.a. die Lipolyse.
ABHD5 wird in u.a. im Fettgewebe, in der Leber, in Neuronen sowie in der Epidermis exprimiert.

Im Fettgewebe ist ABHD5 an Perilipin-1 gebunden. Eine β-adrenerge Stimulation aktiviert die Proteinkinase A, die Perilipin-1 phosphoryliert. Dies bewirkt eine Dissoziation von ABHD5 und Perilipin-1. Das ungebundene ABHD5 aktiviert dann die Adipozyten-Triglycerid-Lipase (ATGL). Dieses Enzym katalysiert den ersten Schritt der Lipolyse, die Aufspaltung von Triacylglycerol in Diacylglycerol. Als Gegenspieler wirkt G0S2. Außerhalb von Adipozyten: ABHD5 interagiert u.a. mit Adipophilin (Perilipin-2) und Perilipin-5. ABHD5 wandelt mittels Acyl-CoA-abhängige Lysophosphatidsäure-Acyltransferase-Aktivität (LPAAT) Lysophosphatidsäure in Phosphatidsäure um.157
ABHD5 ist assoziiert mit dem Chanarin-Dorfman-Syndrom, einer Triglycerid-Speichererkrankung mit gestörter Oxidation langkettiger Fettsäuren, und der Lipidspeicherkrankheit.

OMIM: ABHD5, ABHYDROLASE DOMAIN-CONTAINING 5

ABHD5 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.142. GMPR2, GUANOSINE MONOPHOSPHATE REDUCTASE 2

Weitere Namen: Guanosine 5’-Monophosphate Oxidoreductase 2, GMP Reductase 2, EC 1.7.1.7, GMPR 2, Guanosine Monophosphate Reductase Isolog 3

Das Enzym GMPR2 katalysiert die irreversible und NADPH-abhängige reduktive Desaminierung von Guanosinmonophosphat (GMP) zu Inosinmonophosphat (IMP). GMPR2 ist an der Wiederverwertung freier intrazellulärer Basen und Purinnukleoside beteiligt. GMPR2 ist an der Umwandlung von Nukleobasen-, Nukleosid- und Nukleotidderivaten von G in A-Nukleotide und an der Aufrechterhaltung des intrazellulären Gleichgewichts von A- und G-Nukleotiden beteiligt. GMPR2 spielt eine Rolle bei der Modulation der zellulären Differenzierung.158
GMPR2 ist assoziiert mit Urethra-Krebs.

OMIM: GMPR2, GUANOSINE MONOPHOSPHATE REDUCTASE 2

GMPR2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.144. BLOC1S2, BIOGENESIS OF LYSOSOME-RELATED ORGANELLES COMPLEX 1, SUBUNIT 2

Weitere Namen: BLOS2, BLOC-1 Subunit 2, BORCS2, Biogenesis Of Lysosome-Related Organelles Complex 1 Subunit 2, Centrosome Protein Oncogene, MGC10120, FLJ30135, CEAP, Biogenesis Of Lysosome-Related Organelles Complex-1 Subunit 2, 11 KDa Centrosome Associated Protein, Centrosome-Associated Protein, Centrosomal 10 KDa Protein, CEAP11

OMIM: BLOC1S2, BIOGENESIS OF LYSOSOME-RELATED ORGANELLES COMPLEX 1, SUBUNIT 2

Das Protein BLOC1S2 hat mehreren Funktionen:159

  • wurde in Verbindung mit dem Zentrosom gefunden
  • kolokalisiert mit Gamma-Tubulin
  • ist ein Protein im BLOC-1-Komplex
    • spielt bei der Bildung von lysosomalen Organellen (z.B. dichte Granula von Blutplättchen und Melanosomen) eine Rolle
  • BLOC-1-Komplex
    • schleust (zusammen mit AP-3-Komplex) Membranproteinfrachten in Vesikel, die in Zellkörpern gebildet werden, um sie in Neuriten und Nervenendigungen zu transportieren.
    • ist vermutlich (in Verbindung mit SNARE-Proteinen) auch an der Neuritenverlängerung beteiligt
    • ist Teil des BORC-Komplexes; möglicherweise relevant bei Bewegung und Lokalisierung von Lysosomen an der Zellperipherie
    • spielt möglicherweise eine Rolle bei der Zellproliferation
  • BLOC1S2 ist assoziiert mit
    • Hermansky-Pudlak-Syndrom
    • primäre autosomal rezessive Mikrozephalie (verkleinerter Schädel)

Mikrozephalie geht häufig mit AD(H)S einher.
BLOC1S2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.145. KIAA0319L, KIAA0319-LIKE

Weitere Namen: KIAA0319 Like, AAVR, KIAA1837, Dyslexia-Associated Protein KIAA0319-Like Protein, Adeno-Associated Virus Receptor, Polycystic Kidney Disease 1-Related, AAV Receptor Like, KIAA0319-Like, AAV Receptor, AAVRL

OMIM: KIAA0319L, KIAA0319-LIKE

Das Protein KIAA0319L ist möglicherweise durch Interaktion mit RTN4R an der Axonführung beteiligt.
KIAA0319L wirkt als Rezeptor für Adeno-assoziierte Viren und ist an der Infektion mit Adeno-assoziierten Viren durch das Endozytosesystem beteiligt.160
KIAA0319L ist assoziiert mit

  • Legasthenie
  • begrenzte Sklerodermie

KIAA0319L ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.146. FMNL3, Formin Like 3

Weitere Namen: WBP3, Formin Homology 2 Domain-Containing Protein 3, Formin-Like Protein 3, DKFZp762B245, MGC45819, FHOD3, WBP-3, FRL2, WW Domain Binding Protein 3, WW Domain-Binding Protein 3, Formin-Like 3, KIAA2014

Das Protein FMNL3 enthält eine Formin-Homologie-2-Domäne und weist eine hohe Sequenzidentität mit dem Wbp3-Protein der Maus auf. FMNL3 ist an der Regulierung der Zellmorphologie und der Organisation des Zytoskeletts beteiligt. FMNL3 ist erforderlich für die Kontrolle von Zellform und Migration sowie für die entwicklungsbedingte Angiogenese. FMNL3 löst in ruhenden Endothelzellen eine Umstrukturierung des Aktinzytoskeletts aus, ohne die Ausrichtung der Mikrotubuli zu verändern.161
FMNL3 ist assoziiert mit

  • malignes Brustmelanom
  • zerebrale Amyloid-Angiopathie, Itm2b-bezogen, 2.

FMNL3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.147. CCDC138, Coiled-Coil Domain Containing 138

Weiterer Namen: FLJ32745

CCDC138 wird in fast allen menschlichen Geweben in geringen Mengen exprimiert, u.a. Lymphozyten im peripheren Blut, fetaler Thymus, Thymus, Hoden, Eierstöcke, verwildertes Gehirn, Dickdarm, Brustdrüse und Knochenmark. Erhöhte Konzentrationen in manchen Krebsgeweben. CCDC138 ist ein lösliches Protein, das sich im Kern einer Zelle anreichert. CCDC138 ist an der Auslösung der Wehen im Myometrium beteiligt.
Das Protein CCDC138 ist assoziiert mit162

  • Chromosom 3Q13.31 Deletionssyndrom
  • Fundusdystrophie

CCDC138 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.148. TMBIM6, Transmembrane BAX Inhibitor Motif Containing 6

Weitere Namen: BI-1, BAXI1, TEGT, Transmembrane BAX Inhibitor Motif-Containing Protein 6, Testis-Enhanced Gene Transcript Protein, Testis Enhanced Gene Transcript, Bax Inhibitor 1, BAX Inhibitor 1, BI1

Das Protein TMBIM6 ermöglicht Endoribonuklease-Inhibitor-Aktivität und Ubiquitin-Protein-Ligase-Bindungsaktivität. TMBIM6 ist beteiligt an:163

  • hemmt RNA-Stoffwechsels
  • hemmt intrinsischen apoptotischen Signalwegs
  • hemmt Reaktion auf L-Glutamat
  • moduliert die Signalisierung der ungefalteten Proteinantwort
  • hemmt Autophagie und die Autophagosomenbildung, insbesondere bei Nährstoffmangel
    • verringert das Überleben der Zellen während des Hungers
  • wirkt stromaufwärts von oder innerhalb der negativen Regulierung des Kalziumionentransports in das Zytosol
  • Befindet sich in der Membran des endoplasmatischen Retikulums und der Mitochondrienmembran
    • moduliert die Kalzium-Homöostase des endoplasmatischen Retikulums, indem es als Kalzium-Leck-Kanal fungiert
  • Biomarker für Plattenepithelkarzinome des Gebärmutterhalses und Prostatakarzinome

TMBIM6 ist assoziiert mit

  • chronisch kongestive Splenomegalie (eine Milzvergrößerung)
  • Inklusionskonjunktivitis (eine Bindehautentzündung)

TMBIM6 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

xxxxx Unkategorisiert xxxxx

1.149. SV2A

SV2A ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.150. TARBP1

TARBP1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.151. TATDN3

TATDN3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.152. ALS2CR8

ALS2CR8 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.153. ST3GAL3

ST3GAL3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113164

1.154. ELAVL4

ELAVL4 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.155. NBEAL1

NBEAL1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.156. FGFR3

FGFR3 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.157. ACAD11

ACAD11 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.158. CNPY2

CNPY2 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.159. TMEM206

TMEM206 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.160. BST1

BST1 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.161. RASSF4

RASSF4 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.162. SLC6A12

SLC6A12 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.163. RAPGEF5

RAPGEF5 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.164. MVP

MVP ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.165. RPS20

RPS20 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.166. RASGRP4

RASGRP4 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.113

1.167. MAP1A, Microtubule-associated protein 1A

MAP1A ist ein Kandidatengen für AD(H)S.165

1.168. FBXO25, F-BOX ONLY PROTEIN 25

OMIM: FBXO25, F-BOX ONLY PROTEIN 25

Eine Überexprimierung von FBXO25 könnte laut einer Untersuchung möglicherweise mit Hyperaktivität korrelieren.166

1.169. TRAPPC9, TRAFFICKING PROTEIN PARTICLE COMPLEX, SUBUNIT 9

OMIM: TRAPPC9, TRAFFICKING PROTEIN PARTICLE COMPLEX, SUBUNIT 9

TRAPPC9 ist ein Kandidatengen für AD(H)S.164

1.170. MEF2C, MADS BOX TRANSCRIPTION ENHANCER FACTOR 2, POLYPEPTIDE C

OMIM: MEF2C, MADS BOX TRANSCRIPTION ENHANCER FACTOR 2, POLYPEPTIDE C

MEF2C ist ein Kandidatengen für AD(H)S.164

1.171. TNRC6B, TRINUCLEOTIDE REPEAT-CONTAINING GENE 6B

OMIM: TNRC6B, TRINUCLEOTIDE REPEAT-CONTAINING GENE 6B

TNRC6B ist ein Kandidatengen für AD(H)S.167

1.172. 22q11.2

Einzelpersonen mit 22q11.2 Deletions-Syndrom (DS) haben ein erhöhtes Risiko für komorbide psychische Störungen wie AD(H)S, Schizophrenie, Depression oder intellektueller Behinderung.168

1.173. EPHA5

Eine Studie fand EPHA5 (Variante rs4860671) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.174. RIMS1

Eine Studie fand RIMS1 (Variante rs4707940) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.175. NRG3

Eine Studie fand NRG3 (Variante rs12244269) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.176. TENM4

Eine Studie fand TENM4 (Variante rs1944959) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.177. STXBP6

Eine Studie fand STXBP6 (Variante rs17200947)als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.178. MFDGA2

Eine Studie fand MDGA2 (Variante rs12232114) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.179. RBFOX1

Eine Studie fand RBFOX1 (Variante rs9935453) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.180. LIG4

Eine Studie fand LIG4 (Variante rs9514807) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.181. NEDD4L

Eine Studie fand NEDD4L (Variante rs1620068) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.182. BMP2

Eine Studie fand BMP2 (Variante rs952793) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.182. FAM19A4

Eine Studie fand FAM19A4 (Variante rs9871910) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.183. ATXN8OS

Eine Studie fand ATXN8OS (Variante rs2498502) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.184. PPP1R26-AS1

Eine Studie fand PPP1R26-AS1 (Variante rs895192) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.185. BCR

Eine Studie fand BCR (Variante rs140502) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.186. ZBTB7C

Eine Studie fand ZBTB7C (Variante rs11662736) als eines von 96 Kandidatengenen.169

1.187. TSPAN11

Eine Studie fand TSPAN11 (Variante rs11051194) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.188. GRIP1

Eine Studie fand GRIP1 (Variante rs4913506) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.189. PRDM2

Eine Studie fand PRDM2 (Variante rs7519796) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.190. LINC00609

Eine Studie fand LINC00609 (Variante rs1537424) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.191. NAV1

Eine Studie fand NAV1 (Variante rs2078097) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.192. LOC100507468

Eine Studie fand LOC100507468 (Variante rs1195234) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.193. LINC00609

Eine Studie fand LINC00609 (Variante rs1537424) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.194. LINC00355

Eine Studie fand LINC00355 (Variante rs9528776) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.195. GIMAP6

Eine Studie fand GIMAP6 (Variante rs1403220) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.196. LIG4

Eine Studie fand LIG4 (Variante rs9514807) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.197. LOC101927967

Eine Studie fand LOC101927967 (Variante rs1819004) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.198. IFNG-AS1

Eine Studie fand IFNG-AS1 (Variante rs17629076) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.199. CSMD1

Eine Studie fand CSMD1 (Variante rs6559123) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.200. LOC101929484

Eine Studie fand LOC101929484 (Variante rs2343365) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.201. LOC100133050

Eine Studie fand LOC100133050 (Variante rs7717154) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.202. MDGA2

Eine Studie fand MDGA2 (Variante rs12232114) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.203. TBX3

Eine Studie fand TBX3 (Variante rs4534630) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.204. C6orf123

Eine Studie fand C6orf123 (Variante rs543930) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.205. LINC01364

Eine Studie fand LINC01364 (Variante rs12745339) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.206. FSCB

Eine Studie fand FSCB (Variante rs1957260) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.207. GAN

Eine Studie fand GAN (Variante rs3809632) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.208. FSIP2

Eine Studie fand FSIP2 (Variante rs12998684) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.209. LPAR1

Eine Studie fand LPAR1 (Variante rs9919025) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.210. MYO1G

Eine Studie fand MYO1G (Variante rs6958168) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.211. NXPE2

Eine Studie fand NXPE2 (Variante rs4938140) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.212. LYPD1

Eine Studie fand LYPD1 (Variante rs7561232) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.213. LOC101929184

Eine Studie fand LOC101929184 (Variante rs12757080) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.214. WNK1

Eine Studie fand WNK1 (Variante rs7295704) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.215. LOC101927797

Eine Studie fand LOC101927797 (Variante rs2824866) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.216. LOC101928769

Eine Studie fand LOC101928769 (Variante rs6865656) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.217. MIR4255

Eine Studie fand MIR4255 (Variante rs11264025) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.218. TG

Eine Studie fand TG (Variante rs61744749) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.219. MEP1A

Eine Studie fand MEP1A (Variante rs7760667) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.220. ZMYM4

Eine Studie fand ZMYM4 (Variante rs3768336) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.221. DIAPH3

Eine Studie fand DIAPH3 (Variante rs2321867) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.222. SP140L

Eine Studie fand SP140L (Variante rs11688362 und Variante rs6732684) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.223. FAM120A

Eine Studie fand FAM120A (Variante rs1556416) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.224. LINC01377

Eine Studie fand LINC01377 (Variante rs469546) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.225. GRIK3

Eine Studie fand GRIK3 (Variante rs1032722) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.226. GAN

Eine Studie fand GAN (Variante rs9926795) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.227. CTNNA3

Eine Studie fand CTNNA3 (Variante rs7094454) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.228. SULT6B1

Eine Studie fand SULT6B1 (Variante rs4670667) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.229. NRG3

Eine Studie fand NRG3 (Variante rs12244269) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.230. TLR4

Eine Studie fand TLR4 (Variante rs10121605) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.231. RBFOX1

Eine Studie fand RBFOX1 (Variante rs9935453) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.232. CNTN5

Eine Studie fand CNTN5 (Variante rs2515376) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.233. EPHA7

Eine Studie fand EPHA7 (Variante rs16870710) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.234. ADORA2A, ADENOSIN A2A RECEPTOR

OMIM: ADENOSINE A2A RECEPTOR; ADORA2A

Eine Studie berichtet einen möglichen signifikanten Zusammenhang zwischen dem A2AAR-Genpolymorphismus rs35320474 und AD(H)S.170

1.235. IPO8

Eine Studie fand IPO8 (Variante rs16906369) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.236. TBC1D13

Eine Studie fand TBC1D13 (Variante rs12235388) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.237. SLC44A1

Eine Studie fand SLC44A1 (Variante rs10991581) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.238. CDH13

Eine Studie fand CDH13 (Variante rs8055161) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.239. CASC17

Eine Studie fand CASC17 (Variante rs7224246) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.240. PCSK6

Eine Studie fand PCSK6 (Variante rs2020951) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.241. DSC3

Eine Studie fand DSC3 (Variante rs2729396) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.242. MYO5B

Eine Studie fand MYO5B (Variante rs1787319) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.243. EPHA6

Eine Studie fand EPHA6 (Variante rs2053246) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.244. PLXNC1

Eine Studie fand PLXNC1 (Variante rs10859690) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.245. FSTL5

Eine Studie fand FSTL5 (Variante rs17504151) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.246. CYFIP1

Eine Studie fand CYFIP1 (Variante rs11632784) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.247. TUSC1

Eine Studie fand TUSC1 (Variante rs2498716) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.248. NOTCH2

Eine Studie fand NOTCH2 (Variante rs2453044) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.249. OPRK1

Eine Studie fand OPRK1 (Variante rs7461467) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.250. ACAA2

Eine Studie fand ACAA2 (Variante rs617619) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.251. RIMS1

Eine Studie fand RIMS1 (Variante rs4707940) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.252. NEDD4L

Eine Studie fand NEDD4L (Variante rs1620068) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.253. KC6

Eine Studie fand KC6 (Variante rs16974432) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.254. NAT2

Eine Studie fand NAT2 (Variante rs12676224) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.255. LINC00970

Eine Studie fand LINC00970 (Variante rs16861817) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.256. ALG10

Eine Studie fand ALG10 rs1843014) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.257. MTRR

Eine Studie fand MTRR (Variante rs924977) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.258. ADAMDEC1

Eine Studie fand ADAMDEC1 (Variante rs4872233) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.259. CLIC4

Eine Studie fand CLIC4 (Variante rs2223365) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.260. SLC13A5

Eine Studie fand SLC13A5 (Variante rs41463346) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.261. LOC101928769

Eine Studie fand LOC101928769 (Variante rs2968194) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.262. ACSL3

Eine Studie fand ACSL3 (Variante rs10498143) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.263. TRAPPC11

Eine Studie fand TRAPPC11 (Variante rs10018951) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.264. METTL8

Eine Studie fand METTL8 (Variante rs17218608) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.265. ZNF777

Eine Studie fand ZNF777 (Variante rs17852167) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.266. TFAP2D

Eine Studie fand TFAP2D (Variante rs78648104) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.267. OTOR

Eine Studie fand OTOR (Variante rs6105651) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.268. KCNC2

Eine Studie fand KCNC2 (Variante rs17114649) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.269. EEPD1

Eine Studie fand EEPD1 (Variante rs2726059) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.270. MAD2L1

Eine Studie fand MAD2L1 (Variante rs1553692) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.271. FLRT2

Eine Studie fand FLRT2 (Variante rs17712565) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.272. PLD5

Eine Studie fand PLD5 (Variante rs4658830) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.273. ADAMDEC1

Eine Studie fand ADAMDEC1 (Variante rs7012077) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.274. CASC20

Eine Studie fand CASC20 (Variante rs6038589) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.275. BMP2

Eine Studie fand BMP2 (Variante rs952793) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.276. COBLL1

Eine Studie fand COBLL1 (Variante rs139834711) als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.277. PAPOLA

Eine Studie fand PAPOLA (Variante rs7160641)als eines von 96 Kandidatengenen.2

1.278. NCL

Eine Studie fand NCL (Variante rs16828074) als eines von 96 Kandidatengenen.2
miRNAs sind substanziell in die Entstehung von AD(H)S bei Kindern und Erwachsenen involviert.171

Es existieren etliche hundert weitere Kandidatengene, die hier nicht genannt sind.


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