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4. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme bei AD(H)S

Inhaltsverzeichnis

4. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme bei AD(H)S

Probleme damit, bei Aufgaben oder Freizeitaktivitäten länger die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, ist eines der 9 treffsichersten Symptome von AD(H)S bei Erwachsenen.1

4.1. Erscheinungsformen von Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S

  • Flüchtigkeitsfehler
    • bei Kindern:
      • Beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder anderen Tätigkeiten (DSM IV, DSM 5)
    • bei Erwachsenen:
      • Aversion gegen Handlungsanweisungen2
      • mangelnde Konzentration beim durchlesen längerer Aufgaben2
      • längere Anweisungen überfordern
  • Aufmerksamkeitsdauer verkürzt bzw. beeinträchtigt
    • bei Kindern:
      • Hat oft Schwierigkeit, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei einer Aufgabe / einem Spiel aufrecht zu erhalten (DSM IV / 5)
      • vermeidet häufig / hat eine Abneigung gegen / beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger andauernde geistige Anstrengungen erfordern (DSM IV / 5)
    • bei Erwachsenen:
      • langweilige Aufgaben erhöhen Ablenkbarkeit2
  • Taskwechselprobleme
    • bei Kindern:
      • scheint nicht zuzuhören, wenn andere ihn/sie ansprechen (DSM IV / 5)
      • in Gedanken noch woanders
    • bei Erwachsenen
      • Geschwindigkeit des Wechsels zwischen Aufgaben (Taskwechsel) verringert3
      • sind noch mit eigenen Gedanken aus vorangegangener Aufgabe beschäftigt2
      • kommen aus Gedankenschleifen nicht mehr heraus
  • Zuhören fällt schwer
    • Aufmerksamkeitsspanne ist zu kurz, um Anweisungen bis zum Ende zu folgen
      (Tendenz zu unterbrechen ist dagegen Impulsivitätsproblem)
  • Umsetzung von Anweisungen fällt schwer
    • Erwachsene: Überforderung aufgrund fehlender Fähigkeit, Aufgaben zu gliedern2
    • beim Aufgaben gliedern wandert die Aufmerksamkeit bereits in die Details
  • Aufgaben werden häufig nicht zu Ende gebracht
    • Kinder:
      • Führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (DSM IV / 5)
    • Erwachsene:
      • mitten in Aufgabe wechselt der Fokus auf eine andere Sache
        • Beispiel Putzen4
          • Der Boden wird gewischt, bis zum Tisch
          • dort wechselt der Fokus darauf, diesen leerzuräumen
          • Beim Gang in ein anderes Zimmer, um etwas wegzuräumen, findet man den offenen Kleiderschrank und die Kleider davor und beginnt diese einzuräumen.
          • Das Boden wischen fällt einem erst wieder ein, als man ins Wohnzimmer kommt und überrascht am Tisch auf den Eimer und den Mob trifft…
        • Während der Arbeit sucht man etwas im Internet und bleibt dort auf magische Art und Weise gefangen…
  • Konzentrationsprobleme
    • Aufmerksamkeit kann nicht lange aufrecht erhalten werden
    • Aufgaben mit kurzen und häufig wechselnden Anforderungen werden bevorzugt
    • Aufgaben, die länger andauernde Konzentration und Anstrengung erfordern, sind unangenehm und werden gerne vermieden

4.2. Gruppen von Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S

Wir unterteilen Aufmerksamkeitsprobleme bei AD(H)S ins 3 Gruppen:

  • Ablenkbarkeit: erhöhter Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus; Probleme, die Aufmerksamkeit bei einem Gegenstand zu belassen, wenn dies erforderlich ist
  • Aufmerksamkeitswechselprobleme: Probleme, die Aufmerksamkeit von einem Gegenstand zu lösen, wenn es erforderlich ist
  • Konzentrationsprobleme: Probleme, die Aufmerksamkeit länger oder dauerhaft auf einen Gegenstand zu reichten, wenn dies erforderlich ist, selbst wenn keine Ablenkung erfolgt

Diese drei Gruppen repräsentieren unterschiedliche Ausformungen der Aufmerksamkeitsprobleme, die alle für AD(H)S typisch sind. Alle drei Gruppen treten bei AD(H)S häufiger auf als bei Nichtbetroffenen.

4.2.1. Ablenkbarkeit

Ablenkbarkeit ist je nach Ursache zu unterscheiden in solche

  • in Bezug auf externe, äußere Reize
    • Ablenkbarkeit
      • lässt sich öfter durch äußere Reize ablenken (DSM IV / V)
      • Gespräche am Nachbartisch nicht überhören können
      • nicht wegkucken können, wenn in einer Kneipe ein Fernseher läuft
  • durch interne nebensächliche Gedanken (Gedankenwandern, Tagträumen, Wegdriften, Autopilot, zuweilen auch (medizinisch unrichtig) als Dissoziation bezeichnet)
4.2.1.1. Ablenkbarkeit durch äußere Reize

Ablenkbarkeit ist ein Wechsel der Aufmerksamkeit aufgrund eines äußeren Reizes. AD(H)S-Betroffene zeigen häufiger eine erhöhte Ablenkbarkeit als Nichtbetroffene.
Diese Form der Ablenkbarkeit durch äußere Reize scheint zunächst eine unmittelbare Folge des zu weit offenen Reizfilters (erhöhte Sensibilität) zu sein. Vor dem Hintergrund des abweichenden Regimes der Aufmerksamkeitslenkung ist jedoch fraglich, ob die Reizfilterstörung die wesentliche Ursache ist. Da vornehmlich das Maß des persönlichen Interesses bzw. der daraus folgenden Motivation bestimmt, ob die Aufmerksamkeit gerichtet oder ablenkbar ist, und nicht nur die Ablenkbarkeit, sondern auch die Gerichtetheit zeitweilig erhöht ist (Taskwechselprobleme) während zugleich die grundsätzlichen Mechanismen der Aufmerksamkeit und ihrer Lenkung technisch gesehen funktionieren, könnte dies eher darauf hindeuten, dass die Aufmerksamkeitsprobleme bei AD(H)S Folge einer Änderung der motivationalen Steuerung sind als echte Defizite der Aufmerksamkeit selbst oder bloße Folge einer verringerten Wahrnehmungsfilterung.

Ablenkbarkeit ist eines der 9 treffsichersten Symptome von AD(H)S bei Erwachsenen.1

AD(H)S-Betroffene werden zwar von unwichtigen Reizen aus der Umwelt abgelenkt, die selektive Aufmerksamkeit sei dagegen kaum beeinträchtigt.5 Letzteres wird von den Ergebnissen unseres Symptomtests nur zum Teil gedeckt. Taskwechselprobleme (Probleme mit dem Wechsel / der Selektion von Aufmerksamkeit) treten bei AD(H)S zwar seltener auf als Ablenkbarkeit, sind jedoch bei Nichtbetroffenen ebenso seltener, sodass die Häufigkeitsdifferenz von Ablenkbarkeit und Taskwechselproblemen zwischen AD(H)S-Betroffenen und Nichtbetroffenen ungefähr identisch ist.

4.2.1.2. Tagträumen / Gedankenwandern / Gedankenabwesenheit

Tagträumen ist keine Form der Ablenkbarkeit durch externe Reize. Die Aufmerksamkeit wandert vielmehr ohne externen Anlass. Gedankenwandern oder Gedankenabwesenheit sind äquivalente Begriffe.

Tagträumen kann mit dem Mind Wandering Questionnaire (MWQ) gemessen werden.

255 erwachsene AD(H)S-Betroffene wurden nach dem MWQ Ergebnis von mehr oder weniger als 24 in Hi-Level-Gedankenwanderer und Lo-Level-Gedankenwanderer unterschieden. Tagträumen ist demnach nicht spezifisch mit dem ADHS-I-Subtyp ohne Hyperaktivität (“Träumerle”) verbunden, sondern korreliert signifikant mit6

  • höherer Unaufmerksamkeit
  • höherer Hyperaktivität
  • schlechteren Exekutivfunktionen
  • mehr allgemeinen psychischen Problemen
  • höherer emotionaler Dysregulation
  • stärker beeinträchtigter Lebensqualität

also mit verstärkter AD(H)S-Symptomatik allgemein.

Bei Kindern mit AD(H)S wurde ebenfalls ein erhöhtes Mind wandering (Tagträumen) festgestellt. Tagträumen konnte AD(H)S eine einer Gruppe von AD(H)S-Betroffenen und Nichtbetroffenen mit einer Sensitivität von 0,71 und einer Spezifität von 0,81 ermitteln.7

Ein interessanter Bericht nennt ein partielles Schlafen des Gehirns als mögliche Ursache von manchen SCT-Symptomen oder dem Tagträumen.8

Eine Studie fand Tagträumen bei Erwachsenen als ein von AD(H)S unabhängiges Symptom, das mit Angst, nicht aber mit Depression korrelierte.9

Eine Studie mittels ereigniskorrelierter EEG-Messungen während Aufgaben mit hohen und niedrigen Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis und die Daueraufmerksamkeit sowie während Phasen von Gedankenwandern und Aufgabenfokus fand bei AD(H)S-Betroffenen:10

  • schwächere Abnahme der Alpha-Leistung
    • bei hohen Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis
    • bei Anforderungen an die anhaltende Aufmerksamkeit
  • schwächere Zunahme der Theta-Leistung und schwächere Phasenkonsistenz
    • bei Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis
    • bei geringen Anforderungen an die anhaltende Aufmerksamkeit
  • schwächere Abnahme der Beta-Leistung
    • bei geringen Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis
  • schwächere Abnahme der Alpha-Leistung während Gedankenwanderungs-Episoden
    • bei der Aufgabe der anhaltenden Aufmerksamkeit
  • geringere Konsistenz der Theta-Phase während Gedankenwanderungs-Episoden
    • bei der Aufgabe des Arbeitsgedächtnisses

4.2.2. Aufmerksamkeitswechselprobleme

4.2.2.1. Taskwechselprobleme

Taskwechselprobleme beschreiben eine Schwierigkeit, auf eine externe Anforderung hin die Aufmerksamkeit einem anderen Gegenstand zuzuwenden, also auf eine extrinsische Anforderung hin eine gerade ausgeübte Tätigkeit oder Beschäftigung einzustellen, um sich der neuen Anforderung zu widmen. Folge ist die Schwierigkeit, eine Aktivität oder ein Verhalten zu beenden, wenn man es sollte.

Taskwechselprobleme sind ein AD(H)S-Symptom.11 Von Dingen, die den Betroffenen persönlich so interessieren, dasss sie ihn motivieren, kann er seine Aufmerksamkeit nur schwer lösen12 – und zwar ganz besonders, wenn die Anforderung zum Taskwechsel extrinsisch erfolgt und sich auf Dinge bezieht, die nicht das persönliche Interesse des Betroffenen adressieren.
Taskwechselprobleme sind daher eine Folge des veränderten Aufmerksamkeitslenkungsregimes, das wiederum von der Motivationslage gesteuert wird.

Taskwechselprobleme sind eines der 9 treffsichersten Symptome von AD(H)S bei Erwachsenen.1

Erscheinungsformen von Taskwechselproblemen bei AD(H)S:

  • Probleme, spontan etwas wegzulegen, was gerade beschäftigt und sich anderem zuzuwenden
  • Schwierigkeiten, nach externer Aufforderung den Task zu wechseln
  • Schwierigkeiten, Aufmerksamkeit auf extern vorgegebenes neues Thema zu richten
  • Für eine neue Aktivität wird eine Vorankündigung bevorzugt
    • 10/15 Minuten Vorankündigungszeit können helfen
  • Schwierigkeiten, bisherige Tätigkeit aus dem Kopf zu bekommen
  • Schwierigkeiten, die Beschäftigung mit einem Gedanken/Thema/Problem abzuschließen
  • Neue Anforderung von außen, während man noch mit etwas anderem innerlich beschäftigt ist, löst leicht Stress / impulsive Reaktionen aus

Ein Betroffener bat seine Mitarbeiter, wenn sie zu ihm ins Büro kommen, ohne anklopfen einzutreten, ihn dann aber nicht anzusprechen, sondern einfach auf einem Stuhl neben der Tür Platz zu nehmen, aus dem Fenster zu sehen und zu warten, bis er das, was er gerade tut, beenden kann.
Diese (ohne solche Absprache sicherlich unhöfliche) Verhaltensweise bewahrte ihn davor, unmittelbar reagieren zu müssen und ersparte ihm, wie früher kurz tief und genervt zu schnaufen, wenn Mitarbeiter hereinkamen und etwas von ihm wollten, obwohl er noch mit etwas anderem beschäftigt war.
Die Symptomatik der Taskwechselprobleme blieb selbst unter Stimulanzien noch deutlich erhalten.

4.2.2.2. Hyperfokus: extreme Konzentration

Hyperfokus ist eine sehr starke Konzentrationsfähigkeit bei der Ausübung von Tätigkeiten, die Dinge betreffen, die den Betroffenen persönlich sehr interessieren. Damit geht häufig eine herabgesetzte Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber ablenkenden Reizen einher.

Hyperfokussierung ist ein bekanntes Symptom von AD(H)S, das auch bei Autismus und Schizophrenie auftritt.13
Hyperfokus ist nicht wirklich ein Problem, soweit nicht eine stark mangelnde Wahrnehmung von externen Reizen in diesem Zustand besteht. Es ist durchaus von Vorteil, sich auf bestimmte Dinge besonders intensiv konzentrieren zu können. Gleichwohl ist es ein Spezifikum von AD(H)S, weshalb es ein Symptom darstellt. Zudem können die Betroffenen die Hyperfokussierung nicht steuern.

AD(H)S-Betroffene können bei bestehendem persönlichem Interesse eine sehr gute Aufmerksamkeit und Konzentration zeigen (bis hin zum Hyperfokus),14 wenn sie einmal mit einer Tätigkeit begonnen haben, die ihnen Befriedigung verschafft, weil die dann sofort eingehende Belohnung das Verstärkungszentrum aktiv erhält. Dieses Interesse ist allerdings aufgrund der geringeren Anzahl von Dopamin D2- und D3-Rezeptoren im Striatum deutlich schwerer zu erreichen.15

Wer einmal einen AD(H)S-Betroffenen im Hyperfokus erlebt hat, in dem stundenlang auch höchst monotone Tätigkeiten höchst konzentriert ausgeübt werden, sofern das persönliche Interesse des Betroffenen geweckt ist, und bei dem die für das aktuelle Interesse irrelevanten externen Reize sehr gut ausgeblendet werden, kann dies aus eigener Anschauung bestätigen. Vor diesem Hintergrund könnte man annehmen, dass bei AD(H)S nicht die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit an sich, sondern die Lenkung der Aufmerksamkeit gestört ist. Doch auch diese Beschreibung greift unserer Ansicht nach noch etwas zu kurz. Wir meinen, dass bei AD(H)S auch die Mechanismen der Aufmerksamkeitslenkung nicht beeinträchtigt sind, sondern dass die Steuerung der Aufmerksamkeitslenkung beeinträchtigt ist. Verglichen mit einem Auto ist weder das Fahren an sich (die Aufmerksamkeit) noch der Lenkmechanismus (wohin fährt es) beeinträchtigt, sondern der Fahrer ist das Problem – er steuert das (voll funktionierende) Auto (die Aufmerksamkeit) auf ein unpassendes Ziel zu. (Der Fahrer ist hier nicht der Betroffene, sondern ein Symbol für die bei AD(H)S beeinträchtigte Instanz der Aufmerksamkeitssteuerung des Betroffenen). Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit unterliegt einem unpassenden Regime: dem einer daseinsbedrohlichen Stresssituation. In einer solchen wäre die AD(H)S-typische Aufmerksamkeit nämlich hilfreich (Stressnutzen). Hierzu unten mehr.

Der so genannte Hyperfokus – eine andere Bezeichnung ist “Flow”13 – ist ein Zustand, in dem sich AD(H)S-Betroffene (entgegen der typischen Symptome) ausdauernd, konzentriert und frei von Frustrationsintoleranz oder Ablenkbarkeit mit einem Thema beschäftigen können.

Hyperfokus ist der Zustand, aus dem sich Betroffene von Autismusspektrumsstörungen zu wenig lösen können und in den sich AD(H)S-Betroffene zu wenig hineinbringen können.16 Die beiden Störungsbilder verbindet, dass die Selbstregulationsfähigkeit der Aufmerksamkeitslenkung beeinträchtigt ist.

Geht es um Themen, die den jeweiligen Betroffenen besonders faszinieren, können diese sich auf einmal stunden-, tage-, nächtelang mit einem ganz spezifischen Thema beschäftigen17 und haben hier eine sehr steile Lernkurve. Bei weniger interessierenden Themen ist die Lernkurve bei AD(H)S dagegen typischerweise verlangsamt bzw. verzögert.18

Ein AD(H)S-Betroffener berichtete: “Ich war einmal in einem Großraumbüro mit einer Aufgabe befasst, die mich sehr faszinierte. Dabei bekam ich nicht einmal mit, dass Kollegen mich mehrfach angesprochen hatten. Bei einer weniger spannenden Aufgabe wäre mir das ganz sicher nicht so passiert.”

Die von uns befragten weiteren AD(H)S-Betroffenen äußerten einstimmig, dass sie den Zustand des Hyperfokus, wenn sie etwas wirklich interessiert, sehr gut kennen. Sie bestätigten weiter, dass sie sich in diesem Zustand dauerhaft mit einem Thema beschäftigen können, ohne von Konzentrationsproblemen, Aufmerksamkeitsproblemen, Ablenkbarkeit oder Frustrationsintoleranz belastet zu sein. Das Problem ist, dass das erforderliche Interesse nicht ausreichend steuerbar ist.

Alle Menschen können sich auf Dinge, die sie interessieren, besser konzentrieren. Nichtbetroffene können sich jedoch sehr viel besser motivieren, sich auch auf weniger spannende Dinge zu konzentrieren als AD(H)S-Betroffene.19 Dies ist keine Frage des Charakters oder des Bemühens, sondern schlicht eine Frage der Fähigkeit.20 In dem Maße, wie diese Fähigkeit AD(H)S-Betroffenen fehlt, ist dies ein Symptom von AD(H)S. Brown zitiert einen Betroffenen mit dem schönen Bild einer geistigen erektilen Dysfunktion. Wenn etwas ausreichend interessant ist, um zu motivieren, kann man agieren. Wenn kein persönliches Interesse besteht, kann man machen, was man will – es wird nicht funktionieren.19

Die Interpretation von Barkley,21 Hyperfokus sei eine Form von Perseveration,22 also eine Form von Begleitstörung, teilen wir nicht. Eine Begleitstörung befähigt nicht zu stundenlanger konzentrierter Arbeit, wenn das Thema nur spannend genug ist. Der Hyperfokus ist vielmehr eine gesunde Reaktion auf ein intensives Interesse. Es deutet viel mehr darauf hin, dass die Interessenintensität bei AD(H)S von Nichtbetroffenen abweicht. Sie kann deutlich geringer sein (Aufmerksamkeitsprobleme zur Folge hat) oder deutlich erhöht (was Taskwechselprobleme oder einen Hyperfokus zur Folge hat).

4.2.3. Konzentrationsprobleme als AD(H)S-Symptome

Konzentration ist die zielgerichtete Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand, im Gegensatz zur Ablenkbarkeit bei Aufmerksamkeitsproblemen.
Konzentrationsprobleme können aus einer zu geringen Aufmerksamkeitsspanne resultieren. Diese zu geringe Aufmerksamkeitsspanne scheint unabhängig von den Problemen der Ablenkbarkeit zu bestehen.

Konzentrationsprobleme sind ein Hauptsymptom von AD(H)S. Probleme damit, bei Aufgaben oder Freizeitaktivitäten länger die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, ist eines der 9 treffsichersten Symptome von AD(H)S bei Erwachsenen.1 Nach anderer Auffassung seien Konzentrationsprobleme im Vergleich zu Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S weniger anzutreffen.23

Eine Folge einer verkürzten Aufmerksamkeitsspanne kann sein, dass die Betroffenen es vermeiden oder eine Abneigung dagegen haben, sich mit Aufgaben zu beschäftigen, die länger andauernde geistige Anstrengungen erfordern. Eine kurze Aufmerksamkeitsspanne erhöht zugleich die Schwierigkeiten, Anweisungen bis zum Ende zu folgen.

4.3. Ursache von Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S – Motivationsprobleme?

Die grundsätzliche (technische) Funktionalität der Aufmerksamkeit und der Aufmerksamkeitslenkung ist bei AD(H)S nicht beeinträchtigt. Aufmerksamkeitsprobleme bei AD(H)S sind Folge einer anderen Motiven folgenden Aufmerksamkeits- und Motivationslenkung. Das Regime, die Maßstäbe, anhand derer die Aufmerksamkeitslenkung erfolgt, ist verändert. Sie entspricht der von Menschen, die extremen, lebensbedrohlichen Stressoren unterliegen und ist insofern “technisch” gesund, als ein solches Reaktionsmuster bei existenzieller Bedrohung überlebenshilfreich ist. Man kann die veränderte Aufmerksamkeit als eine gesunde Reaktion auf starke Stressoren betrachten, so wie Fieber eine gesunde Immunantwort auf Erreger ist. Die Störung bei AD(H)S liegt darin, dass dieses Aufmerksamkeitsregime angewendet wird, obwohl keine adäquaten Stressoren bestehen. Vergleichbar wäre in diesem Bild eine Fieberreaktion ohne einen vorhandenen Erreger oder Auslöser.

Kinder mit AD(H)S zeigen oft normale Aufmerksamkeitsfähigkeiten, wenn sie Dinge tun, die sie mögen, haben aber Schwierigkeiten bei extern gestellten Anforderungen, die nicht ihr Interesse wecken.24 Die Steuerung unterliegt verstärkt persönlichen Motiven. Nicht die grundsätzliche Fähigkeit zur Aufmerksamkeit ist gestört, sondern die Fähigkeit, diese zu steuern (auf etwas zu lenken ebenso wie von etwas zu lösen).25

Ein Betroffener: “Der Satz – Siehst Du, Du kannst doch, wenn Du willst – ist einer der meistgehörten Sätze meiner Kindheit und Jugend. Es war furchtbar: ich wollte ja, aber ich konnte einfach nicht. Erst ab einem bestimmten Level – sei es an Interesse oder sei es an Ärger mit meinen Eltern – brachte ich es endlich fertig, das zu tun, was ich ja eigentlich auch wollte, was mich aber zu meinem eigenen Leid so wenig interessierte: Hausaufgaben hinter mich bringen, oder andere langweilige Dinge erledigen. Und natürlich fühlte ich mich dafür unendlich schuldig.”

AD(H)S schwankt zwischen einer zeitweilig verringerten Ablenkbarkeit (Taskwechselprobleme oder, eher selten, der sogenannte Hyperfokus) und einer zeitweilig erhöhten Ablenkbarkeit. Wann welche Abweichung auftritt, hängt entscheidend davon ab, ob ein ausreichendes persönliche Interesse an der gerade ausgeübten Tätigkeit oder Beschäftigung besteht. AD(H)S-Betroffene benötigen höhere Anreize um das selbe Maß an Motivation verspüren zu können wie Nichtbetroffene. Sind intrinsische Interessen oder extrinsische Anreize wie z.B. Belohnungen hoch genug, um die Motivation auszulösen, ist die Aufmerksamkeitsleistung und die Inhibitionsleistung von AD(H)S-Betroffenen zuweilen nicht mehr von der Nichtbetroffener zu unterscheiden.

Unaufmerksamkeit kann – insbesondere bei Erwachsenen – durch Angst oder zwanghafte Copingstrategien maskiert sein.26

4.4. Altersentwicklung von Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S

Unaufmerksamkeit tritt nicht bereits im Kindergarten oder den ersten Schuljahren auf.27 Manche Quellen nennen sogar 14 oder 15 Jahre für die Erstmanifestation.28 Eine sehr frühe Erstmanifestation von Unaufmerksamkeit wird bei fetalem Alkoholsyndrom beschrieben.29
Unaufmerksamkeit remittiert im Erwachsenenalter seltener und schwächer als Hyperaktivität und Impulsivität.30 Die Ansicht allerdings, Unaufmerksamkeit würde im Erwachsenenalter stets unverändert hoch bleiben27 wird zu diskutieren sein.

4.5. AD(H)S ohne Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme

Aufmerksamkeitsprobleme sind eines der auffälligsten AD(H)S-Symptome nach Hyperaktivität.
Dennoch liegen diese nicht bei allen Betroffenen vor. DSM IV, der (anders als der aktuelle DSM 5) noch Subtypen definierte, beschrieb mit dem ADHS-HI-Subtyp Betroffene, die vorwiegend hyperaktiv-impulsive Symptome und kaum Aufmerksamkeitsprobleme hatten. Dieser Subtyp ohne Aufmerksamkeitsprobleme ist vornehmlich bei Kindern anzutreffen und dürfte häufig eine Vorstufe zu ADHS-C sein. Denn grundsätzlich werden Aufmerksamkeitsprobleme aufgrund der Gehirnentwicklung des Menschen erst im Alter ab 7 Jahren,27 nach mancher Auffassung sogar erst im Alter ab 14 oder 15 Jahren erkennbar,28 es sei denn als Symptom anderer Störungen, z.B. bei fetalem Alkoholsyndrom.29
Dies wurde zuweilen so interpretiert, dass der reine ADHS-HI-Subtyp (nur Hyperaktivität, keine Unaufmerksamkeit) nur bis zu diesem Alter auftrete.31 Wahrscheinlicher dürfte sein, dass der reine ADHS-HI-Subtyp zwar bei Kindern häufig eine Vorstufe zu ADHS-C darstellt, es unter Erwachsenen aber immer noch einen nennenswerten Anteil (knapp 10 %) an Betroffenen ohne starke Aufmerksamkeitsprobleme, jedoch mit erheblichen übrigen AD(H)S-Symptomen gibt.

Von 1433 Probanden unseres ADxS.org-Symptomtest mit einem positiven AD(H)S-Test(Screening)-Ergebnis (wovon 1390 20 Jahre und älter waren) wurden bei 102 keine Konzentrations-/Aufmerksamkeitsprobleme gefunden (davon 1 jünger als 20 Jahre), mithin 7,1 % (Stand Juni 2020). 21 zeigten keine Ablenkbarkeit (1,5 %), 162 keine Taskwechselprobleme (11,3 %).
Bei den Nicht-AD(H)S-Betroffenen war die Quote der von Ablenkbarkeit Betroffenen deutlich höher als bei Konzentrationsproblemen oder Taskwechselproblemen, sodass die Diagnostikgenauigkeit (die Differenz der Maße von Konzentrationsproblemen, Ablenkbarkeit und Taskwechselproblemen) zwischen AD(H)S-Betroffenen und Nichtbetroffenen jeweils ungefähr gleich war.

Streitig ist, ob einmal aufgetretene relevante Probleme mit Unaufmerksamkeit im Erwachsenenalter wieder nachlassen oder remittieren können.3233 Wenn AD(H)S nicht zwingend lebenslang fortbesteht, also bei 30 bis 50 % aller im Kindesalter Betroffenen im Erwachsenenalter vollständig remittiert, dann remittiert damit auch die Unaufmerksamkeit. Dies spricht dafür, dass Unaufmerksamkeit remittieren kann. Statistische Daten bestätigen, dass Unaufmerksamkeit seltener remittiert als Hyperaktivität bzw. dass das Nachlassen der Symptomschwere bei Unaufmerksamkeit niedriger ist. Gleichwohl wurde bei 18-20-jährigen, die noch AD(H)S hatten, bei 10 bis 15 % eine Remission der Aufmerksamkeitsprobleme festgestellt.30 Eine Studie an 144 Erwachsenen, bei denen als Kinder AD(H)S diagnostiziert worden war, stellte bei 3,3 % eine rein hyperaktive AD(H)S-Form fest, also Hyperaktivität ohne Aufmerksamkeitsprobleme.34
Möglicherweise ist die Unaufmerksamkeit als eines der stärksten Symptome dasjenige, das am längsten spürbar ist.

Wir kennen etliche Betroffene, die zwar eine große Fülle der typischen AD(H)S-Symptome zeigen und auch auf Stimulanzien positiv ansprechen, im Bereich der Aufmerksamkeit jedoch wenig bis keine Probleme haben. Betroffene, die mehrere Symptome eines überreagiblen (d.h. der äußeren Situation unangemessen überreagierenden) Stressreaktionssystems zeigen, leiden an den verbleibenden Symptomen auch dann, wenn Aufmerksamkeitsprobleme nicht darunter sind.

Zweifelsfrei gibt es (ehemals) Betroffene, bei denen die Unaufmerksamkeit und die Hyperaktivität ihrer Kindheit und Jugend remittiert sind. Denn nur bei etwa 50 % aller Betroffenen bleiben die Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Unbestritten gibt es Betroffene, die keinerlei Hyperaktivität haben (ADHS-I).

Anders herum:
Hyperaktivität wandelt sich im Erwachsenenalter meist zu einem inneren Getriebensein. Dies ist etwas weniger unangenehm auffällig, jedoch für die Betroffenen nicht minder belastend.
Menschen, die als Kinder und Jugendliche eine reine ADHS-HI (ohne Aufmerksamkeitsprobleme) hatten, und deren Hyperaktivität sich erwachsenentypisch zu einer reinen inneren Unruhe gewandelt hat und somit nun nicht mehr durch Hyperaktivität negativ auffallen, und seit jeher keine Aufmerksamkeitsprobleme hatten, mögen für ihre Umgebung angenehmer sein und stehen deshalb wahrscheinlich häufiger nicht im Verdacht einer belastenden Störung. Sofern die Belastung durch die übrigen Symptome jedoch weiterbesteht, haben auch diese Menschen ein Recht auf Hilfe und Behandlung.

Wir vertreten daher die Hypothese, dass es einen (kleinen) Kreis von AD(H)S-Betroffenen gibt, bei denen Aufmerksamkeitsprobleme eher schwach ausgeprägt sind oder auch ganz nachgelassen haben. Die von einigen Ärzten und Therapeuten betriebene Testdiagnostik, die allein auf Daueraufmerksamkeitsfehler abzielt, oder die AD(H)S ohne Aufmerksamkeitsprobleme ausschließt35 ist deshalb nach diesseitiger Auffassung irreführend und könnte knapp 10 % der Erwachsenen AD(H)S-Betroffenen nicht erfassen.

Entscheidend ist nach diesseitiger Auffassung nicht, ob bestimmte einzelne Symptome des Symptomclusters vorhanden sind, sondern ob

  • eine große Menge der Symptome aus der Symptomgesamtheit auftreten
    und
  • deren Auftreten unabhängig (außerhalb) von akuten Stresssituationen (z.B. Mobbing, familiäre Probleme) eine Diagnose rechtfertigt.

Dies entspricht dem von Barkley 36 dargestellten Modell, wonach sich AD(H)S-Betroffene von Nichtbetroffenen recht zuverlässig anhand der Anzahl des häufigen Auftretens von 18 Symptomen identifizieren lässt. Siehe hierzu den Text in der Einleitung dieses Beitrages.

In aller Regel sind Aufmerksamkeitsprobleme ein zentrales Symptom von AD(H)S. Doch auch wenn dies eher die Ausnahme ist, sollte die Möglichkeit von AD(H)S ohne Aufmerksamkeitsprobleme auch bei Erwachsenen nicht außer Acht gelassen werden.
Neurophysiologische Korrelate von Aufmerksamkeitsproblemen bei AD(H)S

4.6. Aufmerksamkeitsprobleme als Stresssymptome

Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeitsprobleme und Störanfälligkeit sind typische Symptome von schwerem Stress.37383940 Konzentrationsstörungen sind ein typisches Symptom von schwerem Stress, auch außerhalb von AD(H)S.4137423843

Fast jede psychische Störung geht mit Aufmerksamkeitsproblemen einher,44 z.B.:

  • Depressionen
  • Psychose
  • Tourette
  • Manie
  • Panikstörungen
  • Zwangsstörungen

Stress verringert die willentliche Steuerungsfähigkeit der Aufmerksamkeit (das “searchlight of attention”). Im Extremfall eines Schocks ist die Steuerbarkeit nahezu aufgehoben.45

Eine verständliche Übersicht über Aufmerksamkeit findet sich unter http://www.neuropaedagogik.de/html/aufmerksamkeit.html.


  1. Barkley, Benton (2010): Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS, Seite 22

  2. Krause, Krause (2014): ADHS im Erwachsenenalter, S. 60

  3. Luna-Rodriguez, Wendt, Kerner Auch Koerner, Gawrilow, Jacobsen (2018): Selective impairment of attentional set shifting in adults with ADHD. Behav Brain Funct. 2018 Nov 10;14(1):18. doi: 10.1186/s12993-018-0150-y. PMID: 30414619; PMCID: PMC6230251.

  4. nach Passig, Lobo (2010): Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin

  5. Rupp (2013): „Aufmerksamkeit“: Was ist das eigentlich und wie funktioniert es?

  6. Biederman, Lanier, DiSalvo, Noyes, Fried, Woodworth, Biederman, Faraone (2019): Clinical correlates of mind wandering in adults with ADHD. J Psychiatr Res. 2019 Oct;117:15-23. doi: 10.1016/j.jpsychires.2019.06.012.

  7. Frick, Asherson, Brocki (2019): Mind-wandering in children with and without ADHD. Br J Clin Psychol. 2019 Dec 27. doi: 10.1111/bjc.12241.

  8. Andrillon, Windt, Silk, Drummond, Bellgrove, Tsuchiya (2019): Does the Mind Wander When the Brain Takes a Break? Local Sleep in Wakefulness, Attentional Lapses and Mind-Wandering. Front Neurosci. 2019 Sep 13;13:949. doi: 10.3389/fnins.2019.00949. eCollection 2019.

  9. Figueiredo, Lima, Erthal, Martins, Corção, Leonel, Ayrão, Fortes, Mattos (2020): Mind-wandering, depression, anxiety and ADHD: Disentangling the relationship. Psychiatry Res. 2020 Jan 21;285:112798. doi: 10.1016/j.psychres.2020.112798. PMID: 31991281. n = 78

  10. Bozhilova, Kuntsi, Rubia, Asherson, Michelini (2022): Event-related brain dynamics during mind wandering in attention-deficit/hyperactivity disorder: An experience-sampling approach. Neuroimage Clin. 2022 Jun 1;35:103068. doi: 10.1016/j.nicl.2022.103068. PMID: 35696811; PMCID: PMC9194650. n = 48

  11. Irwin, Kofler, Soto, Groves (2019): Do children with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) have set shifting deficits? Neuropsychology. 2019 Apr 4. doi: 10.1037/neu0000546.

  12. Luna-Rodriguez, Wendt, Kerner Auch Koerner, Gawrilow, Jacobsen (2018): Selective impairment of attentional set shifting in adults with ADHD. Behav Brain Funct. 2018 Nov 10;14(1):18. doi: 10.1186/s12993-018-0150-y.

  13. Ashinoff, Abu-Akel (2019): Hyperfocus: the forgotten frontier of attention. Psychol Res. 2019 Sep 20. doi: 10.1007/s00426-019-01245-8.

  14. Hupfeld, Abagis, Shah (2018): Living “in the zone”: hyperfocus in adult ADHD. Atten Defic Hyperact Disord. 2018 Sep 28. doi: 10.1007/s12402-018-0272-y.

  15. Volkow, Wang, Newcorn, Kollins, Wigal, Telang, Fowler, Goldstein, Klein, Logan, Wong, Swanson (2011): Motivation deficit in ADHD is associated with dysfunction of the dopamine reward pathway; Mol Psychiatry. 2011 Nov;16(11):1147-54. doi: 10.1038/mp.2010.97.

  16. Vortrag Barkley (2014) an der Lynn University, Minute 21:30

  17. Krause, Krause (2014): ADHS im Erwachsenenalter. In 3. Auflage: S. 64.

  18. Lachenmeier (2015): Vortrag ADHS im Job

  19. Brown (2015): ADHD – From Stereopypic to Science in Educational Leadership, 10/2015, S. 52 – 56, Seite 54; Brown ist Leiter der Yale Clinic for Attention and Related Disorders in New Haven, Connecticut

  20. http://www.drthomasebrown.com/add-adhd-model/

  21. Barkley: Taking Charge of Adult ADHD

  22. http://www.adhspedia.de/wiki/Perseveration

  23. Schneeweiss (2021): ADHS im Erwachsenenalter, Vortrag bei LIKE Psychiatrie 2021, ca. Minute 8:30

  24. Conway (2015): Attention Deficit Hyperactivity Disorder: Integration of Cognitive, Neuropsychological, and Psychodynamic Perspectives in Psychotherapy, am Ende des Kapitels “Das Eva-Projekt” unter Verweis auf Sugarman (2006): Attention deficit hyperactivity disorder and trauma1. The International Journal of Psychoanalysis, 87: 237–241. doi:10.1516/F2BD-QXEU-NENX-QL3N

  25. Krause, Krause (2014): ADHS im Erwachsenenalter, S. 62

  26. Weibel, Menard, Ionita, Boumendjel, Cabelguen, Kraemer, Micoulaud-Franchi, Bioulac, Perroud, Sauvaget, Carton, Gachet, Lopez (2019): Practical considerations for the evaluation and management of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in adults. Encephale. 2019 Oct 11. pii: S0013-7006(19)30250-7. doi: 10.1016/j.encep.2019.06.005.

  27. Stahl (2013): Chapter 12: Attention deficit hyperactivity disorder and its treatment in Stahl’s essential psychopharmacology, 4. Ausgabe, Seite 486

  28. Krause, Krause (2014): ADHS im Erwachsenenalter, S. 7 mit Nachweisen

  29. Krause, Krause (2014): ADHS im Erwachsenenalter, S. 19

  30. Mick, Faraone, Biederman (2004): Age-dependent expression of attention-deficit/hyperactivity disorder symptoms, Psychiatr Clin N Am 27 (2004) 215–224

  31. Naglieri, Goldstein (2006): The role of intellectual processes in the DSM-v diagnosis of ADHD. Journal of Attention Disorders, 10(1), 3-8. http://dx.doi.org/10.1177/1087054705286059

  32. Dafür: Mick, Faraone, Biederman (2004): Age-dependent expression of attention-deficit/hyperactivity disorder symptoms, Psychiatr Clin N Am 27 (2004) 215–224

  33. Dagegen: Stahl (2013): Chapter 12: Attention deficit hyperactivity disorder and its treatment. In: Stahl’s essential psychopharmacology, 4. Ausgabe, Seite 486

  34. Mak, Chan, Chan, Tang, Lai, Wong, Leung, Hung, Lam, Lee (2018): Diagnostic Outcomes of Childhood ADHD in Chinese Adults. J Atten Disord. 2018 Sep 27:1087054718802015. doi: 10.1177/1087054718802015. n = 144

  35. z.B. Rossi in http://www.adhs.ch/adhs-das-wichtigste-auf-einen-blick-2/

  36. Barkley, Benton (2010): Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS

  37. Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe: Stress – was versteht man darunter?

  38. Hebold (2004): Stress und Stressverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen, in: Schluchter, Tönjes, Elkins (Hrsg.), (2004): Menschenskinder! Zur Lage von Kindern in unserer Gesellschaft. Band zur Vortragsreihe des Humanökologischen Zentrums der BTU Cottbus, Seite 86

  39. Bartsch (2015): Störungen der Gedächtnisfunktion, Seite 44, Springer, zitiert nach Schmidtke (2013), Funktionelle Gedächtnis und Konzentrationsstörungen

  40. Laessle, Hansen-Spinger (2010): Stressinduzierte Herabsetzung der Aufmerksamkeit bei jungen Erwachsenen mit ADHS-ähnlicher Symptomatik, Kurzbericht, Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39 (4), 213–216

  41. Satow (2012): Stress- und Coping-Inventar (SCI); PSYNDEX Test-Nr. 9006508; Test im Testinventar des Leibniz‐Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID).

  42. Meiser (2005): Stressbewältigung, in: Köllner/Broda,Praktische Verhaltensmedizin, S. 106

  43. Bartsch (2015): Störungen der Gedächtnisfunktion, Seite 44, Springer, zitiert nach Schmidtke (2013), Funktionelle Gedächtnis und Konzentrationsstörungen

  44. Vortrag Barkley (2014) an der Lynn University, Minute 24:10

  45. Singer (1996): Zur Neurowissenschaft der Aufmerksamkeit, Telepolis