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Motivationsprobleme

Inhaltsverzeichnis

Motivationsprobleme

Motivation wird unterteilt in1

  • interne Motive
    • bestimmen die Richtung des Verhaltens
      Ausrichtung auf ein Ergebnis oder Ziel
  • Energie
    • bestimmt die Intensität oder Stärke des Engagements
  • Ausdauer
    • zeitliche Ausdauer des Engagements

Die internen Motive (Bedürfnisse, Kognitionen, Emotionen) dienen dabei als Vermittler zwischen externen Auslösern einerseits und dem Verhalten / der Leistung andererseits.2

AD(H)S-Betroffene benötigen im Schnitt signifikant höhere extrinsische (von außen einwirkend, z.B. Belohnungen, Zwänge, drohende Strafen) oder intrinsische (aus sich selbst / aus der Sache selbst heraus) Anreize als Nichtbetroffenen, um die selbe persönliche Motivation zu erzielen.

Wir meinen, dass das dazu führt, dass die Motivation bei AD(H)S ist (etwas) stärker auf die Befriedigung eigener Bedürfnisse gelenkt ist und schwächer von Bedürfnissen anderer geleitet wird als bei Nichtbetroffenen.
Was von außen aussehen mag wie ein leicht erhöhter Egoismus, ist indes eine nicht bewusste Verschiebung dessen, was die individuelle Motivation wecken kann und unterliegt keiner bewussten Steuerbarkeit durch die Betroffenen.

1. Motivierbarkeit bei AD(H)S verringert

Die Motivation weist bei AD(H)S Abweichungen gegenüber Nichtbetroffenen auf.345

Zu den neurophysiologischen Korrelaten von Motivationsproblemen bei AD(H)S siehe unter Neurophysiologische Korrelate von Antriebs- und Motivationsproblemen bei AD(H)S im Kapitel Neurologische Aspekte.

Der Zusammenhang zwischen Unaufmerksamkeit und (schlechten) akademischen Leistungen wird durch das Maß gleichzeitiger intrinsischer Motivation und verhaltensbezogenem Engagement erklärt, nicht aber durch das Maß gleichzeitig auftretender Hyperaktivität/Impulsivität, Verhaltensprobleme oder Angstzustände.6

Die Motivation bzw. Motivierbarkeit ist (wie auch die Aufmerksamkeit) bei AD(H)S nicht an sich gestört, sondern unterliegt einem anderen Regulationsmodus / Steuerungsprofil. Bei besonders hoher Motivation sind AD(H)S-Betroffene (auch in Aufmerksamkeitstest) kaum von Nichtbetroffenen zu unterscheiden. Der Unterschied liegt vielmehr in der geringeren Selbstmotivierbarkeit, die von außen leicht mit einem Unwillen, Faulheit verwechselbar ist.
Wir vermuten, dass die Motivierbarkeit stärker auf die Befriedigung eigener Bedürfnisse ausgerichtet ist als bei Nichtbetroffenen.

Dies wäre für uns eine logische Folge davon, dass die Symptome von AD(H)S durch die selben neurophysiologischen Pfad wie die Symptome von chronischem Stress vermittelt werden (vornehmlich verringerte Dopamin- und Noradrenalinspiegel in dlPFC, Striatum und Cerebellum). Ein Stressnutzen ist eine erhöhte Sicherung des eigenen Überlebens. In diesem Kontext wäre eine Tendenz zu einer Priorisierung egoistischer Verhaltensweisen zu erwarten. Bisher haben wir nur sehr wenige Untersuchungen gefunden, die sich mit AD(H)S und Egoismus beschäftigt. Eine Studie an 90 AD(H)S-betroffenen Erwachsenen fand einen deutlich erhöhten Egozentrismus.7 Eine weitere Untersuchung fand eine schwache Korrelation zwischen Egoismus/Narzissmus (sowie callous unemotional traits) und AD(H)S.8
Nicht gemeint, aber möglicherweise korrelierend, ist, dass AD(H)S-Betroffene offenbar schlechter die (visuelle) Perspektive eines Gesprächspartners einnehmen können.9

Eigene Bedürfnisse können durch intrinsische Motivation / Interessen, bei denen die Sache selbst das Interesse / die Motivation des Individuums weckt, ebenso adressiert werden wie durch extrinsische Motivation / extrinsisches Interesse (Zwänge, drohende Strafen, Belohnungen).

Hypothese der Verschiebung der Motivierbarkeit in Richtung intrinsischer Bedürfnisse fraglich / bislang nicht belegt

Wir hatten bisher angenommen, dass die intrinsische Motivierbarkeit weniger stark beeinträchtigt ist und die Motivierbarkeit in Richtung intrinsischer Motivation verschoben wäre. Untersuchungen bestätigen dies bislang nicht, wobei es bislang wohl nur Untersuchungen in Bezug auf akademische intrinsische Motivation bei AD(H)S gibt.

Was sich allerdings zeigt, ist eine verringerte neurophysiologische Reaktion auf antizipierte (erwartete) Belohnungen und eine erhöhte neurophysiologische Reaktion auf erhaltene Belohnungen, was die Verschiebung der Motivierbarkeit in Richtung sofort verfügbarer Belohnungen und die damit verbundene Abwertung entfernter Belohnungen (Reward discounting) erklären dürfte.
Für unsere Hypothese, dass dies mit einer Verschiebung der Motivierbarkeit in Richtung der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse einhergeht, haben wir bisher noch keine Untersuchungen gefunden.

1.1. Motivierbarkeit durch extrinsische / intrinsiche Anreize

1.1.1. Extrinsische Motivierbarkeit bei AD(H)S abgeschwächt

Wie viele Untersuchungen zeigen, ist bei AD(H)S die extrinsische Motivierbarkeit gegenüber Nichtbetroffenen abgeschwächt. Extrinsische Anreize müssen daher bei AD(H)S in der Regel deutlich höher sein als bei Nichtbetroffenen, um das gleiche Maß an Motivation zu wecken.10

Dieser Beitrag enthält im Folgenden viele Verweise auf Quellen, die zeigen, dass bei AD(H)S erhöhte extrinsische Anreize in der Lage sind, durch die damit erreichte Motivation verschiedene Symptome so zu verringern, dass sie nicht mehr viel deutlicher in Erscheinung treten als bei Nichtbetroffenen oder gar das Niveau von Nichtbetroffenen erreichen, z.B. (Dauer-)Aufmerksamkeit, Inhibition (Impulsivitätsunterdrückung), Teile des Arbeitsgedächtnisses und tendenziell wohl auch Frustrationsintoleranz. Für die meisten weiteren AD(H)S-Symptome wurde die Wirkung von durch erhöhte Anreizen geschaffene Motivation noch nicht untersucht.

1.1-2. Intrinsische Motivierbarkeit bei AD(H)S ebenfalls abgeschwächt

Eine Untersuchung zur (akademischen) intrinsische Motivierbarkeit bei AD(H)S fand, dass diese ebenfalls abgeschwächt zu sein scheint, was ADHS-C und ADHS-I gleichermaßen betreffe.11 Eine andere Untersuchung fand, dass bei Jugendlichen mit AD(H)S die akademische intrinsische Motivierbarkeit mit d= 0,49 noch etwas deutlicher abgeschwächt sei als die akademische extrinsische Motivierbarkeit mit d = 0,43 (jeweils im Vergleich zu Nichtbetroffenen).12

Eine weitere Studie stellt die Hypothese auf, dass eine langsamere Ereignisrate bei Tests bei AD(H)S-Betroffenen aufgrund deren Besonderheiten bei der Motivierbarkeit eine verringerte intrinsische Motivation bewirkt.13 Die Autoren weisen weiter darauf hin, dass unter bestimmten Umständen ein externer Anreiz die intrinsische Motivation eines Individuums untergraben kann. Dieser allgemein gut untersuchte Effekt wurde bislang aber nicht bei AD(H)S-Betroffenen überprüft.

Ein Bericht thematisiert die Bedeutung intrinsischer (internaler) Motive bei AD(H)S und ihre Erfassung durch die Self Determination Theory (SDT).2

1.2. Belohnungssensitivität nach Verhalten / Aktivität des autonomen Nervensystems

Belohnungssensitivität kann unterteilt werden in externe Belohnungssensitivität, definiert als verhaltensbasierte Annäherungsmotivation als Reaktion auf Belohnung (d. h. belohnungssuchendes Verhalten)14, und interne Belohnungssensitivität, definiert als Schwelle des Nervensystems für die Reaktion auf Belohnung, indexiert über die Aktivität des sympathischen Nervensystems, des Nucleus accumbens oder dopaminerger fronto-striataler Gehirnregionen)15.

1.2.1. Verhaltensbasierte Belohnungssensitivität (belohnungssuchendes Verhalten)

In Bezug auf die verhaltensbasierte Belohnungssensitivität bei Kindern mit AD(H)S deuten die Ergebnisse auf eine erhöhte Belohnungssensitivität bei AD(H)S hin, wobei hohe Belohnungen eine sehr große Wirkung zeigen und sofortige Belohnungen deutlich bevorzugt werden.16 Einige Studien schlossen bei Kindern mit AD(H)S auf eine erhöhte verhaltensbasierte Belohnungssensitivität aufgrund

  • einer Präferenz für kleine sofortige Belohnungen im Vergleich zu größeren verzögerten Belohnungen17
  • Abwertung verzögerter Belohnungen / Verzögerungsdiskontierung18192021
    • eine kleine Studie fand keinen Unterschied bei AD(H)S, aber eine Abnahme mit dem Alter22
  • erhöhter Risikobereitschaft23 n = 203)

Eine Studie fand anhand des Balloon analogue risk tasks (BART) eine um 27 % verringerte verhaltensbasierte Belohnungssensitivität bei AD(H)S (5,0 Pops) gegenüber Nichtbetroffenen (6,35 Pops), was sich unserer Ansicht nach nicht mit der Bewertung der Autoren deckt, es seien hier keine Unterschiede festzustellen. Die verringerte verhaltensbasierte Belohnungssensitivität bei AD(H)S zeigte sich auch in der Messung der PEP (bei AD(H)S verlängert) und der RSA (HRV verringert).24 Die Gruppen unterschieden sich in der Geschlechtsverteilung deutlich (55 % Jungen TD vs 85 % Jungen mit AD(H)S).

1.2.2. Reaktionsschwelle des autonomen Nervensystems

In Bezug auf die neurophysiologische Belohnungssensitivität bei Kindern mit AD(H)S deuten die Ergebnisse auf eine veränderte Reaktionsschwelle des autonomen Nervensystems bei AD(H)S hin.25 Die PEP zeigte sich bei AD(H)S verlängert und die RSA (HRV) verringert.24

PEP und RSA: was sie bedeuten

Die PEP repräsentiert die mesolimbische Dopamin-Reaktivität insbesondere während der Belohnungsreaktion.26 Eine längere PEP ist ein Marker für eine verringerte Aktivität des Sympathikus, auch wenn dies noch von weiteren Faktoren mitbestimmt werden kann.27

Die respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) besteht aus oszillatorischen Erhöhungen und Senkungen der Herzfrequenz während des Atemzyklus. Sie repräsentiert parasympathische / vagale Wirkungen auf das Herz. Die RSA soll den neuronalen Verkehr durch den Vagusnerv repräsentieren28. Der Vagsusnerv soll einen physiologischen Mechanismus für die schnelle Beschleunigung und Verlangsamung der Herzleistung (Herzratenvariabilität, HRV) als Reaktion auf (auch soziale) Umweltanforderungen darstellen.29

1.3. Welche Motive motivieren welchen AD(H)S-Subtyp?

Die AD(H)S-Subtypen scheinen sich in Bezug auf die Anreize, die ihre Motivation erhöhen können, zu unterscheiden. Eine Hypothese dazu lautet, dass den verschiedenen AD(H)S-Subtypen unterschiedliche Anreize zur Verbesserung ihrer Motivation helfen könnten. ADHS-C, der (wie der überwiegend hyperaktive ADHS-HI-Subtyp) kompetitivere Charakterzüge trage, solle durch die Verwendung von spielartigen Lernansätzen und die öffentliche Anerkennung seiner Leistung besser gefördert werden, während der überwiegend unaufmerksame ADHS-I-Subtyp, der kooperativere Charakterzüge trage und häufiger durch die eigene intrinsische Neugier abgelenkt sei, eher durch kooperative Lernformen und soziales Feedback motiviert werde. Dies betrifft insbesondere Unterrichtsinterventionen und den Stil der didaktischen Unterstützung beim Lernen.11

Zu den neurophysiologischen Korrelaten von Belohnung bei AD(H)S siehe unter Neurophysiologische Korrelate von Belohnung bei AD(H)Sim AbschnittNeurophysiologische Korrelate von AD(H)S-Symptomen im KapitelNeurologische Aspekte.

1.4. Art und Stärke von Belohnungen in Tests

In Studien zum Verhalten bei Belohnungen werden nach Art (z. B. Geld, Geschenke, Punkte, Computerspiele) und Intensität der Verstärkung (z. B. 5 ct, 25 ct, 1 Punkt, 100 Punkte) unterschiedliche Anreize verwendet..30

Dass manche Untersuchungen keine Veränderung der Symptomatik bei AD(H)S durch Belohnungen fanden, könnte möglicherweise mit daran gelegen haben, dass die jeweiligen Belohnungen das individuelle Interesse nicht ausreichend wecken konnten.30. Die Untersuchung der Autoren zum Arbeitsgedächtnis bei AD(H)S fand indes auch bei sehr hohen Belohnungen zwar eine signifikante Verbesserung, jedoch keine völlige Egalisierung der Arbeitsgedächtnisleistungen im Vergleich zu Nichtbetroffenen.

Monetäre Belohnungen zeigen in der Regel den stärksten motivationalen Anreiz.

Eine Untersuchung fand, dass soziale Belohnung die Impulsivität zwar relativ stärker verbesserte als bei Nichtbetroffenen, jedoch war auch hier monetäre Belohnung bei AD(H)S-Betroffenen wie Nichtbetroffenen der stärkste Motivator.31

Als Belohnungen scheinen (bei Frauen) monetäre Anreize besser zu wirken als zu vermeidende Strafen durch verbales Feedback.32

2. Aufmerksamkeit bei AD(H)S: nicht gestört, sondern anders

Die Aufmerksamkeit bei AD(H)S unterscheidet sich erheblich von der von Nichtbetroffenen. Dennoch ist bei AD(H)S die Aufmerksamkeitsfähigkeit an sich nicht beeinträchtigt. Auch die Lenkbarkeit selbst ist unverändert – die Aufmerksamkeit bei AD(H)S kann sehr fokussiert sein (Stichwort: Taskwechselprobleme, Hyperfokus) oder leicht wechseln (Stichwort: Ablenkbarkeit).

Die Aufmerksamkeit unterscheidet sich bei AD(H)S von Nichtbetroffenen dadurch, dass ihre Lenkung einem anderen Steuerungsprofil unterliegt. AD(H)S korreliert mit einer verringerten neurophysiologische Reaktion auf antizipierte (erwartete) Belohnungen und einer erhöhten neurophysiologische Reaktion auf erhaltene Belohnungen, was die Verschiebung der Motivierbarkeit in Richtung sofort verfügbarer Belohnungen und die damit verbundene Abwertung entfernter Belohnungen (Reward discounting) erklärt.

Wir vertreten die Hypothese, dass die Aufmerksamkeitslenkung bei AD(H)S stärker von einer hohen Individualmotivation abhängig ist. Ist etwas persönlich hochinteressant, kann die Aufmerksamkeit gut bei dieser Sache bleiben, ist es nicht sehr interessant, wechselt die Aufmerksamkeit leichter als bei Nichtbetroffenen. Die Aufmerksamkeitslenkung ist bei AD(H)S sehr viel stärker von der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse abhängig als bei Nichtbetroffenen. Dies ist jedoch kein Egoismus, sondern eine veränderte Steuerung der Motivation, auf die die Betroffenen keinen Einfluss haben.

Was von aussen aussieht wie ein “Du kannst doch, wenn Du willst”, ist in Wirklichkeit ein “Ich kann nicht wollen, wie ich soll”.

Nichtbetroffene unterliegen demselben abweichenden Aufmerksamkeitssteuerungsprofil, wenn sie sich in schwerem akuten oder chronischen Stress befinden. Für derartige Notfälle (z.B. in lebensgefährlichen Situationen) ist ein solches Aufmerksamkeitsmuster hilfreich und war die letzten Jahrhunderttausende nützlich beim Überleben.
Das Problem bei AD(H)S sehen wir darin, dass dieses Aufmerksamkeitssteuerungsprofil dauerhaft aktiviert ist, obwohl keine entsprechend lebensbedrohliche Situation besteht.

Auch wenn es zunächst denklogisch erscheint, dass eine Abschwächung der Motivierbarkeit damit einhergeht, dass Dinge, die persönlich interessieren relativ in den Vordergrund treten, konnten wir für die Hypothese, dass die Motivierbarkeit sich in Richtung persönlicher Interessen verschiebt, bislang keine wissenschaftlichen Belege finden lassen.

Brown bezeichnet die interessengesteuerte Veränderung der Aufmerksamkeit für AD(H)S als Tendenz, die Aufmerksamkeit exzessiv auf Dinge auszurichten, die interessieren.33 Angst und Depression unterliegen einer ähnlichen Wahrnehmungsverzerrung in Richtung der beunruhigenden / beängstigenden Themen.3435

Bei AD(H)S ist die Deaktivierung des Default mode network (DMN), das bei aktivierter Aufmerksamkeit auf externe Reize deaktiviert wird, verringert. Interessante Belohnungen wie Stimulanzien sind in der Lage, die Deaktivierung des DMN bei AD(H)S-Betroffenen derjenigen von Nichtbetroffenen anzugleichen.36

Die fokussierbare Aufmerksamkeit von AD(H)S-Betroffenen zeigt sich auch darin, dass diese bei AD(H)S-Tests die gleiche Leistung wie Nichtbetroffene erreichen können, wenn diese ein hohes persönliches Interesse am Test haben. Dies führt häufig zu falsch negativen Testergebnissen. (Extrinsische) Belohnungen, die hoch genug sind, um persönliches Interesse zu wecken, bewirken das selbe Ergebnis.3738394041
Eine Untersuchung fand, dass häufige Verstärkung die Unterschiede der Daueraufmerksamkeit zwischen AD(H)S-Betroffenen und Nichtbetroffenen nivellierte, während seltene Verstärkung die Unterschiede bestehen ließ. Dies habe insbesondere die jüngeren Kindere betroffen.42
Mehr hierzu unter AD(H)S-Betroffene bei entsprechendem Interesse in Tests so gut wie Nichtbetroffene

Dass ein zu wenig anregendes Umfeld (Unteraktivierung) auch bei Gesunden Unaufmerksamkeit hervorrufen kann, z.B. bei Hochbegabten in nicht begabungsadäquaten Schulen,43 dürfte dagegen nicht auf einem veränderten Steuerungsprofil der Aufmerksamkeit beruhen, sondern auf einer Unterforderung, die Langeweile verursacht.

2.1. Taskwechselprobleme und Ablenkbarkeit bei AD(H)S

Wird etwas individuell besonders interessantes (hohe Individualmotivation) getan, entstehen Taskwechselprobleme. Die Aufmerksamkeit wird stark absorbiert und ein Wechsel der Aufmerksamkeit auf andere Dinge ist erschwert. Als Zustand wird dies im Extrem Hyperfokus genannt, das daraus folgende Symptom sind Taskwechselprobleme.

Ist die aktuelle Tätigkeit nicht individuell besonders interessant, ist dagegen die Ablenkbarkeit erhöht. Die Aufmerksamkeit ist dann wenige fokussiert und richtet sich leicht auf neue Reize aus.

3. Inhibitionsprobleme verschwinden bei hoher Individualmotivation

Auch Impulsivität bei AD(H)S (Inhibitionsfähigkeit) ist durch Belohnungen beeinflussbar.44 Belohnungen führten bei Kindern mit AD(H)S zu Ergebnissen im Stop-Task, die denen der Kontrollen entsprachen, während die selben Belohnungen bei Kindern mit Gehirnverletzungen die Inhibition weniger stark verbesserten.45 Die Belohnung für einen erfolgreichen Stop-Task bestand hier in einem unmittelbaren positiven Feedback auf dem Bildschirm (z.B. “Gut gemacht” / “Super” / “Mach weiter so”) und einem Punkt, der dem Punktekonto zugefügt wurde, wobei die Kinder die Punkte nach dem Test in Süßigkeiten oder kleine Spielzeuge umwandeln konnten.

Eine weitere Untersuchung fand ebenfalls eine identische Inhibitionsfähigkeit von AD(H)S-Betroffenen und Nichtbetroffenen bei hohen Belohnungen.46

Eine andere Untersuchung fand eine stärkere Verbesserung der Inhibition und Daueraufmerksamkeit bei AD(H)S-Betroffenen als bei Nichtbetroffenen,31 eine weitere Untersuchung fand keine Verbesserung der Inhibitionsfähigkeit durch Belohnungen.47 Die Belohnung waren hier 25 Dollarcent für eine erfolgreiche Inhibition in einem modifizierten Stop-Task-Test bei zugleich einem Verlust von 10 Dollarcent für einen fehlerhaften Testdurchgang. Denkbar wäre, dass die Form der Belohnung in diesem Test keine ausreichende Individualmotivation wecken konnte.

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Belohnungen die Inhibitionsfähigkeit nicht nur bei AD(H)S, sondern auch bei Substanzmissbrauch oder Spielsucht verbessern.48

Eine Übersichtsarbeit fasst zusammen, dass bei AD(H)S Impulsivität mit einer verringerten Aktivität des Striatums während der Belohnungserwartung korreliert, während bei Gesunden Impulsivität mit einer erhöhten Aktivität des Striatums während der Belohnungserwartung verbunden ist.49

4. Belohnung verbessert Arbeitsgedächtnis und Dauerleistung bei AD(H)S

AD(H)S ist mit einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses verbunden.
In einer Untersuchung zeigten Kinder mit AD(H)S deutliche Verbesserungen des Arbeitsgedächtnisses bei Belohnungen, erreichten aber selbst bei den stärksten Belohnungen (10 € und Gaming) nicht das Niveau von Nichtbetroffenen. Nur bei Kindern mit AD(H)S zeigte sich ein Nachlassen der Leistung über die Testdauer. Hohe Belohnungen konnten dieses Nachlassen der Leistung jedoch beseitigen.30

Eine Untersuchung fand, dass bei Kindern ADHS-C Belohnungen (Feedback nach jedem Durchgang und gegen Preise einlösbare Punkt) das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis bezüglich der Manipulation der gespeicherten visuell-räumlichen Information (backward span) verbessern konnten. Dagegen fand sich bezüglich der Speicherung von visuell-räumlicher Information (forward span) keine Verbesserung. Ein Vergleich mit Nichtbetroffenen erfolgte nicht.50

Eine weitere kleine Untersuchung fand ebenfalls Verbesserungen der visuell-räumlichen Arbeitsgedööchtnisses durch extrinsische Belohnung.51

5. Belohnung und Frustrationsintoleranz

Eine Untersuchung fand, dass die bei den AD(H)S-Probanden bei niedrigen Belohnungen in den ersten Testdurchgängen noch feststellbare Frustration bei höheren Belohnungen nicht mehr auftrat.41 Eine andere Untersuchung fand keine Verbesserung der Frustrationstoleranz bei AD(H)S durch Belohnungen.52

6. Ungeduld und Prokrastination bei AD(H)S: Motivation unterscheidet

Dinge mit hoher persönlicher Motivation müssen für AD(H)S-Betroffene jetzt sofort passieren. Ungeduld und nicht warten können sind typische Folgen davon.

Dinge, für die eine niedrige persönliche Motivation besteht, werden dagegen häufiger prokrastiniert als durch Nichtbetroffene, wie z.B. das Öffnen von unerfreulicher Post (anders als der ersehnte Berief eines geliebten Menschen), die Steuererklärung oder das Müll hinuntertragen.

Dieses Muster besteht bei allen Menschen in einem gewissen Maße. Bei AD(H)S ist es indes drastisch erhöht und führt zu dysfunktionalen Ergebnissen.

7. Emotionale Dysregulation und Belohnungserwartung

Emotionale Instabilität korrelierte in einer Studie an Gesunden mit einer verringerten Aktivierung des Striatums bei Belohnungserwartung nur bei Frauen, nicht aber bei Männern.53

8. Reaktionszeiten und Antwortvariabilität

In einem Go/Nogo-Task reagierten Kinder mit AD(H)S langsamer und variabler als ihre nicht betroffenen Geschwister oder Kontrollen. Eine langsamere Ereignisrate verringerte die Leistung der AD(H)S-Betroffenen nicht. Unter Belohnung zeigten nur die AD(H)S-Betroffenen und ihre nicht betroffenen Geschwister beschleunigte mittleren Reaktionszeiten und eine geringere Antwortvariabilität, nicht aber die Kontrollen, während die Genauigkeit sich in allen 3 Gruppen verbessert. Männer reagierten schneller und zeigten mehr Fehlalarme, unabhängig vom AD(H)S-Status.54

9. Belohnung und Motivation bei anderen AD(H)S-Symptomen

Bis 2013 hatte keine veröffentlichte Studie den Einfluss von Belohnungen auf die Delay Discounting bei AD(H)S untersucht.55

Es wird kolportiert, dass Kinder mit AD(H)S keine Symptome von Aufmerksamkeitsproblemen, Ablenkbarkeit oder Hyperaktivität zeigen, wenn sie eine intrinsisch stark motivierende Tätigkeit ausüben (z.B. Computerspiele).

10. Motivation bei AD(H)S und Stresshypothese

Die Veränderungen der Motivation bei AD(H)S einschließlich der diesen zugrunde liegenden neurophysiologischen Korrelate (verringerte Dopaminspiegel / verringerte Aktivierung im Nucleus accumbens bei antizipierter Belohnung und erhöhte Aktivierung de Nucleus accumbens bei erhaltener Belohnung) entspricht derjenigen bei chronischem Stress. Neurophysiologische Korrelate von Belohnung bei AD(H)S

Dies deckt sich mit der von uns vertretenen Hypothese, dass die Symptome von AD(H)S und die Symptome von chronische Stress durch sehr ähnliche neurophysiologische Mechanismen vermittelt werden (vornehmlich Dopamin- und Noradrenalinmangel in dlPFC, Striatum und Cerebellum).


  1. Reeve (2014): Understanding Motivation and Emotion; zitiert nach Morsink, Van der Oord, Antrop, Danckaerts, Scheres (2021): Studying Motivation in ADHD: The Role of Internal Motives and the Relevance of Self Determination Theory. J Atten Disord. 2021 Nov 19:10870547211050948. doi: 10.1177/10870547211050948. Epub ahead of print. PMID: 34794343.

  2. Morsink, Van der Oord, Antrop, Danckaerts, Scheres (2021): Studying Motivation in ADHD: The Role of Internal Motives and the Relevance of Self Determination Theory. J Atten Disord. 2021 Nov 19:10870547211050948. doi: 10.1177/10870547211050948. Epub ahead of print. PMID: 34794343.

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