Zum Inhalt springen

Die Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS: ADHS-HI (überwiegend hyperaktiv), ADHS-C (Mischtyp), ADHS-I (ADS)

Die Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS: ADHS-HI (überwiegend hyperaktiv), ADHS-C (Mischtyp), ADHS-I (ADS)

Autor: Ulrich Brennecke
Review: Dipl.-Psych. Waldemar Zdero (Stand 04/2024)

ADHS sieht nicht bei allen Menschen gleich aus. Manche fallen vor allem durch Unruhe und Impulsivität auf, andere vor allem durch Unaufmerksamkeit und Verträumtheit, wieder andere durch beides. Diese unterschiedlichen Erscheinungsbilder nennt man Präsentationsformen. Früher hießen sie Subtypen.

(Einschätzung ADxS): Das Diagnosehandbuch DSM 5 unterscheidet drei Präsentationsformen:

  • ADHS-HI: überwiegend hyperaktiv und impulsiv. Betroffene sind unruhig, handeln oft schneller als sie denken und reagieren leicht überschießend. Daraus entstehen häufig Konflikte mit anderen Menschen.
  • ADHS-I: überwiegend unaufmerksam. Früher wurde diese Form auch ADS genannt. Betroffene träumen viel, verlieren schnell den Faden, vergessen Dinge und meiden laute Gruppen. Sie fallen nach außen wenig auf und werden deshalb oft spät erkannt.
  • ADHS-C: der Mischtyp. Hier sind beide Bereiche stark ausgeprägt, also Unaufmerksamkeit ebenso wie Hyperaktivität und Impulsivität.

(Einschätzung ADxS): Die reine hyperaktive Form ADHS-HI wird fast nur bei jüngeren Kindern festgestellt, meist bis etwa sechs oder sieben Jahre. Das liegt vor allem daran, dass Aufmerksamkeitsprobleme erst auffallen, wenn in der Schule längere Konzentration verlangt wird. Wer als kleines Kind als ADHS-HI gilt, wird später also häufig dem Mischtyp zugeordnet.

(Einschätzung ADxS): Wie häufig die einzelnen Formen sind, hängt stark davon ab, wer untersucht wurde. In großen Übersichtsarbeiten liegen alle drei Formen grob in derselben Größenordnung. In kleineren Einzelstudien schwanken die Zahlen dagegen erheblich. Das zeigt vor allem eines: Der Zufall bei der Zusammensetzung der untersuchten Gruppen hat großen Einfluss.

(Einschätzung ADxS): Die Prävalenz der Präsentationsformen beträgt laut großen Übersichtsarbeiten:

Bei Kindern und Jugendlichen: (Übersichtsarbeit, 13 Metastudien mit k = 588 Primärstudien, n = 3.277.590) (E 1a)1
ADHS-I: 35,76 %
ADHS-C: 35,16 %
ADHS-HI: 29,08 %

Bei Erwachsenen: (Übersichtsarbeit, 5 Metastudien mit k = 57 Primärstudien, n = 21.142.129) (E 1a)2 (E 1a)3
ADHS-I: 36,16 %
ADHS-C: 18,82 %
ADHS-HI: 45,02 %

(Einschätzung ADxS): Die Ergebnisse überraschen uns insbesondere hinsichtlich der hohen Zahl der hyperaktiven Präsentationsform bei Kindern und Jugendlichen und mehr noch hinsichtlich deren relativen Anstiegs bei Erwachsenen, da motorische Hyperaktivität bei Erwachsenen normalerweise nachlässt.
(Einschätzung ADxS): Die Übersichtsarbeiten berichteten hohe ADHS-HI-Werte bei Erwachsenen insbesondere aus den USA und Neuseeland, nicht aus Europa.

(Einschätzung ADxS): Die Prävalenzzahlen in kleinen Studien sind abweichend und zeigen, wie groß der Einfluss des Zufalls auf die Zusammensetzung der Probanden in ADHS-Studien ist. Die Summenzeile addiert die Studienergebnisse, gewichtet nach der jeweiligen Probandenzahl.

Quelle / Subtyp ADHS-I ADHS-C ADHS-HI n
(E 3)4 31,00 % 62,00 % 7,00 % 107
(E 3)5 37,00 % 56,00 % 2,00 % 149
(E 3)6 49,50 % 42,00 % 8,40 % 379
(E 3)7 63,50 % 26,00 % 10,50 % 193
(E 3)8 58,43 % 34,61 % 6,96 % 575
Gesamt gewichtet 52,35 % 39,78 % 7,31 % 1403

Wichtig ist: Die Präsentationsformen sind keine verschiedenen Krankheiten. Ursachen und Abläufe im Gehirn sind bei allen drei Formen sehr ähnlich. Es gibt lediglich Hinweise darauf, dass bestimmte genetische Faktoren eher zu nach außen gerichteten Symptomen beitragen.(E 2b)9 Als ADHS-HI, ADHS-I und ADHS-C gelten die drei Formen als gut belegt. Für eine eigene Untergruppe mit Sozialverhaltensstörung, wie sie das ältere Diagnosehandbuch ICD 10 vorsieht, reichen die Belege dagegen nicht aus.(E 4)10

(Einschätzung ADxS): Der aus unserer Sicht wichtigste Unterschied zwischen den Formen betrifft die Reaktion des Körpers auf Stress. Bei Stress schüttet der Körper unter anderem das Hormon Cortisol aus. Bei ADHS-I fällt diese Cortisolantwort eher zu stark aus, bei ADHS-HI und ADHS-C eher zu schwach. Das passt zum äußeren Bild: Wer stark mit Cortisol reagiert, zieht sich unter Belastung eher zurück. Wer kaum reagiert, geht eher nach außen.

(Einschätzung ADxS): Wir verstehen die Präsentationsformen deshalb als unterschiedliche Reaktionsweisen auf ein und dieselbe Grundstörung. Welche Form sich ausbildet, hängt vermutlich vor allem von der Persönlichkeit und vom erlernten Umgang mit Belastung ab, insbesondere davon,

  • ob jemand eher nach außen oder eher nach innen gewandt ist,
  • wie empfindlich jemand auf Belastungen reagiert,
  • wie die persönliche Art der Stressverarbeitung aussieht und
  • welchen Umgang mit Stress jemand im Umfeld gelernt hat.

Auch bei anderen Störungsbildern wie Depression oder Angststörung gibt es solche nach innen und nach außen gerichteten Ausprägungen.(E 4)11

Die Präsentationsform kann sich im Lauf des Lebens ändern.(E 2b)12 (Erfahrung ADxS): Wir kennen etliche Betroffene, die von einem deutlichen Wechsel berichten.

(Einschätzung ADxS): Neben diesen drei Formen werden in der Forschung viele weitere Einteilungen vorgeschlagen, etwa nach Hirnstrommustern (EEG), nach Gefühlsprofilen, nach Denkleistungen oder nach Begleiterkrankungen. Keine dieser Einteilungen hat sich bisher durchgesetzt. Der zweite Teil dieses Beitrags stellt sie dar. Für die Behandlung im Alltag spielen sie derzeit noch keine Rolle.

(Einschätzung ADxS): Für Betroffene sind insbesondere vier Dinge relevant:

  • Die Präsentationsform sagt etwas darüber aus, wie sich ADHS zeigt, aber nichts darüber, wie stark jemand betroffen ist oder wie gut eine Behandlung wirkt.
  • ADHS-I wird oft übersehen, weil die Betroffenen nach außen unauffällig bleiben. Eine späte Diagnose bedeutet nicht, dass die Beschwerden geringer sind.
  • Die Präsentationsform kann sich ändern. Es ist möglich, dass sich jemand heute anders einordnet als vor zehn Jahren.
  • Zuverlässige Messverfahren, die die Form im Einzelfall bestimmen könnten, gibt es bisher nicht. Alle unten beschriebenen Messungen zeigen Unterschiede zwischen Gruppen, nicht bei einzelnen Menschen.

(Einschätzung ADxS): SCT (Sluggish Cognitive Tempo) gilt inzwischen nicht mehr als Untergruppe von ADHS, sondern als eigenes Bild, das häufig gemeinsam mit ADHS auftritt. Wir haben ihm einen eigenen Beitrag gewidmet: CDS - Cognitive Disengagement Syndrome (SCT - Sluggish Cognitive Tempo)

1. Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS nach Symptomatik

Bedeutung für Betroffene

Dieser Teil beschreibt, wie sich die drei Präsentationsformen von ADHS im Alltag zeigen, welche Beschwerden für welche Form typisch sind und welche Begleitprobleme häufiger vorkommen. Dabei hat kein Mensch alle genannten Merkmale, und einzelne Merkmale allein bedeuten noch keine Diagnose. Am Ende dieses Teils stehen zahlreiche weitere Einteilungsvorschläge aus der Forschung. Für die Behandlung sind sie bisher ohne Bedeutung.

Die Fachliteratur nennt vornehmlich 3 Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS: Den ADHS-I-Typ (1.1.), den ADHS-HI-Typ (siehe 1.2.) und ADHS-C (siehe 1.3). Während der ADHS-HI-Subtyp wohl lediglich eine Frühform des Mischtyps darstellen dürfte, stellt sich Sluggish Cognitive Tempo (SCT) immer deutlicher als ein unabhängiges Störungsbild dar. Die vereinzelt weiter beschriebenen Formen dürften keine echten Subtypen darstellen und werden lediglich der Vollständigkeit halber genannt.

Unabhängig von der Typisierung von ADHS-I, ADHS-HI und ADHS-C anhand der beobachteten Symptome gibt es eine Typisierung, die sich an den unterschiedlichen gemessenen EEG-Mustern ausrichtet ADHS-Subtypen nach EEG. Diese hat sich bisher nicht durchgesetzt, obwohl diese anhand objektiver Biomarker messbar sein könnte. Bisher fehlt es an Erfahrung über die unterschiedliche Symptomatik der EEG-Subtypen und wie diese auf spezifische Behandlungen reagieren. Ein Versuch, die Präsentationsformen anhand ihrer EEG-Muster mittels KI automatisiert zu unterscheiden, scheiterte.(E 3)13 Es konnten zudem nur 84 % der ADHS-Betroffenen von Nichtbetroffenen unterschieden werden.

1.1. ADHS-I: vorwiegend unaufmerksamer Typ

Bei der ADHS-I-Form stehen Aufmerksamkeitsprobleme im Vordergrund, nicht motorische Unruhe. Typisch sind Verträumtheit, Vergesslichkeit, ein langsameres Arbeitstempo, Schwierigkeiten, mehrere Dinge im Kopf zu behalten und Organisationsprobleme. Unruhe kann sich innerlich zeigen. Weil diese Betroffenen nach außen kaum stören, wird ADHS-I oft erst spät erkannt (bei Mädchen und Frauen besonders häufig). Das heißt nicht, dass die Belastung geringer wäre. Auffällig ist zudem, dass viele Betroffene stark auf Stress reagieren und sich unter Belastung eher zurückziehen.

1.1.1. Weitere Namen des ADHS-I Subtyps

  • ADHS-I (der von uns heute verwendete Begriff)
  • ADS (umgangssprachlich, von uns früher verwendet)
  • ADD (älterer internationaler umgangssprachlicher Begriff)
  • ADHD-PI (predominantly inattentive)
  • Hypoaktiv (Prof. Simchen)
  • Träumerle (umgangssprachlich beschreibend)
  • Unteraktiviert (ablenkbar aufgrund Langeweile)

1.1.2. Spezifische Symptome von ADHS-I

Bedeutung für Betroffene

Diese Liste beschreibt, was bei ADHS-I häufiger vorkommt als bei den anderen Formen. Sie ist keine Checkliste: Niemand hat alles davon, und einzelne Punkte allein bedeuten keine Diagnose.

(Einschätzung ADxS): Für den Alltag am wichtigsten sind vier Punkte.
Erstens: Die Beschwerden sind nach innen gerichtet. Betroffene ziehen sich zurück, statt aufzufallen.
Zweitens: Das Denken ist nicht langsam, aber die Entscheidungsfindung braucht länger.
Drittens: Viele Betroffene reagieren körperlich stark auf Belastung, was Konzentration und Gedächtnis zusätzlich beeinträchtigt.
Viertens: Weil diese Form wenig stört, wird sie oft erst spät erkannt (besonders bei Mädchen und Frauen). Eine späte Diagnose sagt nichts über die Schwere aus.

Bei ADHS handelt es sich um ein Symptomcluster. Die Symptome grenzen die Präsentationsformen (Subtypen) nicht trennscharf voneinander ab. Bei ADHS-I überwiegt Unaufmerksamkeit gegenüber Hyperaktivität, Impulsivität und innerer Unruhe.

  • 3 bis 6 Jahre (E 4)14

    • Aufforderungen werden nicht wahrgenommen
      • befolgt deshalb Aufforderungen nicht
    • verträumt
    • starrt ins Leere
    • kann sich nur schwer selbst mit etwas beschäftigen
      • Tagträumen
      • Gedanken schweifen ab
    • laute Gruppensituationen werden eher unangenehm empfunden
    • Abneigung gegen Veränderungen gewohnter Abläufe
    • Aversion gegen schnelle Übergänge, muss sich auf Neues erst einstellen
  • 6 bis 10 Jahre: (E 4)15

    • Unaufmerksamkeit
      • kann deshalb Unterricht teils nicht verfolgen
    • kann teils Unterrichtsstoff nicht nachvollziehen
    • Konzentrationsschwierigkeiten
      • auf Lehrervortrag
      • auf eigene Arbeit
    • wirkt verträumt
    • mangelnde aktive Mitarbeit
  • 10 bis 20 Jahre: (E 4)15

    • möglicherweise Verbesserung der Aufmerksamkeit aufgrund Nachentwicklung des Gehirns
    • Aufmerksamkeitsprobleme bleiben mindestens teilweise vorhanden
      und werden immer noch als sehr belastend empfunden

Altersunabhängig:

  • Der ADHS-I-Subtyp ist eher introvertiert (im Gegensatz zum eher extrovertierten ADHS-HI-Subtyp) (E 4)16
  • internalisierend (E 4)17
  • scheu (E 4)18
  • erhöhte Anfälligkeit für internalisierende Störungen (E 4)19
    z.B.
    • Angststörungen
    • Depressionen
  • Soziale Probleme des ADHS-I-Subtyps entstehen aus (E 4)16
    • zu großer Scheu
    • Passivität
    • Introvertiertheit
    • Stillsein
  • Störungen vornehmlich im Arbeitsgedächtnis und bei der auditiven Verarbeitung, die hohe Ansprüche ans Arbeitsgedächtnis stellt.(E 4)20
  • Häufiger komorbide Störungen als ADHS-HI-Subtyp (E 4)21
  • Teilleistungsstörungen häufiger
    • Lese-Rechtschreibschwäche
    • Dyskalkulie (Rechenschwäche)
  • Häufig bessere Leistungen im räumlichen Denken und künstlerischen Zeichnen als in verbalen Fähigkeiten.(E 4)22
  • Eher gelangweilt als ablenkbar.(E 4)23
  • Eher Motivationsprobleme als Probleme mit der Inhibition.(E 4)24
  • Tendenziell hohe Selbstkenntnis.(E 4)24
  • Lethargische Zustände (abzugrenzen von Depressionen) (E 4)25
  • Ein erheblicher Unterteil von ADHS-I soll verlangsamtes Denken haben (Sluggish) (E 4)24

(Einschätzung ADxS): Den Begriff “verlangsamtes Denken” halten wir für unzutreffend und unpassend. Wir sehen eine verlangsamte Entscheidungsfindung. Die Fähigkeit zu schnellem Denken ist grundsätzlich gegeben. Wir vermuten eine überhäufige Blockade des PFC durch Noradrenalin und ggf. weitere Botenstoffe über den Alpha-1-Adrenozeptor. SCT wird heute nicht mehr als Subtyp von ADHS und auch nicht als ADHS-I-spezifisch betrachtet.

 

  • häufiger Allergien aufgrund der überschießenden Cortisolreaktion. Cortisol fördert die Immunabwehr gegen externe Belastungen.
  • Hypercortisolismus entsprechende Störungsbilder sind (E 4)26
    • Depression
    • Angststörung
    • Anorexie
    • Alkoholismus
    • Metabolisches Syndrom
  • Lernstörungen
    • häufiger als bei ADHS-HI (E 4)17
    • Mit einer hohen Cortisolreaktion auf akuten Stress, wie er für ADHS-I typisch ist, korreliert eine schlechtere Gedächtnisleistung beim lernen von Vokabeln nach einer Stressexposition (allerdings nur bei Männern). Frauen könnten durch ihre Sexualhormone hiergegen geschützt sein.(E 4)27 Eine Cortisolgabe verschlechterte die Lernleistung ebenfalls.

Cortisol, das als Stressreaktion bei ADHS-I häufig erhöht ist, blockiert über die Glucocorticoidrezeptoren (GR) im PFC und Hippocampus den Abruf des deklaratorischen (expliziten) Gedächtnisses. Das nondeklarative (implizite, intuitive) Gedächtnis wird nicht beeinträchtigt.(E 4)28 Dies könnte die bei ADHS-I häufigeren Denk- und Erinnerungsblockaden erklären und ebenso, warum ADHS-I-Betroffene häufig eine höhere Intuition zu besitzen scheinen. Dass die Verlagerung des Schwerpunkts der Gedächtnisfähigkeiten zu einer Verschiebung der Problemlösungsmuster führt, wäre jedenfalls naheliegend. Trappmann-Korr nennt dies die “holistische” Wahrnehmung.
Wahrscheinlich wird nicht nur der Abruf (Erinnern), sondern auch die Aneignung (Lernen) und die Gedächtniskonsolidierung (Langzeitabspeicherung) von Informationen beeinträchtigt. Konsolidierung erfolgt besonders während des Schlafes in der ersten Nachthälfte, der von besonders niedrigen basalen Cortisolspiegeln geprägt ist. Konsolidierung kann dabei durch niedrige Cortisolgabe unterbunden werden.(E 4)28

 

  • Aufmerksamkeitsprobleme

    • Daueraufmerksamkeit (ADHS-HI und ADHS-I-Subtyp)
    • selektive Aufmerksamkeit (nur ADHS-I-Subtyp) (E 4)29
  • Negative Symptomabgrenzung bei ADHS-I:

    • Externalisierende Verhaltensstörungen und aggressives Verhalten sind bei ADHS-I untypisch und weisen auf den ADHS-HI-Subtyp hin.(E 4)30.

      • seltener Symptome aggressiven oder oppositionellen Trotzverhaltens (E 4)31 (E 4)32
    • ADHS-I wird deshalb seltener diagnostiziert, weil es aufgrund der für die Umwelt “bequemen” Symptome der internalisierten Stressbewältigung seltener unangenehm auffällt. Zudem leidet die Forschung daran, dass viele Studien die Ergebnisse nicht nach Präsentationsformen (Subtypen) differenzieren und insbesondere ADHS-C nicht vom ADHS-I-Typ abgrenzen.

    • Seltener komorbid auftretendes oppositionelles Trotzverhalten als bei ADHS-HI-Subtyp.(E 4)16

    • Geringerer Anteil an Rauchern als bei ADHS-HI-Subtyp.(Die Wirkwege von Nikotin und Methylphenidat ähneln sich.) (E 4)24

    • seltener Entzündungsreaktionen wie Neurodermitis aufgrund der überschießenden Cortisolreaktion. Cortisol hemmt die von CRH initiierten Entzündungsprozesse und fördert stattdessen Abwehr von Fremdkörpern, was sich bei Überschießen als Allergien zeigen kann

    • Tests der auditiven neuropsychologischen Funktionen anhand des Integrated Visual and Auditory Test (IVA) zeigen (E 3)33

      • ADHS-I hat im Vergleich zu Nichtbetroffenen eine schlechtere auditive Aufmerkamkeit
      • ADHS-I hat im Vergleich zu ADHS-C bessere
        • auditiven Aufmerksamkeit
        • Reaktionskontrolle
        • Daueraufmerksamkeit
        • Umsicht
        • Konsistenz

Mehr zur erforderlichen Häufigkeit und Intensität von ADHS-Symptomen unter Symptome von ADHS von Kindern nach Alter.

1.1.3. Mehr Auslassungsfehler im CPT

Bei einem Aufmerksamkeitstest am Computer machen Menschen mit ADHS-I eher Fehler, weil sie eine Reaktion auslassen. Menschen mit ADHS-HI oder ADHS-C machen eher Fehler, weil sie zu schnell reagieren. Das passt zum Alltagsbild, taugt aber nicht als Diagnoseverfahren. Die Unterschiede gelten für Gruppen, nicht für einzelne Menschen.

ADHS-I korreliert mit mehr Auslassungsfehlern (Omission errors) im Continuous Performance Test (CPT).(E 4)34
ADHS-HI / ADHS-C korrelieren dagegen mit mehr Impusivitätsfehlern (Commission errors).

1.1.4. Eigenheiten bei der Medikation

(Einschätzung ADxS): Ob und wie gut ADHS-Medikamente wirken, lässt sich aus der Präsentationsform nicht vorhersagen. Es gibt Hinweise, dass bei ADHS-I manchmal niedrigere Dosierungen genügen und dass manche Betroffene besser auf Amfetaminmedikamente ansprechen als auf Methylphenidat. Ob sich die Ansprechraten überhaupt unterscheiden, ist jedoch umstritten.
Das passende Medikament und die passende Dosis lassen sich nur durch sorgfältiges Ausprobieren unter ärztlicher Begleitung finden. Wenn ein Mittel nicht wirkt, bedeutet das nicht, dass kein Mittel wirkt.

  • MPH-Responding
    • Nach einer Ansicht merklicher Anteil an Methylphenidat-Nonrespondern (MPH wirkt nicht). Falls MPH anschlägt, genügen häufiger bereits geringe Dosen.(E 4)24
    • Nach anderer Auffassung unterscheiden sich ADHS-HI und ADHS-I in der MPH-Respondingrate nicht.(E 1b)35
  • Ein signifikanter Anteil von ADHS-I-Betroffenen spricht eher auf Amphetaminmedikamente an als auf MPH.
  • Daneben soll hilfreich sein:
    • Nortriptylin
    • Bupropion (bei erforderlicher stärkerer Aktivierung)

1.1.5. Neurophysiologische Besonderheiten von ADHS-I

(Einschätzung ADxS): Dieser Abschnitt erklärt, was im Körper bei ADHS-I anders sein könnte. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass bei ADHS-I die Cortisolreaktion auf Stress häufig zu stark ausfällt. Das erklärt, warum Konzentration und Gedächtnis unter Anspannung besonders leiden und warum Ruhe und Reizschutz oft mehr helfen als Anstrengung.

(Einschätzung ADxS): Die weiteren Punkte (Botenstoffe, Rezeptoren, Gene) sind Forschungsstand. Keiner davon lässt sich messen oder behandeln. Sie erklären möglicherweise, warum sich die Formen unterscheiden, tragen aber bislang nichts zu Diagnose oder Therapie bei.

1.1.5.1. Erhöhte Cortisolstressantwort bei ADHS-I

ADHS-I scheint häufig mit einer besonders starke Cortisolreaktion auf akuten Stress verbunden. Veränderungen der Cortisolwerte bei ADHS in: Cortisol und andere Stresshormone bei ADHS

1.1.5.2. Stressantworten von Cortisol, Noradrenalin und Dopamin

Eine Unteraktivierung des PFC bei ADHS-I erklärt sich dadurch, dass die Stressantworten von Cortisol, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn korrelieren. Mehr hierzu unter Neurotransmitter bei Stress

(Einschätzung ADxS): Ein besonders starker Anstieg von DA und NE bei starkem Stress könnte daher zu einer (häufigen) Unteraktivierung des PFC führen, wie sie bei ADHS-I typisch ist.
Vor diesem Hintergrund könnten sich Raynaud und Bluthochdruckprobleme bei manchen ADHS-I-Betroffenen erklären, die ebenfalls durch Alpha-1-Adrenozeptoren vermittelt werden.
Es fragt sich, ob Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten, die ja erfolgreich gegen Raynaud und Bluthochdruck eingesetzt werden, nicht auch gegen die PFC-Blockaden bei ADHS-I hilfreich sein könnten.
Bislang werden lediglich Alpha-2-Adrenozeptor-Agonisten eingesetzt, die als Mittel dritter Wahl gelten dürften. Guanfacin adressiert Alpha-2-A und Alpha-2-D, Yohimbin Alpha-2-B-Adrenozeptoren. Die Agonisierung der affineren Alpha-2-Rezeptoren ist in der Wirkung konträr zu einer Antagonisierung der Alpha-1-Rezeptoren. Wie bei den Cortisolrezeptoren ist der weniger affine Rezeptor für die Abschaltung des Systems verantwortlich und wird nur bei sehr hohen Botenstoffmengen adressiert. Sind die affineren Rezeptoren zu stark ausgeprägt, werden die weniger affinen Abschaltrezeptoren nicht aktiviert.
Guanfacin und Yohimbin belegen die affineren Alpha-2-Rezeptoren, sodass mehr Botenstoff für die weniger affinen Alpha-1-Rezeptoren übrig bleibt, die somit leichter adressiert werden.

1.1.5.3. CRH

CRH wirkt ebenfalls auf den PFC und kann bei hohen CRH-Mengen diesen beeinträchtigen.
Erhöhte Cortisolantworten auf einen Stressor korrelieren mit einer erhöhten Varianz in der Antwortzeit.(E 3)41 Eine erhöhte Varianz der Antwortzeiten ließe sich durch eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des PFC erklären, wie sie beim ADHS-I-Subtyp besonders ausgeprägt ist. Diese Beeinträchtigung könnte durch analog zur Cortisolantwort ebenfalls erhöhte Noradrenalinantworten auf akuten Stress erklärt werden. Manche Diagnostiker achten bei einer ADHS-I-Diagnostik besonders auf diese Varianz der Antwortzeiten.
Cortisol führt zu einer Abnahme von Cortisol und Noradrenalin. Dieses negative Feedback ist die Folge des Cortisols (es fährt die HPA-Achse wieder herunter) und unabhängig von der Synchronizität der Ausschüttung von Cortisol und Noradrenalin auf Stress

1.1.5.4. Dopaminrezeptoren

Der Dopamin D4 Rezeptor (DRD4) hat im PFC eine besondere Bedeutung, weshalb Diamond (E 4)42 annimmt, dass eine Störung des DRD4 7R-Gens mit ADHS-I verbunden sei. Dies halten wir nicht für zutreffend.

Noble stellte fest, dass die Genpolymorphismen A1, B2 und Intron 6 1 des DRD2 sowie des DRD4 7R Polymorphismus mit einem erhöhten Novelty Seeking (Sensation seeking) Score einhergehen. Keiner dieser Polymorphismen korrelierte jedoch mit einem hohen Harm Avoidance Score (BIS), wie er für ADHS-I typisch ist.(E 3)43
Hohe Novelty Seeking / Sensation Seeking Raten gehen mit hoher Abneigung gegen Langeweile einher und korrelieren mit Impulskontrollstörungen.(E 4)44 Langeweile ist eine Ursache der Unaufmerksamkeit bei ADHS-I, während Störungen der Kontrolle der Handlungsimpulsivität für ADHS-I untypisch und eher für ADHS-HI und ADHS-C typisch sind.

1.1.5.5. Serotonin verringert

Bei ADHS-I soll häufig ein Mangel an Serotonin bestehen.(E 4)45
Eine Studie fand stark Assoziation des L/L-Genotyps des 5-HTTLPR-Gens mit ADHS/C und ADHS-HI, während der 5-HTTLPR-L/L-Genotyp keinen Unterschied aufwies.(E 1b)46
Der 5-HTTLPR-L/L-Genotyp korreliert mit hyperaktiven Symptomen.(E 3)47
Eine Studie berichtet über eine Korrelation zwischen einem vorhandenen 5-HTTLPR-S-Allel und Unaufmerksamkeit.(E 3)48

1.1.5.6. Orexin A verringert

ADHS-I könnte einen geringeren Orexin A-Spiegel haben als der ADHS-HI-Subtyp und als Nichtbetroffene.(E 3)49 Mehr zu Orexin unter Orexin / Hypokretin im Abschnitt Hormone bei ADHS im Kapitel Neurologische Aspekte.

1.1.6. EEG-Bild bei ADHS-I

Siehe hierzu unten unter “Subtypen bei ADHS nach EEG”.

1.1.7. Sluggish Cognitive Tempo (SCT) als eigenständige Störung

SCT bezeichnet ein Bild aus Verträumtheit, Langsamkeit und geistiger Abwesenheit.
SCT wird zwischenzeitlich eine eigenständige Störung unabhängig von ADHS betrachtet, auch wenn SCT und ADHS sehr häufig komorbid auftreten. Es gibt jedoch SCT-Betroffene ohne ADHS.
Wenn man sich in der Beschreibung von ADHS-I wiedererkennt, aber vor allem unter Trägheit und Tagträumen leidet, lohnt der Blick in den verlinkten eigenen Beitrag.

Mehr zu SCT unter SCT (Sluggish Cognitive Tempo).

1.2. ADHS-HI: vorwiegend hyperaktiver/impulsiver Subtyp

Bei dieser Form stehen Unruhe und Impulsivität im Vordergrund. Betroffene handeln schneller, als sie nachdenken können, unterbrechen andere, werden schnell wütend und geraten häufiger in Konflikte. Diese Form fällt früh auf und wird deshalb meist früh erkannt. Reine ADHS-HI kommt fast nur bei jüngeren Kindern vor. Später kommen fast immer Aufmerksamkeitsprobleme hinzu, sodass daraus der Mischtyp wird. Ein wichtiger Unterschied zu ADHS-I: Die Stressreaktion des Körpers fällt hier eher zu schwach aus.

1.2.1. weitere Namen

  • ADHS-HI (von uns verwendet)
  • ADHS-H/I (hyperactive/impulsive)’
  • ADHD-PH (predominantly hyperactive/impulsive)
  • ADHS (umgangssprachlich als Gegenpol zu ADS, Fasst alerdigs ADHS-HI und ADHS-C zusammen. Konkurriert mit der umgangssporachlichen Verwendung für ADHS als Oberbegriff für alle Subtypen)
  • Zappelphilipp (umgangssprachlich beschreibend, betrifft allerdings auch ADHS-C)

1.2.2. spezifische Symptome

Diese Liste beschreibt, welche Symptome bei ADHS-HI häufiger auftreten.
Die Beschwerden richten sich nach außen. Daraus entstehen Konflikte in Familie, Schule und Beruf, wobei diese Konflikte meist mehr belasten als die Symptome selbst. Die Impulsivität führt zu Reaktionen, die den Betroffenen oft selbst hinterher leidtun. Das ist kein Charakterfehler, sondern Teil der Störung. Weil diese Form früh auffällt, wird sie leichter früh erkannt (bei Jungen häufiger als bei Mädchen).

  • deutliche Ausprägung von
    • Hyperaktivität
    • Impulsivität
  • keine Unaufmerksamkeit
    • tritt Unaufmerksamkeit neben Hyperaktivität / Impulsivität hinzu: ADHS-C, siehe unten
  • Soziale Probleme sehr häufig
    • entstehen, weil ADHS-HI-Subtyp
      • andere vor den Kopf stößt
      • ihnen Dinge wegnimmt
      • nicht abwarten kann, bis er dran ist
      • zu direkt und bestimmend auftritt
      • sich störend verhält und
      • agiert, ohne die Gefühle anderer zu berücksichtigen (E 4)50
  • eher extrovertiert (im Gegensatz zum eher introvertierten ADHS-I-Subtyp) (E 4)17 (E 4)16
  • Häufig Verhaltensstörungen und (komorbid) aggressives Verhalten (E 4)51.
  • Häufiger bestehende Komorbidität zu oppositionellem Trotzverhalten (E 4)24
  • Störungen vornehmlich im Bereich der Verhaltensinhibition (E 4)24 und der Exekutivfunktionen (E 4)52
  • Ist eher ablenkbar als gelangweilt (E 4)24
  • Hat eher ein Inhibitionsproblem als ein Motivationsproblem.(E 4)24
  • Tendenziell geringe Selbstkenntnis (E 4)24
  • Gutes Ansprechen auf Methylphenidat.
    • Die Nonresponderrate (MPH wirkt nicht) soll bei 10 % liegen.(E 4)53, gegenüber den insgesamt üblichen 20 % bis 30 %.
    • Betroffen ist vornehmlich das Striatum. Dass DAT1 im Striatum eine wichtige Rolle spielt und MPH vornehmlich am DAT ansetzt, erkläre die gute Wirkung von MPH bei ADHS-HI.(E 4)24
  • Höherer Anteil an Rauchern als beim ADHS-I-Subtyp. (Nikotin wirkt wie Methylphenidat als Stimulanz.) (E 4)24
  • Hyperaktiver/impulsiver Typ häufig nur Vorläufer in Kindes-/Jugendalter für späteren ADHS-C (E 4)54 (E 4)55
  • Jungen sind 5-mal häufiger betroffen als Mädchen (E 4)56.

Negative Symptomabgrenzung bei ADHS-HI:

  • Bestehen Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität (letztere auch als inneres Getriebensein) liegt der sogenannte ADHS-C vor.
    Unaufmerksamkeit kann meist erst im Alter von 6 bis 15 Jahren festgestellt werden. ADHS-HI (mit Hyperaktivität ohne Aufmerksamkeitsprobleme) kann daher als Frühform des späteren Mischtyps betrachtet werden.(E 4)54 (E 4)57

(Einschätzung ADxS): Je höher die Begabung, desto besser sind die Copingmechanismen. Je älter die Betroffenen sind, desto weiter können einzelne Symptome remittiert sein, weshalb eine in Teststellungen fehlende (gut verdeckte) Unaufmerksamkeit durchaus vorkommt. Ebenso führt ein hohes intrinsisches Interesse der Betroffenen an den Tests zu einer Egalisierung der Testleistung im Vergleich zu Nichtbetroffenen. Dies ist plausibel, wenn der Stressnutzen und damit die Mechanismen des Stresssymptoms Unaufmerksamkeit betrachtet werden.

  • Bei ADHS-HI scheinen aufgrund der häufiger abgeflachten Cortisolreaktion auf Stress Allergien seltener aufzutreten als beim ADHS-I-Subtyp. Cortisol erhöht die Immunreaktion auf externe Belastungen wie Allergene.

1.2.3. Mehr Impulsfehler im CPT

Im Aufmerksamkeitstest zeigt sich das Alltagsbild: zu schnelle Reaktionen statt ausgelassene Reaktionen. Auch hier gilt: Der Test kann die Präsentationsform nicht bestimmen.

ADHS-HI / ADHS-C korrelieren mit mehr Impusivitätsfehlern (Commission errors) im Continuous Performance Test (CPT).(E 4)34
(Kein Beleg): ADHS-I korreliert dagegen mit mehr Auslassungsfehlern (Omission errors)

1.2.4. Neurophysiologische Besonderheiten bei ADHS-HI / ADHS-C

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Bei ADHS-HI und ADHS-C fällt die Cortisolreaktion auf Stress häufig zu schwach aus, also genau umgekehrt wie bei ADHS-I. Eine zu schwache Stressantwort bedeutet nicht, dass jemand weniger belastet ist. Sie bedeutet, dass der Körper nicht angemessen gegensteuert.

(Einschätzung ADxS): Die weiteren Punkte (Cannabinoidsystem, Hippocampus, Hirnvolumen, Schilddrüsenwerte, Bewegung) sind Forschungsstand aus meist kleinen Studien, teilweise aus Tierversuchen. Daraus lassen sich derzeit keine Empfehlungen für den Einzelfall ableiten.

Bei ADHS-HI (mit Hyperaktivität/Impulsivität) und ebenso bei korrelierenden Aggressionen ist die Ausschüttung von Katecholaminen und Cortisol als Reaktion auf akute Stressoren gegenüber Nichtbetroffenen häufig verringert oder nicht vorhanden, während die Cortisolstressantwort bei ADHS-I-Betroffenen gegenüber Nichtbetroffenen typischerweise erhöht ist.

1.2.4.1. Abgeflachte Cortisolstressantwort bei ADHS-HI / ADHS-C

ADHS-HI ist häufig mit einer abgeflachten Cortisolreaktion auf akuten Stress verbunden. Cortisol bei ADHS

  • Hypocortisolismus entsprechende Störungsbilder sind: (E 4)26

    • Atypische Depression
    • Entzündungsprobleme (E 4)58 häufiger als beim ADHS-I-Subtyp. Cortisol hemmt die durch CRH vermittelte Entzündungsreaktion
      • z.B. Reizdarm-Syndrom
      • z.B. Neurodermitis
    • Müdigkeit
      • Cortisol hemmt entzündungsfördernde Wirkung von CRH
      • Cortisol fördert Zytokine wie Interleukin 1 und 6. Dadurch entsteht (wie bei Fieber) “Sickness-Behavior”:
        • Abgeschlagenheit
        • Initiativlosigkeit
        • Müdigkeit
      • z.B. Chronic Fatigue Syndrom
      • z.B. Burnout
    • Schmerzempfindlichkeit
      • Cortisol hemmt Prostaglandinsynthese (= Desinhibition der Prostaglandine)
      • Prostaglandine modulieren Schmerzwahrnehmung
      • dadurch systemische Senkung der Schmerzschwelle (Schmerzsymptome “wandern”)
      • Hypocortisolismus kann entzündliche Vorgänge im Rückenmark fördern (chronifizierte Schmerzen)
      • z.B. Fibromyalgie (E 3)59
      • z.B. Chronische Unterbauchschmerzen
    • Stressintoleranz
      • Cortisol inhibiert Locus coeruleus und verringert damit die Noradrenalinausschüttung im ZNS
      • Ein niedrige Cortisolantwort bewirkt eine eingeschränkte Noradrenalin-Hemmung = Wegfall wichtiger Stressbremse
      • Hypocortisolismus bewirkt dadurch Stressintoleranz, Reizbarkeit, Sensibilität auf sensorische Reize (Lärm, etc.)
      • Hypocortisolismus könnte Entstehung von Intrusionen fördern, wie sie bei PTBS (E 3)60 beobachtet werden
  • Mangelhafte HPA-Achsen-Abschaltung bei ADHS-HI / ADHS-C

1.2.4.2. CB1-Rezeptoren bei Impulsivität verringert
  • SHR zeigen Verhaltenssubgruppen entsprechend ADHS-HI und ADHS-I

    • Eine Studie fand an SHR (Spontaneous(ly) hypertensive rat) Subgruppen, die sich hinsichtlich der Impulsivität signifikant unterschieden. Impulsive SHR zeigten im Vergleich zu nicht impulsiven SHR und WKY (als Kontrollen, bei denen sich keine Verhaltenssubgruppen fanden) (E 2b)61
      • reduzierte Noradrenalinspiegel
        • im cingulären Cortex
        • im medial-frontalen Cortex
      • reduzierter Serotoninumsatz
        • im medial-frontalen Cortex
      • verringerte Dichte an CB1-Cannabinoid-Rezeptoren
        • im PFC
        • eine akute Verabreichung eines Cannabinoid-Agonisten verringerte die Impulsivität bei impulsiven SHR, ohne Veränderung bei WKY
  • Mangelhafte HPA-Achsen-Abschaltung bei ADHS-HI / ADHS-C

    • CB1-Rezeptoren sind für die Abschaltung der HPA-Achse essentiell. CB1-Antagonisten verhindern die schnelle Feedbackregulation durch GR-Antagonisten, die die Abschaltung der HPA-Achse einleiten.
    • CB1-Rezeptoren regulieren die HPA-Achse:
      • Eine Störung des CB1-Gens bewirkte eine Hyperaktivität der HPA-Achse (E 2b)62
      • Endogene Cannabinoide scheinen die HPA-Achse über CB1-Rezeptoren im Gehirn zu hemmen
      • Anandamid
        • senkt den Corticosteronspiegels bei gestressten Tieren (E 2b)63
        • verringert die endokrine Stressreaktion der HPA-Achse (E 2b)64
      • Endogene Cannabinoide hemmen die basale und unterdrücken die stressinduzierte Aktivität der HPA-Achse via Hypothalamus, der Hypophyse und Nebennierenrinde. Die Stimulation der zentralen Cannabinoidrezeptoren führt zu einer Aktivierung des Sympathikus (E 2b)63
      • Eine Aktivierung der peripheren CB1-Rezeptoren hemmt die Noradrenalinausschüttung aus den sympathischen Terminals und die Adrenalinausschüttung aus den Nebennieren (E 2b)63
      • Endogene CB1-Agonisten wirken angstlindernd und verhindern das Auftreten pathologischer Angstzustände (E 2b)63
      • CB1 beeinflussen möglicherweise nicht die Adaption an täglichen chronischen Stress (E 2b)65
      • CB1 vermittelt die schnelle Herunterregulierung der HPA-Achse durch GR-Agonisten (endokrine Feedbackschleife), hier durch Dexamethason (E 2b)66 (E 2b)67 CB1-Antagonisten unterbinden die Herabregulierung.
1.2.4.3. Verringerter Noradrenalinabbau bei ADHS-HI / ADHS-C?

Cortisol bewirkt weiterhin einen Abbau von Noradrenalin.

(Einschätzung ADxS): Eine zu niedriger Cortisolantwort auf akuten Stress und ein dadurch zu gering ausfallender Noradrenalinabbau könnte möglicherweise eine dauerhafte Überaktivierung des PFC bei ADHS-HI/ADHS-C erklären.
Ein leicht erhöhtes (Dopamin- und) Noradrenalin-Niveau im PFC erhöht dessen Aktivierung und bewirkt eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit.(E 2b)68 (E 2b)69 (E 2b)70 (E 2b)71 (E 3)72 Erst ein starker Anstieg von Noradrenalin / Dopamin fährt den PFC herunter.(E 2b)36 (E 2b)37 (E 2b)38 (E 2b)39 (E 2b)40

1.2.4.4. Verringertes Hippocampusvolumen bei ADHS-HI / ADHS-C

Eine recht umfangreiche Untersuchung berichtete über ein verringertes Hippocampus-Volumen bei ADHS-HI im Gegensatz zu ADHS-I und Nichtbetroffenen: (E 2b)73
* ADHS-HI: Verringerung in den Hippocampusbereichen
* CA1
* CA4
* Molekularschicht
* Körnerzellband des Gyrus dentatus
* Presubikulum
* Subikulum
* Hippocampusschwanz
* andere Hippocampusregionen waren nicht verkleinert
* ADHS-I: keine zuverlässigen Unterschiede im Hippocampusvolumen zu Kontrollen
* Schließlich korrelierten verkleinerte Hippocampusbereiche mit höheren verhaltensorientierten ADHD-Indizes. Beispielsweise korrelierte ein kleineres Subiculum mit einem höheren Gesamt-ADHS-HI-Index und einer höheren Hyperaktivität/Impulsivität und einem niedrigeren IQ.

1.2.4.5. Indolsessigsäure bei ADHS-HI / ADHS-C

Bei ADHS-HI-Betroffenen mit komorbider depressiver Symptomatik fand eine Studie erheblich höhere morgendliche als abendliche Werte von Indolessigsäure. MPH verringerte dies um 50 %. MPH verringerte zugleich die morgendlichen Werte von Indolpropionsäure und führte das Tagesprofil auf die Werte der gesunden Kontrollprobanden zurück.(E 2b)74

1.2.4.6. TSH, Serumferritin, Milchsäure bei Hyperaktivität (ADHS-HI / ADHS-C)

Bei 49 Kindern mit ADHS mit und ohne Hyperaktivität fand sich: (E 3)75

  • TSH korrelierte mit Conners-3-Skala-Werten (ADHS)
    • so deutlich, dass diagnostische Nutzung denkbar sein könnte
  • TSH, Serumferritin und Milchsäure korrelierte mit HI-Wert
  • TSH und Milchsäure waren unabhängig voneinander mit HI assoziiert
1.2.4.7. Volumen der Grauen Masse

Eine Studie fand Unterschiede des Volumens der grauen Masse (GMV) zwischen den ADHS-Subtypen: (E 3)76

  • ADHS-C: GMV signifikant erhöht
    • im Vergleich zu ADHS-I
      • im linken Caudatkern
    • im Vergleich zu Nichtbetroffenen
      • rechter präzentraler Gyrus
      • rechter inferiorer frontaler Gyrus
      • rechter superiorer frontaler Gyrus
      • linker cingulärer Gyrus
  • ADHS-I: GMV signifikant erhöht in
    • im Vergleich zu Nichtbetroffenen
    • rechter cingulärer Gyrus
1.2.4.8. dlPFC-Aktivierung bei Bewegung während Exekutivaufgaben

Kinder mit ADHS absolvierten einen Stroop-Test als Exekutivaufgabe, während sie still saßen oder auf einem Schreibtischfahrrad radelten. Veränderungen des sauerstoffhaltigen und sauerstofffreien Hämoglobins im linken DLPFC unterschieden sich nach ADHS-Subtyp, ADHS-Schweregrad und Geschlecht: (E 3)77

  • ADHS-HI, ADHS-C, starkes ADHS und Männer zeigten eine stärkere dlPFC-Aktivierung während der Exekutivaufgabe bei körperlicher Bewegung als beim Stillsitzen.
  • ADHS-I, schwaches und moderates ADHS und Frauen zeigten eine stärkere dlPFC-Aktivierung während der Exekutivaufgabe beim Stillsitzen als bei körperlicher Bewegung
  • Bei Frauen mit ADHS-I verbesserte sich beim Stillsitzen die inhibitorische Kontrolle.

1.2.5. EEG-Bild bei ADHS-HI

Siehe hierzu unten unter Präsentationsformen (Subtypen) bei ADHS nach EEG.

1.3. ADHS-C (Mischtyp aus ADHS-HI und ADHS-I)

(Einschätzung ADxS): Der Mischtyp ADHS-C ist die häufigste Form bei Kindern, die in Behandlung kommen. Hier sind beide Bereiche stark ausgeprägt. Innerhalb dieser Gruppe unterscheiden Forschende noch einmal danach, ob jemand vor allem Schwierigkeiten hat, Handlungen zu bremsen (Handlungsimpulsivität), oder vor allem Schwierigkeiten, auf eine Belohnung zu warten (Wahlpimpulsivität), oder beides oder keines von beidem. Bemerkenswert ist: Diese Untergruppen sehen von außen fast gleich aus, unterscheiden sich im Gehirn aber deutlich. Das ist ein Hinweis darauf, dass hinter demselben Beschwerdebild verschiedene Entstehungspfade stehen können.

  • deutliche Ausprägung in beiden Kernsymptombereichen:
    • Hyperaktivität (bei Kindern äußerlich sichtbar, bei Erwachsenen eher als innere Unruhe) UND Impulsivität
    • Unaufmerksamkeit
      • Probleme mit Daueraufmerksamkeit (ADHS-C und ADHS-I)
      • weniger Probleme mit selektiver Aufmerksamkeit (nur ADHS-I-Subtyp) (E 4)29
  • Entspricht weitgehend der Hyperkinetischen Störung nach ICD-10.2.3.1. Untergruppen des ADHS-C

Eine größere Untersuchung an Jugendlichen fand drei Untergruppen des ADHS-C, bei denen sich die spezifische Symptomatik zugleich in per fMRI messbaren Änderungen der Gehirnstruktur in den für diese kognitiven Funktionen bekannten Gehirnsystemen zeigte.(E 3)78

Eine kleine Studie replizierte frühere Untersuchungen, wonach die frontale Delta- und Theta-Leistung bei ADHS-C höher ist als bei ADHS-I- und TD-Gruppen.(E 3)79

Die folgenden Abschnitte beschreiben Untergruppen innerhalb des Mischtyps. Die Einteilung stammt aus der Forschung und wird in der Praxis nicht verwendet. Bemerkenswert ist, dass sich diese Untergruppen im Verhalten kaum unterscheiden, im Gehirn aber deutlich. Das ist ein Hinweis darauf, dass gleiches Verhalten verschiedene Ursachen haben kann.

1.3.1. ADHS-C mit Hemmungsdefiziten, ohne Belohnungsdefizite

Hemmungsdefizite meint Defizite der exekutiven Funktionen und hemmenden kognitiven Funktionen.

Unterfunktion innerhalb

  • verschiedener Frontallappen
  • Parietallappen
  • subkortikal
  • Kleinhirnregionen

bei der Hemmung von motorischen Reaktionen

und

Anomalien

  • des posterioren Default Mode
  • im ventralen Striatum

während der Fehlerbehandlung.

Exekutive Funktionsdefizite zeigen auch in anderen Untersuchungen.(E 3)80 (E 1a)81 (E 1a)82 (E 2b)83

Unterfunktion in

  • Frontalgyrus
    • pre-supplementary motor area (Prä-SMA)
    • mittlerer Frontalgyrus
    • präzentraler Frontalgyrus
  • Insula
  • Caudates
  • Thalamus

Überfunktion im

  • inferioren Frontalgyrus
  • postzentralen Gyrus
  • Precuneus

1.3.2. ADHS-C mit Hemmungsdefiziten und Belohnungsdefiziten

Diese Untergruppe hat beide Schwierigkeiten zugleich: Handlungen zu bremsen und auf eine Belohnung zu warten. Im Alltag zeigt sich das als besonders ausgeprägte Ungeduld in Verbindung mit impulsivem Handeln. Die Einteilung stammt aus der Forschung und wird in der Praxis nicht verwendet.

Überaktivierung in

  • meist nicht überlappenden kortikalen und subkortikalen Regionen

während der Fehlerverarbeitung sowie

  • überaktivierte Amygdalaregionen und
  • überaktivierte ventralen Striatum-Regionen,

wenn sie sich anstrengten, Belohnungen zu erhalten.

1.3.3. ADHS-C ohne Belohnungsdefizite und ohne Hemmungsdefizite

(Kein Beleg): Dies war die häufigste Untergruppe. Entsprechend der Abwesenheit der genannten besonderen Symptome fanden sich keine neurologischen Auffälligkeiten

1.4. Weitere ADHS-Klassifikationen

Hier sind zahlreiche weitere Einteilungsvorschläge gesammelt, etwa nach Gefühlsprofilen, nach Denkleistungen, nach Hirnbefunden oder nach Begleiterkrankungen. Sie sind Forschungsstand, nicht Diagnosepraxis. Das spricht dafür, dass die heutige Einteilung nicht der einzige mögliche Zugang ist. Eine praktische Folge für Diagnose oder Behandlung hat das derzeit nicht.

Die nachfolgend genannten “Subtypen”, die vereinzelt in der Literatur genannt wurden, stellen keine echten Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS dar, sondern mögliche Gruppierungsmodelle, die typischere ADHS-Formen zusammenfassen.

1.4.1. ADHS-RI: Restriktiv unaufmerksamer Subtyp

(Einschätzung ADxS): Gemeint ist eine besonders “reine” Form der Unaufmerksamkeit fast ganz ohne Hyperaktivität. Der Hintergrund: Die übliche Kategorie ADHS-I schließt Menschen mit bis zu fünf hyperaktiven Symptomen ein. ADHS-RI grenzt strenger ab. Diese Betroffenen haben eine schlechtere Daueraufmerksamkeit, aber eine bessere Impulskontrolle als andere. Für die Diagnose spielt die Unterscheidung bisher keine Rolle.

(Kein Beleg): ADHS-RI wurde aufgrund fehlender robuster neurobiologischer Daten nicht als Präsentationsform in DSM 5 aufgenommen.
(Kein Beleg): ADHS-RI unterscheidet sich von Gruppen ADHS-I und ADHS-C durch:

  • weniger externalisierende Verhaltensweisen (E 3)84
    • möglicherweise aufgrund geringerer Beeinträchtigung des DMN und/oder stärkerer Beeinträchtigung des Salienznetzwerks (E 3)84
  • schlechtere anhaltende Aufmerksamkeit (E 3)84
  • bessere Reaktionshemmung (E 3)84
  • ADHS-RI wies im Vergleich zu den anderen Gruppen ein signifikant anderes neuropsychologisches Profil auf, darunter eine
  • geringere psychomotorische Geschwindigkeit (E 3)85
  • längere Reaktionszeiten (E 3)85 (E 3)86
  • die schlechteste Gesamtleistung im globalen neurokognitiven Index (E 3)85 (E 3)86
    • schlechterer neurokognitiver Index als SCT (p < 0,001) (E 3)86
  • signifikant erhöhter Anteil mit einem DRD4-7-Repeat-Allel (E 3)85
  • aufmerksamkeitsbezogene hintere Hirnregionen (insbesondere temporal-okzipitale Areale) bei Go- als auch bei No-Go-Hinweisen stärker aktiviert als bei Kontrollen und ADHS-I (E 3)85
  • langsamere psychomotorische Geschwindigkeit als SCT (E 3)86
  • nur SCT war unabhängig mit einer schlechteren Leistung im Gesamtgedächtnis verbunden (E 3)86

1.4.2. ADHS mit oppositioneller Verhaltensstörung (?)

(Einschätzung ADxS): Oppositionelles Verhalten (also häufiges Widersprechen, Trotzen und Streiten) ist bei ADHS-HI und ADHS-C häufig. Nach unserer Auffassung ist es aber keine eigene Form von ADHS, sondern eine Begleiterkrankung (Komorbidität).
Eine Begleiterkrankung wird zusätzlich und mit anderen Medikamenten und Therapieformen behandelt.

(Einschätzung ADxS): Oppositionelle Verhaltensstörung ist unseres Erachtens eine Komorbidität, die vor allem beim ADHS-HI-Typ auftritt und kein Subtyp von ADHS-HI.
Bezeichnenderweise wird selbst von denjenigen, die Präsentationsformen (Subtypen) von ADHS mit oppositioneller Verhaltensstörung annehmen, dieser nur in Verbindung mit dem ADHS-C und dem ADHS-HI-Typ beschrieben, nicht aber mit dem (stressphänotypisch introvertierten) ADHS-I-Typ.

1.4.3. Rage-Typ (?)

Der Rage-Typ wird selten als eigener Typus beschrieben. Er soll wohl ADHS-HI mit aggressiver Komorbidität bezeichnen.

Ähnlich wird ein Subtyp mit erhöhter emotionaler Reizbarkeit / Irritabilität vorgeschlagen.(E 2b)87

1.4.4. Residual-Typ

Mit Residual-Typ sind Betroffene gemeint, bei denen ADHS im Erwachsenenalter nur noch teilweise ausgeprägt ist, die also ein teilweise zurückgebildetes, nicht mehr voll ausgeprägtes, aber noch vorhandenes ADHS zeigen.
Eine Diagnose entfällt dadurch nicht automatisch, und eine Behandlung der verbliebenen Symptomatik kann weiterhin sinnvoll sein.

1.4.5. ADHS-Erwachsenen-Typen-Paar nach Reimherr

Reimherr unterscheidet Erwachsene danach, ob im Vordergrund Aufmerksamkeitsprobleme stehen oder Schwierigkeiten mit den eigenen Gefühlen. Unter starken Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und dem Gefühl, die eigenen Gefühle nicht steuern zu können, zu leiden, ist nach dieser Sichtweise ein Kernmerkmal einer bestimmten Ausprägung.

Reimherr et al. haben in 8 Replikationsstudien an 1.490 ADHS-betroffenen Erwachsenen zwei Cluster festgestellt, den unaufmerksamen Erwachsenen-Subtyp und den emotional dysregulierten Erwachsenen-Subtyp.(E 2b)88. Das Ergebnis deckt sich mit einer früheren Studie der Autoren.(E 2b)89 Beide Präsentationsformen (Subtypen) profitierten gleichermaßen von einer MPH-Behandlung.

1.4.5.1. Unaufmerksamer Erwachsenen-Typ
  • unaufmerksam
  • emotional dysreguliert
1.4.5.2. Emotional dysregulierter Erwachsenen-Typ

Emotionale Dysregulation zeigt sich dabei unter anderem in

  • Wut
  • affektiver Labilität
  • emotionaler Überreaktivität

1.4.6. ADHS-Präsentationsformen (Subtypen) nach internalisierenden / externalisierenden Symptomen

(Einschätzung ADxS): Diese Einteilung sortiert mittels nach innen und nach außen gerichteter Symptome.
In der zugrunde liegenden Untersuchung hatten fast sechs von zehn Kindern zusätzlich eine Autismus-Spektrum-Störung. Die auffälligste Gruppe ist deshalb vor allem durch autistische Merkmale geprägt, was die Übertragbarkeit auf ADHS ohne Autismus deutlich einschränkt.

Katsuki et al. beschreiben vier ADHS-Subtypen anhand einer Clusteranalyse von Emotions- und Verhaltenssymptomen an Kindern von 4 bis 15 Jahren mit ADHS: (E 2b)90

  • “Stark internalisierend/externalisierend”
    • Überlappung von internalisierenden und externalisierenden Symptomen
      • möglicherweise moderiert durch emotionale Dysregulation und damit verbundenen neurophysiologischen Korrelaten
    • hohe Rate an komorbiden Autismus-Spektrum-Störungen
    • erhöhte autistische Merkmale
  • “Unaufmerksamkeit und Internalisierung”
    • hohe Rate überwiegender Unaufmerksamkeit (ADHS-I)
  • “Aggression und Externalisierung”
    • hohe Rate komorbiden oppositionellen Trotzverhaltens
    • hohe Rate komorbider Verhaltensstörung
  • “Geringe Psychopathologie”
    • niedrige Werte auf allen Syndromskalen

1.4.7. ADHS-Gruppen nach Symptomschwere

Diese Einteilung sortiert nach Schweregrad und listet dazu die jeweiligen Begleiterkrankungen auf. Die Prozentzahlen sind nicht so zu verstehen, als gehörten bestimmte Begleiterkrankungen zu bestimmten Gruppen.

Volk et al. definierten sieben Subtypen.(E 2b)91 (E 2b)92 Die Darstellung erfolgt nach Häufigkeit (% in Klammern). Daneben wird die Häuigkeit der Komorbiidtäten Depression, ODD (Oppositionelles Trotzverhalten) und CD (Verhaltensstörung) innerhalb der jeweiligen Gruppe genannt.
Die Autoren betonen ausdrücklich, dass Begleiterkrankungen in allen Gruppen vorkamen und sich nicht gruppentypisch häuften.

  • “geringe ADHS-Symptome” (53,4 %)
  • “leichte Unaufmerksamkeit” (12,3 %)
    davon
    • komorbide Depression 9,3 %
    • komorbide ODD 7,7 %
    • komorbide CD 6,2 %
  • “schwere Unaufmerksamkeit” (12,1 %)
    • komorbide Depression 6,6 %
    • komorbide ODD 24,5 %
    • komorbide CD 10,2 %
  • “leichte kombinierte Symptome” (6,6 %)
    • komorbide Depression 10,7 %
    • komorbide ODD 30,2 %
    • komorbide CD 13,6 %
  • “schwere kombinierte Symptome” (6,1 %)
    • komorbide Depression 8,3 %
    • komorbide ODD 56,6 %
    • komorbide CD 12,5 %
  • “redselig impulsiv” (6, 5 %)
    • komorbide Depression 1,9 %
    • komorbide ODD 24 %
    • komorbide CD 4,9 %
  • “Hyperaktiv” (3 %)
    • komorbide Depression 4,4 %
    • komorbide ODD 16,7 %
    • komorbide CD 2,2 %

1.4.8. ADHS-Gruppen nach Emotionsprofilen

Diese Einteilung unterscheidet nach dem Gefühlsleben: eine unauffällige Gruppe, eine unternehmungslustige und eine reizbare. Die reizbare Gruppe entwickelt im weiteren Verlauf häufiger zusätzliche Erkrankungen. Interessanterweise blieb diese Einteilung über Jahre stabiler als die Einteilung in ADHS-I, ADHS-HI und ADHS-C. Reizbarkeit könnte daher ein sehr aussagekräftiges Merkmal sein.

Eine Untersuchung unterteilte ADHS anhand von Charaktertraits und Emotionsprofilen in drei Subtypen: (E 2b)87

  • Milder ADHS-Subtyp
    • Bei dieser Gruppe der ADHS-Betroffenen wurde eine normale emotionale Funktionalität festgestellt.
  • Notleidender ADHS-Subtyp
    • Dieser Subtyp war durch eine besonders hohe Notlage geprägt.
  • Reizbarer ADHS-Subtyp
    • Dieser Subtyp zeigte hohe negative Affekte und hatte die höchste externe Validität.
    • erhöhte Anfälligkeit für Wut
    • Der Subtyp war über die Zeit moderat stabil und verbesserte die prospektive Vorhersage klinischer Ergebnisse über Standard-Basisindikatoren hinaus.
    • Der Subtyp war nicht auf ADHS-HI + Oppositionelles Trotzverhalten (ODD), ADHS-HI + disruptive Stimmungsdysregulationsstörung oder andere Muster der Komorbidität reduzierbar.

1.4.9. ADHS-Gruppen nach Mikrokognitions-Biomarkern

Hier wurden Kinder anhand feiner Leistungsunterschiede in einem Computertest in vier Gruppen sortiert. Laut den Autoren lassen sich diese vier Gruppen nicht auf ADHS-I, ADHS-HI und ADHS-C abbilden. Bemerkenswert ist außerdem, dass zwei der vier Gruppen in mehreren Bereichen besser abschnitten als Kinder ohne ADHS.
(Einschätzung ADxS): Die Daten stammen von einem Unternehmen, das ein digitales Trainingsprogramm für ADHS vertreibt, und beide Autoren sind dort tätig.

(Einschätzung ADxS): Die symptombasierte Diagnose stimmt nicht mit der zugrundeliegenden Neuropathologie überein, was die Entwicklung neuer Therapien und die Behandlungsauswahl für einzelne Patienten erschwert. Feinkörnige, kostengünstige, nicht-invasive und skalierbare digitale Mikrokognitions-Biomarker könnten Patienten mit der gleichen symptombasierten Diagnose, aber unterschiedlicher Neuropathologie identifizieren.
Eine Studie an n = 69 Kindern von 6 bis 9 Jahren mit ADHS verglich Leistungsvariablen aus einem Go/NoGo-Test mit n = 58 Kinder mit typischer Entwicklung (TD) und identifizierte vier Untergruppen mittels mikrokognitiver Biomarker, die aus Tausenden von Antworten während einer digitalen Neurotherapie identifiziert wurden: (E 3)93

  • Cluster 4:
    • schlechte Reaktionshemmung
    • inkonsistente Aufmerksamkeit
    • viel größere Fähigkeit, natürliche Kategorien, die Kinder durch physische Interaktion mit der Umwelt lernen, zu erkennen, als Mitglieder abstrakter Kategorien
  • Cluster 3
    • schlechte Reaktionshemmung
  • Cluster 2
    • schnellere und konsistentere Reaktionen als TD
    • bessere Erkennung einfacher Ziele als TD
    • besseres Arbeitsgedächtnis als TD
    • Aufmerksamkeitsprobleme; deutliche Leistungseinbußen bei
      • Verfolgung mehrerer Ziele (geteilte Aufmerksamkeit)
      • Ablenkung
  • Cluster 1
    • viel größere Fähigkeit, Mitglieder abstrakter Kategorien zu erkennen, als natürliche Kategorien, die Kinder durch physische Interaktion mit der Umwelt lernen

1.4.10. ADHS-Gruppen nach fraktionierter Anisotropie der weißen Substanz

Zwei Gruppen unterscheiden sich in der Beschaffenheit der Nervenbahnen und sprechen unterschiedlich gut auf Methylphenidat an. Das klingt nach einem Weg, die Medikamentenwirkung vorherzusagen. Die Angaben zum Ansprechen beruhen jedoch auf nur 52 von 227 Kindern, und sie stammen aus rückblickend ausgewerteten Krankenakten, nicht aus einer geplanten Untersuchung. Ein MRT kann die Medikamentenwirkung derzeit nicht vorhersagen.

Eine Studie, die Kinder mit ADHS anhand von Mikrostrukturmerkmalen der weißen Substanz in Untergruppen einteilte, fand keine Unterschiede der ADHS-Symptome, jedoch: (E 3)94

  • eine Gruppe mit
    • verringerter fraktionierter Anisotropie der weißen Substanz
    • verringerter Verarbeitungsgeschwindigkeit
    • besserem Ansprechen (Response) auf MPH
  • eine Gruppe mit
    • höherer fraktionierter Anisotropie der weißen Substanz
    • verringerter Reaktionshemmung
    • schlechtere anhaltende Aufmerksamkeit
    • schlechterem Ansprechen auf MPH

1.4.11. ADHS-Gruppen als kognitive Biotypen

Hier wurden zwei Gruppen anhand von Denkleistungen gebildet und anschließend mit EEG, Herzfrequenz und dem Ansprechen auf Atomoxetin abgeglichen. Methodisch ist das eine der besseren Arbeiten dieses Kapitels, weil sie aus einer verblindeten, placebokontrollierten Medikamentenstudie stammt.

Die gefundenen Gruppen ließen sich weitgehend nicht auf die üblichen Präsentationsformen abbilden. Die Autoren halten kognitiv gebildete Gruppen deshalb für biologisch sinnvoller als die heutige Einteilung nach Symptomen.

Leikauf et al. ermittelten zwei Biotypen bei Kindern mit ADHS, indem sie unüberwachtes maschinelles Lernen auf 20 kognitive Testmesswerte anwendeten und die Ergebnisse mit EEG- und EKG-Messungen sowie unterschiedliche Reaktionen auf Medikamenten validierten: (E 2b)95

  • impulsive Kognition
    • weniger Auslassungsfehler
    • mehr Aktionsfehler
    • schlechtere Inhibition
    • kürzere Reaktionszeiten
    • höhere EEG-Theta- und Delta-Leistung
    • höhere Ruheherzfrequenz
  • unaufmerksame Kognition
    • mehr Auslassungsfehler
    • längere Reaktionszeiten
    • variablere Reaktionszeiten
    • geringere EEG-Beta-Leistung
    • Ruheherzfrequenz wie bei Nichtbetroffenen
    • starke Korrelation zwischen Ansprechen auf Atomoxetin und der Verbesserung des unmittelbaren Abrufs des verbalen Gedächtnisses

1.4.12. ADHS-Gruppen nach emotionaler Dysregulation

Diese Einteilung unterscheidet danach, ob Schwierigkeiten mit der Gefühlssteuerung bestehen. Wichtig zur Einordnung: Untersucht wurden Studierende mit selbst berichteter Diagnose oder selbst eingeschätzten Beschwerden, ohne ärztliche Abklärung, und zu 70 Prozent Frauen. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf alle Betroffenen übertragen.

Eine Studie fand anlässlich einer Analyse von ADHS-Betroffenen in Bezug auf emotionale Dysregulation drei Gruppen: (E 3)96

  • vorwiegend unaufmerksam / emotionale Dysregulation vorhanden / emotional instabil
  • mittlere ADHS-Schwere / keine emotionale Dysregulation / unauffällige Persönlichkeitsmerkmale
  • hohe ADHS-Schwere / keine emotionale Dysregulation / unauffällige Persönlichkeitsmerkmale

1.4.13. ADHS-Gruppen anhand topologischer Abweichungen in Netzwerkhubs

(Einschätzung ADxS): Hier werden Betroffene anhand von Auffälligkeiten in stark vernetzten Hirnbereichen in Gruppen eingeteilt. Das ist derzeit reine Grundlagenforschung mit aufwendiger Bildgebung. Für die Diagnose oder die Behandlung hat es keine Bedeutung.

Eine Studie identifizierte 3 ADHS-Gruppen anhand topologischer Unterschiede in morphometrischen Ähnlichkeitsnetzwerken mittels Gradzentralität (lokale Verbindungsdichte), Knoteneffizienz (kürzester Kommunikationsweg) und Partizipationskoeffizient (modulübergreifende Vielfalt) der Gehirnmorphometrie: (E 3)97

  • höchste Symptome für Hyperaktivität/Impulsivität und Unaufmerksamkeit
    • langfristig persistierende emotionale Dysregulation
    • 25 % komorbide affektive Störungen
    • ausgeprägte Veränderungen im mPFC und Pallidum
    • dazu räumlich korrelierend erhöhte Rezeptorspiegel von
      • Serotonin (5-HT4, r = 0,37; 5-HTT, r=0,37)
      • Dopamin (D2, r=0,25)
      • Acetylcholin (α4β2, r=0,26; M1, r=0,41)
      • Histamin (H3, r=0,29).
    • die Autoren verweisen auf dazu passende Erkenntnisse:
      • tonische spontan feuernde Dopaminneuronen werden durch inhibitorische striatale Projektionen reguliert (E 4)98 und interagieren über orbitofrontal-striatale Schaltkreise mit dem serotonergen System, was Hyperaktivität/Impulsivität bei ADHS moduliert (E 4)99.
      • Eine cholinerge Dysfunktion im PFC ist typisch für den ADHS-C Mischtyp (E 3)100 (E 2b)101 (E 3)102 und beeinträchtigt insbesondere die motorische Kontrolle und Aufmerksamkeit
      • Neuroinflammation könnte eine entscheidende Rolle in der Pathophysiologie von ADHS haben (E 4)103, was mit dem erhöhten H3R korreliert
  • überwiegende Impulsivität und Hyperaktivität
    • langfristig nachlassende emotionale Dysregulation
    • 9,8 % komorbide affektive Störungen
    • ausgeprägte Veränderungen im ACC und Pallidum
    • dazu räumlich korrelierend verringerte Rezeptorspiegel von
      • Glutamat (mGluR5, r = −0,24)
      • Cannabinoid (CB1, r=−0,37)
      • Serotonin (5-HT1A, r=−0,30; 5-HT2A, r=−0,34)
    • die Autoren verweisen auf dazu passende Erkenntnisse:
      • Veränderungen im Glutamat-System könnten auf eine gestörte exzitatorische Neurotransmission in Caudatus-bezogenen Schaltkreisen hindeuten, die kognitive und affektive Prozesse einschließlich der Belohnungsverarbeitung vermitteln (E 3)104
      • ein RCT zeigte signifikante Verbesserung der Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptome durch Cannabinoide (E 1b)105
  • überwiegende Unaufmerksamkeit
    • langfristig nachlassende emotionale Dysregulation
    • 5 % komorbide affektive Störungen
    • ausgeprägte Veränderungen im superioren frontalen Gyrus
    • dazu räumlich korrelierend verringerte Rezeptorspiegel von
      • Serotonin (5-HT2A, r=−0,25)

Die Gruppen decken sich weitgehend mit den bekannten 3 Präsentationsformen nach DSM 5.
Es ist bekannt, dass emotionale Dysregulation eher mit Hyperaktivität/Impulsivität bzw. dem ADHS-Mischtyp korreliert als mit überwiegender Unaufmerksamkeit und dass schwerere ADHS-Symptome mit stärkerer emotionaler Dysregulation korrelieren. Mehr hierzu unter Emotionale Dysregulation / Emotionssymptome bei ADHS

Topological Deviations in Morphometric Similarity NetworksGrafik aus Pan N, Long Y, Qin K, Pope I, Chen Q, Zhu Z, Cao Y, Li L, Singh MK, McNamara RK, DelBello MP, Chen Y, Fornito A, Gong Q (2025): Mapping ADHD Heterogeneity and Biotypes through Topological Deviations in Morphometric Similarity Networks. medRxiv [Preprint]. 2025 Mar 28:2025.03.27.25324802. doi: 10.1101/2025.03.27.25324802. PMID: 40196255; PMCID: PMC11974972. unter Creative Commons Attribution 4.0 International License

1.4.14. ADHS-Gruppen anhand Komorbiditäten

(Einschätzung ADxS): Hier werden Betroffene danach eingeteilt, welche weiteren Erkrankungen vorliegen. Für die Behandlung ist das oft wichtiger als die Präsentationsform, denn ob zusätzlich eine Angststörung, eine Depression oder eine Störung des Sozialverhaltens besteht, beeinflusst die Therapieplanung erheblich. Deshalb lohnt es sich, Begleiterkrankungen ausdrücklich abklären zu lassen.

Eine Analyse der MTA-Studie fand vier klinische Profile, die hinreichend unterschiedlich sind, um eine Klassifizierung als ADHS-Subtypen zu rechtfertigen: (E 3)106

  • ADHS ohne komorbide Störung
    • sprachen am besten auf medikamentöse MTA-Behandlungen (mit oder ohne Verhaltenstherapie) an
  • ADHS zusammen mit internalisierenden Störungen (ADHS + ANX, hauptsächlich von den Eltern berichtete Angststörungen)
    • sprachen wohl gleich gut auf die verhaltenstherapeutischen und medikamentösen MTA-Behandlungen an
  • ADHS mit ODD/CD, aber ohne Angst (ADHS + ODD/CD)
    • sprachen am besten auf medikamentöse MTA-Behandlungen (mit oder ohne Verhaltenstherapie) an
  • ADHS mit Angst und ODD/CD (ADHS + ANX + ODD/CD)
    • sprachen am besten auf kombinierte medikamentöse und verhaltenstherapeutische MTA-Behandlungen an

2. Neurophysiologische und endokrine Unterschiede der Subtypen

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Dieser Abschnitt beschreibt, welche Unterschiede an Botenstoffen, Stresshormonen, Hirnströmen und Bildgebung sich zwischen den Präsentationsformen fanden. Alle diese Befunde sind Gruppenunterschiede. Sie sagen etwas darüber aus, wie sich viele Menschen mit der einen Form im Durchschnitt von vielen Menschen mit der anderen unterscheiden. Bei einem einzelnen Menschen lässt sich daraus nichts genau genug ablesen, und es gibt bisher keinen Test, der die Präsentationsform zuverlässig bestimmen könnte. Die Studien sind zudem oft klein, und die Ergebnisse widersprechen sich häufig.

Hyperaktivität ist neurologisch im Striatum, Unaufmerksamkeit neurologisch vornehmlich im PFC verankert.(E 4)107

(Kein Beleg): Dabei ist möglicherweise weiter zwischen Unaufmerksamkeit aus Langeweile aufgrund eines unteraktivierten PFC (bei ADHS-I) und Ablenkbarkeit aufgrund Überaktivierung des PFC (bei ADHS-HI) zu unterscheiden.

2.1. Dopaminniveau

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Hier geht es um die Frage, ob bei den Formen unterschiedlich viel Dopamin im Spiel ist. Dopamin ist ein Botenstoff, der Antrieb, Belohnungserleben und Bewegungssteuerung mitbestimmt.
Es gibt gute Gründe für die Annahme eines Dopaminmangels, aber auch Befunde, die dagegen sprechen. Messen lässt sich der Dopaminspiegel im lebenden Gehirn bisher nicht mit vertretbarem Aufwand. Aus diesem Abschnitt lässt sich deshalb weder eine Diagnose noch eine Medikamentenwahl ableiten.
Wenn man genau hinschaut, ist es noch viel komplizierter: Es gibt phasisch (auf Reize) und tonisch (dauerhaft) freigesetztes Dopamin, solches innerhalb (intrazellulär) und außerhalb (extrazellulär) der Zelle und außerhalb, welches, das innerhalb von Synapsen ausgeschüttet wird und wirkt, und anderes, das extrasynaptisch zirkuliert (Volumentransmission). Vor allem aber kann Dopamin gleichzeitig in verschiedenen Gehirnregionen hoch, normal oder niedrig sein.

(Kein Beleg): Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage, ob verschiedene Präsentationsformen (Subtypen) (nach Symptomausprägung) mit bestimmten Dopamin(wirk)spiegeln korrelieren. Die davon zu unterscheidende Frage, ob Dopaminmangel und Dopaminüberschuss möglicherweise unterschiedliche Störungsbilder oder zumindest zu unterscheidende Varianten von ADHS sind, wird am Ende dieses Kapitels behandelt.

2.1.1. Hyperaktivität, Impulsivität: Dopaminmangel oder Dopaminüberschuss im Striatum

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Die verbreitete Erklärung lautet: Bei ADHS fehlt Dopamin. Dieser Abschnitt zeigt, dass die Sache komplizierter ist. Im Tierversuch führt sogar ein Dopaminüberschuss zu Hyperaktivität, und Mäuse ohne Dopamintransporter sind besonders unruhig, obwohl bei ihnen mehr Dopamin verfügbar ist.

(Einschätzung ADxS): Der oft gehörte Satz “ADHS ist ein Dopaminmangel” ist eine starke Vereinfachung. Er erklärt nicht, warum Medikamente wirken, und er dient nicht als Begründung für eine bestimmte Behandlung.

Hyperaktivität und Impulsivität, wie sie der ADHS-HI-Subtyp (ohne Unaufmerksamkeit) oder ADHS-C (mit Unaufmerksamkeit) aufweisen, werden (in Bezug auf ADHS) vornehmlich durch Abweichungen des Dopaminspiegels vom optimalen Dopaminniveau im rechtshemisphärischen Striatum (unter Einbeziehung des frontostriatalen Loops, bestehend aus PFC, Nucleus caudatus und Globus Pallidus, nicht aber des Putamen) verursacht.(E 4)107 (E 3)108 (E 3)109

Nach herrschender Meinung der Fachliteratur besteht bei ADHS ein Dopaminmangel. Jedoch ist aus Tiermodellen (z.B. der DAT-KO-Maus) bekannt, dass auch ein Dopaminüberschuss im Striatum Hyperaktivität auslösen kann. Siehe hierzu unter ADHS im Tiermodell im Kapitel Neurologische Aspekte. Solange ADHS nicht neurobiologisch als Dopamindefizit im Striatum (und/oder PFC) definiert (und diagnostiziert) wird, sondern allein anhand der Symptome diagnostiziert wird, müssen beide Varianten in Betracht gezogen werden. Überschuss wie Mangel von Neurotransmittern bewirken nach dem Inverted-U-Modell (E 4)110 (E 4)111 nahezu gleichartige Symptome, da die Funktionalität der Signalübertragung nur bei optimalem Neurotransmitter-Niveau gegeben ist. Gleichwohl sind die Belege für einen Mangel an phasischem Dopamin im Striatum bei ADHS weitaus in der Überzahl.

Da der Dopaminabbau im Striatum maßgeblich über DAT erfolgt, während der Dopaminabbau im PFC vornehmlich über NET und COMT und nicht über DAT erfolgt, korrelierte die DAT-10R-Genvariante stark mit Hyperaktivität und Impulsivität, nicht jedoch mit Unaufmerksamkeit.(E 3)112 (E 4)107
Eine andere Studie fand keinen Unterschied an DAT 9/9, 9/10 oder 10/10 Genvarianten (oder an DRD4-Genvarianten) zwischen ADHS-I einerseits und ADHS-C und ADHS-HI andererseits.(E 1b)46

2.1.2. Hyperaktivität, Impulsivität: Dopaminüberschuss im PFC

Sofern man mit der überwiegenden Auffassung der Fachliteratur bei Hyperaktivität und Impulsivität (bei ADHS-HI und ADHS-C) von Dopaminmangel im Striatum ausgeht, (E 4)113 führt die Dopamin-Wippe zwischen Striatum und PFC in der Folge zu einem erhöhten Dopaminspiegel im PFC bei Hyperaktivität und Impulsivität (bei ADHS-HI und ADHS-C). Siehe hierzu unter Die Dopaminwippe zwischen PFC und subcorticalen Regionen (u.a. Striatum) im Beitrag Dopamin im Kapitel Neurologische Aspekte

Bei Gesunden scheint ein hoher Dopaminlevel im PFC zu einem niedrigen Dopaminniveau im Striatum zu führen, und umgekehrt.
Ein voll ausgelasteter PFC (hohes Dopaminlevel) scheint schlicht keine Anregungen des Verstärkungs-/Motivationszentrums zu benötigen und signalisiert diesem deshalb: “wegen Überfüllung geschlossen, gib Ruhe”. Das Striatum schmollt dann still (unteraktiviert = dopaminarm) vor sich hin. Das ist ein normaler, gesunder Regelkreis.
(Einschätzung ADxS): Ein langanhaltender tonischer Dopaminmangel im Striatum führt zu einer Upregulation der D2-Autorezeptoren (aufgrund eines sehr langanhaltenden Dopaminüberschusses im PFC), was wiederum zu einer Upregulation der Dopamintransporter im Striatum führt. Siehe hierzu Up- und Downregulation des Dopamintransporters im Beitrag Dopamin im Kapitel Neurologische Aspekte. Dies könnte eine Überaktivität der DAT erklären, was den bei ADHS angenommenen tonischen Dopaminmangel im Striatum miterklären oder verstärken würde.

Da Hyperaktivität durch einen Mangel an phasischem Dopamin im Striatum vermittelt werden kann, wäre hieraus nachvollziehbar, warum dieser nur bei ADHS-HI und ADHS-C auftritt, denen eine dauerhafte Überaktivierung des PFC nachgesagt wird. Die ADHS-I-typische Unteraktivierung des PFC müsste durch den damit verbundenen Dopaminmangel im PFC eher einen Dopaminüberschuss im Striatum bewirken. Untersuchungen belegen einen Dopaminmangel im Striatum bei ADHS, differenzieren dabei allerdings nicht zwischen den Präsentationsformen (Subtypen).(E 4)113

In der ADHS-Fachliteratur wird häufig vertreten, dass bei ADHS zu viele / überaktivierte Dopamintransporter (DAT) vorhanden seien. Wenn bei ADHS-HI ein langanhaltender Dopaminüberschuss im PFC einen langanhaltenden Dopaminmangel bewirkt, der wiederum eine Upregulation der Dopamintransporter auslöst (so wie Dopaminüberschuss durch Amphetaminmissbrauch wohl eine Downregulation auslöst (E 3)114), müssten in der Folge die Dopamintransporter bei ADHS-I weniger stark erhöht / überaktiv sein als bei ADHS-HI. Erstaunlicherweise gibt es nur wenige Untersuchungen über die Anzahl / Aktivität der DAT bei den verschiedenen ADHS-Formen. Diese haben bislang die Tendenz, dass ADHS-HI wesentlich stärker mit einer erhöhten Anzahl von DAT verbunden sei als ADHS-I.

2.1.3. DAT-Unterschiede bei den Präsentationsformen (Subtypen)

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Dopamintransporter (DAT) sind Eiweiße, die Dopamin wieder in die Zelle zurückholen. Methylphenidat blockiert sie. Es gibt Hinweise, dass sich die DAT-Menge zwischen den ADHS-Formen unterscheidet, doch die Belege sind schwach: Die Unterschiede in den Messungen liegen bei wenigen Prozent, beruhen teils auf drei bis sieben Personen je Gruppe, und ein Teil der Befunde stammt aus Tierversuchen. Ob sich aus der Transporterzahl überhaupt auf die Dopaminwirkung schließen lässt, ist zudem fraglich.

Verschiedene Studien deuten auf eine erhöhte Zahl von DAT bei ADHS-HI im Vergleich zu ADHS-I hin.

  • Bei einer SPECT-Untersuchung von 31 Erwachsenen mit ADHS wurde eine stärkere Erhöhung der DAT bei ADHS-HI-Betroffenen als bei ADHS-I-Betroffenen gefunden. Die DAT waren bei ADHS-I-Betroffenen allerdings gegenüber Nichtbetroffenen immer noch erhöht. Rauchen verringerte die DAT bei beiden Präsentationsformen signifikant auf oder unter das Niveau von Nichtbetroffenen.(E 3)115 Eine Untersuchung verglich die DAT bei der Spontanuous(ly) hypertensive rat (SHR), die ein validiertes Modell des ADHS-C-Subtyps darstellt, und einem Unterstamm der Wistar Kyoto Ratte, die hier als ein Modell des rein unaufmerksamen ADHS-I-Subtyps verwendet wurde. Die ADHS-HI-Subtyp-Ratte bildete mehr DAT aus als die ADHS-I-Subtyp-Ratte, was unsere Schlussfolgerung unterstützt. MPH verringerte die DAT-Dichte bei ADHS-HI-Ratten stärker als bei ADHS-I-Ratten.(E 2b)116
  • Eine weitere Untersuchung verglich Ratten, die als ADHS-HI-Modell, als ADHS-I-Modell und als Nichtbetroffenen-Modelle gelten. Sie stellte fest, dass ADHS-HI-Ratten einen signifikant geringeren Dopaminspiegel im dorsalen Striatum aufweisen, während dieser bei ADHS-I-Ratten teils gleich, teils sogar höher ist als bei nicht betroffenen Ratten. Ebenso hatten die ADHS-HI-Ratten eine schnellere Dopaminaufnahme im ventralen Striatum und im Nucleus accumbens, die ADHS-I-Ratte hatte eine schnellere Dopaminaufnahme nur im Nucleus accumbens, jeweils im Vergleich zu den nicht betroffenen Ratten.(E 2b)117 Eine weitere Untersuchung fand ebenfalls geringere Dopaminspiegel (und leicht höhere Noradrenalinspiegel) im Striatum bei ADHS-HI-Ratten im Vergleich zu nicht betroffenen Ratten.(E 2b)118 Dies deutet auf erhöhte DAT bei ADHS-HI im Vergleich zu ADHS-I hin.
  • MPH, das die Anzahl der DAT signifikant verringert, soll bei ADHS-I nach einer Untersuchung bei Weitem nicht so wirkungsvoll sein wie bei ADHS-HI.(E 1b)119 Eine andere Untersuchung berichtet eine gute Wirkung von MPH bei ADHS-I.(E 4)120
  • SCT-Betroffene (SCT hatten wir nach unserem früheren Verständnis als eine Extremform bzw. Unterform von ADHS-I betrachtet) sind besonders häufig MPH-Nonresponder. Insbesondere erhöhte SCT Sluggish / Sleepy-Faktorwerte deuten auf ein MPH-Nonresponding hin. Weder erhöhte SCT-Daydreamy-Symptome, noch unterschieden sich die ADHS-Subtyp (ADHS-HI oder ADHS-I) in der MPH-Respondingrate. Letzteres unterstützt, dass SCT kein Subtyp von ADHS-I ist.(E 1b)35
  • Genetische Unterschiede zwischen den Präsentationsformen (Subtypen) in Bezug auf die ADHS-assoziierten Polymorphismen des DAT1-Gens sollen eine Verbindung zwischen DAT1-Gen-Polymorphismen und ADHS-HI, nicht aber mit ADHS-I nahelegen. Die DAT-10R-Genvariante korrelierte stark mit Hyperaktivität und Impulsivität, nicht jedoch mit Unaufmerksamkeit.(E 3)121 (E 4)107 Eine andere Untersuchung konnte das allerdings nicht bestätigen.(E 3)122 Eine weitere Untersuchung fand eine Assoziation von DAT1 10/10 mit ADHS-I, wobei DAT1 10/10 für eine erhöhte DAT-Expression sowie eine verringerte Dopaminaufnahme stehen soll. Die Ergebnisse dieser Studie passen auch in anderer Hinsicht zu keinem der diesseits bislang bekannten Ergebnisse.(E 3)123 Eine andere Untersuchung fand wiederum, dass
    Eine weitere Studie fand keinen Unterschied an DAT 9/9, 9/10 oder 10/10 Genvarianten (oder an DRD4-Genvarianten) zwischen ADHS-I einerseits und ADHS-C und ADHS-HI andererseits.(E 1b)46
    COMT Val/Val und DAT 10R in Kombination korrelierten bei 11- bis 15-jährigen Jungen, nicht aber bei Mädchen, mit erhöhter Hyperaktivität und erhöhten ADHS-Symptomen mit 18 Jahren.(E 2b)124

DAT 10R steht für aktivere DAT.(E 4)125

Ob die DAT tatsächlich das Dopaminniveau in der Weise regeln, wie es bislang vermutet wird, ist allerdings fraglich.(E 3)114

2.1.4. Schmerzunempfindlichkeit als Indiz für möglichen High-Dopamin-Subtyp?

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Hier wird eine Vermutung vorgestellt, keine gesicherte Erkenntnis. Wer trotz ADHS wenig schmerzempfindlich ist, könnte möglicherweise zu einer Gruppe mit eher hohem Dopaminspiegel gehören. Sich hierin wiederzuerkennen, ist ein interessanter Hinweis, aber keine Grundlage für Behandlungsentscheidungen.

Dopamin wirkt wie alle Katecholamine in einer Inverted-U-Form: Ein zu wenig ist ebenso nachteilig wie ein zu viel.
ADHS ist typischerweise von einem extrazellulären Dopaminmangel gekennzeichnet. ADHS-Medikamente wirken vornehmlich als Dopamin-Wiederaufnahmehemmer, erhöhen also das extrazelluläre Dopamin. Die hohe Anzahl an Tiermodellen mit erhöhtem extrazellulären Dopaminspiegeln deuten jedoch darauf hin, dass es auch ADHS-Fälle mit erhöhtem Dopaminspiegel geben dürfte.
Bislang sind die Erkenntnisse dazu aufgrund der großen Schwierigkeiten der Messung von Dopamin im Gehirn in vivo sehr begrenzt.
Wir wollen an dieser Stelle daher Indikatoren sammeln, die Hinweise auf einen erhöhten Gehirn-Dopaminspiegel geben können.

Dopamin ist ein wichtiger Faktor in der Schmerzregulation. Chronische Schmerzen sind meist von verringertem Dopamin geprägt. Dies erklärt, warum chronische Schmerzen eine häufige Komorbidität von ADHS sind. Schizophrenie ist von überhöhten Dopaminspiegeln gekennzeichnet und geht zugleich mit einem deutlich verringerten Schmerzniveau einher.
Mehr hierzu unter Chronische Schmerzen und Muskelspannung bei ADHS - Neurophysiologische Korrelate

(Einschätzung ADxS): Wir leiten daraus die Arbeitshypothese ab, dass eine verringerte Schmerzempfindlichkeit bei ADHS ein Hinweis auf einen (wohl eher seltenen) ADHS-Subtyp mit erhöhten Dopaminspiegeln hinweisen könnte.

2.2. Überhöhte und abgeflachte endokrine Stressantworten der Präsentationsformen (Subtypen)

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Bei ADHS-I schüttet der Körper bei Stress zu viel Cortisol aus, bei ADHS-HI und ADHS-C zu wenig.
Beides ist ungünstig. Eine zu starke Antwort führt dazu, dass Konzentration und Gedächtnis unter Anspannung zusammenbrechen und man sich zurückzieht. Eine zu schwache Antwort führt dazu, dass der Körper bei Belastung nicht gegensteuert und die Anspannung sich nach außen entlädt.

Eine individuelle Reaktion auf Belastung ist demnach körperlich verankert, nicht eine Frage von Willen oder Charakter. Reizschutz, Pausen und ein vorhersehbarer Tagesablauf sind deshalb keine Bequemlichkeit, sondern wirksame Maßnahmen. Die vielen Studienbelege in diesem Abschnitt stammen allerdings überwiegend aus anderen Störungsbildern und aus Tierversuchen. Die Übertragung auf ADHS ist eine gut begründete Annahme, kein Beweis.

Bei ADHS-I scheinen die endokrinen Stressantworten sehr viel stärker auszufallen als bei ADHS-HI und ADHS-C.
Eine endokrine Stressantwort ist die Menge der Ausschüttung von Hormonen (und Neurotransmittern) als Reaktion auf einen akuten Stressor.
Der ADHS-I-Subtyp zeigt häufig eine überhöhte Cortisolstressantwort, während der ADHS-HI- und ADHS-C häufig mit einer abgeflachten Cortisolstressreaktion korrelieren. Damit ist der ADHS-I-Subtyp typischerweise ein Fall eines Hypercortisolismus, während ADHS-HI- und ADHS-C eher einen Fall eines Hypocortisolismus darstellen.
Mehr hierzu unter Veränderungen der Cortisolwerte bei ADHS in: Cortisol und andere Stresshormone bei ADHS

(Einschätzung ADxS): Da Hypocortisolismus eine Langzeit-Folgereaktion auf einen Hypercortisolismus darstellen kann, wenn aufgrund dauerhaft überhöhter Cortisolwerte eine Downregulationsanpassung (Downregulation / Upregulation. ⇒ Veränderte Hormon und Neurotransmitterwerte je nach Stressphase im Beitrag ⇒ Die Stresssysteme des Menschen (Grundlagen von Stress) im Kapitel Stress) der Glucocorticoid-(Cortisol-)Rezeptorsysteme eintritt, könnte geschlossen werden, dass der ADHS-I-Typ eine Vorstufe und der ADHS-HI- und ADHS-C eine Folgestufe von ADHS darstellt. Dagegen spricht allerdings, dass die Art der Cortisolantwort auf akuten Stress eher einen Stressphänotypen abbildet, der bereits bei Gesunden anzutreffen ist. Bei Störungen mit externalisierenden Symptomen (Aggressionen, ODD, CD etc.) sind die Cortisolantworten auf akuten Stress regelmäßig abgeflacht, bei Störungen mit internalisierenden Symptomen (Depressionen, Ängste etc.) sind die Cortisolantworten regelmäßig überhöht.

Erhöhungen von Cortisol sind mit der stressinduzierten Freisetzung von Noradrenalin und der α1-adrenergen Rezeptoraktivierung verbunden.(E 4)126 (E 2b)127 Parallel zur hier erörterten Frage der Korrelation von Neurotransmitter-Noradrenalin und Cortisol besteht eine Korrelation zwischen Cortisol- und Dopaminausschüttung.(E 3)128 Der Cortisolspiegel korreliert positiv mit der AMP-induzierten Dopaminfreisetzung im linken ventralen Striatum und im dorsalen Putamen.

(Einschätzung ADxS): Wir nehmen an, dass die Cortisol-, Adrenalin-, Noradrenalin- und Dopamin-Reaktionen im Gehirn auf akuten Stress korrelieren, sodass eine hohe Cortisolantwort auf akuten Stress einerseits mit einer hohen (Hormon-)Noradrenalinausschüttung im sympathischen Nervensystem und andererseits mit einer hohen (Neurotransmitter-)Noradrenalin- und Dopaminausschüttung im zentralen Nervensystem (= Gehirn) einhergeht. Niedrige Werte dürften ebenfalls korrelieren. Dies könnte etliche Muster der ADHS-Subtypen schlüssig erklären.

Für (Hormon-)Noradrenalin im Sympathikus zu Cortisol wurde eine solche Korrelation anhand von Alpha-Amylase-Messungen beobachtet.(E 3)129 (E 3)130 (Hormon-)Noradrenalin aus dem Nebennierenmark überwindet allerdings nur zu einem geringen Teil die Blut-Hirn-Schranke und kann daher den (Neurotransmitter-)Noradrenalinspiegel im Gehirn nicht maßgeblich beeinflussen.

(Einschätzung ADxS): Für unsere Hypothese spricht, dass die HPA-Achse (die Cortisol ausschüttet) und der Locus coeruleus (der Noradrenalin ausschüttet) durch dieselben Instanzen aktiviert werden, was eine Parallelität der Intensität der Reaktionen denkbar erscheinen lässt, nämlich:

  • Mesocorticales / mesolimbisches System (dopaminerg)
  • Amygdala (serotonerg, acetylcholinerg)
  • Hippocampus (serotonerg, acetylcholinerg)

Die Messungen von Gehirn-(Neurotransmitter-)Noradrenalin ist nur in der Rückenmarksflüssigkeit möglich, da das Hormon-Noradrenalin des Körpers dieselben Metaboliten (Abbauprodukte) produziert und die Blut-Hirn-Schranke nur in geringem Umfang überwinden kann. Cortisol kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden, weshalb Cortisol alternativ in Blut oder Speichel gemessen werden kann.

Ergebnisse in Bezug auf Stress:

  • Stress erhöht gleichzeitig die (Neurotransmitter-)Noradrenalin- und Cortisolspiegel im Gehirn.(E 2b)131 (E 4)126 (E 2b)127 Dabei ist ein Cortisolanstieg mit Stress, ein Noradrenalinanstieg mit erhöhtem Arousal assoziiert.

Ergebnisse bei ADHS:

  • Leider konnte bislang nur eine Untersuchung zu (Neurotransmitter-)Noradrenalin bei ADHS gefunden werden, die zudem Cortisol nicht berücksichtigt. In der Rückenmarksflüssigkeit von hyperaktiven ADHS-HI-Betroffenen korrelierte der Serotonin-Abbaustoff 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) positiv mit Aggression (unerwartet), der Dopamin- und Noradrenalin-Abbaustoff Homovanillinsäure (HVA) positiv mit Hyperaktivität und der Noradrenalin-Metabolit 3-Methoxy-4-hydroxyphenylglykol (MHPG) mit Aggression, Delinquenz und Verhaltensproblemen. Der ADHS-I-Subtyp wurde nicht einbezogen. Die Ergebnisse waren auch für die Autoren unerwartet.(E 3)132

(Beleg fehlt): Bei psychischen Störungen oder psychischem Stress wurde nahezu einhellig eine positive Korrelation zwischen (Neurotransmitter-)Noradrenalin und Cortisolantwort auf den Stressor festgestellt. Körperlicher Stress (Unterzucker) folgt dagegen einem anderen Steuerungsmuster.
(Einschätzung ADxS): Dennoch könnte die Frage einer positiven, negativen oder fehlenden Korrelation störungsspezifisch sein. Sicherheit werden nur Untersuchungen von ADHS-Betroffenen verschaffen können, wobei nach Präsentationsformen (Subtypen) unterschieden werden muss.

Eine positive Korrelation von Neurotransmitter-Noradrenalin und Cortisol wurde in verschiedenen Untersuchungen gefunden:

  • Bei Rhesusaffen bewirkt früher Stress durch 4-tägige Trennung von der Mutter einen Anstieg des Noradrenalin-Metaboliten MHPG in der Rückenmarksflüssigkeit ebenso wie einen Cortisolanstieg im Blut.(E 2b)133
  • Die Ergebnisse einer aufwendigen Untersuchung über Cortisol-, Noradrenalin und CRH-Werte in der Rückenmarksflüssigkeit (in der naturgemäß kein hormonelles Noradrenalin aus dem Körper vorhanden sein kann) fand bei Depression korrelierende (erhöhte) Cortisol- und Noradrenalin-Neurotransmitter-Werte, wobei die Korrelation auch über die circadianen Veränderungen über den Tag fortbestand. Die CRH-Werte in der Rückenmarksflüssigkeit korrelierten dagegen nicht mit den Cortisolwerten.(E 2b)134
  • Eine weitere Untersuchung mit 140 Depressions-Betroffenen bestätigt die Korrelation zwischen dem Noradrenalin-Metaboliten MHPG in der Rückenmarksflüssigkeit und Blutcortisol auf Dexamethason.(E 2b)135
  • In Hunden wurde eine Korrelation zwischen Cortisol, Noradrenalin, ACTH und β-Endorphin in der Rückenmarksflüssigkeit auf körperliche Anstrengung festgestellt.(E 2b)136
  • Bei PTSD korreliert eine Erhöhung von Noradrenalin in der Rückenmarksflüssigkeit mit der Schwere der Symptome.(E 4)137 Die Cortisolantwort auf akuten Stress wie auf Dexamethason ist bei PTSD ebenfalls erhöht.(E 1a)138 Bei einer (mit n = 8 viel zu kleinen) Untersuchung an PTSD-Betroffenen (Kriegsopfer) stiegen beim Ansehen eines traumabelastenden Videos die Noradrenalinwerte in der Rückenmarksflüssigkeit, während die CRH- und Cortisolblutwerte beim traumabelastenden Video (für die Autoren unerwartet) niedriger waren als beim Ansehen eines neutralen Videos. ACTH blieb unverändert.(E 3)139 Die Ergebnisse von basalen Cortisolwerten bei PTSD sind widersprüchlich (nicht erhöht bzw. verringert).(E 1a)140
  • Bei Affen korrelieren mit Aggressivität erhöhte Werte von Noradrenalin, Cortisol und Corticotrophin in der Rückenmarksflüssigkeit, während 5-Hydroxyindolessigsäure (ein Metabolit von Serotonin) verringert war.(E 2b)141
  • Die bei Alzheimer erhöhten CRH-Werte in der Rückenmarksflüssigkeit korrelieren signifikant mit erhöhten Blutcortisolwerten sowie erhöhten Cortisolantworten (fehlende Cortisolsuppression bei 6 von 10 Probanden) auf den Dexamethasontest.(E 3)142
  • Bei starkem und mildem Alzheimer korrelieren basale Cortisol- und Noradrenalinwerte in der Rückenmarksflüssigkeit. Dieser Zusammenhang wurde unerwartet bei Nichtbetroffenen nicht gefunden.(E 4)143
  • Bei Fischen zeigen in Kämpfen unterlegene Exemplare einen lang anhaltenden Anstieg von Cortisol und Noradrenalin.(E 2b)144

 

(Einschätzung ADxS): Keine positive Korrelation zwischen Neurotransmitter-Noradrenalin und Cortisol wurde bei körperlichem Stress (Unterzucker) gefunden:

  • Durch Insulingabe verursachte Hypoglykämie (Unterzucker) erhöht Cortisol und verringert Noradrenalin (als Neurotransmitter) in der Rückenmarksflüssigkeit, während sich die Noradrenalinwerte im Blut (Noradrenalin als Körperhormon) erhöhen.(E 2b)145

Gegen unser Verständnis einer Korrelation von Cortisol und Neurotransmitter-Noradrenalin spricht jedenfalls nicht, dass Cortisol den Locus coeruleus hemmt und damit die Noradrenalinausschüttung im ZNS verringert, (E 4)26 denn dies beschreibt lediglich die Wirkung des bereits ausgeschütteten Cortisols, das ja auch die HPA-Achse und damit sich selbst hemmt. Zudem wird Noradrenalin im Sympathikus wie im Gehirn auf akuten Stress zeitlich vor Cortisol ausgeschüttet.

Gegen unsere Annahme spricht ebenfalls nicht, dass Dexamethason bei ADHS-HI-Ratten nur das Dopamin-, nicht aber das Noradrenalin-Niveau im PFC (und das Dopamin- und Noradrenalin-Niveau im Striatum) erhöht, während bei nicht betroffenen Ratten die Dopamin- und Noradrenalinwerte im PFC unverändert blieben und im Striatum lediglich Dopamin anstieg, (E 2b)118 denn auch hier wird eine Reaktion auf Cortisol beschrieben, das bei Stress zeitlich nach dem Noradrenalin im PFC ausgeschüttet wird.
(Einschätzung ADxS): Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei ADHS-HI (auch bei SHR-Ratten) die Cortisolantwort auf Dexamethason gegenüber Nichtbetroffenen abgeflacht ist. Gleichwohl zeigt Dexamethason bei ADHS-HI-Ratten positive Wirkung auf die ADHS-HI-Symptome. Dabei überwiegt im PFC die Wirkung des Dexamethason über die ADHS-HI-Phänotypik, während im Striatum die Phänotypik stärkere Einflüsse zeigte als die Medikation.

Gegen die Hypothese sprechen auch nicht Untersuchungsergebnisse, wonach Cortisol und Katecholamin-Blutwerte keine Korrelation bilden.(E 2b)146 Katecholamine im Blut bilden lediglich die hormonellen Noradrenalinwerte des Körpers ab, nicht jedoch die Spiegel der Neurotransmitter im ZNS, die aufgrund der Blut-Hirn-Schranke voneinander zu trennen sind. Erforderlich wären Messungen der Vanillinmandelsäure im Urin, die ein Metabolit von Noradrenalin im Gehirn ist.(E 4)147

Unabhängig davon zeigten Messungen von Cortisol und Alpha-Amylase auf akuten Stress, die zeitlich kleinteilig erfolgen (2-Minuten-Rhythmus), dass je nach Betroffenem das Cortisol-Maximum zeitlich bis zu 14 Minuten vor oder bis zu 14 Minuten nach dem Alpha-Amylase-Maximum anfällt, sodass eine Korrelation zwischen diesen beiden Werten durch einzelne fixe Messungen, die x Minuten nach dem Stressor erfolgen, in die Irre führen.(E 3)148

Untersuchungen fanden Korrelationen zwischen den basalen Cortisol- und Vanillinmandelsäurespiegeln (letzterer als Noradrenalin-Neurotransmitter-Metabolit) bei Clusterkopfschmerzen, (E 3)149 und als Reaktionen auf Stressoren wie den Dexamethason-Test bei PTSD, (E 3)150 Depression (E 3)151 (E 3)152 oder nach einer Vergewaltigung.(E 2b)153
Dagegen wurde bei Panikattacken-Betroffenen keine Korrelation zwischen (basalen) Cortisol-Blutwerten und Plasma-MPHG als Noradrenalin-Neurotransmitter-Metabolit gefunden.(E 3)154 Weiter wurden in einer (mit n = 10 viel zu kleinen) Untersuchung keine Korrelationen der basalen Cortisol- und Noradrenalinwerte festgestellt.(E 3)155 Bei der Bewertung der Messung von MHPG und Vanillinmandelsäure im Blut oder Urin ist zu beachten, dass MHPG nur zu 20 % aus dem Metabolismus des Neurotransmitters Noradrenalin im Gehirn resultiert, sodass der ganz überwiegende Anteil von MHPG aus Hormon-Noradrenalin des Körpers resultiert. Zudem wird mehr als die Hälfte von MHPG in Vanillinmandelsäure umgewandelt.(E 3)156 (E 3)157 Im Ergebnis ist durch Blut- oder Urinwerte von Metaboliten das Neurotransmitter-Noradrenalin (im Gehirn) nicht unabhängig vom Hormon-Noradrenalin (im Körper) messbar.

Andererseits wurde festgestellt, dass die Spiegel von Noradrenalin in der Gehirnflüssigkeit mit den Spiegeln von (Cortisol und) Noradrenalin im Blut und Noradrenalin-Metaboliten im Urin korrelieren.(E 2b)135 Dies ist allerdings eine Korrelation und keine Identität.

Ein sehr starker Anstieg von Noradrenalin / Dopamin fährt den PFC herunter und verlagert die Verhaltenssteuerung in posteriore Gehirnregionen.(E 2b)36 (E 2b)37 (E 2b)38 (E 2b)39 (E 2b)40 Es bestehen Zusammenhänge zwischen Cortisol und der Stimulation von D1-Rezeptoren.(E 2b)118
Der PFC reagiert sehr empfindlich auf seine neurochemische Umgebung. Eine zu geringe (Benommenheit) wie eine zu starke (schwerer Stress) Katecholamin-Freisetzung im PFC schwächt die kognitive Kontrolle von Verhalten und Aufmerksamkeit.(E 4)158is bleibt der PFC bei ADHS-HI und ADHS-C dauerhaft aktiviert, was eben irgendwann einmal zu viel ist.

(Einschätzung ADxS): ADHS-I-Betroffene leiden dagegen an einer endokrinologischen Über-Reaktion auf akuten Stress. Unter Annahme der diesseits vertretene Hypothese, dass bei ADHS-I neben der Cortisolstressantwort auch die Noradrenalinausschüttung im Gehirn auf akuten Stress überhöht ist, würde die gesicherte Erkenntnis, dass stark erhöhte Noradrenalinspiegel den PFC blockieren, erklären, wieso bei ADHS-I häufig Denkblockaden und Überforderung bei Entscheidungen auftreten.
Die auf der 3. Stufe der HPA-Achse einige Zeit nach der Noradrenalinausschüttung erfolgende starke Stress-Cortisolantwort bei ADHS-I führt zu einer starken Bremse der Noradrenalinausschüttung. Die Noradenalin-Bremse des PFC wird bei ADHS-I daher wider gelockert und der PFC fährt nach einiger Zeit wieder hoch. Der PFC bleibt damit nicht (wie bei ADHS-HI/ADHS-C) dauerhaft in einem dysfunktionalen Zustand. Eine bloß zeitweilige Unterfunktion des PFC führt daher nicht zu einem dauerhaften Dopaminüberschuss im Striatum, weshalb bei ADHS-I nicht so schwerwiegenden striatale Probleme entstehen. (Überschuss wie Mangel verursachen jeweils Störungen der Kommunikation der Nerven und können daher in derselben Gehirnregion unterschiedliche oder fast gleiche Symptome auslösen, denn nur bei optimalem Neurotransmitterspiegel funktioniert ist die Kommunikation der Signale im Gehirn einwandfrei).

(Einschätzung ADxS): Die verschiedenen Präsentationsformen (Subtypen) lassen sich (in Übereinstimmung mit den beschriebenen endokrinologischen / neurologischen Eigenheiten) schlüssig auch als Stressphänotypen bezeichnen.
Stressphänotypen meint eine typisierte Reaktion auf Stress.

Mehr hierzu unten unter 6.

(Beleg fehlt): Die Deaktivierung des PFC erfolgt durch Alpha-1-Adrenozeptoren, die eine geringere Noradrenalin- und Cortisolaffinität haben als Alpha-2-Adrenozeptoren und daher nur bei sehr hohen Noradrenalin- und Cortisolspiegeln adressiert werden.

(Einschätzung ADxS): Diesseits wird vermutet, dass ein starker Dopamin-/Noradrenalin-Anstieg die Ursache für die ADHS-I-typische Unteraktivierung des PFC darstellt.
Da bei ADHS-HI (und ADHS-C) eine abgeflachte Cortisolantwort auf einen akuten Stressor erfolgt, würde eine parallel dazu erfolgende abgeflachte Noradrenalin-/Dopaminausschüttung zu einem dauerhaften leichten Stresszustand führen, der den PFC nicht abschaltet, sondern dauerhaft überaktiviert.
Durch eine schwächere Cortisolantwort auf akuten Stress ist der Cortisolspiegel am Ende einer Stressreaktion bei ADHS-HI und ADHS-C jedenfalls (und unabhängig von der diesseitigen Hypothese einer Korrelation der Ausschüttungsmengen) schlechter in der Lage, die Stresssysteme der HPA-Achse und die Noradrenalinausschüttung im Gehirn wieder herunterzufahren.

Eine erhöhte Cortisolreaktion auf Stress bei 3 Monate alten Babys korrelierte mit einer stärkeren Methylierung des NR3C1-Gens.(E 2b)159 Depressionen oder Angst der Mutter im dritten Trumester korrelierte mit einer erhöhten DNA-Methylierung des NR3C1-Promotors im Nabelschnurblut der Neugeborenen.(E 2b)159 Das NR3C1-Gen codiert den Glucocorticoidrezeptor, der auf hohe Cortisolspiegel am Ende einer Stressreaktion die HPA-Achse (und dadurch auch den Cortisolspiegel) wieder herunterfahren soll. Die durch den Stress der Mutter ausgelöste spezifische CpG-Methylierung in NR3C1 korrelierte mit einer abgeschwächten Genexpression, die funktionell mit einer erhöhten Cortisolreaktivität bei diesen Säuglingen im Alter von drei Monaten verbunden war.

2.3. ADHS-Präsentationsformen nach EEG

Bedeutung für Betroffene

Das EEG misst Hirnströme über Elektroden auf der Kopfhaut. Manche Forschende möchten ADHS danach einteilen statt nach den Symptomen. Der Gedanke ist verlockend, weil eine Messung objektiver wirkt als eine Beobachtung.

In der Praxis hat sich das nicht durchgesetzt, da die gefundenen Gruppen sich je nach Arbeitsgruppe unterscheiden, die Verhaltensmerkmale nur schwach abgesichert sind, und die Zuordnung eines einzelnen Menschen nicht zuverlässig gelingt. Ein EEG ist zur Diagnose von ADHS nicht geeignet und ersetzt kein ärztliches Gespräch.

Die meisten Untersuchungen finden bei ADHS-Betroffenen verschiedene EEG-Subtypen.
Externalisierende Charaktere zeigen eine abgeflachte error-related negativity (ERN), internalisierende Charaktere eine erhöhte ERN.(E 1a)160 Die ERN ist eine Komponente der ereigniskorrelierten Potentiale (qEEG). Sie tritt unmittelbar nach einer (unter Zeitdruck gegebenen) falschen motorischen Antwort auf. ERN wird vornehmlich über dem PFC gemessen.
Ein Versuch, Subtypen anhand ihrer EEG-Muster mittels KI automatisiert zu unterscheiden, scheiterte.(E 3)13

Die größte uns bekannte Untersuchung fand eine Unterscheidung in 5 EEG-Subtypen und zeigte, dass externalisierende Symptome (ADHS-HI, ADHS-C) vornehmlich mit erhöhter langsamer EEG-Aktivität im Theta- und Delta-Band verbunden waren, während internalisierende Symptomatik (ADHS-I) mit erhöhter Aktivität im Alpha- und Beta-Band verbunden war.(E 3)161 Eine Untersuchung an 94 Jungen zwischen 6 und 9 Jahren fand dagegen trotz Differenzierung nach Subtypen einheitlich eine erhöhte Gesamt-Alpha-Aktivität bei verringerter Alpha-Peak-Frequenz, verringerter Alpha-Bandbreiten- und verringerter Alpha-Amplitudenunterdrückungsgröße sowie ein erhöhtes Alpha1 / Alpha2 (a1 / a2) -Verhältnis.(E 3)162

Der EEG-Mikrozustand B soll auf der Grundlage von Unterschieden in der visuellen Netzwerkfunktion vielversprechend sein für die Unterscheidung zwischen ADHS-Präsentationsformen.(E 4)163

2.3.1. ADHS-HI-Subtypen nach EEG

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Hier werden Untergruppen anhand von Hirnstrommustern beschrieben, dazu jeweils Verhaltensmerkmale und Behandlungsvorschläge.
Die Verhaltensmerkmale stammen aus einer Auswertung, in der 276 Einzelfragen gleichzeitig geprüft wurden, ohne rechnerischen Ausgleich für diese Vielzahl. Die Autoren selbst bezeichnen sie ausdrücklich als Hinweise für weitere Forschung, nicht als gesicherte Merkmale. Auch die genannten Behandlungsvorschläge sind nicht durch Wirksamkeitsstudien belegt. Sich in einer der Beschreibungen wiederzuerkennen, ist interessant, aber kein Befund.

EEG-Anomalien sind bei ADHS-HI vornehmlich im Striatum sowie im frontostriatalen Bereich zu finden.(E 4)164

2.3.1.1. Theta frontal erhöht, Beta verringert (ADHS-HI mit Hyperaktivität und Impulsivität bei hypoaktivem EEG)

Ein hohes Theta-Beta-Verhältnis definiert einen eigenen EEG-ADHS-Subtyp.(E 3)165 Dieser Subtyp wurde bei 24,5 % der ADHS-Betroffenen beschrieben.(E 3)166

  • Gesamtpower insgesamt erhöht (E 3)166
  • relatives Theta erhöht, insbesondere frontal (E 3)166
    • Erhöhtes Theta frontal wurde in mehreren EEG-Studien bei ADHS festgestellt (E 3)167
    • dies wird als repräsentativ für Probleme des Frontallappens betrachtet, insbesondere für Hyperaktivität (E 3)168
  • Relative und absolute Theta erhöht (E 4)169
  • Beta-Aktivität insgesamt verringert (E 3)166
    • niedrigere Amplitude bei relativer Beta, gemessen an den Elektrodenableitungspunkten Cz auf Pz-O1 und Pz-O2 sowie paramedian (E 4)169
  • Folge: Theta-Beta-Verhältnis erhöht (Theta hoch, Beta niedrig) (E 4)170
  • Delta zentral und posterior verringert (E 3)166
  • Alpha frontal und hinten reduziert (E 3)166
  • erhöhte langsame Wellen, verringerte schnelle Wellen (E 3)171
  • Verhaltenstypik: (E 3)166
    • typischstes ADHS-Symptombild von allen EEG-Subtypen
    • Hyperaktivität
    • genussfreudig
    • weniger ängstlich

Therapieziele:

  • SMR (12 bis 15 Hz) erhöhen
  • Theta (4 bis 8 Hz) verringern
  • Theta verringern und zugleich Beta erhöhen: adressiert tonische Aspekte kortikaler Aktivierung, um aufmerksamen, fokussierten, aber dennoch gelassenen Zustand zu erreichen (E 4)172

Wirksamkeit:

  • Theta herunter und (ggf. gleichzeitig) Alpha hoch trainieren
    Die beiden zuletzt genannten Trainingsmethoden (Theta herunter, Beta herauf oder Theta herunter / Alpha hoch trainieren) unterscheiden sich bei 7-10-Jährigen in ihren Ergebnissen nur wenig. Beide Protokolle lindern die Symptome von ADHS-HI im Allgemeinen (p < 0,001) sowie die Symptome von Hyperaktivität (p < 0,001), Unaufmerksamkeit (p < 0,001) und Auslassungsfehler (p < 0,001), nicht aber die oppositionellen und impulsiven Symptome.(E 1b)173
  • Von 19 Teilnehmern mit ADHS-HI nach DSM III-R sprachen 11 sehr gut auf ein Neurofeedback-Training an, bei dem Beta herauf und Theta herunter trainiert wurde (40 Sitzungen). Bei den anderen 7 ergaben sich geringere Verbesserungen. Bei den Respondern verbesserte sich neben der Symptomatik zugleich der IQ um 10 Punkte (von 112 auf 122). N = 19 ist für eine belastbare Aussage allerdings zu gering.(E 4)174
2.3.1.2. Beta überhöht (“Überaktiviertes” ADHS-HI)

Der Beta-Subtyp soll bei etwa 23,2 % (E 3)175 der ADHS-Betroffenen vorliegen.

Befund: (E 4)176 (E 4)177

  • Amplitude von Beta (13 bis 30 Hz) (E 4)178 oder (18 bis 26 Hz) erhöht, frontal und am Hinterkopf
  • Beta dominiert die relative und absolute Power
  • Auftreten im gesamten Cortex
    • frontal (E 4)169
    • posterior (E 4)169
  • erhöhte frontale Gesamtleistung (E 3)175
  • erhöhte Beta-Aktivität über die gesamte Schädeloberseite (E 3)175
  • Theta-Aktivität in den fronto-zentralen Regionen reduziert (E 3)175
  • Alpha-Aktivität in den frontalen Regionen reduziert (E 3)175
  • Verhaltenstypik: (E 3)175
    • symptomatisch:
      • erhöhte Aggressivität
      • erhöhter Vandalismus
      • erhöhtes antisoziales Verhalten.
    • subtypenspezifisch:
      Diese neurologische Auffälligkeit ist nicht bei ADHS-I, sondern nur bei einer Teilgruppe des Mischtyps festzustellen, die sich vom übrigen ADHS-C zudem durch eine größere Tendenz zu weiteren Symptomen unterscheiden soll: (E 3)179 (E 3)171
      • Wutanfällen
      • launischen Stimmungsschwankungen
      • erhöhte Straffälligkeit

ADHS-Betroffene mit exzessivem Beta sind jedoch nicht hyperaktiv. Im Vergleich zu Nichtbetroffenen sei typisch: (E 3)180

  • Beta insgesamt erhöht
  • Delta ist zentral posterior signifikant reduziert
  • Alpha ist insgesamt reduziert
  • die posteriore Gesamtleistung signifikant reduziert
  • das Theta/Beta-Verhältnis insgesamt reduziert.
  • Der Hautleitfähigkeit ist signifikant reduziert (genauso wie bei Betroffenem mit exzessiv erhöhtem Theta)

Daraus folgern die Autoren, dass das Theta/Beta-Verhältnis nicht mit Erregung (Arousal) assoziiert sei.

Therapieziele:

  • SMR (12 bis 15 Hz) erhöhen
  • Beta 2 (21 bis 35 Hz) verringern
  • Gamma (35 bis 45 Hz) verringern

Eine renommierte Forschergruppe berichtete, dass ADHS-Betroffene mit sehr niedrigen EEG-Theta-Werten häufiger Nonresponder in Bezug auf Stimulanzien seien.(E 3)181 (Erfahrung ADxS): Wir kennen jedoch Betroffene des Beta-Typs, die von Methylphenidat sehr und von Amphetaminmedikamenten noch mehr profitierten.

2.3.2. ADHS-I-Subtypen im EEG

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Die Untergruppen und die zugeordneten Behandlungsvorschläge sind Forschungsstand, nicht Diagnosepraxis. Ein EEG kann ADHS weder feststellen noch die Präsentationsform bestimmen. Die in diesem Abschnitt genannten Medikationsempfehlungen sollten nicht als Handlungsanleitung verstanden werden, zumal eine davon auf einer Quelle beruht, die seit Jahren nicht mehr verfügbar ist.

EEG-Anomalien sollen bei ADHS-I vornehmlich im PFC sowie im frontoparetialen Bereich auftreten.(E 4)164

2.3.2.1. Delta und Theta erhöht, Beta verringert

Eine Untersuchung fand diesen Subtyp bei 24,5 % der ADHS-Betroffenen.(E 3)182 Charakteristische sei:

  • Delta insgesamt erhöht (E 4)169 (E 3)182
  • Theta insgesamt erhöht (E 4)169 (E 3)182
  • abnormer Anstieg langsamer Frequenzen (Delta/Theta) primär in zentralen und zentrofrontalen Bereichen (E 4)183
  • Alpha insgesamt reduziert (E 3)182
  • Beta verringert (E 4)169
  • Gesamtpower posterior reduziert (E 3)182
  • Verhaltenstypik: (E 3)182
    • begeisterungsfähig
    • impulsiv
    • Benötigt eine enge Überwachung, um Aufgaben zu erledigen
    • geringeres Schlafbedürfnis
    • flucht, benutzt obszöne Sprache
    • keine Störung des Sozialverhaltens (Conduct Disorder, CD)
    • umgibt sich bevorzugt mit jüngeren Kindern
    • Entwicklungsverzögerung
  • ADHS-Betroffene mit hohem front-midline Theta zeigten häufig
    • hohe und steile Leistungsspitzen bei Ableitung an Fz
    • bei hoher FMT-Aktivität in den höheren FMT-Frequenzen:
      • Probleme bei Emotionsregulation und Gedächtnissteuerung.
    • bei hoher FMT-Aktivität in den niedrigeren FMT-Frequenzen:
      • Lernschwierigkeiten oder Erinnerungsprobleme.
    • Angstzustände
    • Affektdurchbrüche

Therapieziele:

  • Beta 1 (15 bis 21 Hz) erhöhen
  • Theta (4 bis 8 Hz) verringern

Kühle (E 4)169 beschreibt, dass bei ADHS-I häufig eine verzögerte Gehirnentwicklung gefunden werde. Nach unserer Kenntnis ist bei allen ADHS-Subtypen die Hirnreifung mancher Areale verzögert. Ob dies indes ein neurologisches Defizit oder auch nur ein neurologisches Korrelat (= Abbild) von ADHS darstellt, ist fraglich. Die Reifungsverzögerung bei ADHS-Betroffenen entspricht recht exakt der Gehirnreifungsverzögerung bei Hochbegabung.
Mehr hierzu unter Hochbegabung und ADHS

2.3.2.2. Nur Alpha-Aktivität überhöht

Dieser Typus soll bei rund 16,8 % (E 3)171 der ADHS-Betroffenen auftreten.

  • Exzessive Alpha-Aktivität (E 4)184 (E 3)171
    • posterior (E 4)185
    • zentral (E 4)186
    • fronto-zentral (E 3)171
    • manchmal auch frontal (E 4)184
  • Delta insgesamt verringert (E 3)171
  • Theta fronto-zentral verringert (E 3)171
  • Verhaltenstypik: (E 3)171
    • hyperaktiv, zappelig
    • konfus, fühlt sich wie in einem Nebel
    • leicht zwanghaft
    • perfektionistisch, setzt sich hohe Ziele
    • beschäftigt sich nur mit ein, zwei Ideen oder Aktivitäten

Die beschriebene Verhaltenstypik mit Anklängen zu Zwanghaftigkeit soll ihre Entsprechung in Untersuchungen von Autismus-Betroffenen finden, bei denen ebenfalls sehr hohe Alpha-Werte festgestellt wurden.(E 4)187 (E 3)188

(Kein Beleg): Die Alpha-Aktivität tritt als μ-Rhythmus (auch Monkey Face oder Mu-rhythm genannt) zentral über den gesamten Kortex im posterioren temporalen und/oder im temporalen Bereich auf.

Eine Studie an Mädchen mit ADHS-I fand lediglich im Alpha 2 Band signifikante Unterschiede zu Nichtbetroffenen.(E 3)189

2.3.2.3. Theta posterior erhöht, Alpha und Beta verringert

Dieser Typus soll bei rund 11 % (E 3)171 der ADHS-Betroffenen auftreten.

  • Gesamtpower frontal signifikant erhöht (E 3)180
  • Theta signifikant erhöht (E 3)180
    • insbesondere posterior
  • •Theta/Beta-Verhältnis signifikant eröht (E 3)180
  • Alpha über die gesamte Schädeldecke hinweg reduziert (E 3)180
  • Beta über die gesamte Schädeldecke hinweg reduziert (E 3)180
  • Delta-Aktivität zentral reduziert.(E 3)180
  • Verhaltenstypik: (E 3)180
    • kontaktfreudig
    • heiter
    • weniger Verhaltensprobleme als andere ADHS-Betroffene
    • deutlich weniger Hyperaktivität
    • altersgemäßes Verhalten (keine Entwicklungsverzögerung)
    • keine erhöhte Ängstlichkeit
    • kein erhöhtes antisoziales Verhalten
    • kein ritualisiertes Verhalten
2.3.2.4. Nur Theta frontal midline (FMT) erhöht
  • abnormer Anstieg von Frontal Midline Theta (FMT) (5,5 bis 8 Hz), (E 4)190 (E 4)191 besonders unter Aufgabenbelastung
  • Dysfunktion: Hippocampus, anteriorer cingulärer Kortex (ACC) (E 4)192
  • • Medikationsempfehlung: keine Medikamente; geringe Dosen Methylphenidat (E 4)192
  • Nichtbetroffene haben im Ruhezustand kaum FMT
  • ADHS-Betroffene mit hohem FMT zeigen häufig
    • hohe und steile Leistungsspitzen bei Ableitung an Fz
    • bei hoher FMT-Aktivität in den höheren FMT-Frequenzen:
      • häufig Probleme bei Emotionsregulation und Gedächtnissteuerung
    • bei hoher FMT-Aktivität in den niedrigeren FMT-Frequenzen:
      • häufig Lernschwierigkeiten oder Erinnerungsprobleme
    • Angstzustände
    • Affektdurchbrüche

2.4. ADHS-Subtypen nach QEEG

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): QEEG ist ein rechnerisch ausgewertetes EEG. Die berichteten Untergruppen beruhen auf kleinen Stichproben, und ein Nutzen für Diagnose oder Behandlung ist nicht belegt.
Relevant ist, dass Eltern, die selbst ADHS-Symptome haben, die Symptome ihres Kindes in Fragebögen häufig niedriger einschätzen. Betroffene Elternteile sollten einen Eindruck, dass ihr Kind “doch normal” sei, durch eine zweite Einschätzung von außenstehenden Nichtbetroffenen absichern.

Eine Studie mit 69 Teilnehmern fand drei QEEG-Subtypen: (E 3)193

  • erhöhte absolute und relative Beta-Leistung
    • K-ARS: 25,31
  • erhöhte relative schnelle Alpha- und Beta-Leistung
    • K-ARS: 21,67
  • erhöhte absolute langsame Frequenz (Delta- und Theta-Leistung)
    • K-ARS: 12,64 und damit kaum stärker als Nichtbetroffene mit 11,07
    • WURS: 55,82 signifikant höher als Nichtbetroffene mit 42,81

Die dritte Gruppe ist mithin nur mit dem WURS (Wender-Utah-Rating-Scale) und nicht mit dem K-ARS (koranische ADHS-Rating-Skala, in Korea die meistgenutzte Skala) identifiziert worden.

Eine Studie fand: (E 2b)194

  • eine altersabhängige Abnahme der qEEG-Leistung bei Kindern mit ADHS
  • signifikante Unterschiede zwischen Kindern mit ADHS und Nichtbetroffenen im Theta/Beta-Verhältnis und der Theta-Aktivität im frontalen Bereich
  • bemerkenswerter Trend zur Zunahme der Beta-Aktivität in den Altersgruppen 6-10 Jahre und > 10 Jahre
  • bei jüngeren Kindern mit ADHS
    • Korrelation zwischen qEEG-Leistung und Hyperaktivität
    • Korrelation zwischen Theta-Aktivität frontal mit Hyperaktivität
  • Die qEEG-Leistung von Kindern mit ADHS nahm mit zunehmendem Alter allmählich ab, entsprechend der Abnahme der Symptomen

2.5. Funktionelle Unterschiede der Nervenleitungsbahnen im Gehirn (?)

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Untersucht wird hier die Beschaffenheit der Nervenbahnen, also der Verbindungswege im Gehirn. Es gibt Hinweise auf Unterschiede zwischen den Formen, doch die Studien umfassen jeweils nur wenige Dutzend Personen. Aus solchen Befunden lässt sich für den Einzelfall nichts ableiten.

Untersuchungen, die auf spezifische funktionelle Unterschiede in den Leitungsbahnen der Nerven im Gehirn für ADHS-HI und ADHS-I hindeuten, (E 3)195 (E 3)196 leiden an sehr geringer Fallzahl (n < 50), was die Belastbarkeit der Ergebnisse beeinträchtigt (mehr hierzu unter: Untersuchungen beweisen (manchmal gar nichts)).

2.6. Subtypen / Präsentationsformen und Serotonin

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Serotonin ist ein weiterer Botenstoff. Es gibt Hinweise, dass bei den verschiedenen ADHS-Präsentationsformen unterschiedliche Serotonin-Rezeptoren eine Rolle spielen könnten. Serotoninwirksame Medikamente wie Antidepressiva (SSRI, SNRI) sind allerdings keine ADHS-Medikamente und verbessern die Kernsymptome nicht.

Es wurde ein unterschiedlicher Serotoninspiegel bei den verschiedenen Subtypen erörtert, der bei ADHS-I mit dem 5-HT1B-Rezeptor und bei ADHS-HI mit den 5-HT2A/C-Rezeptoren in Zusammenhang stehen soll.(E 4)197

2.7. Neuro-auditorische Profile der Subtypen / Präsentationsformen

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Hier geht es um Unterschiede in den Hörarealen des Gehirns. ADHS-HI und ADHS-I unterschieden sich in diesen Messungen deutlich, obwohl beide keine Hörstörung haben. Schwierigkeiten, in lauter Umgebung Gesprochenem zu folgen, obwohl ein Hörtest unauffällig war, sind also plausibel. Eine daraus abgeleitete Behandlung gibt es bisher nicht.

Eine Studie belegte Unterschiede zwischen ADHS-HI, ADHS-I und Kontrollen in den auditiven Gehirnregionen, dem Heschl’schen Gyrus (HG) und dem Planum temporale (PT). ADHS-HI und ADHS-I zeigten reduzierte Volumina der grauen Substanz im linken Heschl’schen Gyrus auf, und somit verringerte HG/PT-Verhältnissen in der linken Hemisphäre. ADHS-HI zeigte in der rechten Hemisphäre ein geringeres rechtes HG/PT-Verhältnis auf, während ADHS-I sich nicht von den Kontrollen unterschied. ADHS-HI zeigte eine Links-Rechts-Asynchronie, während ADHS-I und Kontrollen ausgeglichene hemisphärische Reaktionsmuster aufwiesen.(E 3)198

2.8. Amplitude der niederfrequenten Fluktuation (ALFF) und funktionelle Konnektivität (FC)

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Diese Messungen zeigen, wie stark einzelne Hirnbereiche in Ruhe schwanken und wie gut sie zusammenarbeiten. Bei ADHS insgesamt sind die Werte gegenüber Nichtbetroffenen verändert, beim Mischtyp deutlicher als bei der unaufmerksamen Form. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Formen sich abgestuft unterscheiden, nicht aber grundsätzlich. Eine daraus abgeleitete Untersuchungsmethode für die Praxis gibt es bisher nicht.

Die Amplitude der niederfrequenten Fluktuation (ALFF) misst, wie stark ein Hirnareal niederfrequent oszilliert. Hohe ALFF-Werte repräsentieren einen stärkeren lokalen Metabolismus und mehr spontane neuronale Aktivität, niedrige ALFF‑Werte eine geringere lokale Aktivität.(E 3)199

Eine Studie fand mittels funktioneller Nahinfrarot-Spektroskopie im Ruhezustand (fNIRS) bei Kindern mit ADHS-C im Vergleich zu ADHS-I: (E 3)199

  • erhöhte Amplitude der niederfrequenten Fluktuation (ALFF) in manchen Gehirnregionen
  • verringerte funktionelle Konnektivität (FC)

2.9. Phasen-Amplituden-Kopplung

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Hier geht es um das Zusammenspiel verschiedener Hirnrhythmen. Beide Formen zeigen ein stärkeres Zusammenspiel als Nichtbetroffene, der Mischtyp noch stärker. Die Autoren deuten das als Ausgleichsversuch des Gehirns. Dies ist Grundlagenforschung ohne konkrete Folgen für Diagnose oder Behandlung.

Die Phasen-Amplituden-Kopplung beschreibt, dass die Phase einer langsamen Gehirnschwingung die Amplitude einer schnelleren Schwingung systematisch beeinflusst. Sie ist ein wichtiger Mechanismus der neuronalen Kommunikation und ist an Aufmerksamkeit, sensorischer Verarbeitung und Arbeitsgedächtnis beteiligt.(E 3)200
Eine Studie untersuchte die intra- und interkanalischen PAC-Unterschiede über verschiedene räumliche Skalen und analysierte die PAC-basierten Eigenschaften des Gehirnnetzwerks: (E 3)200

  • ADHS-I, und noch mehr ADHS-C, zeigt eine stärkere α-γ-PAC als gesunde Kontrollen.
  • ADHS-I zeigte hauptsächlich intrahemisphärische Veränderungen
  • Bei ADHD-C sind insbesondere die linke Hemisphäre und okzipitale Regionen betroffen.
  • Bei ADHS-C war die PAC im α-β-Band signifikant höher als bei ADHS-I, vor allem in der linken Gehirnhälfte.
  • ADHS-I zeigte im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen auch eine erhöhte interkanaläre δ-β-PAC mit weit verbreiteter Verteilung.
    Die Autoren schließen daraus auf kompensatorische Hyperaktivierungsmechanismen bei ADHS, insbesondere bei ADHS-C.

2.10. ACC-PI-Signalweg

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Dieser Abschnitt verbindet ADHS mit Schmerzempfinden. Nach den vorliegenden (überwiegend tierexperimentellen) Befunden könnte eine Entzündungsreaktion in bestimmten Hirnbereichen die Schmerzempfindlichkeit erhöhen. Neben ADHS unter chronischen Schmerzen zu leiden, ist daher häufig. Eine Behandlung, die an diesem Weg ansetzt, gibt es beim Menschen bisher nicht.

Der ACC-PI-Signalweg (vom ACC zur posterioren Insula, PI) steuert zentrale (Schmerz-)Sensibilisierungsmechanismen. Durch ADHS bedingte ACC-PI-Aktivität kann Schmerzempfindlichkeit erhöhen oder verringern und möglicherweise eine Überaktivität (Ergomanie) auslösen.(E 3)201

  • 6-OHDA-Mäuse, ein Modelltier für ADHS, zeigen eine erhöhte spontane Aktivität des ACC-PI-Signalwegs (E 2b)202
  • 6-OHDA-Mäuse zeigen eine geschlechtsspezifische neuroinflammatorische Reaktion auf den Dopamin-Neuronenverlust durch 6-OHDA: (E 2b)203
    • Männchen: Dopaminverlust löste Entzündungen nur im ACC aus
      • Folgen:
        • Hyperaktivität
        • keine erhöhte Schmerzempfindlichkeit (keine Hyperalgesie)
    • Weibchen: Dopaminverlust löste Entzündung im ACC-PI-Signalweg aus
      • Folgen:
        • keine Hyperaktivität
        • erhöhte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie)

2.11. Schwangerschaftsprobleme häufiger bei ADHS-HI und ADHS-C als bei ADHS-I

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Eine sehr große Auswertung von Krankenhausdaten fand bei Schwangeren mit ADHS etwas häufiger Bluthochdruck, Frühgeburten, Infektionen und kleinere Neugeborene als bei Schwangeren mit ADS.
Die Unterschiede sind klein, die meisten untersuchten Größen (Schwangerschaftsdiabetes, Kaiserschnitt, Blutungen und weitere) unterschieden sich gar nicht. Der weitaus größte Unterschied betraf das Rauchen: rund ein Viertel gegenüber knapp fünf Prozent. Das ist zugleich der Punkt, an dem sich am meisten ändern lässt. Wer schwanger ist oder es werden möchte, sollte eine ärztliche Begleitung mit offenem Gespräch über ADHS, Medikamente und Rauchen suchen. Das betrifft auch Männer, die Väter werden möchten, da Nikotinkonsum auch bei Männern die ADHS-Quote des Nachwuchses erhöht (Epigenetik).

Eine Studie verglich die Schwangerschaften von 7.103 Müttern mit ADHS-HI oder ADHS-C und 2.928 Müttern mit ADHS-I. Mütter mit ADHS-HI / ADHS-C waren bzw. hatten im Vergleich zu Müttern mit ADHS-I: (E 3)204

  • häufiger jünger als 25 Jahre
  • häufiger eine schwarze Hautfarbe
  • häufiger aus einem niedrigeren Einkommensquartil
  • 32,3 % mehr rauchten während der Schwangerschaft Tabak (25,8 % vs. 19,5 % bei ADHS-I)
    • 526 % mehr als ohne ADHS (dort 4,9 %)
  • konsumierten häufiger illegale Drogen
  • 19 % häufiger hypertensive Schwangerschaftserkrankungen
  • 19 % häufiger Frühgeburten
  • 39 % häufiger mütterliche Infektionen
  • 33 % häufiger zu kleine Neugeborene für das Gestationsalter (zu kleine Neugeborene)

3. ADHS-HI/ADHS-C und ADHS-I als Stressphänotypen

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Die ADHS-Präsentationsformen unterscheiden sich sehr deutlich darin, wie Körper und Psyche auf Belastung reagieren. Bei ADHS-I fällt die Cortisol-Stressantwort eher zu stark aus, bei ADHS-HI und ADHS-C eher zu schwach. Dasselbe Muster findet sich bei anderen Störungsbildern und sogar bei Menschen ohne Diagnose.
Daraus folgt, dass die individuelle Art, auf Stress zu reagieren, kein Charakterfehler, sondern eine körperlich verankerte Reaktionsweise ist.

Siehe hierzu unter Stresstheorien und Stressphänotypen: eine mögliche Erklärung der ADHS-Subytpen im Kapitel Stress

4. Problematik der Unterteilung in Subtypen / Präsentationsformen

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Die Einteilung von ADHS in Präsentationsformen ist nicht unumstritten. Die Zuordnung ändert sich bei vielen Menschen im Lauf der Zeit, sie hängt stark davon ab, wer befragt wird, und sie sagt wenig über den Behandlungserfolg aus.
Wer von verschiedenen Fachleuten unterschiedlich eingeordnet wird oder wenn sich die Einordnung ändert, ist das nicht zwingend ein Widerspruch oder Fehler, sondern kann in der Sache selbst begründet sein.

(Einschätzung ADxS): Ein Problem der Unterteilung in Subtypen / Präsentationsformen dürfte sein, dass manche ADHS-Betroffene Gehirnaktivitäten aus betroffenen Gehirnarealen in andere Gehirnareale auslagern, also Gehirnareale “zweckentfremden”, um die Fähigkeiten der betroffenen Gehirnareale zu substituieren.

Dies korreliert damit, dass eine genetische Disposition (DAT 10-repeat-allel des Dopamintransporter-Genotyps (40-bp 30 VNTR of DAT, SLC6A3) ein hohes BAS mit einer hohen Aktivität des ventralen Striatums verbindet, während bei anderen genetischen Dispositionen (DAT 9-repeat-allel) ein hohes BAS nicht mit einer hohen Aktivität des Striatums korreliert.(E 2b)205

In gleicher Weise zeigen die einen Polymorphismen der Gene THP2 und 5-HTTLPR eine hohe positive Korrelation zwischen einem hohen BIS und der Konnektivität zwischen Amygdala und Hippocampus, während andere Polymorphismen dieser Gene eine hohe negative Korrelation zwischen einem hohen BIS und der Konnektivität zwischen Amygdala und Hippocampus zeigen.(E 4)206

Dies erschwert die Diagnose mittels Fragebogen und Tests.

(Einschätzung ADxS): Eine objektivere Bestimmung des jeweiligen ADHS-Subtyps / -Präsentationsform könnte durch eine genauere Anamnese mittels EEG oder QEEG-Messung und Stresssystemreaktanz durch den Dexamethason- / ACTH- / CRH-Test erfolgen.

(Einschätzung ADxS): Bei Annahme der hier vertretenen These, dass die Präsentationsformen von ADHS sich durch die natürliche Disposition des jeweiligen Betroffenen hinsichtlich seines Stressreaktionstyps definieren (fight/flight/freeze, wobei fight als Typs des Hyperaktiv-Impulsiven Subtyps (ADHS-HI) und freeze als Synonym des rein unaufmerksamen Subtyps (ADHS-I) verstanden wird, entsprechend des FF(F)S-Modells von Connor), würde eine QEEG-Analyse voraussetzen, dass in den QEEG-Vergleichsdatenbanken eine statistisch valide Anzahl von Gesunden nach fight/flight/freeze Charakteristik aufgenommen wird, um die spezifischen Aktivitäten der einzelnen Gehirnareale mit den jeweils passenden Vergleichswerten von Gesunden abgleichen zu können.
Uns ist nicht bekannt, dass QEEG-Datenbanken hierzu Informationen enthalten.

5. ADHS-Varianten nach Dopaminniveau?

Bedeutung für Betroffene

(Einschätzung ADxS): Dieser Abschnitt stellt eine Überlegung vor, keine gesicherte Erkenntnis: Möglicherweise gibt es Betroffene mit zu wenig und Betroffene mit zu viel Dopamin, und beide könnten unterschiedlich auf Medikamente ansprechen. Solange es kein einfaches Verfahren gibt, den Dopaminspiegel im Gehirn zu messen, bleibt das Theorie. Praktisch heißt das weiterhin: Welches Medikament in welcher Dosis hilft, lässt sich nur durch sorgfältiges Ausprobieren unter ärztlicher Begleitung herausfinden.

(Einschätzung ADxS): Die meisten Stimmen der Fachliteratur verknüpfen ADHS mit einem verringerten Dopaminspiegel. Diese Beschreibung dürfte auch umfassen, dass das Dopaminniveau neutral, aber die Empfindlichkeit von Rezeptoren herabgesetzt ist, oder dass der Abbau des Dopamins zu schnell erfolgt. Im Ergebnis ist zu wenig Dopamin(wirkung) vorhanden.
Abgesehen davon, dass diese Beschreibung meist nicht genauer differenziert, in welcher Gehirnregion das Dopamindefizit besteht und ob es sich um ein Defizit des tonischen oder phasischen Dopaminausstoßes oder des basalen Dopaminspiegels handelt, gibt es entgegenstehende Hinweise, dass ein Dopaminüberschuss ebenfalls ADHS-Symptome verursachen kann. Siehe hierzu unter anderem ADHS im Tiermodell im Kapitel Neurologische Aspekte.
Dies deckt sich mit dem Inverted-U-Modell, wonach ein Überschuss ebenso wie ein Defizit eines Neurotransmitters zum Verwechseln ähnliche Symptome verursachen kann, weil die optimale Signalübertragung von einem bestimmten (“mittleren”) Neurotransmitterspiegel abhängig ist. Die Signalübertragung wird von überhöhten wie verringerten Neurotransmitterspiegeln gleichermaßen beeinträchtigt.

(Einschätzung ADxS): Solange ADHS rein nach Symptomen definiert und diagnostiziert wird, führt dies zwangsläufig dazu, dass Betroffene mit Dopamindefizit genauso behandelt werden wie Betroffene mit Dopaminüberschuss (auch wenn letztere nach unserer Vermutung selten oder zumindest seltener sein dürften). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, entweder

  • ADHS neurobiologisch als Dopamin(wirk)defizit zu definieren und alle Formen (auch bei gleichartiger Symptomatik) mit einem Dopaminüberschuss anders zu benennen,
    oder
  • ADHS neurobiologisch in zwei dopaminerge Varianten* zu unterteilen, die hypodopaminerge Variante (Dopaminmangel) und die hyperdopaminerge Variante (Dopaminüberschuss).

(Einschätzung ADxS): Wir haben bewusst den Begriff „Variante“ gewählt, um den Begriff Präsentationsform (früher: Subtyp) weiterhin den unterschiedlichen Symptomformen (überwiegend hyperaktiv, überwiegend unaufmerksam, ADHS-C) vorzubehalten.

(Einschätzung ADxS): Entgegen unserer ersten Erwartung zeigen jedoch Erkenntnisse über die Wirkung von ADHS-Medikamenten an hypodopaminergen wie hyperdopaminergen Tiermodellen, dass die bisher primär eingesetzten Medikamente bei beiden Varianten vergleichbare Wirkungen zu haben scheinen.
Stimulanzien wirken primär als Dopaminwiederaufnahmehemmer und erhöhen damit den im synaptischen Spalt verfügbaren Dopaminspiegel. Dennoch verringern Stimulanzien Hyperaktivität auch bei Tiermodellen mit Dopaminüberschuss, wie der DAT-KO-Maus, ohne dabei den extrazellulären Dopaminspiegel zu verringern. Atomoxetin hingegen scheint nur bei Tiermodellen mit Dopamindefizit, nicht aber bei Dopaminüberschuss die Hyperaktivität zu verringern. Kognitive Beeinträchtigungen wie Unaufmerksamkeit und Lerndefizite werden bei Dopaminüberschuss offenbar durch Stimulanzien ebenso wie durch Atomoxetin verbessert. Mehr hierzu unter ADHS im Tiermodell im Kapitel Neurologische Aspekte.

(Einschätzung ADxS): Auch wenn die bisher eingesetzten Medikamente offenbar bei Dopaminmangel und Dopaminüberschuss gleichermaßen wirken, hielten wir es für wünschenswert, diese unterschiedlichen ADHS-Varianten bewusster zu unterscheiden. Dass die bisherigen Medikamente in beiden Fällen gleichermaßen wirken, könnte auch die Folge sein, dass die Wirkung von Medikamenten bisher nicht für die beiden Varianten getrennt beurteilt wurde. Es wäre durchaus denkbar, dass sich bei entsprechender Differenzierung zeigen könnte, dass einzelne Medikamente, die bislang wegen einer (im Vergleich zu den bisher vornehmlich eingesetzten Stimulanzien) geringeren Wirksamkeit abgewertet wurden, sich für eine der Varianten als wirksam und für die andere als unwirksam erweisen, wie dies bei Atomoxetin in Bezug auf Hyperaktivität der Fall zu sein scheint. In diesem Fall wäre die Wirksamkeit in Bezug auf den Einsatzbereich neu zu bewerten.

(Einschätzung ADxS): Die Frage nach den ADHS-Varianten (hypodopaminerg/hyperdopaminerg) dürfte in der Praxis noch so lange keine praktische Bedeutung erlangen, wie es keine günstige, zuverlässige und nebenwirkungsfreie Methode gibt, den Dopamin(wirk)spiegel in bestimmten Gehirnregionen bei Betroffenen zu ermitteln. Bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit ADHS und bei einer vertieften Befassung mit medikamentöser Behandlung von ADHS würden wir uns jedoch eine verstärkte Berücksichtigung dieser Aspekt jedoch ebenso wünschen wie eine konsequente Unterscheidung von Studienergebnissen nach Subtypen / Präsentationsformen.


  1. Ayano G, Demelash S, Gizachew Y, Tsegay L, Alati R (2023): The global prevalence of attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: An umbrella review of meta-analyses. J Affect Disord. 2023 Jul 24;339:860-866. doi: 10.1016/j.jad.2023.07.071. PMID: 37495084. n = 3.277.590

  2. Ayano G, Tsegay L, Gizachew Y, Necho M, Yohannes K, Abraha M, Demelash S, Anbesaw T, Alati R (2023): Prevalence of attention deficit hyperactivity disorder in adults: Umbrella review of evidence generated across the globe. Psychiatry Res. 2023 Sep 9;328:115449. doi: 10.1016/j.psychres.2023.115449. PMID: 37708807. METASTUDY, n = 21.142.129

  3. Ayano G, Tsegay L, Gizachew Y, Necho M, Yohannes K, Abraha M, Demelash S, Anbesaw T, Alati R (2023): Corrigendum to ‘Prevalence of attention deficit hyperactivity disorder in adults: Umbrella review of evidence generated across the globe’ [Psychiatry Research 328 (2023) 115449]. Psychiatry Res. 2023 Dec;330:115578. doi: 10.1016/j.psychres.2023.115578. PMID: 37968224.

  4. Wilens, Biederman, Faraone, Martelon, Westerberg, Spencer (2009): Presenting ADHD symptoms, subtypes, and comorbid disorders in clinically referred adults with ADHD. J Clin Psychiatry. 2009 Nov;70(11):1557-62. doi: 10.4088/JCP.08m04785pur. PMID: 20031097; PMCID: PMC2948439 n = 107

  5. Millstein, Wilens, Biederman, Spencer (1997): Presenting ADHD symptoms and subtypes in clinically referred adults with ADHD. JOURNAL OF ATTENTION DISORDERS, VOL. 2, NO. 3 (OCTOBER 1997), 159-166. n = 149

  6. Carpenter Rich E, Loo SK, Yang M, Dang J, Smalley SL (2009): Social functioning difficulties in ADHD: association with PDD risk. Clin Child Psychol Psychiatry. 2009 Jul;14(3):329-44. doi: 10.1177/1359104508100890. PMID: 19515751; PMCID: PMC2827258. n = 379

  7. Bedawi RM, Al-Farsi Y, Mirza H, Al-Huseini S, Al-Mahrouqi T, Al-Kiyumi O, Al-Azri M, Al-Adawi S (2024): Prevalence and Clinical Profile of Adults with ADHD Attending a Tertiary Care Hospital for Five Years. Int J Environ Res Public Health. 2024 Apr 29;21(5):566. doi: 10.3390/ijerph21050566. PMID: 38791781; PMCID: PMC11121453. n = 193

  8. Ohnishi T, Kobayashi H, Yajima T, Koyama T, Noguchi K (2019): Psychiatric Comorbidities in Adult Attention-deficit/Hyperactivity Disorder: Prevalence and Patterns in the Routine Clinical Setting. Innov Clin Neurosci. 2019 Sep 1;16(9-10):11-16. PMID: 32082943; PMCID: PMC7009330. n = 575

  9. Konzok J, Gorski M, Winkler TW, Baumeister SE, Warrier V, Leitzmann MF, Baurecht H (2024): Child maltreatment as a transdiagnostic risk factor for the externalizing dimension: a Mendelian randomization study. Mol Psychiatry. 2024 Aug 22. doi: 10.1038/s41380-024-02700-8. PMID: 39174650.

  10. Desman, Petermann (2005): Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Wie valide sind die Subtypen? Kindheit Und Entwicklung, 14(4), 244–254. doi:10.1026/0942-5403.14.4.244

  11. Lahey BB, D’Onofrio BM, Waldman ID (2009): Using epidemiologic methods to test hypotheses regarding causal influences on child and adolescent mental disorders. J Child Psychol Psychiatry. 2009 Jan;50(1-2):53-62. doi: 10.1111/j.1469-7610.2008.01980.x. PMID: 19220589; PMCID: PMC2819309. REVIEW

  12. Lahey BB, Pelham WE, Loney J, Lee SS, Willcutt E (2005): Instability of the DSM-IV Subtypes of ADHD from preschool through elementary school. Arch Gen Psychiatry. 2005 Aug;62(8):896-902. doi: 10.1001/archpsyc.62.8.896. PMID: 16061767.

  13. Vahid, Bluschke, Roessner, Stober, Beste (2019): Deep Learning Based on Event-Related EEG Differentiates Children with ADHD from Healthy Controls. J Clin Med. 2019 Jul 19;8(7). pii: E1055. doi: 10.3390/jcm8071055.

  14. http://www.adhs.info/fuer-paedagogen/speziell-elementarbereich/subtypen.html

  15. http://www.adhs.info/fuer-paedagogen/speziell-primarbereich/subtypen.html

  16. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809

  17. Steinhausen, Rothenberger, Döpfner (2010): Handbuch ADHS, Seite 37

  18. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 819

  19. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809

  20. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seiten 810, 813, mit ausführlicher Darlegung

  21. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seiten 810, 811, 812 mit etlichen weiteren Nachweisen

  22. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 816

  23. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 810

  24. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 810

  25. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 812 mit weiteren Nachweisen

  26. Pütz (2008): Stress-Erkrankungen: Dysregulationen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse

  27. Kirschbaum (2001): Das Stresshormon Cortisol – Ein Bindeglied zwischen Psyche und Soma? in: Jahrbuch der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2001, 150-156, mwNw

  28. Wagner, Born: Psychoendokrine Aspekte neurophysiologischer Funktionen. In: Lautenbacher, Gauggel (2013): Neuropsychologie psychischer Störungen, Seite 131

  29. Konrad, Herpertz-Dahlmann (2010): Neuropsychologie der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHD) in: Lautenbach, Gauggel: Neuropsychologie psychischer Störungen, 2. Auflage 2010, Seiten 453 – 472, S. 468, ohne Quellenangabe

  30. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809 mit etlichen weiteren Nachweisen

  31. www.adhspedia.de: Hypoaktivität

  32. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809 mit weiteren Nachweisen

  33. Sharifi A, Kamari Songhorabadi S, Khayati G, Martin Söelch C, Dentz A (2025): Exploring auditory attention profiles in ADHD subtypes: A comparative analysis of ADHD-I, ADHD-C, and typically developing children. Early Hum Dev. 2025 Aug;207:106289. doi: 10.1016/j.earlhumdev.2025.106289. PMID: 40460474. n = 122

  34. Klein JL, Allen HA, Clibbens J, Cook A, Amanatidou V, Mavritsaki E (2025): Selective Visual Attention in ADHD: A Narrative Review. Curr Neurol Neurosci Rep. 2025 Jul 24;25(1):51. doi: 10.1007/s11910-025-01435-5. PMID: 40705195; PMCID: PMC12289795. REVIEW

  35. Froehlich, Becker, Nick, Brinkman, Stein, Peugh, Epstein (2018): Sluggish Cognitive Tempo as a Possible Predictor of Methylphenidate Response in Children With ADHD: A Randomized Controlled Trial. J Clin Psychiatry. 2018 Feb 27;79(2). pii: 17m11553. doi: 10.4088/JCP.17m11553.

  36. Ramos, Arnsten (2007): Adrenergic pharmacology and cognition: focus on the prefrontal cortex. Pharmacol Ther. 2007 Mar; 113(3):523-36., Kapitel 6

  37. Birnbaum, Gobeske, Auerbach, Taylor, Arnsten (1999): A role for norepinephrine in stress-induced cognitive deficits: α-1-adrenoceptor mediation in prefrontal cortex. Biol. Psychiatry 46, 1266–1274.

  38. Ramos, Colgan, Nou, Ovadia, Wilson, Arnsten (2005). The beta-1 adrenergic antagonist, betaxolol, improves working memory performance in rats and monkeys. Biol. Psychiatry 58, 894–900.

  39. ähnlich: Arnsten (2000): Stress impairs prefrontal cortical function in rats and monkeys: role of dopamine D1 and norepinephrine alpha-1 receptor mechanisms. Prog Brain Res. 2000;126:183-92.

  40. Für starke Stimulation des D1-Dopaminrezeptors: Zahrt, Taylor, Mathew, Arnsten (1997): Supranormal stimulation of D1 dopamine receptors in the rodent prefrontal cortex impairs spatial working memory performance. J Neurosci. 1997 Nov 1;17(21):8528-35.

  41. Lee, Shin, Stein (2010): Increased cortisol after stress is associated with variability in response time in ADHD children. Yonsei Med J 51:206–211

  42. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825,

  43. Noble, Ozkaragoz, Ritchie, Zhang, Belin, Sparkes (1998): D2 and D4 Dopamine Receptor Polymorphisms and Personality; American Journal of Medical Genetics (Neuropsychiatric Genetics) 81:257–267 (1998); n = 119

  44. Edel, Vollmöller (2006): Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperktivitätsstörung bei Erwachsenen, Seite 104

  45. Simchen, Helga: http://helga-simchen.info/Thesen-zu-ADS, dort unter 8.

  46. Grizenko N, Paci M, Joober R (2010): Is the inattentive subtype of ADHD different from the combined/hyperactive subtype? J Atten Disord. 2010 May;13(6):649-57. doi: 10.1177/1087054709347200. PMID: 19767592.

  47. Curran S, Purcell S, Craig I, Asherson P, Sham P (2005): The serotonin transporter gene as a QTL for ADHD. Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet. 2005 Apr 5;134B(1):42-7. doi: 10.1002/ajmg.b.30118. PMID: 15719397.

  48. Grevet EH, Marques FZ, Salgado CA, Fischer AG, Kalil KL, Victor MM, Garcia CR, Sousa NO, Belmonte-de-Abreu P, Bau CH (2007): Serotonin transporter gene polymorphism and the phenotypic heterogeneity of adult ADHD. J Neural Transm (Vienna). 2007;114(12):1631-6. doi: 10.1007/s00702-007-0797-2. PMID: 17690945.

  49. Baykal, Albayrak, Durankuş, Güzel, Abbak, Potas, Beyazyüz, Karabekiroğlu, Donma (2019): Decreased serum orexin A levels in drug-naive children with attention deficit and hyperactivity disorder. Neurol Sci. 2019 Jan 7. doi: 10.1007/s10072-018-3692-8. n = 96

  50. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809 f

  51. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 809, mit etlichen weiteren Nachweisen

  52. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 812

  53. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, Seite 811, mit etlichen weiteren Nachweisen

  54. Steinhausen, Rothenberger, Döpfner (2010): Handbuch ADHS, Seite 25

  55. Barkley (1997): Behavioral inhibition, sustained attention, and executive functions: Constructing a unifying theory of ADHD. Psychological Bulletin, 121(1), 65-94.http://dx.doi.org/10.1037/0033-2909.121.1.65

  56. http://www.adhspedia.de/wiki/Subtypen#Vorwiegend_Hyperaktiv-Impulsives_Erscheinungsbild_der_ADHS

  57. Barkley (1997): Behavioral inhibition, sustained attention, and executive functions: Constructing a unifying theory of ADHD. Psychological Bulletin, 121(1), 65-94. http://dx.doi.org/10.1037/0033-2909.121.1.65

  58. Heim, Ehlert, Hellhammer (2000): The potential role of hypocortisolism in the pathophysiology of stress-related bodily disorders. Psychoneuroendocrinology, 25(1), 1-35

  59. verringerte Stressantwort der HPA-Achse bei Fibromyalgie: Wingenfeld (2003): Eine Untersuchung endokrinen und psychologischen Veränderungen bei PTSD und stressabhängigen körperlichen Beschwerden, Dissertation

  60. erniedrigte Stressantwort der HPA-Achse bei PTBS: Wingenfeld (2003): Eine Untersuchung endokrinen und psychologischen Veränderungen bei PTSD und stressabhängigen körperlichen Beschwerden, Dissertation

  61. Adriani, Caprioli, Granstrem, Carli, Laviola (2003): The spontaneously hypertensive-rat as an animal model of ADHD: evidence for impulsive and non-impulsive subpopulations. Neurosci Biobehav Rev. 2003 Nov;27(7):639-51. doi: 10.1016/j.neubiorev.2003.08.007. PMID: 14624808.

  62. Barna I, Zelena D, Arszovszki AC, Ledent C (2004): The role of endogenous cannabinoids in the hypothalamo-pituitary-adrenal axis regulation: in vivo and in vitro studies in CB1 receptor knockout mice. Life Sci. 2004 Oct 29;75(24):2959-70. doi: 10.1016/j.lfs.2004.06.006. PMID: 15454346.

  63. Krylatov AV, Serebrov VY (2016): [THE ROLE OF THE ENDOGENOUS CANNABINOID SYSTEM IN THE FORMATION OF THE GENERAL ADAPTATION SYNDROME]. Ross Fiziol Zh Im I M Sechenova. 2016 Nov;102(11):1265-79. Russian. PMID: 30193444. REVIEW

  64. Surkin PN, Gallino SL, Luce V, Correa F, Fernandez-Solari J, De Laurentiis A (2018): Pharmacological augmentation of endocannabinoid signaling reduces the neuroendocrine response to stress. Psychoneuroendocrinology. 2018 Jan;87:131-140. doi: 10.1016/j.psyneuen.2017.10.015. PMID: 29065362.

  65. Rabasa C, Pastor-Ciurana J, Delgado-Morales R, Gómez-Román A, Carrasco J, Gagliano H, García-Gutiérrez MS, Manzanares J, Armario A (2015): Evidence against a critical role of CB1 receptors in adaptation of the hypothalamic-pituitary-adrenal axis and other consequences of daily repeated stress. Eur Neuropsychopharmacol. 2015 Aug;25(8):1248-59. doi: 10.1016/j.euroneuro.2015.04.026. PMID: 26092203.

  66. Evanson NK, Tasker JG, Hill MN, Hillard CJ, Herman JP (2010): Fast feedback inhibition of the HPA axis by glucocorticoids is mediated by endocannabinoid signaling. Endocrinology. 2010 Oct;151(10):4811-9. doi: 10.1210/en.2010-0285. PMID: 20702575; PMCID: PMC2946139.

  67. Di S, Malcher-Lopes R, Halmos KC, Tasker JG (2003): Nongenomic glucocorticoid inhibition via endocannabinoid release in the hypothalamus: a fast feedback mechanism. J Neurosci. 2003 Jun 15;23(12):4850-7. doi: 10.1523/JNEUROSCI.23-12-04850.2003. PMID: 12832507; PMCID: PMC6741208.

  68. Arnsten, Contant (1992): a-2 adrenergic agonists decrease distractibility in aged monkeys performing the delayed response task. Psychopharmacology 108, 159-169.

  69. Arnsten, Leslie (1991): Behavioral and receptor binding analysis of the a-2 adrenergic agonist, UK-14304 (5 bromo-6 2-imidazoline-2-yl amino quinoxaline): Evidence for cognitive enhancement at an a-2 adrenoceptor subtype. Neuropharmacology 30, 1279-1289.

  70. Arnsten, Cai, Goldman-Rakic (1988): The a-2 adrenergic agonist guanfacine improves memory in aged monkeys without sedative or hypotensive side effects: Evidence for a-2 receptor subtypes. J. Neurosci. 8, 4287-4298

  71. Cai, Ma, Xu, Hu, (1993): Resperine impairs spatial working memory performance in monkeys: Reversal by the a-2 adrenergic agonist clonidine. Brain Res. 614, 191-196

  72. für Noradrenalin aus dem Nebennierenmark – möglicherweise nur eine Koinzidenz: Skosnik, Chatterton, Swisher, Park (2000): Modulation of attentional inhibition by norepinephrine and cortisol after psychological stress; International Journal of Psychophysiology 36 2000 59-68

  73. Al-Amin, Zinchenko, Geyer (2018): Hippocampal subfield volume changes in subtypes of attention deficit hyperactivity disorder, Brain Research, Volume 1685, 2018, Pages 1-8, ISSN 0006-8993, https://doi.org/10.1016/j.brainres.2018.02.007. n = 880

  74. Fernández-Lópe, Molina-Carballo, Cubero-Millán, Checa-Ros, Machado-Casas, Blanca-Jover, Jerez-Calero, Madrid-Fernández, Uberos, Muñoz-Hoyos (2020): Indole Tryptophan Metabolism and Cytokine S100B in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Daily Fluctuations, Responses to Methylphenidate, and Interrelationship with Depressive Symptomatology. J Child Adolesc Psychopharmacol. 2020 Feb 12. doi: 10.1089/cap.2019.0072. PMID: 32048862.

  75. Chen G, Gao W, Xu Y, Chen H, Cai H (2023): Serum TSH Levels are Associated with Hyperactivity Behaviors in Children with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder. Neuropsychiatr Dis Treat. 2023 Mar 7;19:557-564. doi: 10.2147/NDT.S402530. PMID: 36915908; PMCID: PMC10007977.

  76. Chen QR, Wang Y, Yang BR, Wang YF, Chan RCK (2025): Abnormalities of gray matter volume and structural covariance in children with attention-deficit/hyperactivity disorder subtypes: implications for clinical correlations. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2025 Oct;275(7):1897-1911. doi: 10.1007/s00406-025-02029-5. PMID: 40539998.

  77. Hoy BA, Feehely M, Bi M, Lam M, Abdalmalak A, Fenesi B (2025): Individual Differences in the Neurocognitive Effect of Movement During Executive Functioning in Children with ADHD: Impact of Subtype, Severity, and Gender. Brain Sci. 2025 Jun 9;15(6):623. doi: 10.3390/brainsci15060623. PMID: 40563794; PMCID: PMC12190672.

  78. Stevens, Pearlson, Calhoun, Bessette (2018): Functional Neuroimaging Evidence for Distinct Neurobiological Pathways in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Biol Psychiatry Cogn Neurosci Neuroimaging. 2018 Aug;3(8):675-685. doi: 10.1016/j.bpsc.2017.09.005.

  79. McCabe LE, Johnstone SJ, Jiang H, Sun L, Zhang DW (2023): Links Between Excessive Daytime Sleepiness and EEG Power and Activation in Two Subtypes of ADHD. Biol Psychol. 2023 Jan 18:108504. doi: 10.1016/j.biopsycho.2023.108504. PMID: 36681294.

  80. Lei, Du, Wu, Chen, Huang, Du, Bi, Kemp, Gong (2015): Functional MRI reveals different response inhibition between adults and children with ADHD. Neuropsychology. 2015 Nov;29(6):874-81. doi: 10.1037/neu0000200.

  81. Hart, Radua, Nakao, Mataix-Cols, Rubia (2013): Meta-analysis of Functional Magnetic Resonance Imaging Studies of Inhibition and Attention in Attention-deficit/Hyperactivity Disorder: Exploring Task-Specific, Stimulant Medication, and Age Effects. JAMA Psychiatry. 2013;70(2):185–198. doi:10.1001/jamapsychiatry.2013.277

  82. Rae, Hughes, Weaver, Anderson, Rowe (2014): Selection and stopping in voluntary action: A meta-analysis and combined fMRI study, NeuroImage, Volume 86, 2014, Pages 381-391, ISSN 1053-8119, https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2013.10.012.

  83. Dambacher, Sack, Lobbestael, Arntz, Brugman, Schuhmann (2014): A network approach to response inhibition: dissociating functional connectivity of neural components involved in action restraint and action cancellation. Eur J Neurosci, 39: 821-831. doi:10.1111/ejn.12425

  84. Wu ZM, Wang P, Liu J, Liu L, Cao XL, Sun L, Yang L, Cao QJ, Wang YF, Yang BR (2023): The clinical, neuropsychological, and brain functional characteristics of the ADHD restrictive inattentive presentation. Front Psychiatry. 2023 Mar 1;14:1099882. doi: 10.3389/fpsyt.2023.1099882. PMID: 36937718; PMCID: PMC10014598. n = 789

  85. Ercan ES, Suren S, Bacanlı A, Yazici KU, Callı C, Ozyurt O, Aygunes D, Kosova B, Franco AR, Rohde LA (2016): Decreasing ADHD phenotypic heterogeneity: searching for neurobiological underpinnings of the restrictive inattentive phenotype. Eur Child Adolesc Psychiatry. 2016 Mar;25(3):273-82. doi: 10.1007/s00787-015-0731-3. PMID: 26058607. n = 301

  86. Ünsel-Bolat G, Ercan ES, Bolat H, Süren S, Bacanlı A, Yazıcı KU, Rohde LA (2023): Comparisons between sluggish cognitive tempo and ADHD-restrictive inattentive presentation phenotypes in a clinical ADHD sample. Atten Defic Hyperact Disord. 2019 Dec;11(4):363-372. doi: 10.1007/s12402-019-00301-y. PMID: 30911899. n = 314

  87. Karalunas, Gustafsson, Fair, Musser, Nigg (2018): Do we need an irritable subtype of ADHD? Replication and extension of a promising temperament profile approach to ADHD subtyping. Psychol Assess. 2018 Oct 25. doi: 10.1037/pas0000664.

  88. Reimherr, Roesler, Marchant, Gift, Retz, Philipp-Wiegmann, Reimherr (2020): Types of Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Replication Analysis. J Clin Psychiatry. 2020 Mar 17;81(2):19m13077. doi: 10.4088/JCP.19m13077. PMID: 32220152. n = 1.490

  89. Reimherr, Marchant, Gift, Steans, Wender (2015): Types of adult attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD): baseline characteristics, initial response, and long-term response to treatment with methylphenidate. Atten Defic Hyperact Disord. 2015 Jun;7(2):115-28. doi: 10.1007/s12402-015-0176-z. PMID: 25987323.

  90. Katsuki, Yamashita, Yamane, Kanba, Yoshida (2020): Clinical Subtypes in Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder According to Their Child Behavior Checklist Profile. Child Psychiatry Hum Dev. 2020 Dec;51(6):969-977. doi: 10.1007/s10578-020-00977-8. PMID: 32166459. n = 314

  91. Volk, Neuman, Todd (2005): A systematic evaluation of ADHD and comorbid psychopathology in a population-based twin sample. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2005 Aug;44(8):768-75. doi: 10.1097/01.chi.0000166173.72815.83. PMID: 16034278. n = 1.616 REVIEW

  92. Volk, Henderson, Neuman, Todd (2006): Validation of population-based ADHD subtypes and identification of three clinically impaired subtypes. Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet. 2006 Apr 5;141B(3):312-8. doi: 10.1002/ajmg.b.30299. PMID: 16526027. n = 1.346

  93. Wexler BE, Kish R . Using micro-cognition biomarkers of neurosystem dysfunction to redefine ADHD subtypes: A scalable digital path to diagnosis based on brain function. Psychiatry Res. 2023 Aug;326:115348. doi: 10.1016/j.psychres.2023.115348. PMID: 37494880.

  94. Hu LF, Zhong YY, Wang P, Liu L, Cao XL, Sun L, Cao QJ, Yang L, Qian Y, Wang YF, Yang BR, Wu ZM (2025): White matter microstructural subgroups of children with ADHD: Similar clinical presentations and distinct neuropsychological profiles. J Psychiatr Res. 2025 Mar;183:197-203. doi: 10.1016/j.jpsychires.2025.02.028. PMID: 39983627. n = 316

  95. Leikauf JE, Griffiths KR, Saggar M, Hong DS, Clarke S, Efron D, Tsang TW, Hermens DF, Kohn MR, Williams LM (2017): Identification of biotypes in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder, a report from a randomized, controlled trial. Pers Med Psychiatry. 2017 Jul;3:8-17. doi: 10.1016/j.pmip.2017.02.001. PMID: 35637915; PMCID: PMC9148272.

  96. Goh PK, Suh DE, Wong AWWA, Bodalski EA, Canu WH (2025): Extending the ADHD Phenotype and Parsing Heterogeneity Via Emotional Dysregulation and Personality: A Latent Profile Analysis in College Students. J Atten Disord. 2025 Jul;29(9):659-673. doi: 10.1177/10870547251326676. PMID: 40145261.

  97. Pan N, Long Y, Qin K, Pope I, Chen Q, Zhu Z, Cao Y, Li L, Singh MK, McNamara RK, DelBello MP, Chen Y, Fornito A, Gong Q (2025): Mapping ADHD Heterogeneity and Biotypes through Topological Deviations in Morphometric Similarity Networks. medRxiv [Preprint]. 2025 Mar 28:2025.03.27.25324802. doi: 10.1101/2025.03.27.25324802. PMID: 40196255; PMCID: PMC11974972.

  98. Sabaroedin K, Tiego J, Fornito A (2023): Circuit-Based Approaches to Understanding Corticostriatothalamic Dysfunction Across the Psychosis Continuum. Biol Psychiatry. 2023 Jan 15;93(2):113-124. doi: 10.1016/j.biopsych.2022.07.017. PMID: 36253195. REVIEW

  99. Banerjee E, Nandagopal K (2015): Does serotonin deficit mediate susceptibility to ADHD? Neurochem Int. 2015 Mar;82:52-68. doi: 10.1016/j.neuint.2015.02.001. PMID: 25684070. REVIEW

  100. English BA, Hahn MK, Gizer IR, Mazei-Robison M, Steele A, Kurnik DM, Stein MA, Waldman ID, Blakely RD (2009): Choline transporter gene variation is associated with attention-deficit hyperactivity disorder. J Neurodev Disord. 2009 Dec;1(4):252-63. doi: 10.1007/s11689-009-9033-8. PMID: 21547719; PMCID: PMC3164006.

  101. Donovan E, Avila C, Klausner S, Parikh V, Fenollar-Ferrer C, Blakely RD, Sarter M (2022): Disrupted Choline Clearance and Sustained Acetylcholine Release In Vivo by a Common Choline Transporter Coding Variant Associated with Poor Attentional Control in Humans. J Neurosci. 2022 Apr 20;42(16):3426-3444. doi: 10.1523/JNEUROSCI.1334-21.2022. PMID: 35232764; PMCID: PMC9034784.

  102. Lee J, Laurin N, Crosbie J, Ickowicz A, Pathare T, Malone M, Kennedy JL, Tannock R, Schachar R, Barr CL (2008): Association study of the nicotinic acetylcholine receptor alpha4 subunit gene, CHRNA4, in attention-deficit hyperactivity disorder. Genes Brain Behav. 2008 Feb;7(1):53-60. doi: 10.1111/j.1601-183X.2007.00325.x. PMID: 17504247; PMCID: PMC4833496.

  103. Szukiewicz D (2024): Histaminergic System Activity in the Central Nervous System: The Role in Neurodevelopmental and Neurodegenerative Disorders. Int J Mol Sci. 2024 Sep 12;25(18):9859. doi: 10.3390/ijms25189859. PMID: 39337347; PMCID: PMC11432521. REVIEW

  104. Sudre G, Gildea DE, Shastri GG, Sharp W, Jung B, Xu Q, Auluck PK, Elnitski L, Baxevanis AD, Marenco S, Shaw P (2023): Mapping the cortico-striatal transcriptome in attention deficit hyperactivity disorder. Mol Psychiatry. 2023 Feb;28(2):792-800. doi: 10.1038/s41380-022-01844-9. PMID: 36380233; PMCID: PMC9918667.

  105. Cooper RE, Williams E, Seegobin S, Tye C, Kuntsi J, Asherson P (2017): Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial. Eur Neuropsychopharmacol. 2017 Aug;27(8):795-808. doi: 10.1016/j.euroneuro.2017.05.005. PMID: 28576350.

  106. Jensen PS, Hinshaw SP, Kraemer HC, Lenora N, Newcorn JH, Abikoff HB, March JS, Arnold LE, Cantwell DP, Conners CK, Elliott GR, Greenhill LL, Hechtman L, Hoza B, Pelham WE, Severe JB, Swanson JM, Wells KC, Wigal T, Vitiello B (2001): ADHD comorbidity findings from the MTA study: comparing comorbid subgroups. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2001 Feb;40(2):147-58. doi: 10.1097/00004583-200102000-00009. PMID: 11211363.

  107. Diamond (2011): Biological and social influences on cognitive control processes dependent on prefrontal cortex. Prog Brain Res. 2011;189:319-39. doi: 10.1016/B978-0-444-53884-0.00032-4. PMID: 21489397; PMCID: PMC4103914. REVIEW

  108. Soliva, Fauquet, Bielsa, Rovira, Carmona, Ramos-Quiroga, Hilferty, Bulbena, Casas, Vilarroya (3020): Quantitative MR analysis of caudate abnormalities in pediatric ADHD: proposal for a diagnostic test. Psychiatry Res. 2010 Jun 30;182(3):238-43. doi: 10.1016/j.pscychresns.2010.01.013. PMID: 20488672.

  109. Casey, Castellanos, Giedd, Marsh, Hamburger, Schubert, Vauss, Vaituzis, Dickstein, Sarfatti, Rapoport (1997): Implication of right frontostriatal circuitry in response inhibition and attention-deficit/hyperactivity disorder. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 1997 Mar;36(3):374-83. doi: 10.1097/00004583-199703000-00016. PMID: 9055518.

  110. Cools R, D’Esposito M (2011): Inverted-U-shaped dopamine actions on human working memory and cognitive control. Biol Psychiatry. 2011 Jun 15;69(12):e113-25. doi: 10.1016/j.biopsych.2011.03.028. PMID: 21531388; PMCID: PMC3111448. REVIEW

  111. Arnsten, Pliszka (2011): Catecholamine influences on prefrontal cortical function: relevance to treatment of attention deficit/hyperactivity disorder and related disorders. Pharmacol Biochem Behav. 2011 Aug;99(2):211-6. doi: 10.1016/j.pbb.2011.01.020. PMID: 21295057; PMCID: PMC3129015. REVIEW

  112. Waldman, Rowe, Abramowitz, Kozel, Mohr, Sherman, Cleveland, Sanders, Gard, Stever (1998): Association and linkage of the dopamine transporter gene and attention-deficit hyperactivity disorder in children: heterogeneity owing to diagnostic subtype and severity. Am J Hum Genet. 1998 Dec;63(6):1767-76. doi: 10.1086/302132. PMID: 9837830; PMCID: PMC1377649.

  113. Wilens (2008): Effects of methylphenidate on the catecholaminergic system in attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychopharmacol 28 (3 Suppl 2), S. 46 – 53

  114. Volkow, Wang, Smith, Fowler, Telang, Logan, Tomasi (2015); Recovery of dopamine transporters with methamphetamine detoxification is not linked to changes in dopamine release. Neuroimage. 2015 Nov 1;121:20-8. doi: 10.1016/j.neuroimage.2015.07.035.

  115. Krause, Dresel, Krause, la Fougere, Ackenheil (2003): The dopamine transporter and neuroimaging in attention deficit hyperactivity disorder. Neurosci Biobehav Rev. 2003 Nov;27(7):605-13. n = 31

  116. Roessner, Sagvolden, Dasbanerjee, Middleton, Faraone, Walaas, Becker, Rothenberger, Bock (2010): Neuroscience. 2010 Jun 2;167(4):1183-91. doi: 10.1016/j.neuroscience.2010.02.073.

  117. Miller, Pomerleau, Huettl, Russell, Gerhardt, Glaser (2012): Neuropharmacology. The spontaneously hypertensive and Wistar Kyoto rat models of ADHD exhibit sub-regional differences in dopamine release and uptake in the striatum and nucleus accumbens. 2012 Dec;63(8):1327-34. doi: 10.1016/j.neuropharm.2012.08.020.

  118. Chen, Zheng, Xie, Huang, Ke, Zheng, Lu, Hu (2017): Glucocorticoids/glucocorticoid receptors effect on dopaminergic neurotransmitters in ADHD rats; Brain Research Bulletin; Volume 131, May 2017, Pages 214-220

  119. Beery, Quay, Pelham (2013): Differential Response to Methylphenidate in Inattentive and Combined Subtype ADHD; Journal of Attention Disorders Vol 21, Issue 1, pp. 62 – 70, https://doi.org/10.1177/1087054712469256

  120. Socanski, Herigstad, Beneventi, Einarsdottir (2015): ADHD predominantly inattentive subtype, interictal epileptiform discharges and use of methylphenidate for ADHD; European Journal of Paediatric Neurology, Volume 19, Supplement 1, May 2015, Page S75

  121. Waldman, Rowe, Abramowitz, Kozel, Mohr, Sherman, Cleveland, Sanders, Gard, Stever (1998): Association and linkage of the dopamine transporter gene and attention-deficit hyperactivity disorder in children: heterogeneity owing to diagnostic subtype and severity.Am J Hum Genet. 1998 Dec;63(6):1767-76.

  122. Park, Cho, Kim, Shin, Yoo, Oh, Han, Cheong, Kim (2014): Differential perinatal risk factors in children with attention-deficit/hyperactivity disorder by subtype. Psychiatry Res. 2014 Nov 30;219(3):609-16. doi: 10.1016/j.psychres.2014.05.036.

  123. Bidwell, Willcutt, McQueen, DeFries, Olson, Smith, Pennington (2011): A Family Based Association Study of DRD4, DAT1, and 5HTT and Continuous Traits of Attention-Deficit Hyperactivity Disorder; Behav Genet. 2011 Jan; 41(1): 165–174. doi: 10.1007/s10519-010-9437-y, PMCID: PMC3674022, NIHMSID: NIHMS470165

  124. Akutagava-Martins, Salatino-Oliveira, Kieling, Genro, Polanczyk, Anselmi, Menezes, Gonçalves, Wehrmeister, Barros, Callegari-Jacques, Rohde, Hutz (2016): COMT and DAT1 genes are associated with hyperactivity and inattention traits in the 1993 Pelotas Birth Cohort: evidence of sex-specific combined effect. J Psychiatry Neurosci. 2016 Oct;41(6):405-412. n = 4101

  125. Levy (2007): What do dopamine transporter and catechol-o-methyltransferase tell us about attention deficit-hyperactivity disorder? Pharmacogenomic implications. Aust N Z J Psychiatry. 2007 Jan;41(1):10-6.

  126. Al-Damluji (1988): Adrenergic mechanisms in the control of corticotrophin secretion. J Endocrinol 1988;119:5–14.

  127. Plotsky, Cunningham, Widmaier (1989): Catecholaminergic modulation of corticotropin-releasing factor and adrenocorticotropin secretion. Endocr Rev 1989;10:437–458.

  128. Oswald, Wong, McCaul, Zhou, Kuwabara, Choi, Brasic, Wand (2005): Relationships among ventral striatal dopamine release, cortisol secretion, and subjective responses to amphetamine. Neuropsychopharmacology. 2005 Apr;30(4):821-32.

  129. Skosnik, Chatterton, Swisher, Park (2000): Modulation of attentional inhibition by norepinephrine and cortisol after psychological stress; International Journal of Psychophysiology 36 2000 59-68

  130. Gordis, Granger, Susman, Trickett (2006): Asymmetry between salivary cortisol and α-amylase reactivity to stress: Relation to aggressive behavior in adolescents, Psychoneuroendocrinology, Volume 31 , Issue 8 , 976 – 987

  131. Kao, Stalla, Stalla, Wotjak, Anderzhanova (2015): Norepinephrine and corticosterone in the medial prefrontal cortex and hippocampus predict PTSD-like symptoms in mice. Eur J Neurosci, 41: 1139–1148. doi:10.1111/ejn.12860

  132. Castellanos, Elia, Kruesi, Gulotta, Mefford, Potte, Ritchie, Rapoport (1994): Cerebrospinal fluid monoamine metabolites in boys with attention-deficit hyperactivity disorder; Psychiatry Research, Volume 52, Issue 3, 305 – 316

  133. Higley, Suomi, Linnoila (1992): A longitudinal assessment of CSF monoamine metabolite and plasma cortisol concentrations in young rhesus monkeys, Biological Psychiatry, 1992 , Volume 32 , Issue 2 , 127 – 145, n = 22

  134. Wong, Kling, Munson, Listwak, Licinio, Prolo, Karp, McCutcheon, Geracioti, DeBellis, Rice, Goldstein, Veldhuis, Chrousos, Oldfield, McCann, Gold (2000): Pronounced and sustained central hypernoradrenergic function in major depression with melancholic features: Relation to hypercortisolism and corticotropin-releasing hormone. PNAS 2000 January, 97 (1) 325-330. https://doi.org/10.1073/pnas.97.1.325., n = 30

  135. Roy, Pickar, De Jong, Karoum, Linnoila (1988): Norepinephrine and Its Metabolites in Cerebrospinal Fluid, Plasma, and Urine – Relationship to Hypothalamic-Pituitary-Adrenal Axis Function in Depression; Arch Gen Psychiatry. 1988;45(9):849-857. doi:10.1001/archpsyc.1988.01800330081010, n = 140

  136. Radosevich, Nash, Lacy, Brooks, O’Donovan, Williams, Abumrad (1989): Effects of low- and high-intensity exercise on plasma and cerebrospinal fluid levels of ir-β-endorphin, ACTH, cortisol, norepinephrine and glucose in the conscious dog; Brain Research, Volume 498, Issue 1, 25 September 1989, Pages 89-98

  137. Geracioti, Baker, Ekhator, West, Hill, Bruce, Schmidt, Rounds-Kugler, Yehuda, Keck, Kasckow (2001): CSF Norepinephrine Concentrations in Posttraumatic Stress Disorder; https://doi.org/10.1176/appi.ajp.158.8.1227

  138. de Kloet, Vermetten, Geuze, Kavelaars, Heijnen, Westenberg (2006): Assessment of HPA-axis function in posttraumatic stress disorder: pharmacological and non-pharmacological challenge tests, a review. J Psychiatr Res. 2006 Sep;40(6):550-67. Metaanalyse

  139. Geracioti, Baker1, Kasckow, Strawn, Mulchahey, Dashevsky, Horn, Ekhator (2008): Effects of trauma-related audiovisual stimulation on cerebrospinal fluid norepinephrine and corticotropin-releasing hormone concentrations in post-traumatic stress disorder. Psychoneuroendocrinology, 2008 , Volume 33 , Issue 4 , 416 – 424, n = 8

  140. Meewisse, Reitsma, de Vries, Gersons, Olff (2007): Cortisol and post-traumatic stress disorder in adults. Systematic review and meta-analysis. The British Journal of Psychiatry Oct 2007, 191 (5) 387-392; DOI: 10.1192/bjp.bp.106.024877, Metaanalyse von 37 Studien mit n = 1628

  141. Higley JD, Mehlman P, Taub DM, Higley SB, Suomi SJ, Linnoila M, Vickers JH. Cerebrospinal Fluid Monoamine and Adrenal Correlates of Aggression in Free-Ranging Rhesus Monkeys. *Arch Gen Psychiatry.*1992;49(6):436–441. doi:10.1001/archpsyc.1992.01820060016002, n = 28

  142. Martignoni, Petraglia, Costa, Bono, Genazzani, Nappi (1990): Dementia of the Alzheimer type and hypothalamus-pituitary-adrenocortical axis: changes in cerebrospinal fluid corticotropin releasing factor and plasma cortisol levels. Acta Neurologica Scandinavica, 81: 452–456. doi:10.1111/j.1600-0404.1990.tb00994.x, n = 21

  143. Wang, Raskind, Wilkinson, Shofer, Sikkema, Szot, Quinn, Galasko, Peskind (2018): Associations between CSF cortisol and CSF norepinephrine in cognitively normal controls and patients with amnestic MCI and AD dementia. Int J Geriatr Psychiatry. 2018;1–6. https://doi.org/10.1002/gps.4856

  144. Overli, Harris, Winberg (1999): Short-Term Effects of Fights for Social Dominance and the Establishment of Dominant-Subordinate Relationships on Brain Monoamines and Cortisol in Rainbow Trout. Brain Behav Evol 1999;54:263-275

  145. Radosevich, Lacy, Brown, Williams, Abumrad (1988): Effects of insulin-induced hypoglycemia on plasma and cerebrospinal fluid levels of ir-β-endorphins, ACTH, cortisol, norepinephrine, insulin and glucose in the conscious dog. Brain Research, Volume 458, Issue 2, 23 August 1988, Pages 325-338

  146. Breslow, Parker, Frank, Norris, Yates, Raff, Rock, Christopherson, Rosenfeld, Beattie (1993): Determinants of catecholamine and cortisol responses to lower extremity revascularization. The PIRAT Study Group. (PMID:8267195); Anesthesiology [01 Dec 1993, 79(6):1202-1209]

  147. http://www.lab4more.de/wp-content/uploads/2017/07/8006_Neurostress_I_NT_%20Metoboliten.pdf

  148. Engert, Vogel, Efanov, Duchesne, Corbo, Ali, Pruessner (2010): Investigation into the cross-correlation of salivary cortisol and alpha-amylase responses to psychological stress; Psychoneuroendocrinology , Volume 36 , Issue 9 , 1294 – 1302; DOI: https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2011.02.018, n = 50

  149. Strittmatter, Hamann, Blaes, Fischer, Grauer, Hoffmann, Schimrigk (2007): Fehlregulation der hypothalamisch-hypophysär-adrenalen Achse und chronobiologische Auffälligkeiten beim Clusterkopfschmerz; Alterations of the Hypothalamic-Pituitary-Adrenal Axis and Chronobiological Disturbances in Cluster Headache; Fortschr Neurol Psychiatr 1997; 65(1): 01-07; DOI: 10.1055/s-2007-996303

  150. Goenjian; Yehuda et al (1996): Basal cortisol, dexamethasone suppression of cortisol, and MHPG in adolescents after the 1988 earthquake in Armenia; The American Journal of Psychiatry; Washington Vol. 153, Iss. 7, (Jul 1996): 929-34

  151. Jimerson, Insel, Reus, Kopin (1983): Increased Plasma MHPG in Dexamethasone-Resistant Depressed Patients; Arch Gen Psychiatry. 1983;40(2):173-176. doi:10.1001/archpsyc.1983.01790020067006

  152. Rubin, Price, Charney, Heninger (1985): Noradrenergic function and the cortisol response to dexamethasone in depression; Psychiatry Research, Volume 15, Issue 1, 5 – 15

  153. Yehuda, Resnick, Schmeidler, Yang, Pitman (1998): Predictors of Cortisol and 3-Methoxy-4-Hydroxyphenylglycol Responses in the Acute Aftermath of Rape; Biological Psychiatry, Volume 43, Issue 11, 855 – 859

  154. Uhde, Joffe, Jimerson, Post (1988): Normal urinary free cortisol and plasma MHPG in panic disorder: Clinical and theoretical implications; Biological Psychiatry Volume 23, Issue 6, 15 March 1988, Pages 575-585; n = 24

  155. Posener, Schildkraut, Samson, Schatzberg (1996): Diurnal variation of plasma cortisol and homovanillic acid in healthy subjects; Psychoneuroendocrinology, Volume 21, Issue 1, 33 – 38, n = 10

  156. Kopin, Jimerson, Markey, Ebert, Polinsky (1984): Disposition and Metabolism of MHPG in Humans: Application to Studies in Depression; Verteilung und Metabolismus des MHPG im menschlichen Organismus: Anwendung bei Studien zur Depression; Pharmacopsychiatry 1984; 17(1): 3-8; DOI: 10.1055/s-2007-1017399

  157. Blombery, Kopin, Gordon, Markey, Ebert (1980): Conversion of MHPG to Vanillylmandelic Acid – Implications for the Importance of Urinary MHPG. Arch Gen Psychiatry. 1980;37(10):1095-1098. doi:10.1001/archpsyc.1980.01780230013001

  158. Brennan, Arnsten (2008): Neuronal mechanisms underlying attention deficit hyperactivity disorder: the influence of arousal on prefrontal cortical function. Ann N Y Acad Sci. 2008;1129:236-45. doi: 10.1196/annals.1417.007.

  159. Oberlander TF, Weinberg J, Papsdorf M, Grunau R, Misri S, Devlin AM (2008): Prenatal exposure to maternal depression, neonatal methylation of human glucocorticoid receptor gene (NR3C1) and infant cortisol stress responses. Epigenetics. 2008 Mar-Apr;3(2):97-106. doi: 10.4161/epi.3.2.6034. PMID: 18536531.

  160. Pasion, Barbosa (2019): ERN as a transdiagnostic marker of the internalizing-externalizing spectrum: A dissociable meta-analytic effect. Neurosci Biobehav Rev. 2019 Aug;103:133-149. doi: 10.1016/j.neubiorev.2019.06.013.

  161. Loo, McGough, McCracken, Smalley (2018): Parsing heterogeneity in attention-deficit hyperactivity disorder using EEG-based subgroups. J Child Psychol Psychiatry. 2018 Mar;59(3):223-231. doi: 10.1111/jcpp.12814, n = 781

  162. Bazanova, Auer, Sapina (2018): On the Efficiency of In dividualized Theta/Beta Ratio Neurofeedback Combined with Forehead EMG Training in ADHD Children. Front Hum Neurosci. 2018 Jan 18;12:3. doi: 10.3389/fnhum.2018.00003. eCollection 2018., n = 117

  163. Berchio C, Kumar SS, Narzisi A, Fabbri-Destro M (2025): EEG Microstates in the Study of Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Review of Preliminary Evidence. Psychophysiology. 2025 Jan;62(1):e14762. doi: 10.1111/psyp.14762. PMID: 39775802. REVIEW

  164. Diamond: Attention-deficit disorder (attention-deficit/hyperactivity disorder without hyperactivity): A neurobiologically and behaviorally distinct disorder from attention-deficit (with hyperactivity), Development and Psychopathology 17 (2005), 807–825, S. 819, Seite 810

  165. Bussalb, Collin, Barthélemy, Ojeda, Bioulac, Blasco-Fontecilla, Brandeis, Purper Ouakil, Ros, Mayaud (2019): Is there a cluster of high theta-beta ratio patients in attention deficit hyperactivity disorder? Clin Neurophysiol. 2019 Aug;130(8):1387-1396. doi: 10.1016/j.clinph.2019.02.021.

  166. Clarke, Barry, Dupuy, Heckel, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2011): Behavioural differences between EEG-defined subgroups of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Clinical Neurophysiology, 122, 1333-1341., dort: “Cluster 4”, n = 264

  167. Clarke, Barry, McCarthy, Selikowitz (1998): EEG analysis in attention-deficit/hyperactivity disorder: a comparative study of two subtypes. Psychiatry Res 1998;81:19–29.

  168. Clarke, Barry, McCarthy, Selikowitz (2001): EEG differences in two subtypes of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Psychophysiology, 2001; 38:212–21

  169. Kühle, Dr. med Hans-Jürgen, Neurofeedbacktherapie bei ADHS, 2010 (PDF, Download August 2015), Kapitel 8 oder Kühle (2010) Neurofeedbacktherapie bei ADHS, hier Kapitel 11

  170. Kühle (2010): Neurofeedbacktherapie bei ADHS (PDF, Download August 2015), Kapitel 8 oder Kühle (2010): Neurofeedbacktherapie bei ADHS, hier Kapitel 11

  171. Clarke, Barry, Dupuy, Heckel, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2011): Behavioural differences between EEG-defined subgroups of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Clinical Neurophysiology, 122, 1333-1341., n = 264

  172. Gevensleben, Moll, Heinrich (2010): Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS); Effekte auf Verhaltens- und neurophysiologischer Ebene; Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 38 (6), 2010, 409–420, Seite 417

  173. Mohagheghi, Amiri, Moghaddasi Bonab, Chalabianloo, Noorazar, Tabatabaei, Farhang (2017): A Randomized Trial of Comparing the Efficacy of Two Neurofeedback Protocols for Treatment of Clinical and Cognitive Symptoms of ADHD: Theta Suppression/Beta Enhancement and Theta Suppression/Alpha Enhancement. Biomed Res Int. 2017;2017:3513281. doi: 10.1155/2017/3513281.

  174. Lubar, J. F., Swartwood, M. O., Swartwood, J. N. & O’Donnell, P. H. (1995). Evaluation of the effectiveness of EEG neurofeedback training for ADHD in a clinical setting as measured by changes in T.O.V.A. scores, behavioral ratings, and WISC-R performance. Biofeedback and Self Regulation 20, 83–99 n = 19

  175. Clarke, Barry, Dupuy, Heckel, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2011): Behavioural differences between EEG-defined subgroups of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Clinical Neurophysiology, 122, 1333-1341., n = 264, dort als “Cluster 1”

  176. Kühle (2010): Neurofeedbacktherapie bei ADHS (PDF, Download August 2015), Kapitel 8 oder Kühle (2010) Neurofeedbacktherapie bei ADHS, hier Kapitel 11

  177. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy, zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60. Kropotov ist einer der angesehensten Forscher auf dem Gebiet von QEEG und AD(H)S. Er ist Leiter des Institute of human brain in St. Petersburg, an dem bereits Pawlow tätig war.

  178. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy., zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60

  179. Clarke, Barry, McCarthy, Selikowitz (2001): Excess beta in children with attention-deficit/hyperactivity disorder: an atypical electrophysiological group. Psychiatry Research, 103, 205-218.

  180. Clarke, Barry, Dupuy, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2013). Excess beta activity in the EEG of children with attention-deficit/hyperactivity disorder: a disorder of arousal? International Journal of Psychophysiology, 89, 314-319

  181. Ogrim, Kropotov, Brunner, Candrian, Sandvik, Hestad (2014): Predicting the clinical outcome of stimulant medication in pediatric attention-deficit/hyperactivity disorder: data from quantitative electroencephalography, event-related potentials, and a go/no-go test. Neuropsychiatr Dis Treat. 2014 Feb 3;10:231-42. doi: 10.2147/NDT.S56600. N = 188

  182. Clarke, Barry, Dupuy, Heckel, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2011): Behavioural differences between EEG-defined subgroups of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Clinical Neurophysiology, 122, 1333-1341., n = 264, dort: “Cluster 3”

  183. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy,, zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60. Kropotov ist einer der angesehensten Forscher auf dem Gebiet von QEEG und AD(H)S. Er ist Leiter des Institute of human brain in St. Petersburg, an dem bereits Pawlow tätig war.

  184. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy., zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60

  185. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy,, zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60

  186. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy, zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60

  187. Clarke, Barry, Dupuy, Heckel, McCarthy, Selikowitz, Johnstone (2011): Behavioural differences between EEG-defined subgroups of children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Clinical Neurophysiology, 122, 1333-1341., Seite 1339

  188. Sutton, Burnette, Mundy, Meyer, Vaughan, Sanders, Yale (2005): Resting cortical brain activity and social behavior in higher functioning children with autism. J Child Psychol Psychiatry 2005;46:211–22.

  189. Chang, Yang, Chiang, Ouyang, Wu, Yu, Lin. Delay Maturation in Occipital Lobe in Girls With Inattention Subtype of Attention-Deficit Hyperactivity Disorder. Clin EEG Neurosci. 2020 Jan 14;1550059419899328. doi: 10.1177/1550059419899328. PMID: 31933379.

  190. Kropotov (2008): Quantitative EEG, Event-Related Potentials and Neurotherapy., zitiert nach Strehl (Herausgeber) (2013): Neurofeedback, Seite 60. Kropotov ist einer der angesehensten Forscher auf dem Gebiet von QEEG und AD(H)S. Er ist Leiter des Institute of human brain in St. Petersburg, an dem bereits Pawlow tätig war.

  191. Müller, Candrian, Kropotov (2011): ADHS – Neurofeedback in der Praxis, S. 157

  192. hbimed, abgerufen Herbst 2015, nicht mehr online

  193. Ji Y, Choi TY, Lee J, Yoon S, Won GH, Jeong H, Kang SW, Kim JW (2022): Characteristics of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Subtypes in Children Classified Using Quantitative Electroencephalography. Neuropsychiatr Dis Treat. 2022 Nov 21;18:2725-2736. doi: 10.2147/NDT.S386774. PMID: 36437880; PMCID: PMC9697401.

  194. Duric NS, Assmus J, Børresen H, Golos AD, Socanski D, Duric A, Surmeli T (2023): Quantitative electroencephalography in children with attention deficit hyperactivity disorder and healthy children: Behavioral and age correlates. Appl Neuropsychol Child. 2023 Dec 12:1-9. doi: 10.1080/21622965.2023.2288865. PMID: 38086349.

  195. Lei, Ma, Du, Shen, Jin, Gong (2014): Microstructural abnormalities in the combined and inattentive subtypes of attention deficit hyperactivity disorder: a diffusion tensor imaging study. In: Scientific reports. Band 4, 2014, S. 6875. n = 21 ADHS-C und n = 28 ADHS-HI

  196. Witt, Stevens (2015): Relationship between white matter microstructure abnormalities and ADHD symptomatology in adolescents. Psychiatry research. Band 232, Nummer 2, Mai 2015, S. 168–174. n = 22

  197. Oades (2008): Dopamine–serotonin interactions in attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD), Progress in Brain Research, Volume 172, 2008, Pages 543-565, https://doi.org/10.1016/S0079-6123(08)00926-6

  198. Serrallach, Groß, Christiner, Wildermuth, Schneider (2022): Neuromorphological and Neurofunctional Correlates of ADHD and ADD in the Auditory Cortex of Adults. Front Neurosci. 2022 May 6;16:850529. doi: 10.3389/fnins.2022.850529. PMID: 35600622; PMCID: PMC9121124. n = 82

  199. Liu Q, Liao W, Yang L, Cao L, Liu N, Gu Y, Wang S, Xu X, Wang H (2024): Aberrant amplitude of low-frequency fluctuation and functional connectivity in children with different subtypes of ADHD: a resting-state fNIRS study. BMC Psychiatry. 2024 Dec 18;24(1):919. doi: 10.1186/s12888-024-06350-6. PMID: 39696119; PMCID: PMC11658069. n = 86

  200. Tang W, Jiang J, Wang H (2025): Brain functional differences among ADHD subtypes in children revealed by phase-amplitude coupling analysis of resting-state EEG. Int J Psychophysiol. 2025 Sep;215:113222. doi: 10.1016/j.ijpsycho.2025.113222. PMID: 40684807.

  201. Kasahara S, Takahashi M, Suto T, Morita T, Obata H, Niwa SI (2025): Innovative therapeutic strategies using ADHD medications tailored to the behavioral characteristics of patients with chronic pain. Front Pharmacol. 2025 Feb 26;16:1500313. doi: 10.3389/fphar.2025.1500313. PMID: 40078279; PMCID: PMC11896983. REVIEW

  202. Bouchatta O, Aby F, Sifeddine W, Bouali-Benazzouz R, Brochoire L, Manouze H, Fossat P, Ba M’Hamed S, Bennis M, Landry M (2022): Pain hypersensitivity in a pharmacological mouse model of attention-deficit/hyperactivity disorder. Proc Natl Acad Sci U S A. 2022 Jul 26;119(30):e2114094119. doi: 10.1073/pnas.2114094119. PMID: 35858441; PMCID: PMC9335339.

  203. Meseguer-Beltrán M, Sánchez-Sarasúa S, Landry M, Kerekes N, Sánchez-Pérez AM (2023): Targeting Neuroinflammation with Abscisic Acid Reduces Pain Sensitivity in Females and Hyperactivity in Males of an ADHD Mice Model. Cells. 2023 Jan 31;12(3):465. doi: 10.3390/cells12030465. PMID: 36766806; PMCID: PMC9914171.

  204. Amikam U, Badeghiesh A, Baghlaf H, Brown R, Dahan MH (2025): Comparing Obstetrical Outcomes Between Attention Deficit Hyperactivity Disorder and Attention Deficit Disorder: A Population-Based Studys. J Clin Med. 2025 Jun 11;14(12):4142. doi: 10.3390/jcm14124142. PMID: 40565886; PMCID: PMC12194033. n = 10.031

  205. Hahn, Heinzel, Dresler, Plichta, Renner, Markulin, Jakob, Lesch, Fallgatter (2011): Association between reward-related activation in the ventral striatum and trait reward sensitivity is moderated by dopamine transporter genotype. Hum Brain Mapp. Oct;32(10):1557-65. doi: 10.1002/hbm.21127., zitiert nach Chiossi (2013): Neuronale Grundlagen der Persönlichkeit nach Gray: Ein Vergleich von Ego-Shooter-Spielern und -Nicht-Spielern, Dissertation, Seite 23

  206. Hahn, Dresler, Plichta, Ehlis, Ernst, Markulin, Polak, Blaimer, Deckert, Lesch, Jakob, Fallgatter (2010): Functional Amygdala-Hippocampus Connectivity During Anticipation of Aversive Events is Associated with Gray’s Trait “Sensitivity to Punishment”; DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2010.04.033, zitiert nach Chiossi (2013): Neuronale Grundlagen der Persönlichkeit nach Gray: Ein Vergleich von Ego-Shooter-Spielern und -Nicht-Spielern, Dissertation, Seite 24