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Glycin

Die nachfolgende Darstellung basiert auf derjenigen von Neurolab,(1) die ergänzt und erweitert wurde.

Glycin ist ein inhibierender Neurotransmitter und die kleinste nicht-essentielle Aminosäure. Glycin ist ein wichtiger Baustein fast aller Körperproteine.(2)

Entstehung:
Glycin wird über die Nahrung aufgenommen oder in den Zell-Mitochondrien aus Serin, Threonin, Cholin und Hydroxyprolin gebildet.(3)

Abbau:
Umwandlung von Glycin durch die Enzyme Serin-Aldolase und L-Serin-Deaminase über Serin zu Pyruvat. Decarboxylierung von Glycin mit dem Lipoprotein Lipoyllysin durch die Glycin-Dehydrogenase.

Glycin ist Bestandteil von Acetylcholin und erhöht die Acetylcholin-Synthese im Hippocampus, Striatum und Nucleus tractus solitarii.(4)

Wirkung von Glycin:

  • im Gehirn:
    • vergleichbare Wirkung wie GABA (inhibierend)(5)
      ausserdem
    • Agonist von Glutamat-NMDA-Rezeptoren (exitatorisch)(6)(7)(8)
      • Glycin ist ständig in geringen Konzentrationen in der extrazellulären und cerebrospinalen Flüssigkeit vorhanden. Die Konzentration reicht grundsätzlich zur Sättigung des NMDA-Rezeptors aus.(9)
      • Glycin-Transporter können die Konzentration lokal verändern(9)
    • hohe orale Dosen überwinden Blut-Hirn-Schranke(8)

Verhaltensauswirkungen:

  • moduliert die Immunabwehr(10)
  • wirkt antioxidativ(11)(10)
    • schützt Glutathion vor Abbau durch oxidativen Stress
  • wirkt zytoprotektiv(10)
  • moduliert Schmerzempfinden
  • verbessert möglicherweise Gedächtnis, nicht aber Aufmerksamkeit(12)
  • erhöht Vasopressin, nicht aber Melatonin(13)
  • hohe abendliche Dosen wirken schlaffördernd und schlafverlängernd(2)(13)(14)
    • in einem uns bekannten Fall einer erwachsenen Frau mit melancholischer Depression konnte Glycin die für melancholische Depression typischen massiven Durchschlafprobleme beheben.
  • angstlösend
    • im dorsalen periaqueduktalen Grau angsterhöhend(15)
  • verbessert Schizophreniesymptome dauerhaft (auch nach Beendigung der Glycingabe)(8)
    • Negativsymptome: Effektstärke 0,8
    • Positivsymptome: Effektstärke 0,5
    • Kognitive Symptome: Effektstärke 0,4
    • Depressive Symptome: leichte Verbesserung

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2020 um 02:32 Uhr


1.)
Neurolab: Glycin - (Position im Text: 1)
9.)
Graw (2015): Genetik, Seite 689 - (Position im Text: 1, 2)
15.)
Teixeira, Carobrez (1999): Effects of glycine or (±)-3-amino-l-hydroxy-2-pyrrolidone microinjections along the rostrocaudal axis of the dorsal periaqueductal gray matter on rats’ performance in the elevated plus-maze task. Behavioral Neuroscience, 113(1), 196-203. http://dx.doi.org/10.1037/0735-7044.113.1.196 - (Position im Text: 1)