Buspiron bei AD(H)S

Buspiron ist ein anxiolytisch (angstlösender) Wirkstoff, der im Gegensatz zu Benzodiazepinen kein Suchtpotential besitzen soll. Dies könnte daran liegen, dass die Wirkung nicht unmittelbar eintritt, sondern etwa 14 Tage oder länger benötigt. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung vermutlich über eine Down- oder Upregulation von Rezeptorsystemen erfolgt.

Buspiron wirkt nicht sedierend.

Produktnamen sind Anxut, Busp, Bespar

1. Wirkungsweg von Buspiron

Die genaue Wirkung ist unbekannt. Vermutet wird:

  • keine GABA-Rezeptor-Affinität
  • partieller Agonist an 5-HT1A-Rezeptoren
  • Antagonist an D2-Rezeptoren

2. Anwendung von Buspiron

Generalisierte Angststörung (zugelassen)

Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigte, dass Buspiron zwar die Symptome von AD(H)S verringert, jedoch war Buspiron in der Wirkung Methylphenidat deutlich unterlegen.(1) Eine andere randomisierte Doppelblindstudie (die allerdings fixe Medikamentendosen vorgab) fand ebenfalls bei Methylphenidat eine bessere Verringerung von Unaufmerksamkeit bei im übrigen gleichen Symptomverbesserungen und geringeren Nebenwirkungen bei Buspiron.(2)

Verschiedene weitere Studien fanden ebenfalls Verbesserungen durch Buspiron bei AD(H)S(3) oder AD(H)S mit koomorbidem oppositionellem Defizitverhalten.(4)

Atomoxetin und Buspiron verringerten AD(H)S Symptome mit einer Effektstärke von 0,51 etwas besser als Atomoxetin mit 0,40 alleine.(5)

Buspiron könnte möglicherweise Gewöhnungseffekte bei einer langfristigen Methylphenidateinnahme begrenzen helfen.(6)(7)(8)
Anmerkung: Die Autoren erwähnen angebliche Suchtgefahren von Methylphenidat. Eine solche Feststellung wurde in keiner bekannten wissenschaftlichen Untersuchung in Bezug auf Medikamentendosierung beim Menschen gefunden. Die Aussage dürfte sich daher allenfalls auf die Wirkung der bei den Versuchen der Autoren an Ratten verwendeten sehr hohen Dosen beziehen, die deutlich über der Dosierung als Medikament bei Menschen liegen.

3. Kontraindikationen / Kreuzwirkungen

Buspiron sollte nicht kombiniert werden mit (unter anderem):

  • Serotoninwiederaufnahmehemmern
  • Serotoninagonisten
    • Risiko: Serotoninüberdosierung
  • MAO-A-Hemmern
    • Risiko: Bluthochdruck
  • Medikamente, die über Cytochrom P450 3A4 metabolisiert (= abgebaut) werden

Zuletzt aktualisiert am 13.10.2019 um 20:08 Uhr