Liebe Leserinnen und Leser von ADxS.org, bitte verzeihen Sie die Störung.

ADxS.org benötigt in 2024 rund 58.500 €. In 2023 erhielten wir Spenden von rund 29.370 €. Leider spenden 99,8 % unserer Leser nicht. Wenn alle, die diese Bitte lesen, einen kleinen Beitrag leisten, wäre unsere Spendenkampagne für das Jahr 2024 nach einigen Tagen vorbei. Dieser Spendenaufruf wird 23.000 Mal in der Woche angezeigt, jedoch nur 75 Menschen spenden. Wenn Sie ADxS.org nützlich finden, nehmen Sie sich bitte eine Minute Zeit und unterstützen Sie ADxS.org mit Ihrer Spende. Vielen Dank!

Seit dem 01.06.2021 wird ADxS.org durch den gemeinnützigen ADxS e.V. getragen. Spenden an den ADxS e.V. sind steuerlich absetzbar (bis 300 € genügt der Überweisungsträger als Spendenquittung).

Falls Sie lieber etwas aktiv beitragen möchten, finden Sie hier Ideen zum Mitmachen oder zur tätigen Unterstützung.

20247€ von 58500€ - Stand 31.05.2024
34%
Header Image
Prospekta bei ADHS

Inhaltsverzeichnis

Prospekta bei ADHS

Prospekta® ist ein ADHS-Medikament aus Russland.

Unabhängige Angaben waren nicht auffindbar. Die nachfolgenden Angaben stammen vom Hersteller1 und sind daher mit Vorsicht zu betrachten.
Auffällig ist, dass der Hersteller keine Dauereinnahme, sondern eine 8-wöchige Behandlung vorsieht, die ggf. wiederholt werden kann. Es gibt keine Berichte ober eine dauerhafte Wirkung von Prospekta®.

Laut dem Hersteller enthält Prospekta® Antikörper gegen das hirnspezifische Protein S-100.
Dadurch modifiziere Prospekta® die funktionelle Aktivität des hirnspezifischen Proteins S-100.

S-100 reguliere dabei im Gehirn

  • Erzeugung und Leitung von Nervenimpulsen
  • synaptische Signalübertragung
  • Stimulierung der neuronalen Differenzierung und Proliferation

S-100 beeinflusse das Gleichgewicht zwischen Aktivierung und Hemmung und beeinflusst so positiv die integrative Aktivität des Gehirns. S-100 habe nootropische, neuroprotektive und neurotrophe Wirkungen:

  • nootrope Aktivität durch Verbesserung der Bildung einer Gedächtnisspur
  • Normalisierung des emotionalen Zustands und des Verhaltens von Tieren (Verringerung der somatovetegetativen Manifestationen von Stress, Wiederherstellung der motorischen
    Aktivität).
  • neuroprotektiv
  • neuroreparierend

S-100 existiert in einer löslichen und einer membrangebundenen Form. S-100 interagiert mit künstlichen und natürlichen Membranen. S-100 hat keine enzymatische Aktivität. S-100 ist u.a. beteiligt an:23

  • Gedächtnisprozessen
  • Regulierung der Diffusion einwertiger Kationen durch Membranen
  • Modulation des physikalischen Zustands von Membranen
  • Regulierung der Phosphorylierung verschiedener Proteine
  • Kontrolle des Aufbaus und Abbaus von Mikrotubuli
  • Proliferation
  • Differenzierung
  • Apoptose
  • Ca2+-Homöostase
  • Energiestoffwechsel
  • Entzündung und Migration/Invasion
  • angeborene und adaptive Immunreaktionen
  • Zellmigration und Chemotaxis
  • Gewebeentwicklung und -reparatur
  • Invasion von Leukozyten und Tumorzellen

S-100 Proteine interagieren mit einer Vielzahl von Zielproteinen wie:3

  • Enzymen
  • Zytoskelett-Untereinheiten
  • Rezeptoren
  • Transkriptionsfaktoren
  • Nukleinsäuren

Einige S100-Proteine werden sezerniert / freigesetzt und regulieren Zellfunktionen auf autokrine und parakrine Weise über die Aktivierung von Oberflächenrezeptoren, wie z.B.:3

  • den Rezeptor für fortgeschrittene Glykierungsendprodukte und Toll-like-Rezeptor 4
  • G-Protein-gekoppelten Rezeptoren
  • Scavenger-Rezeptoren
  • Heparansulfat-Proteoglykanen
  • N-Glykanen.
  • epidermaler Wachstumsfaktor
  • basischer Fibroblasten-Wachstumsfaktor

In der Fachliteratur konnten wir keinen beschriebenen Zusammenhang zwischen S-100 und ADHS finden (März 2023).

Eine russische RCT-Studie an Kindern von 7 bis 12 Jahren fand bei 55 % der Probanden eine Verbesserung des ADHD-RS-V von 25 % oder mehr, gegenüber 43,3 % bei Placebo. Die ADHS-Symptome verringerten sich in der Prospekta-Gruppe um 10,2, in der Placebo-Gruppe um 8,1.4
Dies scheint uns kein besonders hoher Wert, zumal eine lediglich 25-%-ige Verbesserung ein niedrig angesetzter Schwellwert ist.
Nebenwirkungen waren bei Probanden und Vergleichsgruppe nahezu gleich groß. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.

Weitere Herstellerangaben zu Prospekta:1

“Prospekta® erhöht die Widerstandsfähigkeit des Hirngewebes gegenüber Hypoxie und toxischen Effekten und habe eine membran-stabilisierende und antioxidative Wirkung.
Nach einem Schlaganfall oder in der posttraumatischen Phase mobilisiert es intrazelluläre, funktionell mit dem Protein S-100 konjugierte kompensatorische Reserven von geschädigten und gesunden
Neuronen sowie der Gliazellen im geschädigten Bereich. Es hat mäßig starke anxiolytische Wirkung (beseitigt die Angst).
Durch die Veränderung der bioelektrischen Aktivität des Gehirns kann es die Struktur des Schlafes beeinflussen.

Mechanismus der Wirkung
Studien an Zellmembranen, die menschliche GABA-, Serotonin- und Dopaminrezeptoren (GABA1A/B2, 5-HT2B, 5-HT2C, 5-HT3 bzw. D3) exprimieren, zeigen, dass das Medikament die Anzahl der “Ligand-Rezeptor”-Komplexe erhöht, d.h. sowohl hemmende als auch aktivierende Neurotransmittersysteme beeinflussen kann. Experimentelle Veränderungen in der spektralen Leistung der bioelektrischen Aktivität der Großhirnrinde, des Hippocampus und des Hypothalamus unter der Wirkung von Prospekta® wurden nachgewiesen. Die nootrope Wirkung des Medikaments wurde in einer klinischen Studie zur Behandlung von Patienten in der frühen Genesungsphase eines ischämischen Schlaganfalls nachgewiesen. Die kognitiven Funktionen der Patienten verbesserten sich gemäß der Montreal Cognitive Assessment Scale (MoCA), mit der verschiedene kognitive Bereiche (Aufmerksamkeit und Konzentration, exekutive Funktionen, Gedächtnis, Sprache, visuell-konstruktive Fähigkeiten, abstraktes Denken, Zählen und Orientierung) bewertet werden. Eine Verbesserung der Aktivitäten des täglichen Lebens wurde anhand der Barthel-Skala beobachtet, die Bereiche wie die Fähigkeit zu essen, die Selbstversorgung einschließlich Duschen und Anziehen, physiologische Aktivitäten (Stuhlgang, Wasserlassen), die Fähigkeit, sich zu bewegen (vom Bett zum Stuhl und zurück), die Mobilität auf einer ebenen Fläche und das Treppensteigen bewertet. Nach der Schlaganfall-Lebensqualitätsskala (SS-QOL) verbesserten sich die meisten Indikatoren (Sprache, Sehen, Denken, Stimmung, Mobilität usw.). Die Normalisierung des Verhaltens und der Stimmung der Patienten zeigte sich in der Abnahme der Reizbarkeit, der Verbesserung der Selbstversorgung, der Verringerung der Probleme mit alltäglichen Hausarbeiten und der Stärkung der sozialen Rolle in der Familie. Es ist klinisch erwiesen, dass die Verabreichung von Prospekta® nach einer neuen Coronavirus-Infektion die Asthenie (Schwäche), das Gefühl ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit verringert und dass bei den meisten Kindern mit ADHS während der Verabreichung von Prospekta® die Symptome der Unaufmerksamkeit nicht ausgeprägt sind. Der durchschnittliche ADHS-RS-V-Gesamtwert wird um 10,2 Punkte gesenkt. Die Verabreichung von Prospekta® führt zu einer Verbesserung der Konzentration bei der Durchführung von Aufgaben oder Spielen, der Aufmerksamkeit für Details, der Fähigkeit, Anweisungen zu befolgen, und der vollständigen Erledigung von Schul- und Haushaltsaufgaben, Hausarbeiten und Besorgungen für Erwachsene.

Pharmakokinetik
Die Empfindlichkeit der modernen physikalisch-chemischen Analysemethoden (Gas-Flüssig-Chromatographie, Hochleistungsflüssigkeitschromatographie, Chromatographie-Massenspektrometrie) erlaubt es nicht, den Wirkstoffgehalt von Prospekta® in biologischen Flüssigkeiten, Organen und Geweben aufgrund der spezifischen Zusammensetzung des Präparats (siehe Kapitel “Zusammensetzung”) abzuschätzen, was eine Untersuchung der Pharmakokinetik technisch unmöglich macht.
Indikationen

Prospekta® ist (in Russland) zur Behandlung folgender Störungen indiziert:
Bei Erwachsenen: Kognitive Störungen unterschiedlichen Ursprungs, auch nach akutem Schlaganfall, asthenische Zustände in der Zeit nach einer Infektion, einschließlich Coronavirus-Infektion (COVID-19). Bei Kindern ab 7 Jahren zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.
Kontraindikationen
Erhöhte individuelle Empfindlichkeit gegenüber den Arzneimittelbestandteilen. Laktase-Mangel, Laktose-Intoleranz, Glukose-Galaktose-Malabsorption.
Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit
Die Sicherheit der Anwendung des Arzneimittels Prospecta® bei schwangeren Frauen und während der Stillzeit ist nicht untersucht worden. Falls eine Verabreichung des Arzneimittels erforderlich ist, sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis berücksichtigt werden.
Gebrauchsanweisung und Dosierung
Es ist nicht vorgesehen, die Tablette in Teile zu teilen.
Orale Einnahme. Täglich einmalige Einnahme von 1 bis 2 Lutschtabletten. Das Medikament wird ohne Mahlzeiten eingenommen (zwischen den Mahlzeiten oder 15 Minuten vor den Mahlzeiten oder Flüssigkeitsaufnahme).
Zur Behandlung von kognitiven Beeinträchtigungen, auch nach akuten Störungen der Hirndurchblutung:
2 Tabletten 2-mal täglich. Behandlungsdauer 6 Monate; falls erforderlich, kann die Behandlung nach 1–2 Monaten wiederholt werden.
Zur Behandlung von postinfektiösen asthenischen Zuständen.
2 Mal täglich 1 Tablette. Der Verlauf der Behandlung - 1 Monat, wenn nötig kann die Behandlung in 1-2 Monaten wiederholt werden.
Bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.
2 mal täglich 1 Tablette (ungefähr zur gleichen Zeit). Dauer der Behandlung 8 Wochen; falls erforderlich, kann die Behandlung wiederholt werden.

Nebenwirkungen
Es sind individuelle Überempfindlichkeitsreaktionen auf die Bestandteile des Arzneimittels möglich.
In seltenen Fällen kann das Medikament Schläfrigkeit verursachen.

Überdosierung
Dyspepsie ist möglich im Falle einer Überdosierung, verursacht durch Hilfsstoffe, die in der Zusammensetzung des Medikaments enthalten sind.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Unverträglichkeiten mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt geworden.

Vorsichtsmaßnahmen
Das Präparat enthält Laktose, daher wird von einer Verschreibung bei Patienten mit angeborener Galaktosämie, Glukose- oder Galaktosemalabsorptionssyndrom oder bei Patienten mit angeborenem Laktasemangel abgeraten.

Beeinflussung der Fahrtüchtigkeit
In seltenen Fällen kann Schläfrigkeit auftreten; daher ist beim Autofahren Vorsicht geboten.“

Diese Seite wurde am 04.10.2023 zuletzt aktualisiert.