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L-Theanin

Theanin (L-Theanin, 5-N-Ethyl-L-Glutamin, Delta-glutamylethylamid; Gamma-glutamylethylamid) ist eine Aminosäure, die in grünem Tee vorkommt.(1)

Theanin wirkt beruhigend und entspannend,(2) dies zudem besser als das Benzodiazepin Alprazolam, jedoch nicht anxiolytisch.(3)

Theanin hemmte bei älteren Personen die Verschlechterung kognitiver Funktionen(4) und könnte aufgrund neuroprotektiver Effekte Parkinson-vorbeugend wirken.(5)

L-Theanin-Verabreichung förderte die Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin im Hippocampus von Mäusen und stimulierte die Protein-Kinase-A-(PKA)-Phosphorylierung. Die durch L-Theanin verbesserte Langzeitpotenzierung im Hippocampus in einem Alzheimer-Mausmodell konnte durch einen PKA-Inhibitor beeinträchtigt werden. Wahrscheinlich verbessert L-Theanin das Gedächtnis und die Langzeitpotenzierung im Hippocampus von Alzheimer-Mäusen über den Dopamin-D-1/D-5-Rezeptors-PKA-Pfad. L-Theanin könnte als ein Kandidat für die Behandlung von Alzheimer in Betracht kommen.(6)

Theanin scheint nicht alleine und nicht durch Einwirkung auf den GABA-A-Rezeptor anxiolytisch zu wirken.(7)

Theanin wirkte einem durch Koffein induzierten Blutdruckanstieg entgegen, hatte jedoch keinen Einfluss auf die Stimmung.(8)

Theanin passiert die Blut-Hirn-Schranke und wirkt sehr schwach antagonistisch auf Glutamat-AMPA- und Glutamat-Kainat-Rezeptoren.(4)
Theanin wirkt stark auf den Glutamin-Transporter und inhibiert die Integration von extrazellulärem Glutamin in Neuronen, was wiederum die Umwandlung von Glutamin in Glutamat durch Glutaminase unterdrückte.(4)

L-Theanin bei AD(H)S

Anscheinend erhöht Theanin den Dopaminspiegel im Striatum. Bis auf verbesserte Lernfähigkeiten war das Verhalten der Mäuse, die 3 Monate lang Theanin erhielten, unverändert.(9)

Eine direkte Theanin-Gabe in das Striatum von Mäusen erhöhte Dopamin dosisabhängig signifikant. Der Dopaminanstieg wurde durch einen zuvor gegebenen kalziumfreien Ringpuffer gedämpft. Enthielt der Ringpuffer zusätzlich den Nicht-NMDA-Glutamatrezeptor-Antagonisten MK-801, blieb die signifikante Dopaminerhöhung durch L-Theanin erhalten. Wurde stattdessen ein NMDA-Glutamatrezeptor-Antagonist gegeben, hemmte dies die theanininduzierte Dopaminfreisetzung im Stratum signifikant. Theanin veränderte die Konzentrationen von Noradrenalin, 3,4-Dihydroxyphenylessigsäure (DOPAC) und 5-Hydroxyindolessigsäure (5HIAA) im Striatum, ansonsten in keiner Gehirnregionen.
Theanin verursachte einen signifikanten Anstieg von Serotonin und Dopamin im Gehirn, insbesondere in Striatum, Hypothalamus und Hippocampus.(10)

Bei AD(H)S ist typischerweise der Dopaminspiegel im Striatum verringert.

Es gibt keine Untersuchungen über die Verwendung von L-Theanin bei AD(H)S.

Zuletzt aktualisiert am 20.09.2020 um 02:01 Uhr