Amilsuprid bei AD(H)S

Amilsuprid ist ein atypisches Antipsychotikum
Amilsuprid ist ein Dopamin-Rezeptor-Antagonist(1)

Niedrig dosiert (z.B. 100 mg): vornehmlich Blockade der präsynaptischen (Sendenerv) D2- und D3-Wiederaufnahmerezeptoren. Dadurch verbleibt mehr Dopamin im synaptischen Spalt zur Aufnahme an der Postsynapse (Empfängernerv), was die AD(H)S-Symptome lindern kann.
Hochdosiert: Blockade der postsynaptischen D2/D3-Rezeptoren im limbischen System.

Höher dosiert (400 mg) kann Amilsuprid die überhöhte Affinität zu drogenassoziierten Stimuli (cue reactivity) und die Unfähigkeit, verzögerte Belohnungen zu ertragen (Belohnungsverzögerungsaversion) deutlich verbessern. Während die cue reactivity genau so gut verbessert wurde wie durch einen unspezifischen Opioid-Rezeptor-Antagonisten (Naltrexone, 50 mg), fiel die Verbesserung der Belohnungsverzögerungsaversion durch Amilsuprid deutlich besser aus.(2)

Amilsuprid wird vorwiegend eingesetzt bei Schizophrenie. Schizophrenie ist hinsichtlich der Negativsymptome durch Dopaminmangel, hinsichtlich der Positivsymptome von Dopaminüberschuss in den relevanten Gehirnbereichen gekennzeichnet.
Einige der Negativsymptome von Schizophrenie lassen sich in ähnlicher Form auch im Spektrum der AD(H)S-Symptome wiederfinden.

Amilsuprid ist kein typisches AD(H)S-Medikament.

Zuletzt aktualisiert am 29.09.2019 um 14:26 Uhr


Schreibe einen Kommentar