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Quetiapin bei AD(H)S

Quetiapin ist ein atypisches Antipsychotikum.(1)
Es wirkt zugleich antidepressiv.(2)

1. Quetiapin ist Antagonist von

  • Dopaminrezeptor D2
    • führt zu antipsychotischer Wirkung
  • Serotoninrezeptor 5-HT2A(2)
    • dadurch Erhöhung des Dopaminspiegels im PFC
  • Serotoninrezeptor 5-HT2C über den Metabolit Norquetiapin(2)
  • σ-Adreno-Rezeptor (insbesondere A2)(2)
    • dadurch Erhöhung des Dopaminspiegels im PFC
  • Noradrenalintransporter NAT über den Metabolit Norquetiapin(2)
    • dadurch erhöhter Noradrenalinspiegel
  • Histaminrezeptor H1
  • Glutamat-NMDA
    • Quetiapin reduziert die mRNA-Spiegel für einige Untereinheiten des Glutamat-NMDA-Rezeptors NR-1 und NR-2.(2)
    • Verringerung der Dichte der NMDA-Rezeptoren im Nucleus caudatus (Putamen) (nicht aber im Cortex oder limbischen System), ebenso wie Clozapin oder Haloperidol(2)

2. Quetiapin ist Agonist von

  • Serotoninrezeptor 5-HT1A (partiell)(2)
    • dadurch Erhöhung des Dopaminspiegels im PFC
  • Glutamat-AMPA
    • Erhöhung der Dichte der Glutamat-AMPA-Rezeptoren im Nucleus caudatus (Putamen) (nicht aber im Cortex oder limbischen System), ebenso wie Clozapin oder Haloperidol(2)
    • Quetiapin bewirkte eine signifikante Erhöhung der GluR-B- und GluR-C-Untereinheiten des AMPA-Rezeptors im Hippocampus von Ratten.(2)
  • Sigma-1-Rezeptoren
    • vermittelt antidepressive Wirkung(3)
      • kann durch σ1-Agonisten (+)-Pentazocin zusätzlich gesteigert werden
      • kann durch σ1-Antagonisten BD1063 vermindert werden

Die mittelbare Hemmung der 5-HT2C-Rezeptoren bewirkt eine Hemmung der GABA Freisetzung im Hirnstamm, was wiederum eine Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin im PFC bewirkt.(2)

Nach diesseitigem Verständnis ist GABA bei ADS unterrepräsentiert und bei ADHS überrepräsentiert. Vor diesem Hintergrund wäre Quetiapin rein hypothetisch bei ADHS sinnvoller und bei ADS weniger zu empfehlen,

3. Einsatz von Quetiapin

Quetiapin wird vorwiegend bei Schizophrenie und bipolarer Störung (manisch-depressiv) eingesetzt.
Eine primäre Nutzung erfolgt bislang eher in Bezug auf (massive) Komorbiditäten, nicht in Bezug auf AD(H)S selbst.

Eine Untersuchung über die Behandlung von ODD durch eine begleitende Quetiapin-Gabe (= Augmentation) zu einer SSRI-Gabe fand keine signifikante Verbesserung der Wirkung.(4)

Zuletzt aktualisiert am 07.09.2020 um 00:45 Uhr