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Faktoren für verspätete oder unterbliebene Diagnostik

Faktoren für verspätete oder unterbliebene Diagnostik

Spätere oder unterbliebene Diagnose bei Kindern

In einer größeren Kohortenstudie wurden ADHS-Betroffene darauf untersucht, ob ihr ADHS frühzeitig (mit 5 bis 7) Jahren, verspätet (mit 11 bis 14) Jahren oder gar nicht diagnostiziert worden waren.1
Faktoren, die bei einer früheren bzw. überhaupt erfolgenden Diagnose häufiger waren:

  • mehr Problemen mit Gleichaltrigen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • emotionale Probleme
  • emotionaler Dysregulation
  • geringeren kognitiven Fähigkeiten
  • schwächeren prosoziale Kompetenzen

Bei diagnostiziertem ADHS wurde häufiger Autismus diagnostiziert, und die Betroffenen gaben weniger körperliche Aktivität an.
Diagnostizierte Männer hatten eine stärkere emotionale Dysregulation als nicht diagnostizierte Männer. Dieser Zusammenhang zeigte sich nicht bei Frauen.

Eine (an sich zu stellende) Diagnose unterblieb häufiger bei

  • höheren kognitiven Fähigkeiten
    • je höher die Begabung, desto mehr kann dies ein bestehendes ADHS verdecken (Coping)
  • mehr körperlicher Aktivität
    • Sport ist die effektivste nichtmedikamentöse Behandlungsform für ADHS
  • besseren prosozialen Fähigkeiten
  • keiner Autismusdiagnose
    • obwohl Autismus bis zur Veröffentlichung des DSM 5 im Jahr 2013 (unrichtigerweise) als Ausschlusskriterium für eine ADHS-Diagnose galt
  • weniger Verhaltensprobleme
  • weniger emotionale Probleme
  • weniger Peerprobleme
  • weniger Disziplinprobleme
Diese Seite wurde am 24.03.2026 zuletzt aktualisiert.