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Lichttherapie

Lichttherapie

Eine sehr kleine Untersuchung mit n = 29 Erwachsenen fand positive Effekte einer frühmorgendlichen Lichttherapie in Herbst-/Wintermonaten auf objektive und subjektive ADHS-Symptome, Stimmung und eine Vorverlagerung des circadianen Rhythmus.1 Die Vorverlagerung des Tagesrhythmus schien dabei den größten Einfluss auf die Verbesserung der ADHS-Symptomatik zu haben. Eine weitere, noch kleinere Studie an 16 Erwachsenen kam zu vergleichbaren Ergebnissen.2
Eine dritte placebokontrollierte Studie, die den circadianen Rhythmus mit Melatonin oder Melatonin plus Lichttherapie verglich, fand ebenfalls, dass Lichttherapie (hier: als Ergänzung einer Behandlung mit Melatonin) den circadianen Rhythmus nach vorn verschieben konnte und dass dies positive Effekte auf die ADHS-Symptomatik hatte. Melatonin allein wirkte stärker als Lichttherapie, Lichttherapie verbesserte das Ergebnis der Melatoninbehandlung.3
Ein Review bestätigte diese Ergebnisse.4

Erste Studien verwendeten Beleuchtungsstärken von 2.500 Lux. Heute wird typischerweise eine Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux verwendet. (Beleuchtungsstärke: Menge des Lichts auf beleuchtetem Objekt in definierter Entfernung von Lichtquelle).
Bei der Verwendung einer Tageslichttherapielampe bedarf es üblicherweise einer Behandlungszeit von 30 Minuten, in denen der Patient aus 20 cm Abstand direkt in die Lampe schaut (unbedingt jeweilige Bedienungsanleitung beachten!). Sie lediglich zum Lesen anzuschalten, ist nicht ausreichend.
Alternativ dazu gibt es Lichtbrillen, die beim Lesen getragen werden können.
Dabei ist auf einen hohen Blauanteil des Lichts zu achten. Tageslicht hat 5.000 bis 25.000 Kelvin.

Wichtig bei Lichttherapie bei ADHS ist der Einsatz am frühen Morgen, da das Ziel ist, den zirkadianen Rhythmus nach vorn zu verschieben.
Bei manchen Störungsbildern liegt der zirkadiane Rhythmus bereits zu weit vorn, sodass hier eine Lichttherapie nachteilig wäre.

Eine erhöhte Wirksamkeit dürfte eine Kombination mit Bewegung haben (Spaziergang am frühen Morgen, Frühsport), da Bewegung ein weiterer Zeitgeber ist. Ebenso dürfte eine frühe Nahrungsaufnahme (Frühstück) das zirkadiane System in einem frühen Rhythmus halten.

Situation Beleuchtungsstärke in Lux
klarer Himmel und Sonne im Zenit 130.000 lx
klarer Himmel, Sonnenhöhe 60° (Mitteleuropa mittags im Sommer) 90.000 lx
klarer Himmel, Sonnenhöhe 16° (Mitteleuropa mittags im Winter) 20.000 lx
bedeckter Himmel, Sonnenhöhe 60° (mittags im Sommer) 19.000 lx
Im Schatten im Sommer 10.000 lx
bedeckter Himmel, Sonnenhöhe 16° (mittags im Winter) 6.000 lx
Bedeckter Wintertag 3.500 lx
Dämmerung (Sonne knapp unter Horizont 750 lx
Büro-/Zimmerbeleuchtung 500 lx
Flurbeleuchtung 100 lx
Wohnzimmer 50 lx
Straßenbeleuchtung 10 lx
Dämmerung (Sonne 6° unter Horizont) 3 lx
Kerze ca. 1 Meter entfernt 1 lx
Vollmond im Zenit, mittlerer Erdabstand 0,27 lx
Lichtquelle Farbtemperatur in Kelvin
Klares blaues, nördliches Himmelslicht 15.000–27.000 K
Blauer (wolkenloser) Himmel auf der beschatteten Nordseite, Blaue Stunde 9.000–12.000 K
Nebel, starker Dunst 7.500–8.500 K
Bedeckter Himmel 6.500–7.500 K
Mittagssonne, Bewölkung 5.500–5.800 K
Elektronenblitzgerät 5.500–5.600 K
Vormittags-/Nachmittagssonne 5.500 K
Morgen-/Abendsonne, D50-Lampe (Druckerei) 5.000 K
Xenonlampe, Lichtbogen 4.500–5.000 K
Mondlicht 4.120 K
Leuchtstofflampe (Neutralweiß) 4.000 K
Operationssaalbeleuchtung 3.600 K
Fotolampe Typ A bzw. S, Spätabendsonne kurz vor Dämmerungsbeginn 3.400 K
Fotolampe Typ B, Halogenglühlampe 3.200 K
Halogenlampe (12 V) 3.000–3.200 K
Glühlampe (200 W) 3.000 K
Glühlampe (100 W) 2.800 K
Halogenlampe (230 V, Eco-Halogen, 30–60 W) 2.700–2.800 K
Glühlampe (40 W) 2.600 K
Natriumdampflampe (SON-T) 2.000 K
Kerze 1.500 K
Diese Seite wurde am 05.06.2026 zuletzt aktualisiert.